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Ans meiner Dorfkirche.

Wohin?

Ev Matth. Kap. 6. 33. 10 a. Dein Reich komme.

Liebe Gemeinde! Ein zitterndes Fragen geht durch die Mett: Eibts Frieden? Und doppelt bang und zitternd geht

das Fragen durch unser deutsches Volk: Was bringt uns der Frieden? Soll alles Blut umsonst geflossen sein? Wird es zur Wahrheit, daß Gerechtigkeit und guter Wille einfach nie­dergeknüppelt werden sollen von der Uebermacht? Sollen Ge­walt und Unrecht herrschen, Lüge d Heuchelei? Es gibt wohl keirren deutschen ?"ünn, keine rechte deu.sche Frau, denen in diesen Tagen mcht vor Schunerzen das Herz brechen wollte über die Nachrichten, die wir i:i den Zeitungen lesen. Und dabei sagt eines das andere. Wer.weih heute schon, was für neue Nachrichten morgen an unser Ohr klingen werden? Sol­cher Wirrnis gegenüber können mir nichts besseres tun. als uns in Gedanken einmal zurückzuzichen auf die großen letzten Ziele -alles Weltgeschehens. Wer tn dieser Zeit, der Sturm und Wel­len am liebsten alles verschlingen möchten, noch feststehen will, der mutz sich einen Felsgrund suchen, der ihn trägt, der von all dem Toben ringsum unerschüttert bleibt. Wir wissen aber nur von einem einzigen solchen unerschütterlichen Felsgrund im Toben der Zetten, dies ist der ewig unveränderliche Gott. Und wir wollen uns beute nicht streiten mit denen, die darum glauben, es gäbe keinen Gott, weil er die Wett nicht so regiert, wie sie in ihrem kleinen Mcuschenhirn es sich ausgedacht haben.

Dein Reich komme? Ist Gott der Felsgrund, auf dem wir stehen, so ist das Kommen seines Reiches das letzte, das einzige Ziel, um das alles Weltgeschehen sich für uns dreht, das uns das Leben des Lebens wert macht. Aber nun dürfen wir nicht vergessen, datz das Reich Gottes eben etwas ganz anderes ist, als das. worum sich der meisten Menschen Leben

rmd Tun in den letzte« vier Jrchve« tzedrekst Denndas Reich Gottes Ist Inwendig in euch!" Das Reich Gottes ist da« aller innerlichste, allerverdorgenste Ding, das es im Menschen­leben gibt! Das Reich Gottes wächst in der Stille, im verbor­gensten Schrein des Herzens. Das Leben der letzten vier Jahre aber war laut und wild, war voll Geschrei, daß die Menschen kaum zur Besinnung kamen, war voll hastender Arbeit, voll Blutvergießen und Wehklagen, und wieder voll von der Jagd nach Geld und Vergnügen. Und in ganz unerhört fürchterlichen Schlachten wurde gerungen um den Bestand unseres Deutschen Reiches- In all diesem Hasten und Kämpfen war das Reich Gottes nicht, und selbst im Beten der Frommen klang viel mehr von dem Wohl unseres Volkes und Vaterlandes, als von dem Reich Gottes! Wenn es wahr ist. und es ist wahr, daß das Kommen des Reiches Gottes das Ziel unseres Erden­lebens ist, dann müssen wir sagen, wir alle, auch wir Frauen und Gottesfürchtigen halten im Laufe dieses Riesenkrieges mehr oder weniger die Richtung verloren, waren mehr oder weniger von unserem Ziel abgekommen. Und darum sind wir so erschrocken, wie die Wirrnis in diesen letzten Tagen so arg wurde und die Wogen uns Über dem Kopf zusammenschlagen wollten, und darum ist es so nötig, daß wir einen Augenblick stehen, und die Augen wieder fest aus unser wahres Ziel ein- stcllen. Unser Ziel heißt: Dein Reich komme.

