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Uummev 355 Gychreis Mitt moch den 30 . Oktober 1918 _ 11 . J ahrga ng,.

Die ,.r!ee CayesreUnny" erichemt ,eden Werltaz. Regelmäßige BeilagenSer Saiisr aus Hessen".Die Dpinnssube". Hr?ugspreis: Bei den Postanstalten vlerleltährlich Mt. 2.70 hinzu tritt noch das Bestellgeld: '-ei e" Aoenten monatlich 1.00 Mk. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grundzeile 2d Pfg., lokale 20 Pfg., Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahme erhoben Erfüllungsort Friedbera. Schriftleituna und U-rlag ^-riedberg lHessen), >->anauerstrage 12. Ferniprecher 48. Postsheck-Lonto Ar. 4359. Um: Frankfurt a. M._

Sehr heftige Angriffe der Franwlcn gescheitert. Die Schlacht in Denetien, teilweift Rücknahme der

österreichischen Front. Die Dentfthen in Oesterreich.

Der deutsche Genrralstad meldet: ==3

W. T. B. Grosses KaupL^uarrier. den

29. mubti

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

In der Lys-Niederung wiesen wir Teilangriffe des Eeg- rrers bei Olene ab. Stärkere feindliche Abteilungen, die norb- weftlich von Coud-6 das östliche Scheldeufer zu gewinnen such­ten, wurden im Gegenstoß zurückgewoifen. Südlich der Schelde drangen starke englische Angriffe bei Famars vorübergehend in unsere Linien ein. Das Infanterie Regiment Nr. 176 unter Hauptmann Preußer warf den Feind völlig zurück Die 7. Batterie Feldartillerie-Negimsnts Nr. 71 und die Infanterie­geschütz-Batterie Nr. 68 trug in vorderster Linie wesentlich zum Erfolge bei. Oestlich von Artres wurden Te:langriffe des Geg­ners abgewiesen. Der Feind setzt die Zerstörung der Ortschaften in und östlich der Scheldeniederung fort. Auch Valencienner lag unter starkem feindlichen Feuer.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Angriffe der Franzosen gegen den Oise-Kanal zwischen Et- teu% und Letzquielles scheiterten in unserem zusammengefa^ten Artilleriefeuer. Schwache Teile, die über den Kanal vorstießen, wurden im Gegenstotz zurückaeworfen Westlich von Guise ka­men feindliche Angriffe in unserem Feuer nicht voll zur Ent­wicklung. Am Souche-Abschnitt beiderseits der Strotze Laon- Mario wiesen posenische und westpreußische Regimenter am frühen Morgen starke Angriffe des Gegners ab.

Heeresgruppe Gollwitz.

Zwischen Aire und Maas zeitweilig ruflebende Arlillerie- tätigkeit.

Wir schossen in den beiden letzten Tagen 19 feindliche Flug zeuge und drei Fesselballone ab.

Der Chcs des Ceneralstabes des Feldheeres.

er Appell an tU pfltVf k gegen­über Dem Daienande hat im deutschen T^olk stets dann den stärksten Widerhall gefunden, wenn die Not am größten war.

Hört auf die Stimme der Vaterlandsliebe: KneLöünieihe zeichueni

Aberrddericht.

Berlin, 29. Olt-, abends- (WB. Amtlich.) Teilkamp^e süd­lich der Los und südlich Le Quesnoy. Zwischen Nny le Eom e und der Aisne sind in den Nachmittagsstundcn sehr hef­tige Eingriffe der Franzosen gescheitert.

Der österreichische Generalstaö ^ meldet: -«

SBien, 29. Okt. (WB.) Amtlich wird verlautbart:

Italienischer Kriegssck>auplatz: Der gestrige Tag verlftf

flir die tapferen Verteidiger des Asolone. Periica und Sola- rolo ohne größere Infanteriekämpfe. Im Bereich des Monte Spennuccia haben unsere Truppen durch Gegenstöße SjellungS' berichtrgungen durchgeführt. Im Alonobecken wurden unsere Sicherungsabteilungen zurückgedrückt. Die von starken feind­lichen Kräften gegen unsere dortigen Kernstellungen unternom­menen Angriffe brachen überall unter schweren Feindverluslen zusammen. Das ungarische Heeresregiment 138 und das Ho.l- ded-Regiment 17 haben sich besonders hervorgetan.

Am Piave tobt die Schlacht weiter. Der Feind vermochte erhebliche Verstärkungen heranzuziehen und setzte unter Ent­wicklung mächtiger Artilleriemassen seine Angriffe fort. Etz wurde bei Valdebradene nördlich von Morago und Seraglia. nächst den Praoebrücken, südlich von Susegana, bei Tezze und Polo di Piave erbittert gerungen. Wohl gelang es den Enten- tetruvven. dank der starken Überaus aktiv durchgeführten Gegen­

wehr unsere Divisionen, nirgends, unsere Stellungen zu durch­brechen. doch wurde gegen Abend der Entschluß gefaßt, die am stärksten angegriffenen Abschnitte in eine Hintere Linie zurückzu­nehmen. Diese- Bewegung wurde in der Nacht durchgeführt.

