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ständischen unter dem TitelDie rote Fahne" erscheint, veröf­fentlicht folgende Bekanntmachung an die Bevölkerung Ham­burgs und Altonas: Alle Zivilpersonen müssen von heute (7. II.) ab um 6 Uhr abends von der Straße sein. Jede Zivilper­son. die sich in der Zeit von 6 Uhr abends bis 7 Uhr morgens auf der Straße aufhält, wird erschossen. In Cuxhaven ist es zu keinen ernsteren Unruhen und Ausschreitungen gekom­men. In Kiel ist der Stadtkommandant, Kapitän z. S. Heine in der Nacht vom 5. zum 6. November von einer Patrouille, die den Befehl hatte, ihn abzufuhren, erschaffen worden, da er sich angeblich diesem Befehl widersetzen wollte.

Der rote Soldat".

Berlin, 5. Nov. (WB.) Gestern wurde amtlich rnitgetei'.t. datz der Kurier der Berliner diplomatischen Vertretung der Sow- jctregierung in deutscher Sprache gedruckte Flugblätter völker­rechtswidriger Weise nach Berlin gebracht hat, welche die deut­schen Arbeiter und Soldaten zum blutigen Umsturz, Meuchel­mord und zum Terror auffordcrn und nähere Anweisungen hierzu geben. Heute liegt ein weiterer Fall derartigen agitatorischen Treibens vor, der beweist, daß von amtlicher bolschewistischer Seite revolutionäre Propaganda auch unter unseren Truppen im Osten getrieben wird. Die offizielle Zeitung der russischen Sow- jctregierungIswcstija" enthält in ihrer Nummer 227 unter -er UeberschriftDer rote Soldat" folgende vom 17. 10. datierte Nachricht aus Smolenik: Hier traf heute die erste Nummer der ZeitungDer rote Soldat", die vom Kricgsrevolutronsrat der deutschen Ostarmee herausgegeben wird, ein. Die Soldaten werden darin zur sozialen Revolution und zur Bildung einer kommunistischen Partei anstelle der überebbtcn Sozialdemokratie cufgefordert.

Wie in Berlin an zuständiger Stelle bekannt ist. wird die ZeitungDer rote Soldat" in Rußland von amtlicher bolsche­wistischer Seite als Propagandaorgan gedruckt und über die Grenze geschmuggelt. Bei der Ostarmee besteht weder eine solche Zeitung noch ein Kriegsrevolutionsrat. Die Nachricht ist also eine für bolschewistische Zwecke angebrachte Unwahrheit, wenn auch anzunehmen ist, daß der gesunde Geist unserer Truppen im Osterr diesem agitatorischen Treiben der Bolschewiki-Regierung energischen W-derstand entgegensetzen wird, daß die Truppen­führer alle Schutzmaßnahmen getroffen haben, um diese bolsche­wistische Propaganda unschädlich zu machen, so muß im JnLereffe der Aufklärung unserer Bevölkerung und unseres Heeres doch dieser neue Fall amtlicher bolschewistischer Propaganda als be­sonders dreist öffentlich gebrandmarkt werden

Ein Gruß aus Nil-tt-Merttly.

Wien, 5. Nov. Wiener k. und k. Korr.-Bur. Die nieder- österreichischen Landtags- und Neichtzratsabgeordneten haben sich heute als niederösterreichijchs Landesversammlung zusammenge­tan und einen ffebengliederigen Landesausschvß eingesetzt. Die Landesversammlung hat einen Antrag angenommen, daß die bis­herige landesfürstliche Landesregierung mit der Selbstverwal­tung des Landes vereint und von dem Landeshauptmann und anderen von der Landesversammlung gewählten Organen ge­führt wird. Bürgermeister Dr. Weiskirchner begrüßte namens der Versammlung die deutsch-österreichische Nationalversamm­lung, den Staatsrat und die Staatssekretäre und gelobte ihnen Treue und werktätige Mitarbeit. Von Schmerz über die Waffen- stlllstandsbed'lngungen erfüllt entbot er den Brüdern im Deut­schen Reiche herzliche Grüße von Volk zu Volk (lebhafte Heil­rufe) und bemerkte: Unsere Grüße sollen künden die Treue, die wir halten und die untrennbare Gemeinschaft aller Deutschen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)

