gerzerrskampse.
Vornan von Helene S ch ü t ty, geb. von Gersdorff.
(Oop^rixht 191Ö by C. Ackermann-Ctuttgan.)
ß4 ) Nachdruck verboten.
"Ach. kannst du ihn nicht noch etwas zappeln lasten? Er verdient es gar nicht, daß man ihn gleich aus seiner Angst erlöst. Denn hoffentlich ängstigt er sich gehörig und hat tüchtig Gewissensbisse.'" sagte Tante Ella.
„C. Frauchen, da kennst du deinen Schwager immer noch nicht richtig. Mit solch überflüssigen Dingen wie Gewissensbissen gibt er sich überhaupt nicht ab. Er Hot ja immer Recht. Ich zweifle nickt daran, daß er auch bei dieser Gelegenheit alles aui den Kopf stellt und nur von Hildes Ungehorsam und Um fügsamkeit redet und sich als schwer gekränkt betrachtet."
„Ja. aber, um's Himmelswillen!" rief die Kommerzienratin angstvoll, „er wird doch nicht etwa fordern, daß sie zu ihm zu- rüäkehrt? Kann er das? darf er das?"
„Nein, Machen, beruhige dich? so schlimm steht's nicht, denn Hilde ist ja glücklicherweise volljährig. Nicht wahr, sie wurde doch neulich 22 Jahre alt."
Frau Ella nickte. Der Kommerzienrat fuhr fort:
„Na. also, das ist ein Glück. Mit der Volljährigkeit hört dle absolute väterliche Machtvollkommenheit auf. Er als Jurist muß das noch bester wisten. wie ich. Deshalb kann er sie nicht positiv zwingen, zu ihm zurückzukehren. Aber er kann etwas anderes tun", fetzte er zögernd hinzu, „und das wird er auch, so wie ich ihn kenne, bestimmt tun, wenn sie nicht doch noch bedingungslos zu Kreuz kriecht"
..Mas? was meinst du? was wird er tun?" fragte feine Frau atemlos vor Spannung.
„Er wird sie enterben, soweit es gesetzlich möglich ist", versetzte der Kommerzienrat ruhig.
„Enterben?" rief Tante Ella entsetzt. „Und wer sollte all das viele Geld bekommen? Fremde Leute? wie?"
„Das kann ich dir wirtlich nicht sagen", erwiderte ihmGatte kachelnd. ~ ‘
.Vielleicht macht er eine öffentliche Stiftung zur Ver
yerrlichun-g und Verewigung fernes Namens und wird dann noch als Wohltäter der Menschheit gepriesen."
„Aber dann würde Hilde ja noch gar arm? Was sollte fie dann ansangen, so verwohnt, wie sie ist? Ach. und dann", setzte fie traurig hinzu. „dann kann sie ja auch Reinhold Eermshoff nicht heiraten! Wenn er nichts hat und fie auch nicht, das geht ja nun doch leider nicht!"
„O. liebes Kind, rege dich doch nicht immer so unnötig auf!" tröstete ihr Gatte, „denn ganz so schlimm tst's nun wieder nicht. Du vergißt, daß ihr auf jeden Fall ihr mütterliches Vermögen bleibt das Karl ihr nicht vorenthalten kann. Und wenn es auch keine Millionen sind, ein Kapital von mehreren hunderttausend Mark muß es immerhin sein."
„O. das ist schön, das ist herrlich!" sagte Frau Ella mit einem Seufzer der Erleichterung. ..Wenn stch's so verhält wird den beiden lieben Menschen doch das Aergste. das gänzliche Losreißen von einander, erspart bleiben. Ach. Bernhard, nun ist mir schon wieder bester zu Mute. Du weißt mich doch immer zu trösten und zu beruhigen!"
„Ja, und weißt du, Ella, falls ihr Vermögen nicht ganz rmsgereicht hätte, könnten wir's ja auch ein bißchen auffüllen.
das brauchten sie gar nicht zu wisten, und wir_nun, wir
können'§ ja?" schmunzelte er.
„C, du guter lieber, prächtiger Mensch!" ries die impulsive Frau Ella, ihren Gatten herzlich umarmend. „Weil du so gut bist, liebe ich dich jetzt auch noch viel mehr, als vor 25 Jahren wo du mich freilest! - Mit diesem Bewußtsein wird's mir schon leichter werden. Reinhold die ganze tolle Geschichte zu berichten Was er nur sagen wird?" setzte sie hinzu.
„Das werden wir bald erfahren. Du mußt ihn bitten, so bald als möglich zu uns zu kommen wegen wichtiger Nachrichten au§ G." erwiderte der Kommerzienrat.
Frau Ella setzte sich geschwind an ihres Mannes Schreibtisch. warf einige Zeilen auf's Papier, adressierte und kuver- tierte dieselben, und dann schellte sie.
Ein Diener erschien.
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für die amtliche Entlauft,ngS. anstatt in N-r-iedberg (Berg- kaserne) zum so artigen Eintritt Es weiden gesucht: Ein Aufseher eine Auf eherin. ein Buchsührer.' ein Badewärter, eine Badefrau und ein Heizer. Geeianete zuverlässige Personen wollen sich sofort unter Angabe ihrer Lo.'m- on'prücke an Herrn Geschästs- lüirer K",hn, Allgemeine Orts- lran.entaste Fricdberg. anmelden. Die Arbeitszeit beträgt 8 Stunden. Die Tätigkeit ist eine vorübergehende ; die Dauer kann nicht angegeben werden. Entlastene Dtilit rpersonen haben den Vorzug. Ehemalige Militärk-anken- warter oder im Desinfeklions- we en erfahrene Leute kommen in erster Linie in Betracht.
