bittet» »STB» n Der Tagespreise haben durch ihre gedi-k,-« Sachlichkeit und ihren reichen stofslichen und gedanklichen Zn. k-nlt durch eine klar- und Mrs- Disposition und ein- naNen- dete' Za-m einen heroarragenden Rang eingenommen. König Na-crlaud verlieren in dem Verblichenen einen pr-usiischen und deutichrn Patrioten van k-rutcrsicm Tharakier und uner- ichüttcrlicher Treue: das parlamentarische Leben Deutschlands
eine seiner geachtetsten und beliebtesten Persönlichkeiten. Seine reichen Verdienste U!N den Staat und dig Landwirtschaft weiden unvergessen bleiben.
D nv Herfastnugsändernng
wird uns aus Darmstadt geschrieben:
Die verschiedenen Partsifraktionen der Zweiten Kammer sind am Dienstag hier zusammengetreten, um zu den verschiede^ ncn wtrbtigen Verfassungsfragen aller Art, insbesondere auch zu den Anträgen hierzu. Stellung zu nehmen. Der Landesausschuß der Zentrumspartei hatte seine Leute in den Fürstensaal einberufen. Lebhafte Aussprachen fanden auf allen Seiten statt und wurde dann aus je zwei Mitgliedern, die aus jeder Fraktion gewählt wurden, ein Ausschuß gebildet, dem die einzelnen in den Fraktionen beschlossenen Anträge und Richtlinien vorgelegt wurden.
Dieser Ausschuß beriet bis abends nach sieben Uhr.
Beschlüsse wurden nicht gefaßt; die einzelnen Vorschläge können nur als unverbindlich gelten, doch darf jetzt schon gesagt werden, daß bestimmte Aussicht besteht, daß durch die ganze Kammer ein Zug nach einheitlicher Beschlußfassung geht, sodas. Me wichtige Fraaen voraussichtlich in ernster und würdiger Weise ihre Erledigung finden werden.
Wir. erfahren hierzu noch, daß bei allen, auch den recht?- steherrden Parteien, dem Drang der Zeit nach einer Demokratisierung der Kammer nicht ernstlich widersprochen wird und daß man aus allen Seiten mit Ernst bestrebt ist. durch entsprechende Nachgaben eine Einheitlichkeit herbeizuführen.
Ob die Verfassungsänderung durch eine neue Rcgierungs- vorlage vorgenommen oder zunächst durch einen Ausschuß beraten werden soll, dürfte voraussichtlich in der Plenarsitzung entschieden werden.
Auch bezüglich der Ministersrage hat noch keine Entscheidung statt-gefunden. ,Wie man Hort, hat der Gedanke eines Koalitionsministeriums viele Aussicht. Hierdurch würde die Frage der neuen Ministerberufung wegfallen. Allem Anschein nach scheint auch der Ministersessel des jetzigen Finan'm'uisters Dr. Becker nicht ganz festzustehen.
steift?cher Landtag.
Zweite Kammer.
Präsident Köhler eroffnete die gestrigen Beratungen mit der Erklärung, daß zunächst der nicht auf der Tagesordnung stehende Initiativantrag des Sonderausschusses betreff, das Gesetz betr. die Landstände vom Juni 1911 sowie die Ver- fastuncsnrkunde von ^920 bergen werden sollen.
Das Haus beschließt, die Beratung und di- Dringlichkeit rv'rd genehmigt.
Abq. Reh als Berichterstatter führt ans, daß alle Parteien des Hauses sich einstimmig für die Parlamentarisierung der Kammer ausgesprochen haben und daß man deshalb mit der Ausführung nicht zögern solle. Dadurch sei die Abänderung verschiedener Bestimmungen in dem Wahlgesetz und der Verfas- sungsurkunde notwendig.