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Von unserem Berliner Vertreter wird uns geschrieben: Der Warschauer Regentschaftsrat, der niemals rechten Boden im Volke besaß, ist nach den neuesten Meldungen gestürzt und ein neues Ministerium hat auf eigens Faust zur Bildung einer Nationalregierung und damit zur Errichtung einer Volksrepublik unter sozialistischer Führung aufgerusen. Ueberall scheint jetzt der Bolschewismus sein Haupt zu erheben, n'cht zuletzt auf dem Balkan. Man spricht bereits im Ernst von der Umwandlung Serbiens und Montenegros in sozialistische Republiken und nach dem Vorgänge Bulgariens machen sich in Rumänien ähnliche Stimmungen bemerkbar. Die Vorstellungen, von denen die Völker bei diesen bolschewistischen Bestrebungen beherrscht wer­den, sind wirklich sehr unklar. So findet sich in einem Aufrufe der Offiziere und Soldaten der früheren polnischen Legionen zu Gunsten VilsutzkyZ der Satz, den Kommandanten muß uns die herzoglich-sozialistische deutsch- Regierung herausgeben, und die I polnische Regierungs'.nacht muffe ihn aus Magdeburg heraus­schaffen, sei es über Berlin, sei es über den Belvedere-Palast. Nur er allein vermöge eine Armee zu schaffen, unter deren Schutz jedermann in Polen den ungebetenen deutschen Vor­mündern werde sagen können lebt wohl.

Die polnische Bevölkerung wird sich ja nach dem bevor­stehenden Abzüge der deutschen Truppen über die Segnungen des Bolschewismus klar werden können

(flnßtörijjj de«t!chtt ssröMi! in Tiro!.

Innsbruck, 6. Nov. (WB.) DieInnsbrucker Nachr." Trrngen an der Spitze ihrer heutigen Mittagsnummer fol­gende Meldung:

. Das bayerische Kriegsministerium in München über­mittelte dem Präsidenten des Tiroler Nationalrates am k. November um %11 Uhr nachts folgende Depesche: Die Waffenstillstandsbedingrrngen zwischen Oesterreich und der Entente zwingen uns, zu der Sicherung unserer Landes­grenzen Truppen nach Nordtirol zu schicken. Gleichzeitig sollen diese Truppen mithelsen, um den Abzug aufgelöster österreichischer Heeresteile nach Osten zu schützen. Unsere Vorbuten überschreiten am 5. November die Grenze und starke Kräfte werden folgen. Wir kommen als Freunde und erwarten, daß uns bei unseren Bewegungen keine Hinder­nisse von seiten des deutsH-österreichischen Nationalrates und der österreichischen Kommandobehörden in den Weg gelegt werden. Sollte das trotzdem der Fall sein, so sind unsere Trupven angewiesen, sich mit Waffengewalt den Weg zu bahnen. Der kommandierende General Krasft v. Delmen- singen.

_ Das Blatt fügt hinzu: Der Waffenstillstand mit der Entente ist abgescklossen und der deutsch-österreichische Nationairnt nahm ihn mit Bedauern zur Kenntnis. Die De. dingungen sind in Durck-fiihrung begriffen. Innsbruck han­delte auch bereits danach. Die Bevölkerung jedoch wird mit Rücksicht auf die bereits eingetretenen schlimmen Ereignisse an vielen Lrten Tirols das Erscheinen deuchcher Ordnungs- Mannschaften im Interesse des Landes und der heran- strSmenden Soldaten, die selbst, gleich welcher Nation sie auch angehören mögen, nnier der Unordnung schwi leiden nur begrüßen.

