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Nummer 275 ffiniflprfi* - Freitag. den 22. Navcmirer 191^1t. Iahrganfl.

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hinzu .rin noch das Bestellgeld: de.

erhoven. LriüUunoson Frteobera.

An die Heimat!

In wenigen Tagen werden die vordersten Divisionen Unserer Armee den Rhein überschreiten,' um in die Heimat zurückzukehren.

Mit klingendem Spiel werden sie durch die Orte mar­schieren.

Das sind die Truppen, die. von unerschütterlichem Glauben und Liebe zu ihrem deutschen Vaterlande getragen, die unerhörtesten Strapazen ertragen, die helrlicbsten Hel­dentaten verrichtet haben, unr die Schrecken des Schlachtfeldes von den. heimatlichen Boden fernznhalten.

Dafür sei ein jeder ihnen jetzt dankbar!

(sin jeder kann jetzt Helsen!

Bietet durch die Behörden die Mitarbeit an!

Stellt Euch an die Wegegabeln, weist die Wege, zeigt die Cimitiere erleuchtet die Straßen, helft das Gepäck tragen faßt in den Bergen in die Speichen, wenn die Pferde müde sind!

Es fzilt mne unermüdliche Taa und Nacht währende \ Arbeit und viel Geduld, wenn die Truppe g-'sund und in Ordnung nach Hause foninien soll.

Ein jeder halte selbst Ordnung und Selbstzucht!

Fort mit gedrückter und trüber Stimmung!

Ilnier deutsches Vaterland geht nicht unter!

Ein jeder trage den Kopf ausrecht, ein jeder sei stolz Fuf untere Armee!

Heraus mit den Fahnen als Willkommensgruh für Unsere Helden!

Frankfurt a. M.. 90. November 1918.

Im Ausjroae des Arbeiter- und Soldatenrates Das stellv. Generalkommando 16. A.-K. gez. v. S t u d n i tz.

Ek.lkajsttttlic.l ans dcm Heere.

(Amtlich.) Alle in der Heimat an ihrem Wohnort oder Ihrem Arbeitsort mit Urlaubsschein anwesenden Offiziere des Benrläübtenstandes. Unterofiizcre und Mannschaften aller Jahrgänge mit Ausnahme der Jahrgänge 1896. 1897, 1893 und 1899 sind bis znm 30. Noveinber ds. Is. aus dem Heercsdienst behelfsmäßig zu entlasten. Cie erwirken sich bei der nächsten tmiitärifcben Dienststelle ihren Entlassungs­schein Die gesetzlichen Versorgnngs- und Entlassungsan* spräche dieser behelfsmäßig in ibrem Urlaubsort Entlassenen werden später durch die Bezirkskommandos und Melde­ämter geregelt. Urlauber, die stch vor dem 30. Novernber bei ihrer Eriahformation melden, werden dort mit ihrem Iahrgana ordnungsmaßia entlasten. Die Urlauber der Jahr­gänge 96. 97. 93 und 99 begeben sich zur nächsten Eriatz- formation, wenn sie ihren Truppenteil nicht erreichen können.

Berlin, den 20. November 1918.

Kriegsminister Scheuch.

Unterstaatssekretär G ö h r e.

*

Berlin, 20. Nov. (WTB. Amtlich.) 3um Erlaß über Entlastung in die Heimat. Zu denLeuten in unentbehr­lichen Diensten", die auf Entlassung warten müssen, bis sie ersetzt sind (Absatz 2 des Erlasses), gehört das gesamte Sanitätspersonal.

Kriegsminister Scheuch.

Unterstaatssekr«tär Göhre.

Die GemMicim des hrikysiiiinilltrs.

Berlin, 20. Nov. Oberleutnant Walz. Mitglied des Dollzngsrates des Arbeiter- und Soldatenrates, wurde be­auftragt, anstelle des Genossen Tänicke die verantwortlichen Gegenzeichnungen deS Kriegsministers zu übernehmen. Ihm zur Seite steht ejn Ausschuß, der von den Soldatenräten des Gardekorps und des stellv. 3. A.-K. aus 12 Mitgliedern gebildet wurde.

Der Vollzugsrat der Arbeiter- und Soldatenräte: gez. Nich. Müller, Molkenbuhr.