Der Antrag geht zunächst dahin, die Artikel 15 und 61,4 des Gesetzes über d»e Landstände aufzuheben. Dadurch wird ermöglicht. daß die in das Ministerium eintretenden Abgeordneten ihre Mandate weiter ausüben können. Auch die Bestimmung. nach der einzelne Deamtenkategorien nicht als Abgeordnete wählbar sind, wird aufgehoben.
Auch Artikel 61 pof. 4, der bestimmt, daß als Abgeordnete gewählte Beamte ausscheiden und eine Neuwahl erforderlich ist. nenn sie in ein höheres Amt einriicken. wird beseitigt.
Ferner wird der Strich des Art. 62 der Verfassungsurkunde gefordert, sodaß jetzt die Mitglieder des Ministeriums und die -ernannten Londtc-gskommisiare außer freiem Zutritt in die Heiden Kammern auch das Stimmrecht in derjenigen Kammer ausüben können, in der sie tätig sind. Alle entgegenstehenden Bestimmungen sind aufzuheben.
Die Kammer nahm die Anträge ohne weitere Aussprache einstimmig an. worauf Abg. Dr. Schmitt beantragte, die Kammer auf Donnerstag zu vertagen, da in der Zwischenzeit die einzelnen Fraktionen und der Sonderausschuß die einzelnen Verfasiungsfragen fertig beraten können. Der Präsident verkündet dann die nächste Sitzung auf Donnerstag, vorm. 10J4 Uhr Wie wir erfahren hat sich nach den neueren Beratungen nun doch eine Mehrheit aus dem Bauernbund und den Nationalliberalen gebildet, obwohl es gestern noch schien, als ob in der Ministersrage vollständige Einigkeit herrsche, da verschiedene nationalliberale Abgeordnete stark nach links schwenken schienen. Vor-- anssichtlich werden nun Zentrum, Freisinn und Sozialdemokraten hierm allein stehcn und da sie in der Minderheit sind, nicht viel erreichen können, wenn auch feststeht. daß auf allen Seiten des Hauses größte Nachgiebigkeit in weitgehendstem Sinn zur Herstellung einer friedlichen Lösung der schwierigen Aufgabe besteht. Angeblich soll schon am Donnerstag von Seiten der beiden Mebrheitsparteien ein Mmisierkandidat präsentiert werden. Jedenfalls ist sicher, daß man sich auf nur einen Minister einigt. In den Fragen der Verhältmswahlen ist die rechte Seite des Haukes zurückhaltend, weil man sonst eine starke Benachteiligung des Hachen Landes fürchtet. Dagegen ist man auf dieser Seite auch für die Aufreilung des Fideikommisses, soweit er zu Ansiedlungszwecken benötigt wird. Die verschiedenen Parteien haben gestern noch getagt.
Ans der Heimat.
Fricdb.rg. Heute Nackt wurde dao Gasthaus zum Deutschen Haus (Ell-rrmeyer) von Einbrechern heimgesncht. Es wurden OSelb, Ciga' r?n und Kleidungsstücke gestohlen.
Friedberg, 7. Rov. (E. V. L u 1 h e r a be n d ) Am nächsten Sonntag, den 10. November, fährt sich wieder Dr. Martin Luthers Geburtstag. So wenig festliche Veranstaltungen in die gegenwärtige schwere Zeit passen, so sehr brauchen wir Erhebung über Sorge und Kummer und Kraft zum Tragen uno Aeberwinden. Luther, der als Tröster und Mahner unseres deutschen Volkes in allen Lagen und zu allen Zeiten ein rechter Prophet gewesen ist, hat auch heute und erst recht heute uns etwas zu sagen. Davon will am nächsten Sonntag Herr Geh. Kirchenrat IX S choell zu uns reden in einer schlichten Feier, die abends 8 Uhr in der Burgkirche stattfinden soll. Wir laden schon heute bic Mitglieder der Evangelischen Vereinigung wie überhaupt alle Glieder unserer Gemeinde herzlich dazu ein.