Salzburg, 1. Nov. sWB.) Heute Nachmittag trafen hier bayerische Truppen in Stärke von ungefähr zwei Bataillonen ein. die ihre Fahrt ins Gebirge sortsetzen wollten. Die Feld- rransportleitung verweigerte die Weiterbeförderung. Hier- ^ e * n bayerischer Offizier zu dem Kommandanten der MUrtärstalion und forderte die Freigabe des Schienen- roeges. Der Kommandant verweigerte dies und legte, als

^ ffiaier seinem Verlangen beharrte, gegen den Durchzug der bayerischen Truppen Protest ein. Der -Natronalrat legte schriftlich Verwahrung gegen den Durchzug tayerisazer Truppen ein. Die Bayern setzten sodann die Fahrt in der Richtung Schwa rAachSt. Veit fort.

(m Aiürnt )kg brujuillha; KrießWinißtl

München, 5. Nov. (WB.) Der Kriegs minister erläßt genden Aufruf: Die WaffenstillstandsöeLiugunqen, die unse bisherigen österreichischen Verbündeten auferlegl wurden, er i«n dem Feinde die Möglichkeit, unsere Süd- und Ostgre militärisch zu bedrohen. Das Vayernvolk, das in diesem Kri em^n bewundernswerten Opfermut zeigte, kann auch di. Möglichkeit zuversichtlich entgsgenfehen. Zur Beunruhig! liegt kein Anlaß vor. Vorkehrungen für den Schutz der Heir sind getroffen worden.und im Gange. Dis Bevölkerung d das höchste Vertrauen haben, daß sie unterrichtet wird, sc wrder Erwl-Äen eine unmittelbare Gefährdung des Landes c lollt* Deshalb Ruhe und Zuversicht!

Die Drarrdfackel.

Mit dem Selbslbestimmungsrecht der Völker hat der Idealist von Washington wir wollen es heute amnehmen, daß er wirk­lich ein solcher ist und nicht, wie manche behaupten, lediglich ein kluger Geschäftsmann, der es versteht, die Maske des Idealis­mus zur geeigneten Stunde eufzusetzen eine Brandfackel in die Welt geschleudert, anstatt ibr. wie er erhoffte, den dauern­den Frieden zu bringen. Schon fallen die Völker des befreiten Oesterreichs sich gegenseitig an und man hat den Eindruck, daß erst jetzt die entfeffelten Machtgelüste der ungezählten kleinen Nationalitäten, die nicht mehr durch Großmächte in Schach ge­halten werden, sich aufeinander zu stürzen anfangen. In Ga­lizien hat das bereits begonnen- Die Ukrainer wollen unter keinen Umständen dulden, daß Ostgalizien an Polen fällt, hef­tige Kämpfe haben sich entsponnen, in deren Verlaufe die Ukrai- I net die wenig zahlreichen, schlecht ausgerüsteten polnischen Trup­pen aus den wichtigsten Punkten Ostgaliziens vertrieben haben. Man entsinnt sich, daß bereits bei den Brester Verhandlungen die Polen lebhaft protestierten, als Graf Czerny der Ukraine das Eholmer Land zusprechen wollte und seit dieser Zeit haben sich die Gegensätze zwischen Polen und Ukrainern zu dem jetzt ausgebrochenen Kriegszustände zngespitzt. Auch zwischen Tschechen und Polen wird die Lage von Tag zu Tag gespannter. Nach Krakauer Meldungen hat das tschechische Kommando in Prag an alle Kommandos in Schlesien ein Befehl ausgesandt, in wel­chem gesagt wird, daß Schlesien als tschechisches Gebiet zu be­trachten sei. Gleichzeitig wurde die Besetzung von Oderberg durch tschechische Truppen angeordnet. Die Polen in Oderberg haben demgegenüber die Besetzung der Stadt durch tschechische Abteilungen verhindert. Auch im Herzogtum Tschechen, welches von den Polen beansprucht, sind bereits Kämpfe zwischen den Polen und Tschechen im Gange. Es scheint in der Tat, daß die slawischen Nationen Oesterreichs bisher nur durch den Haß gegen das Deutschtum, in dem sie ohne jeden Grund ihren Erb­feind witterten, zusammer.gehalten wurden und daß jetzt nach dem Wegfall dieses Erbfeindes sich auch diese Nationen auf­einander stürzen werden, um sich im Namen der Freiheit und Selbständigkeit gegenseitig zu zerfleischen