Das Reich Gottes ist' das allerinnerlichste, alles verbor­genste Ding unseres Herzens. Eindringlich warnt Jesus vor denen, die das Reich Gottes an sich reißen wollen mit Gewalt. In der stillsten Stille des Herzen wächst das Reich Gottes- Da­raus geht deutlich hervor, daß wir den höchsten Zielen dieses Weltgeschehens nicht damit den besten Dienst leisten, daß wir in dem lärmenden Treiben dieser Zeit mitten drinn stehen, sondern dadurch, daß wir unserem Herzen Raum und Stille gewähren, daß das Reich Gottes darin wachsen kann. Das ist. wie mit der Sonne. Was müht ur^r arbeitet der Mensch sich

ab an fernen» Acker, aber ohne Sonne ist all fein Mühen um­sonst. Die Coimr aber, die tut gar nichts an dem Acker, die ist nur da. und damit, daß sie da ist. ist mehr getan, als mit allem Mühen und Arbeiten der Menschen. So ist es mit einem Her­zen. aus dem das Reich Gottes leuchtet. Das braucht weiter gar nichts zu tun, und mit seinem einfachen Vorhandensein leistet es mehr für die Mitmenschen in feiner Umgebung, als alles Rennen ur^d Lausen und Tun der Menfchenwelt. Wir brauchen heute nicht der Menschen Lausen und Rennen, davon haben wir feit vier Jahren genug, daran haben wir alle teil- genommen, wir brauchen Menschenherzen, in denen das Reich Gottes wohnt. All unser Nennen und Laufen in diesen vier Jahren galt Erdengittern, wie man's nun nennt: Kampf ums Dasein, sagten die einen, Weltgeltung, sa^en die anderen. Run spricht Gott zu uns in furchtbar ernster Stunde, und er spricht: Was hülfe es den Menschen, so er die ga?ie Wett ge­wönne, und nähme doch Schaden an feiner Seele? Und wir wißen alle, was für ungeheuren Schaden an seiner Scele unser Volk in dieser Zeit genommen hat. Darum brauchen wir Menschen, in deren Herzen das Reich Gottes lebt, das ^eich der Gerechtigkeit und Wahrheit ufid der Gottesfurcht und d'v Gottvertrauens, damit wir den Kampf aufnehmcn können gegen die Mächte des Wuchers und der Geldgier, der Hinter­gehung und der Lüge, sonst find wir verloren, auch dann ver> loren. wenn wir gewinnen.

Ich bete nicht um Frieden und bete nicht um Krieg.

Bet' nicht um Niederlage und bete nicht um Siea Um eins nur will ich beten, eins nur des Beten? wert,

Daß endlich sich, o Vater, mein Volk zu Dir bekehrt.

Sie irren wie die Schafe, die ohne Hirten sintz.

O Herr. gicb. dotz dock« endlich mein Volk d?n Hirten find'. Auf rechter Straße führen, kannst Du uns nur alle'.?.

In Deinem starken Frieden laß uns geborgen fein.

Amen.

Todes-Anzeige.

Heule vormittag 9% Uhr starb nach Gottes heilstem Willen meine liebe Gattin, unsere treubesorgte Mutter, Groß­mutter und Schwiegermutter

Fra» Mette Dieterich

geb. Hildenbrand

im Aller von 60 Jahren nach kurzem, schwerem Krankenlager.

Friedberg, Bamberg, im Felde, den 24. Oktober 1913.

2n tiefer Trauer:

Carl Dieterich. Seilermeisler ?zran; Dieterich Carl Dieterich, Feldhilssarzt Luise Gebhard geb Dieterich Will». Gebhard, z. Zt. Feldxostsekretär Lttilie Dieterich und ein Enketkind.

D'e Brerdl-ising findet Samstag, den 27. Oktober 1918, nachmittags Va 4 Uhr vom Traueren.e ab statt. Beileid-.be, uchs bankend ve beien.

Wiedersehen war seine

und un ere Hoffnung.