FC. Vom Maier, 5. Nov. Eine Schleichhändlerin wurde am Bahnhof Aschassenburg erwischt, die unter ihren Kleidern einen halben Zentner Kalbfleisch kunstvoll mttergebracht hatte, das nach Frankfurt bestimmt war. Die Adresse des Empfängers fand sich vor. ebenso auch jette des Lieferanten.
or. Gelnhausen, 5 Nov. Einen guten Fang schellü man auf dem Bahnhof in Niederrodenbach mit der Festnahme eines zu emer mehrköpfigen Diebesbande gehörigen Mannes gemacht zu haben. Schon feit längerer Zeit werden eine Rerhe von Ortschaften des Kinzigtales und des Freigerichts durch Einbruchs- drebstähle beunruhigt, bei denen die Diebe mit Vorliebe unter den Viehbeständen der von ihnen heimqesuchten Gehöfte aulräumen. Zu einer solchen Diebessahrt waren am Samstag nachmittag wieder vier Personen von Frankfurt aus auZaezogen. Ihr Besuch galt einem in der Nähe des Dorfes Neuses aufgeschlagenen Schafpferch, aus dem im Dunkel der Nacht vier Hammel gestohlen in den nahen Wald geschleppt und dort abgeschlachtet wurden. Noch Erledigung der von sachkundiger Hand durchgeführten Schlachtung wurden die einzelnen Fleischteile in mitgeführte Rucksäcke verpackt und dann dis Richtung nach Niederrodenbach eingcschlagen, von wo aus man die DiebcZbeute am Sonntag mit dem Frühzug nach Frankfurt zu schaffen beabsichtigte. Es kam ober anders. Um mit den schwer bepackten Rucksäcken bei dem diensttuenden Bahnpersonal nicht aufzufallen, hatten es drei der Spitzbuben vorgezogen, unter Umgebung der Sperre auf den Bahnsteig zu gelangen, während der vierte und älteste von ihnen mH der Lösung sämtlicher Fahrkarten beauftragt wurde. Der die Sperre bedienende Beamte ließ den Mann mit seinen vier Fahrkarten anscheinend ungestört passieren, er behielt ihn aber im Auge und beobachtete, wie die drei aus ibrem Versteck auf dem Bahnsteig zögernd näherkommenden Burschen in die Nähe dos Alten zu kommen und mit ihm in den zur Abfahrt bereit stehenden Zug zu steigen versuchten. Da die Sache dem Beamten verdächtig vorkam. veranlaßte er. daß die vier Personen festgehalten
und zur Feststellung iftter Personalien nach dem ^tauonsgevaurH geführt wurden. Auf dem Wege ds.thin setzten drei Burschen mit einem kühnen Schwung über einen Zaun und entkamen unter Zurücklasiung ihrer gefüllten Rucksäcke, während der ältere Mann nicht flink' genug war. um das Hindernis zu nehmen und festgenommen werden konnte. Bei dem mit angestellten Verhör gab er an, der r 6l Jahre alte Arbeiter Franz Beuth aus Frankfurt a. M. zu sein. Als zwei seiner Komplizen bezeichnete er die Ar, beiter Joseph Engelhardt und Ioh. Phil. Beuth, beide aus Frankfurt a- M. Der Metzger, der die Tiere abgeschlachtet hat. soll aus Rödelheim sein, mit Namen will er ihn nicht kennen. Man vermutet, daß auf das Konto der Hammeldiebe all die Diebstähle zu setzen sind, die in der letzten Zeit in mehreren Ortschaften deL Kingigtales und Freigerichts ausgeführt worden sind.
Aus Hessen-Nassau.
FC- Wiesbaden, 6. Nov. Heute vormittag wurde im Lan- dcshause die Tagung der 14. Bezirkssynode für den Regierungsbezirk Wiesbaden durch den Synodaloräscs Dekan Schmitt-Höchst a. M. eröffnet, worauf Konsistorial-Präsident Ernst die Sy. node begrüßte.. Die Synode ernannte Dekan Schmitt wieder einstimmig zum Präses und nahm eine Vorlage des Königlichen Konsistoriums betreffend die kirchliche Jugendpflege an.
