Nummer 252 ffinjchreis Z sLwE Samstag der» 26. Oktober 19 1<S 11. Jahrgang.
Dir .Ltenc TayesreEung" erichemt icden Werltag. Regelmäßige Beilapen „Äer Flauer aus Helsen". ..Die SpinnKubs". 0o?uyspreis: Gei den Postanstalten oieriel,ährlich Ätt. 2.7o hinzu tritt noch das Bestellgeld; hei c>en Anenten monatlich 1.00 Ml. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grund;eile 2d Pfg., lokale 20 4irq^ Anzeigen von auswarcs werden durch Bostnachnahme erd öden. Erfüüunasorf Frievbera. Hchriftleituna und Verlag rriedberp speisen), -oana-lerlraße 12. Fernsprecher 48. Boit, heck-Tonto Nr. 485». 'Amt Tycanffurt a. M.
(s in franrösiScher Angriff ans 50 Kilometer breiter Front abgemiejen. — Cnglilche Angrisse östlich von Zolesmes und Fe Catean. — Heftige, oder fruchtlose Au griffe der Italiener. — Uedertr^gung der
Kommaudogemalt auf den Reichskanzler.
(j Der deutsche Generalität» j
:== meldet: -
M. F. firtir^t^uavtUr, derr
2 5 (Ohtcsber Ami!ich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
In Flandern dauern die Kämpfe an der Lys-Riedcrung an. Der Feind, der in den Südwestteil von Deinze eindrang, wurde im Gegenstoß wieder zurückgeworfen. Südwestlich von Deinze nahmen wir Teile des von den Franzosen über die Lys vorgeschobenen Brückenkopfes. Oestlich von Bioe St Eloi schlugen wir ei> m stärkeren Angriff zwischen der Lys und Schelde und an der Schelde Teilvorstöße des Gegners zurück. Die Zerstörung der Ortschaften in der Schelde-Niederung durch den Gegner schreitet fort. Auch das Stadtinnere von Tournai lag unter englischem Feuer. Die Abwanderung der Bevölkerung aus diesen Gebieten nach^Osien nimmt zu.
Oestlich von So r «smes und Le Eareau setzte der En/z^-.,der seine großen Angriffe fort und dehnte sie nach Norden b-. an die Schelde aus. Südlich der Schelfe sind sie vor unsere-; Linien auf den Höhen östlich des Eraillon-Baches gescheitert Die gegen Le Quesnoj gerichteten Angriffe drangen bis zur Bahn nordrdestlich und westlich von Le Ouesnoi vor. Versuche des Fe:ndes, westlich an Le Ouesnoi vorbei in nördlicher Richtung durchzustoßen. scheiterten an dem Eingreifen unserer von Sep- meris und Villers Pol angesetzten Truppen. Der in breiter Front gegen den Wald von Morval anstürmende Feind konnte in Poix du Nord und in Fontaine au Bois Fuß fasten. Im übrigen wurde er westlich der Straße Englefontaine- Landreeis nach heftigem Kampfe zum Stehen gebracht. Die gestrigen Angriffe buben dem Feinde im ganzen einen Eeländegewinn von MO—1000 Meter Tiefe gebracht. Größere Erfolge blieben ihm trotz seines außerordentlichen Kräfteeinsatzes auch gestern ver- sagt. v
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
An der Oise, zwischen Oise und Serre und westlich der Aisne zeitweilig Artilleriekampf. An der Oise scheiterten Teil- vorstöße des Gegners. Zwischen Oiie und Serre wurden stärkere Angriffe der Franzosen abgewiesen. Wo der Feind in unsere Linien eindranq. warfen wir ihn im Gegenstoß wieder zurück. In den Abschnitten beiderseits Bouziers ließ die Gefechts- tä.ligkeit nach. Die Höben östlich von Ehestres wurden von bäuerischer und württembergischer Besatzung gegen erneute heftige Angriffe des Feindes gehalten.
Heeresgruppe Gallwitz.
Teilangriffe der Amerikaner auf beiden Maasufern wurden abgewiesen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Feindlick-e Angriffe beiderseits T»er Morava. Westlich des Flusses drängten sie uns in dem Gebirge südlich von Kragujevac etwas zurück Oestlich des Flusies tn der Gegend von Paracin wurden sie abgewiesen.
Trr Erste ltzeneralgunrlilrmeistkr: Ludendorff.
Staatssekretär Erzberger über die Kriegsanleihe:
Je mehr Kriegsanleihe, desto näher
der Frieden,
Abendberichl.