In Albanien haben unsere Nachhuten Alessio geräumt. In der Drinagrenze herrscht wieder Nuhe. In Serbien gingen unsere gestrigen Märsche ohne Eerecktsberührung mit dem Feinde vor sich. Dieser gelangte bis Polanka.

Drr Chef des Genrralstabes.

Das türkische Oam/Lynartier IW meldet:

Konstantinopel, 27. Okt. (WB. Nichtamtlich.) Eeneral- stabsberich't.

Palästinafront: Wir vermieden Kämpfe im Innern von

Aleppo und verlegten unsere Verteidigung nördlich der Stadt.

Front in Mesopotamien: Die Kämpfe an der Tigrisfront

dauern an.

Die iküllitje ^i!iu?orf in UcchMgts»

e.liilkMW.

Rotterdam. 29. Okt. DieTimes" melden aus New park' Am Montag mittag ist inoffiziell der Text der deutschen Ant­wort im Weißen Hause eingegangen. Der Präsident berief so- fort die Vorstände des Marine- und Heeresdeportements zu sich. Die Antwort Wilsons soll, wenn die Note bis Dienstag mittag überreicht ist, noch am gleichen Tage erfolgen. An der Newvcnker Börse steigert sich allmäblich die Friedensstimmung der letzten Wochen. Es haben zum Teil starke Kursstürze statt­gefunden.

Washinaton. 28. Okt. (WB.) Reuter. Deutschlands Ant­wort auf Wilsons letzte Note ist morgens eingetroffen.

Der Abfall Oesterreichs.

Wien. 28. Okt (WB.) Der Minister des Aeußern Graf A n d r a i f t) hat heute an Staatssekretär Lansing folgendes Telegramm gerichtet: Sofort nach der Uebernahme der Leitung des Ministeriums des Aeußern habe ich die offizielle Antwort auf Ihre Note vom 18. Oktober abaefandt, aus welcher Sie entnehmen werden, daß wir in allen Punkten die Grundsätze annehwen. welche der Präsident der Vereinigten Staaten in seinen verschiedenen Erklärungen aufgestellt hat. In voller Uebereinstimmung mit den Bestrebungen des Herrn Wilson zur Sicherung vor künftigen Kriegen und zur Schaffung einer Völkerfamilie haben wir bereits Vorbereitungen getroffen, da­mit die Völker Oesterreich-Ungarns ihre künftige Gestaltung nach ehrenem Wunsibe gänzl-ch unbehindert bestimmen unb voll- ;uefen können. Seit dem Regierungsantritt des Kaisers und Königs Karl mar es sein unentwegtes Bestreben, das Ende des Krieges herbeizuführen. Mehr als je ist das heute der Wunsch des Herrschers aller Völker Oesterreichs und Ungarns, die von der Ueberzeugung durchdrungen siird, daß ihr künftiges Schick­sal nur in einer friedlichen Welt, frei von Erschütterungen. Prüfungen. Entbehrungen und Bitternissen eines Krieges ge­staltet werden könne. Ich wende mich deshalb direkt an Sie Herr Staatssekretär, mit der Bitte, bei dem Herrn Präsidenten der Vereinigten Staaten dabin wirken zu wollen, daß im In­teresse der Humanität sowie im Interesse aller Völker, die in Oesterreich-Ungarn leben, der sofortige Waffenstillstand an allen Fronten Oesterreichs-Ungarns hcrbeigeführt werde und die Einleitung von Friedensverhandlungen erfolge.

Wien, 28. Ott. (WB.) Die östereichifch-ungarische Regie­rung hat gleichzeitig mit der an Staatssekretär Lansing gerich­teten Note den Inhalt derselben der französischen, der königlich großbritannischen, der kaiserlich japanischen und der königlich italienischen Regierung mit der Bitte mitgeteilt, dem darin enthaltenen Vorschlag auch ihrerseits zuzustimmen und den­selben bei dem Präsidenten Wilson zu unterstützen. *

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London. 29. Okt. (WB.) Reuter. Das Auswärtige Amt hat den Wortlaut der österreichischen Antwortnote an Wilson erhalten, lehnte aber ab, sich darüber zu äußern.

Die tschechische Regierung.

