Mötzlich sein wird, die für unsere Betriebe wichtigsten Rohstoffe -aus überfeeifä>en Ländern hereinzubringen. Aber es ist nicht zu befürchten, daß dadurch die Mehrzahl unserer Werkstätten feiern muß. da durch das baldige Freiwerden von Heeresgut eine ungeheure Menge von Erzeugungsmitteln der deutschen Wirtschaft wieder zugeführt werden. — Daß es unseren Feinden gelingen wird^ rhre Absichten, sich von den deutschen Waren freizumachen, zu verwirklichen, stcht kaum zu erwarten. Bereits während des Krieges haben wir aus Feindeslager ver- reünftige Stimmen gehört, die "ine Ausschließung deutscher Waren für eine Unmöglichkeit U uen. Aber selbst wenn uns Absatzgebiete verloren gega, , u ,ein sollten, so werden wir etn>a hier entstehenden Ausfall durch weltlich gesteigerte, also bester bezahlte Arbeit wieder wettzumachen haben. Wie man auch die Zukunftsmöglichkeiten der deutschen Volkswirtschaft erwägt. ein Ausweg aus den Schwierigkeiten, die sich vor uns austürmen werden, läßt sich immer finden, steilich aber nur dann, wenn sich alle Glieder unseres Wirtschaftskörpers zu gemeinsamem Schaffen zusamm-nfinden. Gerade in diesen für jeden Deutschen trüben Stunden sollte die Aussicht auf eine zwar von harter Arbeit erfüllte, aber segensreiche wirtschaftliche Zukunft unsere Gemüter wieder aufrichten, sollte unsere Losung fein das Wort: „Arbeiten und nicht verzweifeln!"
Z»r Anflrlärrmg.
Das ganze deutsche Volk ersehnt einen baldigen Frieden, kern Deutscher, der ihn nicht wünschte. Kein Deutscher, aber mich, der daran denken könnte, auf das. was feindliche Ueber- hebung uns zumutet, einzugehen, sofern er sich klar ist über die Folgen Wilson verlangt völlige Unterwerfung, ehe er über Frieden verhandelt; die besetzten Gebiete sollen wir räumen. Waffen. U-Boote und Flotte ausliefern, die Macht des deutschen Kaisertums vernichten. Dann sollen wir. an Händen und Füßen geknebelt, uns dem sonst von den Demokratien immer verworfenen Machtfrieden unterwerfen, den er im Verein mit ' der Entente diktiert, wonach Elsaß-Lothringen. Oberschlesien. Posen und Westpreußen mit der deutschen Stadt Danzig abgetreten und somit Ostpreußen vom Reiche getrennt würde. Aber noch mehr kann und wird er verlangen — worauf die ja noch nicht aufgehobenen russisch-französischen Abmachungen Hinweisen — wenn wir erst Waffen und Wehr abgelegt haben. Besetzung deutscher Rheinfestungen. Kiels und Helgolands. Kriegsentschädigung. wirtschaftliche Vorteile drüben und Nachteile für uns. Und was wird das alles bedeuten, wenn wir die Erz-, Kohlen- und Kaliwerke Lothringens, die Kohlenbergwerke Oberschlesiens, blühende Gebiete preisgeben. die unsere Väter mit ihrem Blute erworben, die deutscher Fleiß zum Aufblühen und zur Entwicklung brachte; dann wird eine ungeheure Verschuldung. Verarmung und Verelendung des deutschen Volkes eintreten. schlimmer als nach dem 30jährigen Kriege, schlimmer als nach 1^06. Taufende unserer Volksgenosten — und Ulcht die schlechtesten — werden abwandern müsten und so Kul- turdünger bilden für fremde, uns feindlich geünnte Völker, wie für Amerika, das jetzt gegen uns kämpft und den Ausschlag gibt. Die Zurückbleibenden ober würden in elender Lohnsklavenarbeit für Angelsachsen und Welsche in bettlerhaftem Dasein mühselig nur gerade noch den kümmerlichsten Lebensunterhalt gewinnen können. Die bisher gegen den Kapitalismus in Deutschland kampfende Arbeiterfchast würde dem Kapitalismus der Angelsachsen unterworfen werden.