FC. Wiesbaden, 5. Nov. Ein schwerer Einbruch wurde heute Nacht durch Einschlagen der Schaufensterscheibe in einem hiesigen Pelzwarengeschäst verübt. Gestohlen wurden mehrere Pelzpaletots im Werte von 17 000 Mk. Von den Dieben fehlt jede Spur.
Wiesbaden, 5. Nov. Die hiesigen Milchkontrolleure hatten Mitte Juli Auftrag, einen Milchwagen auf der Erbenheimer- landstraße abzufangen, der Milch bei sich führe, deren Ausfuhr verboten war. Das Fuhrwerk der Landwirtin Koroline Meyer aus Nordenstadt kam im langsamen Tempo heran und als es die Beamten wahrnahm, sprangen vier Personen mit ihren Kannen vom Vehikel herunter und eittkamen. Frau Meuer wurde nunmehr kontrolliert. Im Wagen stand außer den ord- nungsgemüß mit Zetteln versehenen Kannen noch ein Kännchen. Die Untersuchung desselben ergab, daß der Inhalt Wasser mit etwas Milch enthielt- Die „Milch" war entrahmt und hatte einen Wasserzusatz von 70 Prozent. Frau Meyer beteuerte ihre Anschuld Der Sckckauch des Milchkühlers sei defekt geworden und hierbei das Wasser Beim Kühlen in den Rest der Milch hinelngelaufen. Diese habe sie beiseite gestellt, um sie zu verfüttern, doch sei ohne ihr Wißen der Wagen von ihrer alten Tante geladen und hierbei von dieser das gefälschte Wasser mit eingeladen worden. Der Amtsanwalt beantragte Liegen fahrlässiger Milchfälschung gegen Frau Meyök eine Geldstrafe von 150 Mark. Die Schlössen jedoch kamen zu einem kostenlosen Frei- sprach, da Frau Meyer, über deren Milchbelieferung noch nie Klagen laut geworden sind, nicht einmal fahrlässig gehandelt habe.
FC. Nuß dem Untertarrnus. 8. Nov. Die Mühle des Mühlenbesitzers Philipp Karl Leichtfuß in Elch wurde wogen Anzuverlässigkeit auf die Dauer von vier Wochen geschloffen.
Das Fernsprechamt in Friedberg.
(Eingesandt.)
Wir erhalten folgende Zuschrift: Als vor einigen Tagen
die Eefchäftsstunden im Fernsprechamt wegen Erkrankung zahlreicher Beamten beschränkt worden sind, mußten wir selbstverständlich Rücksicht nehmen. Inzwischen ist aber der Dienst abends nach 6 Ahr wieder ausgenommen worden. Einsender dieses dein dieser Amstand bekannt war, forderte gestern Abend von Frankfurt aus ein Ferngespräch mit Friedberg und erhielt die Antwort, daß um 6 Uhr Schluß sei. Auf seinen Einwand. daß der Dienst wieder verlängert sei, wurde ihm der Bescheid, das gelte nur für die Ortsgespräche, für den Fernverkehr sei nach wie vor um 6 Uhr Schluß. Dem Einsender dieses fehlen die Worte für eine solche Bürokratie. Also die Damen sind da, sie nehmen die Ortsgespräche an, der Fernverkehr aber wird abgelehnt. Eher könnte es doch umgekehrt fein, denn örtliche Mitteilungen könnte man zur Not mündlich machen, während das beim Fernverkehr unmöglich ist. Nach dem Grundsatz Leistung und Gegenleistung wäre zu erwarten, daß die Betriebseinfchränkung am Ende des Winters auch in der Eebührenrechnung zum Ausdruck kommt.
Vercmtworilick für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: N. H ey n e r, Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung".
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