§cr IkaifrungstDfdjfr! in Ellnß-ftlhristzkn.
Straßburg (Elsaß), 22. Oft. (WV.) Die Straßburger Korrespondenz meldet' Der Kaiser hat den Statthalter Dr. v. Dallwitz von dem Amte als Kaiserlicher Statthalter in Elsaß-Lothringen unter Bewilligung der gesetzlichen Pension und unter Verleihung des hohen Ordens vom Schwarzen Adler ab' berufen und an desien Stelle den Oberbürgermeister von Sttaß- berrg, Staatssekretär a. D. Wirklichen Geheimen Rat Dr. Schwander zum Kaiserlichen Statthalter in Elsaß-Lothringen ernannt.
Der Kaiser hat den Staatssekretär für Elsaß-Lothringen Wirklichen Geheimen Rat Frhrn. v. Tschammex und Q u a r ck die nachgesuchte Entlastung au§ seinem Amte unter Verleihung des königlichen Kronenordens 1. Klaffe erteilt. Mft der Wahrnehmung der Geschäfte des Staatssekretärs ist das Mitglied des Reichstages und des elsaß-lothringischen Landtags, Vuchdrucke- reibesitzer Hauß berufen worden.
Der Kaller hat den llnterstaatssekretären im Ministerium für Elsaß-Sotbrrngen W>,ck7ick-y Geheimräten Koehler, Menge und Gronau die nackac-fuckt« Entlastung unter Versetzung in den einstweiligen Ruhestand bewilligt.
SiidUawen.
Agram. 21. Okt. (WB.) Der vom Nationalrat der Slowenen, Kroaten. Serben und von der Versammlung der Delegierten aller nationalen Parteien aus Kroatien, Slawonien mit spinne und Dalmatien, Bosnien, Herzegowina. Triest. Krain. Cörz. Steiermark, Kärnten sowie aus dem Gebiet jenseits der Mur und der Murinsel gewählte ZenttalaussHuß trat am 17. 18. und 19. Oktober in Agram zusammen. Er gibt folgende Verlautbarung des Nationalrates der Slowenen, Kroaten und Serben bekannt: Er verkündet dem Volke der Slowenen. Serben
und Kroaten, daß er von diesem Augenblick an dazu bemächtigt ist, die Leitung der nationalen Politik in seine Hände zu nehmen. Von nun wird in den allgemeinen nationalen Fragen kerne Partei, sei es der Gruppe, sei es der parlamentarischen Gruppierung nach, irgendwelche gesonderte Politik treiben, noch gesondert mit Faktoren außerhalb des Volkes in Verhandlungen treten. Vielmehr wird künftig in ollen diesen Fragen der einzige Repräsentant und entscheidende Faktor der Nationalrat sein, der sich leiten läßt von den großen Ideen der nationalen Selbstbestimmung. Der Nationalrat fordert die Vereinigung unseres gesamten Volkes der Slowenen Kroaten und Serben auf dem gesamten ethnographischen Territorium ohne Rücksicht auf irgendwelche provinzielle und staatliche Grenzen,
Englands Koh'runot steigt.
Die Kohlenfrage ist für England zur Lebensfrage geworden, und die Kohlennot steigt "unaufhaltsam und rapid. „Daily Ehronicle" vom 10. Oktober berichtet, daß seinem Vertreter im Bureau des Kohlenkontrolleurs am 9. Oktober erklärt worden
fet:
„Es besteht keine Aussicht auf irgendwelche Besterung der Kohlen lag« während des Winters?"
Die Kohlenknappheit bedroht Industrien, deren Beschränkung in der Feuer,«ngsversoraung sehr viele Menschen zu kurzer Arbeitszeit oder Beschäftigungslos -feit verurteilen wurde Der Ausfall in diesem Jahr, von fetzt an gerechnet wird arll etwa ! 36 Millionen Tonnen berechnet und könnte durch Ersparniste im Hausbrand auf 27 Millionen heruntergedrückt werden. So wurden manche industrielle Verbraucher um 50 v H. beschrankt. Hausbrand dagegen nur um 25 v. H Einige Stapelindustrien haben dem Koblenkonttolleirr schon angezeigt, daß die Kohlen- knappheit ihre Betriebe ernstlich gefährde, zu Lohnreduzierungen Anlaß gebe und die Arbeiterschaft mit Entbehrungen bedrohe.
Im August 191? betrugen Londons Vorräte an Hansbrond- kohleu nur 182 000 Tonnen. Anfang März — d. h. an Wirfters- ende — 311 000 Tonnen: für Birmigham waren die entsprechenden Zahlen 2086 Tonnen und 5563, für Liverpool 2368 und 9573.
Beinahe 106 000 Bergleute traten in das Heer ein. und kürzlich gab es in den Gruben 75 060 Arbeiter weniger als vor einem Jahr. Angsd-utet wird, daß weitere Kohlenerfparniste rm Bahntransport vorgenommen werden muffen.