Ein slrotkll drr DfuiSdirn Ksmmijßgn.

Berlin, 21. Noo. (WB.) Der Vorsitzende der ständigen Waffenstillstandskommifsion in Spaa. General v. Wirrterseldt erhielt gestern auf eine Reihe deutscherseits vorgeschlagener Er t-ichlerungen von feiten des Marfchall Foch folgende Antivort: Den im Briefe des Generalmajors von Wlnterfeldt vom 18. d. M. enthaltenen Forderungen bezüglich der militärischen Be­dingungen des Waffenstillstandes kann keine Folge gegeben wer­ben. Daraufhin gab General v. Winterfeldt im Einverständnis HUI dem Vorsitzenden der Wafsenstillstandskommission, Staats­sekretär Erzderger folgenden Protest ab. in dem es heißt: Nachdem somit eine Milderung der praktisch völlig unausführ­

baren Bedingungen abgelehnt wurde, trotzdem sich die militä­rischen und politischen Verhältnisie, die zur Aufstellung solcher Bedingungen geführt haben, seit Unterzeichnung des Waffen­stillstandes von Grund aus verändert haben, kann nur angenom­men werden, daß es die Absicht des Oberkommandos der Alliier­ten ist. noch mährend des Waffönstillstandes das Heer völlig aufzulösen und zu vernickten. das während 50 Monaten gegen übermächtige Gegner ruhmvpll standgehclttn hat und dessen Front bei Einstellung der Feindseligkeiten nicht durchbrochen war. Tausende der tapferen Männer, die in Erfüllung ihrer Pflicht für ihr Vaterland gekämpft haben werden infolge der ihnen aufgezwungenen Gewaltmärsche als Opfer der Erschöpfung am Wege liegen bleiben oder kurz noch vor dem Erreichen der Heimat in Gefangenschaft geraten. Es darf wohl die Frage aufgewcnfen werden, ob ein derartiges Ergebnis deni Sinn eines Waffenstillstandes entsoricht. der doch den Zweck haben sollte, die Einstelluna der Feindseligkeiten herbeizuführen und einen Frieden der Versöhnung und Gerechtigkeit anzubahnen oder ob nicht vielmehr eine solche Erzwingung unmöglicher Be­dingungen eine nutzlose Fortsetzung der Feindseligkeiten in be­sonders unerbittlicher und unmenschlicher ^crm darstellt. Dan durch die schonungslose Ausführung er harten Waffenstill- standsbedingungen das deutsche Voll, mit seinen Frauen und Kindern von Anarckie und Hungersnot bedroht wird, wurde zu wiederholten Malen mit größtem Nachdruck hervorgehoben Diele den Geboten der Menschlichkeit entsprechenden Vorstel lnngen scheinen keinerlei Beachtung gefunden zu haben Unter solchen Umständ-m bleibt dem Vorsitzenden der deutschen Wassen- llillstandskomMission nur übrig, noch einmal ausdrücklich, zu er» klären, daß Deutschland auch weiterhin alles tun wird, was in Mensch-enkrä'ten steht, um das Waffenstillstandsabkommen ge- wisienbaft zu erfüllen, daß aber für die geordnete und pünktliche Durchführung der erzwungenen Bedingungen keine Gewähr übernommen werden kann, und daß die Verantwortung für alle weiteren Folgen die schließlich Rückwirkung auf das oange west­liche Europa haben werden, feierlich uird vor aller Welt abge- lehnt wird.

stcr pfiFsirifJf ürr dkuilchal 5 n!M!i.