Tieferschüttert erhielten wir die £* schmerzliche Nachricht, daß mein innigst-

geliebter braver Mann. ireubesorgter Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel

Gefreiter Jacob Schütz

in einem 2n anterie-Regiment durch einen feindlichen Volltreffer am 9. Oktober im Alter von 33 Jahren auf dem Felde der Ehre ge­fallen ist. Nachdem er ieit Beginn des Krieges drei volle Jahre a!s Krankenwärter in der Gewerbe­schule Friedberg täiig war, kam er ins Feld; eil An­fang Okt. wurde er einem neuen Regiment zuge eilt und fiel ichon nach acht Tagen auf Frankreichs Fluten» Ober-Wöllftadt, Frledberg, Tülmeu, den 24. Oktober 1918.

2n tiefer Trauer:

Marg. Schütz, geb. Brauburger, und Kinder- ftanu Pint. Schütz, Fom. Ptzit. Braubnrgec, Fan». Hcinr. F-eucrbach, Fan,. Phtt. Klein, Familie Jacob Grochdreis.

mit Holzsohlen, teilweise ganz aus Leder, bedarfschein'rei.

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Versteigerung bestimmt.

Dad-Nauheim, den 24. Oktober 19l8.

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Dis lQNt)VrrrschaiL!ichen HüushalLmigsjchulerr zu Langen und Lirrdheim betr.

Die landwirttchattllchen Haushaliungsschulen zu Langen und Lind he im eröffnen am 3. Januar 1919 einen neuen fünfmonat­lichen Kursus.

Ter Zweck und die Aufgaben der Anstalten bestehen in der Heranlttld ng der Mäd-> en aus dem Bürgei- und Landwulsstande zu Uinfli; en tüchii en Hausfrauen durch angemessenen ian nmrt- sck astticken Unterricht in turch praktt che Unreiwei urig in allen in e.nem ein achen bürgerlichen Haushalte vorlomn.enden Verlichtungen und Arbenen.

Gegen ände des Unterrichts sind: Hauswirt chast. Gemü'eban, Obstoerwcrnng. Gesurdhers- und Ernährungslehre, Maruenpfie e, Rechnen. Abtastung von Au ätzen und Briefen. Buchführung. ,otDie weibliche Handarbeiten. Auch i,l für gure Lettitte ge,oigt und mu Gelang gepflegt.

Für Wo! nung und Mobiliarbenutzung zahlen:

s) Mädchen aus Hessen ..... 2 -i Mk. b) Mädchen von außerhalb Hessen . .40 für den gan ..i Kursus.

Der Preis für die Verpflegung wird nach den Selbstkosten be- qlchungsweiie den Breien für Lebensmittel berechnet. Wei-cre Kosten entstehen nich und ist insbesondere der Unterricht unentgeltlich.

Tie Anmeldungen, welche bis spätestens Ende November d Io. erbeten werden, si»d bei den Orts chuttommlffion.'n der Haushattur.gs- !chulen zu Langen bezw. Liirdherm ernzurelchen, welche ebe>- o wie die Landwirlscha tslammer selbst zu jeder weiteren Auslm.fr gerne deren sind. Wesen Berücksichtigung der nach dem l. Be^euiber !9l8 nn ehenden Anmeldungen kann VerdindiichleiL nicht übernommen Lreroen.

lieben die Ausnahme entscheidet der Vorsitzende der Landwirl- -haitslammer.

Tarmstadt, den 3. Oktober 1913.

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BekaNutmachung.

In un'erer Belann-mach ing ro n 9. Oktober 1918 hat sich ein Fehler einge chl chen. Es r»,rr.; tzeigenr

Ter Nohloh'enver!aus nns unserer Grube Wölfers­heim bei Wöl.ershcim, Dienstags und Donnerstags jeder Woche, bleibt nach wie vor fortbestehen.

Friedberg, den 19. Ok ober 1918.

Großh. Bergwerksdirektion.

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NrieÄberg.

Unsere Kaffe bleibt Montag, den 28. Oktober, geschlossen.

Der Vorstand.

Walter.

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