Der einsame Herr Cisncr. l
Um den bayerischen Trotzki. der. wie der „Miesbacher «tt» ^'^r" ermittelt hat. mit seinem richtigen Namen Salomon KuZnowZki heis.t. wird es immer einsamer. Die Bauernschaft sammelt sich um Dr. Heim und bildet in dessen neuer Demo, tratischer Volkspntei bereits einen „Ordnungvblock" und die bürgerliche Presse nimmt immer schärfer gegen die Eisnersche Wirtschaft Stellung. Selbst Professor Dr. Quidde. der fana- tische Pazifist, ist durch feine in den letzten Tagen bewiesene Gen-.alitat in Enthüllungen vor den Kopf geschlagen und erhebt gegen diesen ..großen Unfug" energischen Einspruch in den „Münchener Neuesten Nachrichten". Ec sagt darüber, was jedem Scchcerständigen klar ist:
„Unverkennbar sind alle diese Enthüllungen jetzt mit dem Fluch schärfster Einseitigkeit behaftet. Es füllt den feind, llchen Machthabern in England. Frankreich und Italien gar nicht ein, ihre Archive zu öffnen — die Verantwortlichen von 1915 bis 1917 sind dort noch im Besitz der Macht — und die Manner des neuen Deutschlands, die jetzt ihre Funde oder chre Erinnerungen verwerten, tun es selbstverständlich auch mcht. um mit der Objektivität wissenschaftlicher Forscher der Wahrheit zu dienen, sondern um möglichst wuchtige Anklagen gegen das gestürzte Regime zu erheben, um zugleich die eigene Haltung und die Revolution zu rechtfertigen."
E Und selbst die „Bayerische Staatszeitung" findet an- rnupfend an Herrn EiZners Vorstoß gegen das Auswärtige Amt und die Relchsregierung. daß es so nicht weitergehen kann:
..Wir meinen, die Lage, in der sich das Reich — und einstweilen besteht es ja noch - befindet, ließe alles andere eher angezeigt erscheinen, als ein Spiel mit den Gewalten als einen Sturz der Reichsleitung. die. man mag im übrigen über sie denken, wie man will, bisher doch vermocht hat. das täglich drohende Chaos zu verhindern. Sie in einem Augenblick beseitigen wo sie im Begriffe steht, die Vordereren zu den Nationalwahlen zu treffen, hieße nichts anderes, als ns Einschreiten der Entente herbeizuführen, die nur darauf warti-t. Satz ,hr ein Grund zum Einmarsch gegeben wird. Was -der dann erfolgen wird darüber wird mon sich doch an den
J £* (Ti CnbC r S ‘ enen “ et iein? ° beT >c",en die wirklich recht haben, die da behaupten. daß es der Münchener Regie.
»ig darum zu tun fei. eine Spaltung zwischen Süd und Rord ^-rbeizufuhreu, die unocrmeidlich zu einer selbständigen, vom Reiche °l,o losgelosten süddeutschen Republik führen ,nützte?"
«n Gerung. auch nicht gerade Manuel
'erdet hat sich gkeichwohl veranlasst gesehen, folgende? Telegramm an die Reichsregierung in Berlin und an da? Staatsministerium jn München zu richten:
„Das Staatsministerium der Republik Hoffen protestiert gegen den vom bayrischen MinisterprSstdenten und Minister s Acutzern für Bayern angeorünetcn Abbruch der Beziehungen zum Auswärtigen Amte in Berlin. Ez steht darin eine. Gefahr für die Einheit des Deutschen Reiches und befurchtet, dost dadurch der Separatismus gefördert werden konnte. Es erwartet vom Gesamt,ninistertum Bayerns den tÜdsänsi * 3“ machen, denn da? na- Elnb deutschen erfordert dringend die klorste
e.nhe.ttlchkeit aller deutschen Stämme bei den FnedenZoer. Handlungen aufrecht zu erhalten."
