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UerzerrskiLmpfe.

Roman von Helene Sckütky, geb. von Eersdorff.

(Oop^righl 1915 by C. Ackermann-Stuttgart.)

23) Nachdruck verboten

Armes Kind, arme Hilde!" sagte er von Mitleid erfüllt mit weicher Stimme.Ja, das ist wirklich hart! Aber warum sagen Sie auf immer? Es mutz doch nicht auf immer sein!"

Sie sah ihn mit großen traurigen Augen an.

.»Ja, auf immer, es mutz auf immer sein!" sagte sie leise.

Aber wirklich, da sehen Eie die Lage doch zu trübe an" suchte er sie zu trösten.Erstens werden Cie doch jedenfalls das Haus Ihrer Verwandten hier, die Sie wie ihr eigenes Kind lieben, in kürzerer oder längerer Fr st wieder besuchen, und dann gibt es ja noch eine Möglichkeit, in eine Ihnen mehr paffende Umgebung zu kommen", setzte er lächelnd, aber mit zuckendem Herzen hinzu, nämlich indem Sie sich verheiraten"

Hilde schnellte aus ihrer gebückten Haltung empor.

Nie. niemals geschieht das!" rief sie heftig. War es zu ertragen? Jetzt würde er ihr auch noch ganz kühl raten, einen andern zu beiraten!

..Aber. Fräulein Hilde, das verstehe ich nicht", erwiderte er. wirklich erstaunt ül>er ihre Heftigkeit,das wäre doch der ein­zige Ausweg aus Ihrem ..Kerker", wie Sie es nennen. Oder haben Sie vielleicht den Vorsatz gefaßt, gar nicht zu heiraten?"

Sie nickte eifrig.Ja wohl, den Vorsatz habe ich allerdings gefaßt."

..Weshalb denn aber?" fragte er aufs Aeutz"rste gespannt. Sind Sie prinzipiell geeen die Ehe? Finden Sie auch, wie es beutezutag, so oft geschieht, daß dieselbe eine verfehlte' ver­altete Einrichtung ist?"

..Nein, das finde ich gar nicht, sondern bin im Gegenteil der Meinung datz die Ehe. wenn ste von beiden Teilen richtig aufgefatzt und durchgeführi wird, die beste und einzige Matz- reaei ist. die ein wahres Glück verspricht, soweit es hier auf Erden möglich ist", sagte sie entschieden.

..Na. also, woher denn Ihr merkwürdiger Vorsatz?" sprach Reinbold immer mehr erstaunt.

Aber das ist doch ganz einfach", erwiderte Hilde,so schon eine wobrbaft glückliche Ebe, gegründet auf echte gegenseitige Liebe. Achtung und Vertrauen sein mutz, ebenso schrecklich ist das Gegenteil, wie wir" setzte sie ,w^ernd binzu. ..'leider Beide ans Beobachtung in unserem^en Familienkreise erfahren

babem Gerade diese traurigen Beobachtungen haben meinen Vorsatz veranlatzt"

,,8s * SeBKifHA. ftrmrlein Silbe, bnfi sie einen tiefen Ein- . c, 'f <=>< umnN önsien, eher deshalb olle Hofinnn-, NU! eignes Lebensglück kampflos anfzngeben. dag geht meiner Mei- minq nach doch zu weit", entgegnete Neinhold.Und es wird auch noch anders kommen", fuhr er wie trostend fort.Warten

Sie mir, bis der sogenannteRechte" kommt, Dann werden alle Ihre Bedenken wie Spreu vor dem Winde verfliegen."

Hilde schüttelte sehr energisch den Kopf. zW -

Das ist ganz und Kar unmöglich!" rief sie. r< r'

Unmöglich? wieso? fragte er aufs Neue erstaunt.Glau­ben Sie, dah es überhaupt für Sie keinen Rechten gibt, daß niemand würdig ist,, ihm Ihre Liebe zu schenken?"

Nein, nein, nein! das glaube ich gar nicht. Halten Sie mich doch nicht für so anmaßend!" rief sie erregt.

Ja, aber wo liegt denn die Unmöglichkeit?" fragte er und blickte wirklich konsterniert in ihr vor Aufregung flammendes, schönes Gesicht.