«t-Nn, ?k. Okt., abends. (51?'3. Amtlich.) In Flandern wurden feindliche Angriffe zwischen Lys und Schelde abgewie- '«n Zwischen Ech-elde und Oise heute keine größeren Kämpfe, französische Angriffe auf etwa 50 Km. breiter Front von der 2rse bis zur Aisne mit dem Hauptstoß zwischen Oise und Serre »nd westlich der Aisne find gescheitert- Oestlich der Aisne und beiderseits der Maas TeUlämpfe.
Der österreichische Generalstov jj 1^^==== meldet: - -= s
Wien, 25. Okt. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz: Das Friedensangebot der
Mittelmächte hat unsere Feinde im Südwesten nicht daran gehindert. unfern und ihren Armc^Ii neue Blntopfer aufzuladen. Heftiges Artillericseuer leitete vorgestern zwischen der Asta-' schlucht und der Adria den Angriff ein, der gestern früh an der venetianischen Eebirgsfront und im Raume südlich des Mon- tello losbrach. In gewohnter Tapferkeit, Pflichttreue und Manneszucht haben unsere braven Truppe,» den Ansturm abgeschlagen. Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden war das Gelände südlich von Asiago, der Monte Sisemol und das Gebiet des Monte di Val Bella, der Schauplatz erbitterter Kämpfe. Es gelang dem Feinde stellenweise ln unsere Gräben eingudringen. Aber er wurde wieder zurückgeworfen und mußte in der Nacht auch den am längsten behaupteten Sisemol wieder räumen. Die Szepter Infanterie-Regimenter Nr. 82 und 131 und das Honved- Regiment Nr. 39 haben den Hauptantell an diesen Erfolgen gehabt. Zu noch größerer Heftigkeit steigerte sich das Ringen im Verglande östlich der Brenta. Auch hier vermochte der Feind vorübergehend örtliche Erfolge zu erzielen Er setzte sich auf dem Della Eapella, Bsolone, dem Monte Pertica und dem So- larolo in unseren vordersten Gräben auf kurze Zeit fest, mußte jedock' sehr bald dem mit äußerstem Schneid geführten Gegenangriff unserer Braven wieder weichen. Fünfmal rannten die Italiener gegen den Spinncelo vergebens an.
Das Infanterie-Regiment Nr. 9 (Stry), das den Asolone im bravourösem Gegenstoß wieder zurückgewann, die Regimenter 72, 99 und das junge südungarische Regiment 129, das den Spinvccio verteidigte, die Schützenregimenter 14 und 24 haben sich mit Ruhm bedeckt. Unsere brave Artillerie bewährte sich westlich und östlich der Brenta wie immer als treue Helferin der Infanterie im Kampfe.
Der Vorstoß einer englischen Division auf der Piave-Insel PapadopoN vermochte nur den Nordflügel unserer Vorposten etwas znrückzudrücken. Der südliche Teil der Insel wurde völlig behauptet
Balkan-Kriegsschauplatz: Im nördlichen Albanien weisere
Nack.hnt- und Bandenkämpke. Im Sandschak Novibazar sind Entente-Abteilungen durch Dandenzuzug bei Navarotz angelangt. Südlich von Kragujevac beiderseits der Morawa in der Zlatowo Plavina haben österreichisch-ungarische und deutsche Truvpen nachdringende feindliche Bataillone erfolgreich abge- wehrt.
Der Chef des Generalstabe».
Ein iluf Andknburgg an das deiiilchk Volk.
Generalfeldmarschall v. H l n d e n b u r g hat sich in einem Schreiben an den Reichskanzler, das der bisherige Stellvertretende Kommandierende General des 2. Armeekorps, Frhr. von Bietinghoff in Stettin, durch Maueranschlag veröffentlichen läßt, wie folgt geäußert:
Unsere Feinde schöpfen aus unserer inneren Zerrisienheit und verzagter Stimmung neue Kraft zum Angriff, neue Ent- schlosienheit zu hohen Forderurigen. Feinde und neutrales Ausland beginnen, tn uns nicht mehr ein Volk zu sehen, das freudig olles setzt an seine Ehre. Demgegenüber mutz eine einheitliche, vaterländische Stimmung in allen Stämmen und Schichten des deutschen Volkes lebendig werden, muß deutlich erkennbar in die Erscheinung treten. An dem felsenfesten Willen des Volkes, gegen jede demütigende Bedingung sich bis aufs äußerste zu wehren, darf niemand zu zweifeln Beranlasiung haben. Nur dann findet das Heer die Kraft, der llebermacht zu trotzen, nur dann finden unsere Unterhändler den Rückhalt für ihre schweren Aufgaben am Verhandlungstisch. Ueberall muß der Wille zum Ausdruck kommen, daß es für das deutsche Volk nur zwei Wege gibt: Ehrenvollen Frieden oder Kampf bis zum Aeußersten.