Sollen wir bei dieser Aussicht nicht noch einmal den Kampf bis zum Aeußersten und Letzten wagen? Scheint es aussichtslos? Die Leitung von Heer und Marine verneinen dies, wie selbst ,m ..Berliner Tageblatt" der Generalleutnant von Ardenne kürzlich ausführte. Roch hält unsere Weitfront, noch kämpfen «nscre U-Boote, und zwar neuerdings wieder mit steigendem Erfolge. Sie werden di- ihnen gestellte Aufgabe aber nur erfüllen. wenn keine Einschränkung ihrer Tätigkeit eintritt. welche sie bei den vervollkommneten Abwehrmitteln der Feinde schutzlos machen würde. Vergessen wir nicht, daß auch die Mittel unserer Feinde nicht unerschöpflich sind.
_ Roch sind in der Heimat und in den besetzten Gebieten Kräfte freizumachen für den letzten Kampf.
So heißt es jetzt, alle Kräfte zvsammenzufaffen, alle Schichten der Bevölkerung über den furchtbaren Ernst der Lage auf- zuklär-n und den Feinden, die auch h-ute noch unsere geschlossene Kraft furchten, zu zeigen, daß wir einig jedes Opfer für Deutschlands Ehre und Zukunft zu bringen bereit sind.
Lasten wir von der Heimat zur Front eine starke Welle der Opferwilligke-1 und freudiger Entschlossenheit strömen, die ihr zeigt, daß kbr Kampf für das Vaterland getragen wird von dem unerschütterlichen Verteiditzungswillen des deutschen Volkes.
Berlin, den 20. Oktober 1918.
Bund der Landwirte.
drs deulichku GrasMiHldhkktzks.
Die Korrespondenz des Bundes der Landwirte schreibt:
Wie wir erfahren, ergeht verschiedentlich an Großgrundbesitzer von einem Herrn Dr. Truestedt. welcher Inhaber eines Buchfübrungs- und Revisions-Bureaus in Berlin ist. der Vorschlag. sich an der Gründung einer „Treuhand-Vereinigung deutscher Großgrundbesitzer" zu beteiligen. Die Mitglieder dieser Vereinigung sollen sich durch gleichlautende Syndikatsverträge verpflichten, von einer gewissen Zeit an ihre sämtlichen Voden- erzeugnisie bestimmter Art ausschließlich an oder durch die Syn- dikatsgefellschaft zu verkaufen. Dieser Plan mag vom Standpunkt geschäftlicher Interessen oder der Spekulation aus begreiflich sein, im übrigen aber halten wir ihn für bedenklich: er würde nur eine unheilvolle Zersplitterung in der Landwirtschaft durch Betonung der Gegensätze zwischen Klein- und Großgrundbesitz und einen verschärften Kampf gegen den letzteren herbei- süLren. und außerdem höchst verbitternd auf alle nicht Grundeigentum besitzenden Kreise unserer Bevölkerung wirken. Wir brauchen aber Einigkeit und nicht Zersplitterung. Rach alledem
> das Zustandekommen einer solchen Syndizier'.?^
deutschen Großgrundbesitzes wirtschaftlich ein Fehljchlag und-auch politisch ein Fehler sein und deshalb geradezu ein Unrecht gegen unsere Volkswirtschaft bedeuten.
Die Weltkriegs-Grippe.