Wo sie liegt? Nun denn. Sie sollen auch das erfahren!" entgegnete sie entschlossen.Erfahren, was bis jetzt noch nie­mand ahnt, was immer mein tiefstes Geheimnis bleiben sollte! Sie können daraus ersehen, wie hoch ich Ihre Freundschaft schätze, wie groß mein Verttauen zu Ihnen ist."

Nun. nun?" drängte er, doch mit sinkendem Herzen. Was würde sie sagen? Nun kam sicher das Aergste, das Schwerste, das Ende all seines eignen Glücks.

Ich habe denRechten" bereits getroffen und liebe ihn von ganzem Herzen, für immer, für ewig." sagte sie leise, aber sehr langsam und deutlich.

Ihm schoß alles Blut zu Kopf, einen Augenblick wurde ihm schwarz vor den Augen, ihm schwindelte. Also doch! Sie lieble einen andern! Wer möchte es sein? O Gott, hilf, verlaß mich

Tiefes Schweigen folgte ihren Worten. ! fv ! ' 1

Endlich ergriff sie das Wort.

Finden Sie nun meinen Vorsatz begreiflich?" fragte si^

leise.

Er hatte sich inzwischen so weit gefaßt, um sprechen zu kön­nen.

Nein. Fräulein Hilde, noch viel weniger als vorher. Wenn Sie einen Mann lieben, weshalb heiraten Sie ihn denn nicht?"

Weshalb. Herr von Germshcff? Aus einem sehr ein­fachen Grunde, weil er mich nicht liebt, weil er mich nicht will."

Reinhold sprang wie elektrisiert in die Höhe.

Weil er Sie nicht liebt, weil er Sie nicht will?" wieder­holte er ihre Worte.Ader das ist ganz undenkbar, ganz und gar ausgeschloffen!"

Und doch wahr, Herr von Germshoff!" behauptete sie sehr bestimmt. ' y

n ^ n » C9 ist nicht wahr, kann nicht wahr fein!" ries er immer hitziger werdend. ..Sie müffen sich täuschen!"

O. tn solchen Dingen täuscht man sich nicht?"

Ja. aber was ist denn das für ein Mensch, der Sie kennen, sehen könnte, ohne Sie zu lieben?" rief er. in seiner Aufregung gar nicht beachtend, daß in diesen Worten schon ein halbes Ge­stand'-is seiner eignen Liebe lag.

Sie blickte ihn denn auch einigermaßen verdutzt an. Was

sollte das heißen? Noch niemals hatte er ettvaZ oerartiaes gesagt.

O. es gibt sogar viele solche," erwiderte sie ruhig,viele unter meinen Bewerbern, denen meine Persönlichkeit ganz gleichgültig ist. die nur auf mein Vermögen erpicht sind die wenn ich arm wäre, überhaupt gar nicht an mich denken'wür-

Aber es gibt auch solche, die Cie nur um Ihrer selbst wil­len lieben." rief er eifrig,denen Ihr Geld nur ein Hindernis ist. sich Ihnen zu offenbaren, und der Mann, den Cie lieben ist gewiß einer von diesen, anders kann es nicht sein, davon 'bin ich fest überzeugt."

Nein, Herr von Eermshoff. er liebt mich nicht. Ja. er ist ein stolzer Mensch, das ist wahr. Er ist arm und will nicht daß die Welt und vielleicht auch daß ich nicht denke, er sticke mich um meines Geldes willen erringen. Daher verschmäht er mich. Nennen Cie das Liebe?"

Er schwieg. In ihm tobten tausend widersprechende Ee- stihle. Gs war wie ein Chaos. Wen meinte sie? Gab es noch einen Menschen, der genau so dachte und empfand, wie er selbst?

Nein", sprach ste weiter, indem ih.e Worte immer rascher winden,nein, Liebe ist anders. Liebe fragte überhaupt nicht nach dem Geld. Weder das Zuviel, noch das Zuwenig kann sie beeinflussen. Liebe ist etwas so hobss. daß es mit dem Gelde gar nichts zu tun hat. Wenn ein Mann meinetwegen ein fast krankhaft gesteigertes Ehrgefühl nicht überwinden kann, fo liebt er mich eben nicht wahrhaft. Wenn er siebt, daß ich einsam und unalücklich bin, daß ich von Kind an verlaffen war, daß ich lieblos und defpottfch behandelt wurde, wenn er das weitz, ohne mich an sein Herz zu nehmen und überhaupt gar nicht mehr an das elende Geld zu denken, dann liebt er mich nicht! .... Wenn er ... .