Berlin, 21. Nov. (WB. Amtlich.) Das Feldheer ist im Begriff, Westdeutschland zu betreten. Der Rückmarsch muß sich, wie auch der Abtransport, in fester Ordnung vollziehen. Sonst ist die Auslösung unvermeidlich. Noch ist die Masse in guter Ordnung. Nur bei den Truppen der Etappe lösten sich da und dort die Bande der Zucht. Die beschlossene weitere Zurückuilirung der Divisionen des Feldheeres muß aber in jedem Falle stckergestellt werden. Im Htt matgebiet liegt die Penvaltung zur Feit bei den Arbeiter- ilnd Soldaten- läten. Eine feste Zusammenfassung dieser Räte besteht noch niclck. Si> sind Behörden mit räunilich begrenzter Macht­vollkommenheit. Ihre Maßnahmen müssen daher in erster Linie den örtlichen Interessen Rechnung tragen. Für die Rückkehr u.ch den Abtransport des Feldheeres ist dagegen ein Handeln im großen Zusammenhänge notwendig. Dabei muß mit einzelnen L^borden verhandelt werden, die die Er­fordernisse der Gesamtlage kennen. Das Eingreifen örtlicher Organe könnte die Gesamtlage auf das Ernsteste gefährden. Die Heeresgruppen, die Aimeen nsw. müssen sich an die Zentralbehörden wenden, das sind Landesregierungen, Ober­präsidien, stellvertretende Generalkommandos, Eisenbahn­direktionen. Linienkommandnnten usw. Diese müssen den militärtechnischen Notwendigkeiten der Kommandostellen des Feldheeres entsprechen und die notwendigen Weisungen an die ihnen unterstellten Behörden weitergeben. Auch diese müssen sich willig im Interesse des geordneten Rückmarsches des Heeres in den genannten Rahmen einfügen. Tie Oberste Heeresleitung und die ihr unterstellten militärischen Konimandobebörden können die Verantwortung für ein ordentliches Zurückführen des Heeres nur dann übernehmen wenn allen hierfür noppendigen Anordnungen im vollsten ilinfange folge geleistet wird. Andernfalls verlieren sie den Zusammenhang, und dcrs Eintreten der Katastrophe wäre unvermeidlich.

Diese Anordnungen beziehen sich auf alle Heeresbe­wegungen wie Unterkunft. Verpflegung, Transportregekung, militärische Sicherheitsmaßnahmen. Es wird besonders darauf hingewiesen werden, daß es sich hierbei in keiner Weise u,n Maßnahmen politischer Natur handelt, sondern um wichtige militärtechnische Notwendigkeiten, die lediglich für die Dauer des Rückmarsches und Abtransportes des Heeres Geltung haben. Welches Unheil für unser Volk durch an sich gutgemeinte Maßnahmen örtlicher Organe, die aber in ihrer Wirkung über örtlitfjc hinansgehen, verursacht wer­den kann beweist ein Vorfall aus Frankfurt a. M. Dort wurden in guter Absicht französische Kriegsgefangene in Züge eingeladen und in Richtung Metz dem französischen Heer entgegengesührt. Cie kamen an, ohne daß Ver­pflegung und Unterkunft vorbereitet waren. Tie französische oberste Heeresleitung protestierte mit vollen? Recht auf das

ernsthafteste gegen diese Durchbrechung des beschlossenen Vertrages. Die Wiederholung solcl^'r Vorfälle würde den Wiederausbruch des Krieges in drohende Nähe briirgen. Zudem fallen solche Züge für die Versorguna des deutschen HeereS aus An anderen Stellen wurden für das Feldheer bestimmte Verpflegungszüge angehalten und ausgeiaden, oder zur Befeblsübermittlung ausgeiandle Kraftwagen be­schlagnahmt. Auch Lastkraftwagen wurden dem Heeresdienst entzogen und für ortlickie Zwecke verwendet. Diese wenigen Bemerkungen werden jedem klar machen: von welcher Be­deutung das^ungestörte Arbeiten im großen Zusammenhang ist. Deshalb appellieren wir an alle in diesein Sinne:Be­wegt keine Transporte, keine Lokomotiven, keine Wagen, keine Kraftfahrzeuge, die Zweck.m des Feldheeres dienen." Sollte Euch in einzelnen Fällen ein Eingriff zur Be­seitigung einer vermeintlichen Störung geraten erscheinen tut es nicht, ohne Euch mit den zuständigen Behörden namentlich den Linienkommandanturen ins Benehmen ge­setzt zu halben. Unabhängig von vorstehenden Anforderungen ersuchen wir dringend, spart auch iin örtlichen Verkehr die Betriebsstoffe; unsere Vorräte sind äußerst knapp bemessen.

Köln, 2l. Nov. Oberrheinischen Meldungen zufolge kommen vom Oberrhein gewaltige Truppenmassen von der Front zurück, so daß zum Abtransport in das Innere des Landes bei St. Goar und im Rheingau Brücken über den Rhein erbaut werden.