»tf ätväst stä *sn
dü-ind, vm, Kurt Eisner mit dem Dichter in der Titekrolle Munchen-Schwabinger Naturtheater. Jn fünf Minuten geht der Vorhang herunter und dann ist Schluß.
Herrn Eisner wird auch weitere Bitternis nicht erspart' seine Hoffnung in der Schweiz. Professor F. M. Förster findet cs felbjt außer dem Spaße, etwa für feine Kapriolen mit haftbar gemacht zu werden und wendet sich in der „Münchener Post" in aller Oeffentlichkeit und mit aller Schärfe gegen die Politik Eißners. Die Erklärung ist eine offene Absage an die von Ecsner verfolgte Politik. Profesior Förster verlangt, daß die Nationalversammlung unverzüglich einberufen werde, da nach seiner genauen Kenntnis der Dinge die Feinde nur mit einer verhandln ngssähigen deutschen Negierung zum Frieden kommen andernfalls Deutschland Militärisch besetzen wollen.
Inzwischen ist in München selbst die Sache soweit gediehen daß Ersner am Sonntag bei einer Revolutionsfeier im Natio- naltheater in aller Form ansgepfiffen wurde. Man wird also wohl noch das erhebende Schauspiel erleben, daß der revolutionäre Ministerpräsident des zweitgrößten Bundesstaates zum Hanswurst herabsinkt. Kasperlekomödie, sagt der „Vorwärts".
Der neue Knilnrkainpf.
Die ga’pftltkimiitie.
Dem bayerischen Minifierpräfideutey widmet der Vorwärts" -ln-n sehr respektlosen Leitartikel. in dem er M-ächst^L Ltteroteuguolitylen gerecht wird, um dam, über den Politiker tn Anführungszeichen folgendes Urteil zu füllen-
rtsch« mnVrJZ mb * bk Kunde kam, dost Eisner baye. rtfcher Mimsterprasident geworden sei, erfüllte Heiterkeit die Re- d-lktionsstubeu. st- pflanzte fich fori in die Setzer- und Moschinew °l. Es war keiner unter uns. der Eisner nicht von alt^ Zett
achte Dennock'kl: ^ BM mUtt ob " »ffr
Dennoch Heiterkeit überall, wohlwollende Heiterkeil
Eine? schickt fich nicht für alle.
Sehe jeder, wie er's treibe ....
Wozu wären wir ein befreites Volk, wenn es nicht erloob. Ee einem alten Freund offen und öffentlich zu sogen- Du hast in deinem Leben schon viele Böcke geschossen aber Bar” h„
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»f «■ und ,0 ist da. ZwZZrT s i r: st T feimmeln Gestürzter »nd *T 7 aus
ne« fur^c «iejcr Phantast bin-
«g-rlchiet haben wird. ^ et "Eenloses Unheil
W mit dem grasten Ernst
Legen,.tz. Ka,perlekoniödi« dlZ L^-iw 'f-Ii
s ^eoens, frei mich grcutt We-,
Dre Protestaktion des Zentrums gegen den antikirchlichen ^urs des neuen Kultusministeriums wird in der „Germania" mit einem Artikel fortgesetzt, der insbesondere auch die Eil- fertigkeit in den Reformen abhcbt:
Diese Hast gehört neben den einseitigen antidemokratischen Magnahmen, der Sorge um Vermehrung genügender Mitsozia- l-,tischen und besonders auch jüdischer Bewe>b-r und der immer mehr zutage tretenden Unzulänglichkeit, Staatsangelegenheiten zu ersoffen und zu vertreten zu den charakteristischen Merkmalen der neuen Machthaber. Man dars freilich nicht verleugnen, daß man vor einem ungeheuer schweren Problem steht. Jedoch m Fliedenszeiten hätte fich Deutschland bezw P-eusten selbst von den Hohenzollern ähnliche nicht bieten taffen. Was wir letzt erleben ist eine Foriletzung der Kriegsdiktatur in anderer tjorm und an andern Eebieten, und dost es ertragen wird ist nur auf die allgemeine Abspannung Entnervung und die leider st spat gestillte FiiedenKlehnsucht zurückzuführen. Aber es kommt auch w.ed-r anders. Man sagt, dast jeder die Behandlung er- fa..rtz die er verdient, und dast jede- Volk die Regierung hat di^e ihm gebührt. Aber nur die besonderen, eben erwähnten Um-' lande hoben °s der heutigen Reichs- und preustischey Staots- e, ung ermöglicht, ihre sonderbaren Experimente zu machen Die Bwolkerung wird schon noch zur Besinnung kommen und ein« ond-e Behandlung. beanspruchen. Die herrschenden Männer muffen selbst dieses Gefühl haben, sonst wurden sie doch nicht über Kopf und Hots die weittragendsten Reformen vornehmen.