Es ist schwer zu verstehen, wie ein einigermaßen politisch denkender Kopf ein derartiges Prinzip, wie das Selbstbestim­mungsrecht der Völker jemals im Ernst als die Grundlage einer neuen Weltordnung hat aufstellen oder gar auf diese Weife die natürlichen Gegensätze zwischen den Nationen lösen zu kön­nen geglaubt hat. Es liegt auf der Hand, daß auch eine der­artig kindliche Weise die tiefeinschneidenden Interessen,Zusam­menstöße, die bisher die Völker aufeinandertrieben, nicht aus der Welt geschafft werden können, die selbst nach Beseitigung sämtlicher Irregenten auf der Welt immer in ihrer natürlichen Schürfe -bestehen bleiben werden. Der Linfall durch Verkündung des Selbstbestimmungsrechtes den Weltfrieden herboizuführen, ist ungefähr ebenso geistreich, als wenn man durch Aufhebung sämt­licher Zivil- und Strafgesetze die Freiheit des bürgerlichen Le­bens konsolidieren und ein für alle Mal das Verbrechen aus der Welt schaffen wollte. Völker wie Indioidien werden, bis sich die menschliche Natur einmal vollkommen verändern sollte, unweigerlich mit einander zusammenstoßen und ebenso wie das bürgerliche Leben Gesetz und Autorität erfordert, erfordert das Leben der Völker, daß die Bestrebungen der einzelnen Nationen durch starke Autoritäten im Zaume gehalten werden, wenn nicht der Krieg aller gegen Alle entstehen soll.

Wer Wst?"

ruft dieFrankfurter Zeitung" aus.Wo sind d's Denker und, Dichter der Deutschen, wo ihre Philosophen und Forscher, wo die Gelehrten aller Wissenschaften, wo sind die Künstler? . . . Ihr seid es eurem Volke schuldig, zu ihm zu treten, es zu trösten, zu stärken, zu befeuern! Beweist ihm aus den Blättern der- Geschichte, daß Deutschlarrd nicht untergehen wird, öffnet ihnv die Schächte, in denen gesammelt ist, was tausend Jahre die, Fülle deutschen Denkens war, und haltet sie strahlend in das Licht, laßt sie vorüberziehen, die Großtaten deutschen Geistes und deutscher Arbeit, stellt in den grauen Tag die Erinnerung an die Meister der Dichtung, der Töne, der Farben, die nicht dem Deutschen allein, die der Menschheit unvergänglicher Besitz: geworden find! Richtet uns auf an der Vergangenheit der deutschen Seele und sagt uns, daß die deutsche Seele bleiben wird bis ans Ende der Tage!

Und vor allem ihr, junge Dichter und Künstler, wo seid ihr? Tretet hin ans Licht! Tretet hinaus und kündet euch als Sänger der Freiheit, als Herolde der Liebe und Güte, als Ver- wirklicher des neuen deutschen Geistes! Sagt uns. wie ihr euch und euer Vaterland und die Welt empsindet. reißt die Tore auf zu neuem Land? Brütet ihn ans, euren Tiefstnn, eure Ver­zückungen. eure Inbrunst, redet zu uns aus erhabenen Gestal« ten! Wenn wn je nach dem Flügelrauschen der deutschen Seele über unseren Häuptern lauschten nie so sehnsüchtig wie heute? Ihr wollt die Kommenden sein, ihr jungen Künstler, so seid ihr die Kommenden!"

DieFrankfurter Zeitung" wird vergebens auf diese Kom« NMden harren. Sie haben Vefferes zu tun, als sich um dos Vaterlandes Not zu kümmern: sis machen nahezu durchweg in Defaitismus, Pazifismus und ähnlichen Dingen: sie sind der­maßenwestlich orientiert", daß ffe es für Gotteslästerung hal­ten würden, an den deutschen Sieg über Angelsachsen und Ro­manen zu glauben oder gar für ihn zu wirken. Bei Kriegsbe­ginn fanden sich einige, die für die Heimat in die Schranken traten (Eh' der Fremde dir eine Krone raubt, Deutschland, fallen wir Haupt bei Haupt"): vierjährige Wühlerei der Ver- stimmungspolitik hat sie stumm gemacht. Jetzt riskiert kein Liffauer und Hauptmann mehr einen Ton und die Jüngsten wiyen nur Hohn und Haß gegen den Krieg, also auch gegen die .nationale Verteidigung", zu speien, von der der Herr Reichs­kanzler vor Monatsfrist sprach. Es gehört zu den Dokumenten von unserer Zeiten Schande, daß das ausgehöhlte geistige Deutschland von 1918 unter seinen Poeten keine Aufrüttler hat. daß sie vielmehr feig, stumpf und gleichgültig, ja feindselig und' schadenfroh im Kaffeehaus sitzen und die schwarze Stunde Deutschlands als ästhetische Sensation genießen.