Karlsruhe, 19. Nov. Der Rückmarsch deutscher Truppen durch badisches, pfälzisches und württembergiiches Gebiet hat auch an: Sonntag und Montag einen glatten, durchaus geord­neten Verlauf genommen. Gegenteilige Nachrichten, die hierüber u. a. vomVorwärts" verbreitet werden, eptspre.I-en nicht den Tatsachen. Rund eine Viertelniillion Trnppm haben seit Beinn des Rückinarsches den südwestlichen Teil des Reiches passiert und befinden sich auf dem Marsch nach Osten. Tag und Nacht strömen auch endlose Kolonnen über dis NbeinÜbergänge im Oberelsaß. Es herrscht überall muster­hafte Ordnung. Tie Soldaten sind aufgeräumt und sehnen sich danach in die Heimat zu komiuen. Bei Ist ein lerrf.ht ebenfalls großer Trnppenverkehr. Die der Schweizer Grenze entlana ziehenden Truppen sind teilweise aus dem Fußmarsch durch den Schwarzwald begriffen.

Die Armee Mackensen.

Berlin, 21. Nov. Nachdem Generalfeldmcrrsckall v M-nkev- sen mit seinem Stab bereits aus Budapest hier eingetrosien war sind derVossischen Zeitung" zufolge nunmebr zwe» weit re Züge mit dem gesamten Wirtschaftsstab ans Bukarest in Berlin eingetroffen. Sie haben die sowohl ln Rumänien als auch in Ungarn geforderte Entwaffnung abgelehnt und ibre Waisen erst aus deutschem Gebiet abgeliefert. Unterwegs bauten sie des oftoren Kämpfe mit Rumänen. Ungarn und Tschecho-Slowaken zu bestehen, bei denen sie jedoch nur einige Verwundete zu ver­zeichnen hatten.

Berlin. 21. Nov. (WB.) Gegenüber anderslautenden Vresiemeldungen ist festzustellen, daß Eeneralfeldmarschall von Mackensen sich bei seinen Truppen in Hermannstadt befin­det und dort bleiben wird bis der Abtransport bewerkstelligt ist.

Budapest. 21. Nov. In Vrasio-Kronstadt find etwa 15 000 Monn der Armee Mackerisen infolge riesiger Schneerälle und Mangel an Verkehrsmitteln stecken geblieben. Ihr Abtransport ist überaus schwierig, de unausgesetzt neue Zuzüge erfolgen. Auch in Petrozseny befinden sich derzeit fast 40 000 Deutsche.

Die Vtrhari-lünstii mit Admiral ilraüy.

Berlin. 20. Nov. Ueber den Gang der Verhandlungen der Abordnung der deutschen Marine mit dem englischen Flotten­chef Admiral Beotty in Rosyth erfuhren wir von zuständiger Stelle folgende Einzelheiteu:

Der englische Flotlenches hatte an den Chef der deutschen Hochseeflotte 2ldmiral v. Hipper unmittelbar persönlich durch Funkspruch die Aufforderung ergehen »asien. einen Flaggoffizier der deutschen Manne zu weiteren Verhandlungen nach Rosyth zu entscnden. Der Ehes der Hochseeflotte beauftragte daraus Konteradmiral Meurer mit der Führung der Verhandlungen. In der Deglettung dev Konteradmirals Meurer befanden sich Kerrw'ttenkapitän Hintzmann, Kapitänleutnant Saalwächter. Kapitänleujnant v Freudenreich, Leunant zur See Braunnk und eine Abordnung des Soldalenrats der Hochseeflotte und der Re- publik Oldcuburg-Ostfriesland. Die Ankunft in Rosyth erfolgte am 15. November 6 Uhr abends. Die ..Königsberg" ankerte auf der Außenreede. Sofort nach dcm Ankern kam ein Offiz'er aus dem Stabe des Admirals Deally an Bord der ..Königsberg" und übc"'brachte ein Schreiben des englischen Flottenchefs, das die B'tttr an Admiral Meurer enthielt, mit den ihn begleitenden Offizieren seines Stabes auf datz englische FlaggschiffQueen Elizabeth" zu kommen, das auf der Innenreede verankert lag. Zur Uedersahrl wurde der engUfche Zerstörer gestellt. Die

Zusammensetzung der deutschen Abordnuna war dem engUfche»