Hilde. Hilde, hören Cie auf!" rief er erschüttert.Ja. Cie haben tausendmal Recht! Glauben Cie mir. er liebt Cie liebt Cie über alles! Alles andre ist nichtig, ist kleinlicher, eng.' herziger Trug und Spuk!"

Er war plötzlich vor ihr niedergesunken und barg seinen Kopf an ihrem Kleide, während sie ihn heftig schluchzen hörte.

Reinhold. Reinhold! Ist es möglich^" rief sie ebenfalls in Tränen. Sie beugte sich über thn und streichelte sanft sein Haupt.

Da blickte er auf und blickte ihr strahlend selig in die Augen.

Hilde, ich habe dich ja geliebt vom ersten Auaenblick an. als ich dich sah", rief er fast jaulend.aber ich wollte nicht, ich dachte, ich di'rfte nicht ... Doch dein Zauber war größer, als mein Wille, ich war dir rettungslos verfallen. Immer mehr, immer inniger, immer heißer mutzte ich dich lieben? Doch immer noch glaubte ich. es dürfe nicht fein .... dein große, Reichtum stand zwischen uns wie eine unübersteigbare Mauer.

Fortsetzung folgt.

n

Heute verschied nach langem, schwerem, mit großer Ge- duld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Gattin, unsere gute titulier, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante

Fm Wdeilie Gcrlh

geb. Vullmaau

im 62 . Lebensjahre.

Friedberg, im Felde, den 23. Oktober 1913.

Die liefirmrilSen Kuteckiclieucu.

2n deren Namen:

Konrad Eerth und Kinder.

Auf der Verstorbenen findet die Beerdigung in aller Stille statt.

Todes-Anzeige.

Heute entschlief nach 14 tägiger schwerer Krankheit im Alter von 45 Jahren unsere liebe Tochter und Schwester

Cheistina Kölsch.

Heuchelherm, den 23. Oktober 1918.

Die trauernd Hinterbliebenen:

Will,. Kölsch Theodor Kölsch.

Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 2% Uhr statt.

Sßetr.: Flelschoer orgung.

Sekniilltiilachttirg

... ^ch bringe hierdurch zur ofseni- Uchen Kenntnis, daß der.Verlauf von Rindfleisch und Wurst sür diese Woche am Freitag, den 25. O.tober 1918. von nochmit- iags 1 biS 6 Uhr in sämtlichen Ceschäf Stäben der Rmds. und Schn ememetzger ftattfindet.

Die Leuaufszeit ist genau ein­zuhalten.

Kalbfleisch gelangt nicht zur Ausgabe.

Friedüerg. den 24. Okt. 1918. 2er Bürgermeister ^_ 2. V.: La mm.

Vertausche

».asteechten Rattenpinscher gegen Größeren, jehr «charfen, wachsamen

Pss-und.

H. Schultheis,

Steinfurth bei Bab-Rauheim.

crrtn * ei1 '.eilen tüte mit, daß nunmehr regterungs ettig der Cchrntzelpreiö festgesetzt morden ist und zwar:

für frische Schnitzel auf Mk. 0,80 per Zentner " Trockenfchnitzel 13,50

Frierbcrg 1. H., den 23. Oktober 1918.

AcLien-Zuck ersabrik Wetterau.

Achtung!

Vkeuuhch.

Großes Quantum

Vuchen-Scheitholz, Eichen- und Nadel­rundholz,

letzte Winterfällung, hat waggon­weise abjugeben

Holzhandlung W. Alt,

Eichelsdors. Ober-Heffen.

Bekanntmachung.

Sn un'erer Bekanntmachung rom 9. Oktober 1918 hat sich ein Fehler einge chl'chen. Es muß heißen,

Ter Rohlohlenverkaus au? unserer Grube Wölfers­heim bei Wölfersheim, Dienstags und Donnerstags jeder Woche, bleibt nach wie vor sortbestehen.

Fnedbrrg, den 19. Ok ober 1918.

Großh. VZrgWerksdirektion.

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