Der „Süddeutschen Zeitung" wird von einem ärztlichen Mitarbeiter geschrieben:
Zu aller Rcl des Krieges, zu allen Sorgen der Friedensschritte ist nun auch eine Volksseuche, die Grippe, getreten. So töricht die immer wieder umlaufenden Gerüchte sind, es handle sich um eine viel schlimmere Krankheit, etwa um Lungenpest, so ernst ist die Lage infolge der außerordentlich großen Ausbreitung. um so ernster, als man die Epidemie bereits erloschen wäbnte und plötzlich einem gewaltigen Aufflackern gegenübersteht. Die Ursache der Epidemie in den Kriegsverhältnissen. in mangelhafter Reinhaltung oder in schlechter Ernährung zu su- chn, dafür liegt kein Anhaltspunkt vor. Denn die Krankheit wütet in neutralen Ländern, die fast noch wie in Friedenszeiten leben, z. B. in der Schweiz ebenso sehr, ja teilweise noch heftiger als es jetzt in Deutschland der Fall ist. Am e-hrlichsten ist es, von der Erivpe zu sagen' Man weiß nicht, von rvannen sie kommt und geht und man kennt noch nicht die Gesetze ihrer epidemischen Ausbreitung. Auch die Geschichte lehrt uns hier nichts. Seit wann man von Grippe-Epidemien Kenntnis besitzt ist schwer zu sagen. Die .Krankheitsbilder sind nickt immer so einwandsfrer überliefert worden, daß man behaupten kann, es handelte sich damals auck um Grippe und keine andere Krankheit kommt in Frage. Die einen unter den medizinisch-historischen Forschern nehmen an. daß die Epidemie, die im Jahre 412 vor Christi Geburt herrschte, wohl das erste Auftreten der Mastengrippe gewesen sei. während andere Gelehrte bereits bei Homer beschriebene Krankheitsumstände als Grippe deuten wollen. Als sicker vermögen wir aber eine Epidemie vom Jahre 591—592 nach Christi Geburt als Grippe anzusprechen, die in Deutschland wütete und durch Kopfschmerz. Bewußtlosigkeit Verfall der Kräfte. Neigung zum Gähnen usw. gekennzeichnet war, auch viele Todesfälle herbeisührte. Manche andere Epi- deinie folgte dann in Europa, ohne gerade die cyarakteristischen. sich stets wiederholenden Symptome der Grippe zu liefern. Die. ser Fall trat jedoch in den Jahren 1410—11 ein. als die Grippe allein in Paris mehr als 100 000 Einwohner plötzlich überfiel. Fast übereinstimmend berichten die Chronisten jener Tage von Geschmacksveränderungen, von Alterationen des Eeruchsirms, von; Schlaflosigkeit, von Gliederschmerzen und Zitteransällen, von quälendem Husten und bei Frauen von Aborten. Febris ca* tarrüalis, Fieberkatarrh, nannten es die Aerzte, und geistige Störungen waren nicht selten. Sehnenhupfen und Ohnmächten waren quälende Begleiterscheinungen. Blutsturz aus Mund. Naf- und Darmkanal sollen bisweilen der Anfang zur Besserung ge. wesen sein.
Im Jahre 1580 durchraste eine genau bezeichnete Grippe- Epidemie ganz Europa, überall mit denselben Symptomen auf. tretend und stets gleich verlaufend. Die von der Krankheit Er. griffenen klagten über große Hitze und Fieber. Husten, drücken- den Kopfschmerz. Schlaflosigkeit. Schmerzen und Spannen der Glieder, Ekel. Schwindel und Schlafsucht. In den Jahrzehnten vor dem jetzigen Weltkrieg hatten wir mehrmals Grippe-Epl- demien. Man nannte die Krankheit damals zur Abwechslung Influenza. Man wollte auch Unterschiede zwischen der Einzel- gvippe und der sogenannten Influenza bemerken, aber bald stellte sich heraus, daß es immer die alte Grippe ist. die in neuen und wechse-luden Formen austritt. sowohl beim Einzelnen wie als Mastenerscheinung. Bei der jetzigen Welttriegs-Erippe ist auffallenderweise ein großer Prozentsatz junger und kräftiger Personen von der Grippe besonders heftig geschüttelt worden, und die tödlichen Fälle verlaufen fast durchweg infolge hinzutretender Lungenentzündung so schwer und traurig. Das liegt wiederum wohl weniger an den Kriegsverhältnisten, an mangelnder Pflege und Schonung, als vielmehr an der Eigenart des Auffassungsstoffes. an der ..Virulenz" der Krankheitserreger bei der jetzt herrschenden Seuche. Das Wiederaufleben der Seuche in den letzten Wochen wurde dadurch erschwert, daß sich nicht stets gleich Mastenerkrankungen ergaben, sondern daß die Grippe zu Anfang ihres Auftretens an einem Ort doch nur bald hier bald da Einzelerkrank,ingen hervorrief, die namentlich in leichteren Fällen übersehen wurden. Dazu kommen die Schwierigkeiten der ärztlichen Hilfe unter den jetzigen Umständen, das Fehlen von Fuhrwerk usw. Die öffentliche und amtliche Bekämpfung der Grippe hat ja nun endlich mit der Energie eingefetzt, die dem Ernst der Cache enffpricht. Der Schließung von Schulen wird sich, wenn die Seuche nicht abebbt, noch manche andere Einschränkung des gesellschaftlichen Lebens und Verkehrs anschließen müsten. Die Epidemie kam zu sehr ungelegener Zeit. Hier rst ein innerer Feind entstanden, der uns das Durchhalten in schwerster Stunde noch mehr erschweren will. Wir müsten feiner Herr werden, damit er nicht ein schwarzes Gewicht in die Wagschale der Kriegsentscheidung wirft.