Gesundheitsausschufi für reu Kreis Triedvcrg.
„Für Herrn Leutnant von Eermshvsf. S»?ort besorgen!- befahl sie.
Schon eine halbe Stunde später stand Reinhold im Zimmer, fast atemlos vom schnellen Laufen und Treppensteigen.
„Tantchen! Onkel!" rief er angstvoll. Was gtbt's?" Ist etwas mit Hilde geschehen?"
^inhcld. es ist etwas geschehen, sogar viel ist geschehen. sagte Tante Ella. „Hilde ist hier."
„Hier? Hilde ist hier? Ater wo ist sie denn?" rief er auf^ springend. „Laßt mich zu ihr."
„Gemach, gemach!" antwortete die Kommerzienrätin. „Du sollst alles hören! Da fetze dich hin und höre ruhig zu!"
Und nun erzählte sie ihm von Anfang an soweit sie ihr bekannt waren, die Erlebnisse und Taten Htlde's. oft unterbrochen von Ausrufen des Staunens, der Entrüstung, des Mitleids und der Bewunderung von Seiten Reinholds. Als er vom Marquis hörte, ballten sich unwillkürlich seine Hände und dunkle Zornesglut färbte seine Stirn.
„Gott. Gott!" brach es von seinen Lippen, als Tante Ella geonde» halle. „Mein armes Lieb' Und ick, wähle nichls von ihrer Not? konnte sie nicht schützen! ihr nickt besttchen! wenn chr nur all die Ouolen und Aufregungen nicht schaden! Wenn sic nur gesund bleibt?"
..Ich hoffe sicher, daß sie sich gesund schlafen wird", meinte die Kommerzienrätin. „Eine so totale körperliche Erschöpfung habe ich noch nie gesehen "
. «B^ir aber wollen unterdessen alles so ordnen und besprechen, dag sie gar keinen Wirrwarr mehr vorfindet. wenn sie erwachs ries Onkel Bernhard. .Das wird am meisten zu ihrer völligen Erholung beitragen. Also, nun höre zu. Reinhold, wie ich's mir denke!" ö
Und er entwickelt- ihm dieselben Gedanken, die er vorhin seiner Frau dargelegt hatte, daß er überzeugt sei sein Bruder werde Hilde bis auf das gef-blich« Pflichtteil enterben da er bre Auflehnung gegen seinen Willen niemals vergeben werde geben'" ,im0e " ICflC ' roetbe ” 'br überhaupt keinen Pfennig
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gelegten Preßsteinen in den Pferdeställen er Rest ausgegeben und zwar an jede Haushaltung 6 a '
je 40 Stück zum Preise von 2,40 Mark.
Die Ausgabe der Bezugscheine hierfür erfolgt an den aleicken Tagen gegen sofortige Be ahlung des Bettages in der ^
Bolkslesehalle (Eingang Haagstraße) für die Empfangsberechtigten des
l. Bezirks Brotkarte Nr. 1—590 Samstag, 7. Dez.,vorm. 8—12 Uhr n „ n 601 u. folg. 7. H na chm.2—5
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U » " "i?? 1^^000 „ 9. „ nachm. 2—5 "
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m * » " .' k u. folg. „ 10. „ nachm. 2-5 "
Es wird roch besonders voraus hingewiesen, daß die Preßsteine lofort nach Emp ang der Bezugsscheine abgebolt werden müssen uno dre Bezugsberechlrgten die oben ange-ebenen Zeiten genou elnzuhatren, sowie für geeignete Tran«po>.mittel zu sorgen haben um ^i nc mogl chst rasche ftorungslo e Abgabe zu ermöglichen.
7 - « >r L Anweuungen der Kontrolleure an den einzelnen Ausgabestellen ist unbedingt Folge zu lei len.
Von dem Bezug der Preßste ne ausgeschlossen sind alle Woh- nungsmdaber mit Zentralheizung sowie diejenigen Haushaltungen, dle durch den Armenfonds Preßsteine zugewiesen erhalten.
Friedberg, den 6. De.ember 1918.
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... Damm.
Aus dem Felde zurückgekehrt, habe ich meine
Praxis
wieder dufgenommen. Telefonanschluß werde ich noch veröffentlichen.
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Bekanntmachung.
Zwecks Gründung eines
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öcr Mit dem schon bestehenden Arbelter- und Soldatenrate im Interesse der Stadt gemein,am arbeiten soll, werden die hiefioen 'öurflec lVerrreler des Handels, Handwerts und der Angestellten) zu erner J
Versammlung
auf nächsten Samstag. 7. Dezember, nachmittags 4^Uhr bei Cller- merer emgeladen.
Friedberg, den 5. Dezember 1918.
Der vorberertenöe Ausschuß:
_ Damm, Beigeoroneter. Koch, Lehrer.
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Wiederaufnahme des Unterrichts, Freitag, 6. Dezember.
Die Schülerinnen haben sich in der Wohnung des Diiellor-, Burg 32> emzusinden und zwar:
Klasse 1 bis 3 um 9V 2 Uhr Klasse 4 und 5 um 10V a Uhr Klasse 6 und 7 um IIV 2 Uhr.
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Zuschriften unter Nr. 207 an Daube & Cs., frankfirt ,.M. OBanHBBBB
Bin vom Militär entlassen und nehme wieder Anmeldungen auf^
ilaüil
entgegen
Heinrich Nupp,
Friedbera. Kailersttaffe Nr. 161.*;