Wien. 29. Ott. Aus Prag wird gemeldet: Als gestern

vormittag die ersten Telegramme über die Note des Grafen An­drassy in Prag bekannt wurden, wonach auch Graf Andrassy und die gemeinsame Regierung den restlosen Bestand des tschecho­slowakischen Staates anerkennen, flaggten sofort die meisten Prtvatgebäude. Neben der serbischen Trikolore sah man das Sternenbanner und in die vielfachen Freudenrufe mischten sich auch Rufe: Hoch Wilson! Auf den Hauptstraßen sammelten

sich tausende von Menschen an. Auf dem Wenzelsplatz fanden Volksversammlungen statt, bei denen die tschechischen Abgeord­neten Reden hielten. Alle Kaiseradler wurden entfernt. Offi­zieren und Soldaten, die auf der Straße erschienen, nahm man die Kokarden von den Müllen und heftete ihnen die slawische Trikolore auf. Ganz Prag befand sich in einem Freudentaumel. Gegen mittag.war die Situation am Wenzelsplatz io bedrohlich geworden, daß vier Kompagnien Soldaten inif Maschinenge­wehr anrückten, um den Platz abzusperren. Mit dem Militär­kommando wurde eine Vereinbarung getroffen, daß das Mili­tär nur zur Aufrechterhaltung der Ruhe verwendet wird. Alle Delegierte des Nationalrates des sschecho-llowakischen Staates begaben sich in die Statthalterei. Sie wollen den Statthalter sprechen, der sich auf einer Reise nach Wien ^findet. Sie wur­den sodann vom Vizepräsidenten empfangen. Sie erklärten, daß der Nalionalausschuß mit dem heutigen Tage die Regie­rung übernehme, daß er aber die bisherigen Gesetze in Kraft lassen werde, bis die Konstituante neue Geseke geschaffen oder bis die aus der Fremde zurückkehrenden tschechischen.Delegierten andere verfügt batten. Die Beamten gelobten durch Handschlag, daß sie sich in den Dienst des Nationalrates stellen. Von den tschechischen Gebäuden wurden die Wappen und Kaiseradler herabgenommen oder zertrümmert und in die Moldau geworfen. Von den Niederlasiungen der deutschen Banken und von den an­deren Deutschen gehörenden Gebäuden wurden die Inschriften entfernt. Post und Telegraph befinden sich ebenfalls in den Händen der neuen Negierung.

Wien, 29. Ott. (WB.) Wie die Blätter melden, haben die deutsch-nationalen Parteien in ihrer gestrigen Sitzung über die Art und Weise, wie Graf Andrassy die Note Wilsons beantwor­tet hat. ihre tiefste Entrüstung ausgesprochen, die er sich weder mir der deutschen Reichsregierung noch mit Vertretern des deut­schen Vollzugsausschusses vorher ins Einvernehmen geletzt hat. Er habe so gehandelt ob des Entgegenkommens der deutschen Reichsregierung bei der Versorgung Deutsch-Oesterreichs und trotz der Hilfe deutscher Soldaten in den Alpenländern und Kar­pathen für die Verteidigung Oesterreich-Ungarns. Die deutsch- nationalen Parteien erheben gegen solches unqualifizierbare Vorgehen entschieden Widerspruch.

Das österreichische Chaos.

Wien, 29. Okt. (WB.) Der vom Vollzugsausschuß der deutsch-österreichischen Nationalversammlung beschlossene Berfas- sungsentwurf von Deutsch-Oesterreich, der in der morgigen Sitz­ung der provisorischen Nationalversammlung unierbreietet wer­den wird, umfaßt 17 Paragraphen und bestimmt, daß vorbehalt­lich der Beschlüsse der konstituierenden Nationalversammlung einstweilen die oberste Staatsgewalt des Staates Deutsch-Oester- reich durch die provisorische Nationalversammlung ausgeübt wird. Der Vollzugsausschuß, bestehend aus drei- Präsidenten. 20 Mitgliedern und ebenso vielen Ersatzmännern, wird die Be­zeichnung Staatsrat führen. Drei Präsidenten vertreten den Staatsrat nach außen. Der Staatsrat führt seine Geschäfte durch Beauftragte. Jedem Beauftragten, der nach dem Minister-. r»erantwortlichkeitsgesetz verantwortllch ist, wird ein Staats- amt unterstellt. Einstweilen werden folgeirde Staatsämter eingerichtet: Aeußeres, Heerwesen, Inneres, Unterricht, Fi­

nalen, Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie, Handel, öffentliche Arbeiten. Verkehrswesen, Volksernährung, soziale Fürsorge. Volksgesundheit, Kriegs» und Uebergangswirtfchaft. Insoweit die jetzt bestehenden Gesetze und Einrichtungen durch diesen Be­schluß nicht aufgehoben oder abgeändert werden, bleiben sic bis auf Weiteres in Geltung.

Wien, 28. Ott. (WB.) In der heutigen Sitzung des Voll­zugsausschusses der deutsch-böhmischen Nationalversammlung be­richteten die Präsidenten Diughvar und Seitz über die gestrige Konferenz mit dem Grafen Andrassy. Der Ausschuß verhan­delte hierauf Über die heute veröffentlichte Note der öster­reichisch-ungarischen Regirung an Wilson. Die diesbezüglichen 1 Beschlüsse lverden morgen verlautbart. Der Bollzuasausschuk