Erhöhung der KrotrMon.

Berlin, 7. Nov. (WB.) Seit vier Jahren hat das deutsche Volk die Lasten und Entbehrungen des Krieges mit bewundernswerter Standhaftigkeit getragen. Jetzt steht der Friede und die Aufhebung der Hungerblockade in naher Aussicht. Damit wird auch eine Entspannung unserer Er* nährungslage eintreten. Am 1. Dezember wird die Brot­ration erhöht und ander« Erleichterungen werden allmäb- lich folgen. Voraussetzung dafür, wie überhaupt für die Weiterversorgung des Volkes ist die unbedingte Aufrechtem haltimg der Ordnung. Jede Störung verhindert die reget- mäßige Lebensmittelzufuhr und bedroht die Großstädte und Industnebezirke mit unsagbarem Elend. Wir wenden uns .an das gelantte deutsche Volk, diese schwere Gefahr astzu- wenden.

Der Staatssekretär und Vorstand des-Kriegsernährungs^ amtes.

Der Mgm:e«M des t't'rHslsss.

Berlin, 7. Nov. (WB.) Die nächste Sitzung des Reichs­tags findet Mittwoch, den 1b. November, nachmittags 2 Uhr statt.

Die Ueuordnmrg in Argen.

Darrnstadt, 7. Nov. (WB.) Die Zweite Kammer vertagt- die Beratungen über die Neuordnung, da die Vorarbeiten in den Kommissionen noch nicht abgeschlossen sind, auf morgen. Staatsminister Ewald gab die Erklärung ab. daß einleitende Schritte getan seien, um eine Begnadigung der wegc- > politischer Verbrechen oder Vergehen gegen die öffentliche Ordnung Ver­urteilten herbeizuführen.

KW.MtMliil rHsrje Flucht.

Wir lesen rn derWahrheit":

Abgeordneter des preußischen Landtags. Mitglied des Kreis- ausschuffes des Kreises Moers, Mitglied des Stadtverordneten- kollegiumZ der Stadt Rheinberg, Schatzmeister vom Roten Kreuz, Mitglied des Mallheser-Ordens, Mitglied des Kirchenvorstandes usw. Diese vielen Aemfer bekleidet der Königl. preußische Kom­merzienrat H. Underbe rg in Rheinberg. Dazu noch In­haber mehrerer Orden, Hoflieferant des Kaisers und Heeres- Lieferant seines berühmten Boonekamp (Semper idem). Leutr, welche nun solche Aemter übernehmen, die übernehmen gewiß auch Pflichten, und zwar große Pflichten. Namentlich in dieser schweren Zeit haben solche Herren vorbildlich zu wirken. Es wäre angebracht gewesen, wenn Herr llnderberg als Landtags-^ abgeordneter Versammlungen anberaumt hätte und darin dem' Volke Mut zugefprocheu und es zur Ruhe nd Einigkeit ermahnt und darauf hingcmiesen hätte, daß auch am Rhein noch keine Gefahr vorhanden sei usw. Statt dessen aber streicht dieser Herr die Segel, er zieht einfach feit von Rheinberg, das nur 2 Kilometer vom Rhein liegt, läßt seine Mitbürger und seinen Wahlkreis im Stich. Ein Möbelwagen nach dem andern (größten Kalibers) fährt vor das Palais und wird vollgepackt. Ten König!, preußischen Kommerzienrat hat eine heillose Angst erfaßt, er hat sich m Duderstadt eine Villa gemietet und richtet