Das Vertrauen auf unsere gerechte Sache, der Stolz auf unsere gewaltigen Leistungen tn vier Kriegsjahren gegen die stärkste Koalition der Geschichte, das Bewußtsein allezeit bewährter vDundestreue und die unerschütterliche Zuversicht tn des deutschen Volkes Zukunft müsien uns in den Frieden hinübergelei- ten und uns die Achtung vor uns selbst und die Achtung des Auslandes bewabre»- " -
Deutscher Reichstag.
Der Präsident teilt nach Erledigung einiger Anfragen mit. daß angeregt worden sei, die Note Wilsons zu besprechen. Der Seniorenkonvent sei aber dagegen. Graf Westarp (kons.) widerspricht: Als er sagt, das Ausland müffs erfahren, daß es in Deutschland noch Männer gebe, unterbrach ihn der Präsident Fehrenbach. Die Besprechung der Wilson-Note wird sodann vertagt. Dann gab der Allpole Korfanfn ungehindert von dem Herrn Präsidenten seinen polnischen Wünschen Ausdruck Alle freiheitlichen Völker jubelten heute Wilson zu. Danzig sei unzweifelhaft eine polnische Stadt, wenn es aber, wie er hoffe, polnisch werde, so müsse cs das Schicksal nationaler Minderheiten teilen. Gr verlangt endlich die Abtrennung Posens, Oberschlesiens und der polnischen Teile Ost- und Wckt- preußens. Abg. Schultz (Deutsche Fr) erhebt Einspruch gegen diese maßlosen Ansprüche, er lege flammenden Protest dagegn ein, daß nur der kleinste Teil deutschen Bodens an Polen abgetreten werde. Auch der Abg. G o t h e i n (Freis.) kann sich mit den polnischen Forderungen nicht einverstanden sehen Deutsche Worte findet der Natlonalliberale Schlee. der sagt, wenn die Feinden Deutschland haben wollten, so möchten sie kommen und es holen, blutige Köpfe könnten sie sich holen. Das deutsche Volk habe noch Kraft in sich, etz brauche nur FiUmer. Diese Worte entfesselten einen S*urm des Beifalls auf der Tri. bÜne, was dem freisinnigen Reichstagspräsidenten Dove sichtlich unangenehm war. Dagegen findet der Abgeordnete Golm (Unnbh. Soz.) die polnischen Ansprüche ganz in Ordnung, ebenso müsse Nordschleswig den Dänen gegeben werden und Elsaß-Lothringen dürfe auf keinen Fall ein Friedenshindernis bilden. U. a. sagte er dann: Wenn ssch die Frage erhebt: Frieden ohne die Hohenzollern oder keinen Frieden mit
den Hohenzollern, so könne die Antwort nicht zweifelhaft sein. Jedes Hindernis muß beseitigt werden, einerlei ob es in den Stuben der Obersten Heeresleitung, oder auf dem Tbrone sitzt. (Rufe: Uyerhört! Pfui? Lärm rechts.) Nicht nur der augenblickliche Träger der Krone, sondern die ganze Dnnastie muß das Feld räumen. (Stiirmifcher Widerfvruch. Psuzrufe und große Erregung rechts.) Es geht um das Schicksal des deutschen Volkes. Unseren Freunden, den Arbeitern jenseits der Grenzpfähle reichen wir heute die Hand. In dieselbe Kerbe haut sein Parteigenosse Rühle: Für d"s Proletariat sei v>»n einem sogen. Verständigungsfrieden nichts zu erwarten. Als der Redner die Abdankung des Kaisers verlangt, weil dieser der Urbeber des Weltkrieges sei, rnkt ibn der Präsident weaen dieser Aeußerung zur Ordnung. Der Redner erwidert: Do,
dem Strafgericht wird Sie das nicht retten. Der Redner schließt mit der Aufforderung zur Völkerverbrüderung und zur sozialistz
In prieöberx zu haben bei: Fr. Fuenif elfnc,
El-ektroteclmisches Büro; Willi. A«l. SleO, i i Schlosserei und Installationsgeschäft; U»rl
Lfulke. Installationsgeschält
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