Aus der Heimat.
Unsere Schuld. Wenn man vor kurzem die deutschen Zeitungen in die Hand nahm, konnte man glauben, wir lebten nicht in einem Krieg gegen die halbe Welt, sondern in einem Bürgerkrieg. Wir haben unter ewiger Krittelei an den wirtschaftlichen Einrichtungen unseren Willen zur Selbsterhaktung so geschwächt, daß der Feind einen Erfolg erringen konnte der ihm sonst versagt geblieben wäre. Jetzt muß in jedem Deutschen tnc Erkenntnis der ernsten Stunde gew ckt werden. Der Feind ist willens, in unsere Heimat einzubrechen. Das wird ihm aber nie gelingen, wenn wir die durch die Wirksamkeit feindlicher Agenten zersplitterten Kräfte unseres Deutschtums sammeln. Noch sind wir imstande, großes Unheil zu verhüten. Handeln wir darnach und bezeugen wir auch unseren Soldaten, daß wir ihnen die verdiente Achtung nicht versagen. Da der Krieger heute nicht mehr soviel Liebesgaben wie früher erhalten kanu, so muß er dafür täglich fühlen, daß seine Treue durchs Treue vergolten wird.
Friedvcrg, £&, CSt. Zu der vom Kriegsamt nach deni Stande vom 1 Januar 1916 neubearbeiteten Zusammenstellung von Gesetzen, Bekanntmachungen und Verfügungen betr. Kriegs- rohstoffe nebst deren Nachträgen, Ausführungsbestiinmungen vnii Erläuterungen ist das 4. Ergänzungsblatt nach dem Suu:ö* vom 1. September 1918 erschienen. Dieses Ergänzungs - wird den Beziehern der Zusammenstellung ohne Anfordmrr J &- stenfrei nachgeliefert. Sollte die Nachlieferung nicht erfolg.«, so ist dasselbe bei der Stelle anzusordern, durch welche die Zusammenstellung bezogen worden ist. Reue Bezieher können dt« Zusammenstellung zum Preise von 1 Mk. (einschließlich der Er» gänzungsblätter) von der zuständigen Kriegsamtsstelle. mtt Ausnahme von Metz, Düsseldorf und den Kriegsamtsnebensteb len, erhalten.
Den Bock zum Gärtner. Wegen unerlaubter Rebenge» schäfte hatte der Kaufmann Klinger, der als Einkäufer der Z^ E.-G. fungierte, vom Schöffengericht in Duisburg eine Geld, strafe von 15 000 Mark erhalten, wogegen er Berufung ein« legte. In der Verhandlung vor der Straffammer wurde fest- gestellt, daß dem Angeklagten eines Tages von holländischen Schmugglern 92 Zentner Roggen angeboten worden waren. Er kaufte den Roggen, führte ihn aber nickt an die Z.-E.-G. ab. sondern verkaufte ihn weiter an die Firma Krupp. Er hatte den Zentner für 75 Mk. gekauft und ließ sich einen Preis von 135 Mk. von Krupp bezahlen Die Anklage wurde daher auch auf Preiswucher ausgedehnt. Der Angeklagte machte eine lange Rechnung auf. wonach er so große Unkosten gehabt habe, daß ihm nur ein geringer Nutzen verblieben sei. Das Gericht folgte diesen Ausführungen zwar nicht, sah aber die Sache milder an und ermäßigte die Strafe auf 10 000 Mk. — Sehr wesentlich ist die Tatsache, daß es sich um einen Einkäufer, also einen Vertrauensmann der Z.-E.-G. handelte.
Gedern. 20. Okt. Am Samstag abend fand in der Kirche eine gut besuchte vaterländische Versammlung statt, in der von dem Ortsgeistlichen Hofprediger Widmann ein Vortrag über „Deutschlands Schicksalsstunde" gehalten wurde. Ausgehend von der durch das Friedensangebot geschaffenen Lage und unter Zugrundelegung eines reichen geschichtlichen Materials führte der Redner den Nachweis, daß Zeiten der Not immer Zeiten der Kraft und des Sieges gewesen seien. Hieraus gelte es für die Gegeirwart die Folgerungen zu ziehen: einig und stark zu sein, nicht zu verzagen, dem Vaterlande die Treue zu halten und dies durch Zuversicht und allseitige Beteiligung bei der Zeich. nung auf die neunte Kriegsanleihe zu bekunden. Gemeinsam gesungene Lieder und von Schulkindern vorgetragene Gedicht umrahmten den Vortrag und trugen dazu bei. den Eindruck de- weihevoll verlaufenen Feierstunde zu vertiefen.