' 1 J t ’“ ^ 6ltuaiion in alü)eten Bundesstaaten wird dann
Auch austerholb Preustens find die Kultu.kämpfer am Werk Der fachst,che Kultusminister Buck hat einer Abordnung von Kirchenbeamten erklärt, dast der Religionsunterricht in den v luten vom 1. April 1919 ob eingestellt werden solle. Den Kirchen solle das Recht. Kirchensteuern zu erheben, völlig und sofort entzogen werden: die politischen Gemeinden sollen kein Recht haben, die Kirchensteuern (auch nicht gegen Entgelt, mit den Staats- und Gemeindesteuern einzuziehen. In Bayern ist wine der durch die neue Lage entstandenen Fragen die. ob jetzt Kurt E.sner d.e (früher königlichen, kirchlichen Pfründe zu
" 9 , ™ * at ’ *?. rt ei5ner ' bet «alizilche Jude, Da- katho. lisch- Bayern schlaft vielleicht, aber nicht lang«.
Die Dahl der Wahlberechtrgken.
Amtlich wird mitgeteilt: Das Wahlrecht ist durch die Der. ordnunz vom 12. November 1918 -usged-hnf worden a) auf
tie Frauen, b) aus die 20—Wjährigen, v, aus die Soldaten.
V- T ;n Reichstagswahlen von 1912 14,4 Millionen Wahlberechtigte waren und von diesen fich 12,3 Millionen — 85
an h*" Wahlen beteiligt haben, werden infolge der Uuedehnuug d^ Wahlrechts bei den Wahlen zur verfaffungz- geheuden deutschen Nationalversammlung schätzungsweise 39-40 M-llwnen darunter etwa 21 Millionen Frauen, wahlberechtigt s-.n. a-.ese Summen ergebe» sich aus Erund der folgenden Berechnung: Rach der amtlichen Statistik (Statistik des Deut
chen Reiches Bd. 249.2 S. 254, find am 1. Januar lg, 1 au -
18 f’ bet “ l5 ” rtn ^burtsjährgang für di- A ^kffbercchtigung tn Frag- kommt, und früher vorhanden ge-
männliche Personen ..... 22 965 829 weibliche Personen ..... 23 964 261
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
2. Sonntag im Advnt. 8. Tezemher 1918.
Gottesdienst in der Burglsrche
V-rmitt-igs 9?4 Uhr: Herr Pfarrer T i - h I.
N i t, 0""3ttag2 11 Uhr Kindergottesdienst. Herr Pfarr«
Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer D i e h l Tau'b- stummengottesdienst mit hl. Abendmahl.
Nachmittags 5 V z Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Feie, zur Eröffnung des Konfirmandl-nttlnt-rrichts.
Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach.'
10 Uhr Gottesdienst.
2 Uhr: Gedächtnisfeier für die im Oktober Gefallenen.
Evangelische Stadtmission Friedberg, Ludwkgstratze 24.
Sonrttag den 8. Tezbr.. nachmittags 11/ 2 Uhr Sonntags- fcfiUle; 3 y 2 Uhr: Oeffentliche Versammlung.
Dienstag, den 10. Tezbr., abends 8 y 2 Uhr: Jugend vereinig-ung.