Schwanheim a. M.. 22. Okt. Bürgermeister Diefenhardt der 25 Jahre an der Spitze der Gemeinde stand, ist gestorben Er hat sich viele Verdienste um die Gemeinde erworben, nar mentlich verdanken ihm die Landwirte viel. Weil er ein Mann von echtem Schrot und Korn war. wurde er von den ftankfur- terisch — jetzt kapitalistisch gesinnten Zuzüglern — in unserer Gemeinde öfters hart bekämpft.
Ans Hkssrn-Rastau.
Unicrliederbach, 20. Okt. In jüngster Zeit kamen hier zahlreiche Enten abhanden. Jetzt wurde festgsstellt. daß ein gutge- kleideter Herr die Tiere, wenn sie im Bache plätscherten, mit einer Vcgelflinte weggeschossen hat. Leider konnte der Schüße noch nicht mit Namen festgestellt werden.
Wiesbaden. 20. Okt. Zwischen Burschen aus Rod am Berg und solchen von Hausen entstanden eines Tages auf der Fahrt zu ihrer Arbeitsstätte, der Eifenbahnwerkstälte in Nied, Streitigkeiten. Am Abend auf der Heimfahrt setzten sich diese fort. Als die Roder Burschen Hausen passierten, wurden sie plötzlich mit Steinen bombardiert und mit Lattenstücken bearbeitet. Alle Roder nahmen Reißaus, bis auf den löjährihen Otto Kattcr. Er wurde umstell: und bedroht. Er zog. um feine fünf Gegner abzuwehren, ein feststehendes Messer und stach um sich. Unglücklicherweise traf er den 17jährigen Emil Rühl von Hausen in die Lunge, so daß der Verletzte 11 Wochen im Krankenhaus zudringen mußte. Wegen gefährlicher Körperverletzung wurde Rühl vom Schöffengericht Usingen zu einem Monat Gefängnis verurteilt Hiergegen hatte er Berufung eingelegt. Die Strafkammer hob das Urteil auf und sprach Rühl kostenlos frei, da er in Notwehr gehandelt habe.
FC. Aus dem Wellnitztal, 20. Okt. Die Kartoffelernte ist hier ziemlich beendet. Sie fällt wider Erwarten gut aus. Diele Landwirte ernteten soviel Kartoffeln wie im vorigen Jahre.
FC. Aus dem Rhcingau. 18. Okt. Die Grippe tritt jetzt auch in den Orten des Rheingaus sehr stark auf, besonders gefährlich im oberen Teil des Rheingaus.
FC. Nastätten, 22. Ott. Von zwei Personen wurde dem Landwirt Wilh. Thorn in Bettendorf nächtlicherweile ein hoch» ttächtiges Schwein aus dem Stalle gestohlen. Der Landwirt wurde durch seinen Hund auf das Treiben der Diebe aufmerksam und jagte nur mit Hemd und Hose bekleidet den Dieben nach. Er konnte ihnen die wertvolle Beute abnehmen und erreichte wieder mit seinem in gesegneten Umständen lebenden Mutterfchwein den heimischen unfreiwillig verlassenen Stall.
Aus Kurhcstcn.
FC. Wächtershach, 22. Okt. Mit eigner Lebensgefahr rettete die 18jährige Tochter des Eutspä'chters May einen auf dem Eulshof beschäftigten Gefangenen das Leben, indem sie denselben unter den Hörnern eines wütend gewordenen Stiers hervorzvg. Das Tier hatte den Gefangenen bereits zu Boden geworfen und holte gerade zu kräftigem Stoß aus. Bor zwei Jahren befreite die tapfere Anna May ihren Vater aus einer ähnlichen Lage.
Aus der Pfalz.
FC. Aus der Pfalz, 20. Okt. Im Zeitraum von sieben Mi- nuten starben in Winzingen die Witwe Daniel Blettlnger und deren verheiratete Tochter an der Grippe.
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Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: R. H e y n e r„ Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung*.
A. G.. Friedbera i. L