Donnerstag, den 12 Dezbr., abends 81/2 Ubr: Bibeb und Gebetstunde.
»
Katholische Gemeinde.
Sonntag, den 8. T-zbr. 1918. 2. Sonntag im Advent.
Beichtgelegenheit am Samstag von 4 Uhr an und Sonntags früh von 6 Uhr an.
%7 Uhr Frühmesse.
8 Uhr Militärgotjesdienst (Singnnsse mit Predigt). Genieinsame hl. Kommunion der Jungfrauen.
Uhr Hochamt mit Segen und Predigt Nach,nittagS 2% Uhr Predigt und Aufnahme in di- ^ungfrauen-Congregation.
Um 4 Uhr: Versammlung des JüngUngsveresn^
- ^Wahrend der Wixhe: Um y 2 7 Uhr hl. Messe'und vm t Uhr Rorateämttr.
Freitag abends 6% Uhr- B itt Andacht
Verantwortlicb für den politiscbrn und lofalf- ' " f tfo Hirsche l, Fnedberg: für d«n Anzeigenteil: C. Schmidt,
Friedberg. Truck und Verlag der „Reuen Lageszettung".'
A G.. Fnedberg r K
zusammen . . . I . . , . 46 870 090
fSaVZT, 1"? in be l?" 5ten 19U_:I8 °bZusetzen die Sterbe. f°lle. Sie betrugen etwa 666 060 jährlich und oerteilen fich
:ZZs\f a ii,Cn Mf Männei und Frauen, zusammen eiwa 4.8 Mllwueu. Abzusetzen find ferner etwa 1.8 Millionen
durch Tod 3m «uuö°v find demnach
»urch Tod usw. 6,b Millionen (4.2 Millioneu Männer 2 4 Mil-
-onen Frauen) von der obigen Summ- der Wahlb^rechtichen
ly mmJ U ^ !bem ^ icn ai meben di- Ausländer mit etwa i* M-llw". s-ns-i dagegen kommen di« uns während des
MeTvnbll IT" ^uslandsdeuffchen. die in Konkurs befind- idjcn und d e Armenunterstützung beziehenden Personen. Alles tn allem ergibt fich an Wahlberechttgten am 31. Dezember 1918 ^ Summe zwischen 3g und 4» Millionen Personen, etwa 18
8 ann , t 2T?mionen »rauen. Zweifelhaft er.
sckt-inl es. ob unsere Krtegsgesangenea (zirka 560 666, in die
Lage versetzt werden können, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Mit dieser Berechnung wird eine kürzlich durch die -blaiter gegangene, auf irrtümlicher Voraussetzung fustende Auf.
ItZl'zZ ^ et0a 35 ailUtauea ^dlberechttgte angab.
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^eu.: Die Vcaufsi ytigung oer K nder auf den Straßen.
Krlranntmachttng
,2n den nächsten Tagen ist ein großer Verkehr von Truopen aller Waffengattungen in hiesiger -labt flU elwanen. Um Un. lückssälle zu vermelden, warne ich hieimil die Eliern von Kmdern. die-e nicht ohne Aufsich: auf die Straßen zu laßen uno ihnen mit Eintritt der Dunlethci! das Betreten derselben strcogzu ukltei^agen. Dadurch, daß sich Kinder an fahrende Lastauto- modlle und sonstige ^tilitär ahr- zeuge aller All hinten anhängen oder die,e während der,^ahn de. stiegen haben, sind schon an anden n Platzen schwere UngXücfsfäUe vor- gekominen. Auch vor dem Ve- tleien des Bahnhofes aurä, Kinder ohne Aufsicht, iowle der Schienen- gelei e rnnerhalb des Bahngebietes wi d dringend gewa-nt.
LriLdberg. den 30. Rov. 191L.
Der Bürgermelstrjk.
2. B.: Damm.
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ltiuk Wa.chiio! mch!
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da-r 2deal-Wa,chmitteü 2n Originaldo.en zu haben
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Friedberg i. Hessen.
gegenüber d.Lebensmittclausich