Jetzt, wo der Winter vor der Tür steht, ist Kohlennot das schlimmste Uebel. Wenn die Aussichten für das kohlenreiche England heute schon ch ungünstig liegen, wieviel schlimmer wird
es da erst in den verbündeten Läirdern Frankreich und Italien
ausfcbcn.
nmg am Platze gewesen fei. Zwar wäre man dann einig gewesen in der Kraft und Geschlostenheit, das Vaterland zu verteidigen, eine Ansicht, die dem Vizekanzler den Zuruf eintrug: Das ist ja die Hauptsache! Für ihn aber ist die Demokratisierung wichtiger und das Vertrauen des Auslandes, das man nicht erhalten könne, wenn die Konservativen in der Regierung säßen. Wir brauchten eine unzweideutige, ehrliche und gerade Politik. Wenn die Konservativen jetzt in der Opposition stünden, so leisteten sie dem Vaterland einen Dienst. Mit dem Antrag, der Negierung das Vertrauen auszusprechen, sei er einverstanden. aber verlangt habe er den Antrag ist. Der Abg. Stychel (Pole) spricht unverhohlen aus. daß das neue Polen auf Grund der alten Gebietsteile wiederhergestellt werden muffe, also auch deutsche Landesteile müßten abgetreten werden. Graf Posadowsky (Deutsche Pariei) bemerkte: Schon seit einiger Zeit hallen sich in unserem Verfasiungsleben die Grenzen zwischen gesetzgebender und vollziehender Gewalt verschoben. Dadurch ist zunächst ein sogenannter Kryptoparlamentarismus entstanden. Heute haben wir ein« rein parlamentarische Regierung. Das ist eine Erlösung gegenüber dem bisherigen Zustand. Run misten wir doch wenigstens, wer die Verantwortung zu tr '-n hat. Es ist Sache der Minderheitsparieien. die Maßregeln ^ neuen Regierung sachlich zu prüfen und danach ihr Urteil einzurichten. Sie werden auf jeden Fall die neue Negierung in allen Maßnahmen zur Verteidigung uud Aufrichtung des Vaterlandes unterstützen. (Sehr richtig?) und nicht verpesten, daß die parlamentarischen Regierungen weniger von den Minderheiten als von ihren eigenen Mehrheiten gestürzt werden. Die Gegner der parlamentarischen Reaierung tragen sich anscheinend mit der s Hoffnung, daß nach dem Kriege alles wieder anders sein werde, j Ich halte das für einen großen Irrtum. Wenn ein Land sich die parlamentarische Regierung erobert, dann ist es ganz aus- gefchlosten. daß die alten Zustände wiederkehren. Das könnte nur erfolgen, wenn das deutsche Volk so gleichgültig würde, daß es sich für die Art der Regierungsform gar nicht mehr interessiere. Wenn der Reichskanzler gestern sagte, daß wir das Recht der airderen Nationen in unseren Nationalwillen mit aufsnehmen muffen, so stnd wir damit einverstanden, aber auch das Gluck der anderen Nationen in diesen Nationalwillen aufzunehmen, lehnen wir entschieden ab. Dieser weltbürgerliche Geist hat einst zum Niederbruch von Jena und Auerstädt geführt. Der Redner bedauert dann die Haltung des preußischen Landtags in der Wahlrechtsfrage. Das Echo des deutschen Friedensangebots laste die schlimm st e n Befürchtungen zu. Die Grenzen unserer Zugeständniste seien erreicht. Abgeordn. Ricklin (Elf.) halt eine zweideutige Rede, in der er u. a sagt, die Autonomie für Elsaß-Lothringen komme zu spät. Die elsaß-lothringische Frage sei international geworden. Nachdem der Dane Hansen Nordschleswig für Dänemark verlangt hotte, erklärte der Vizekanzler, daß er rnorgen zu dieser Frage sprechen werde.
Enchert ist %u- LÄcn, zuweilen mehr, als wir wissen, ft'Mver-. stündliche EvLAdlage unseres politischen Handelns, unsere- ganzen Daseins. Eben deshalb rüstet sicher Vernichtunaswills unserer Feinde, gerade gegen diese deutsche Einheit Sturm zu laufen Wenn die Meldung eines holländischen Blattes zu- trlsft, hatte kürzlich selbst der Führer des englischen Liberalis- mus die Wiederauflösung des Deutschen Reiches in Einzelstaaten als Krregszrel aufgestellt. Wir halten Herrn Asquith für m klug, um ihm die Meinung Zuzutrauen, ein Volk wie das deutsche könne gegen seinen Willen in Stücke geschlagen und in Stücken erhalten werden Hat er jenes Ziel aufgestellt, so durfte er zu seiner Erreichung weniger an Mittel der Gewalt als an die der Intrige aedacht haben. Wenn es fetzt zur Auflösung der alten Donaumonarchie kommt und die Deutsch-Oesterreicher bei ihren Volksgenossen im Reiche Anschluß suchen, so mögen sich daraus Verschiebungen des geographischen. konfesstonellen. politischen Schwergewichts im Reiche ergeben, welche unseren Gegnern den Gedanken an seine Intrigen und an Versuche innerer Zerfttzung im deutschen Volke nahelegen können. Unsere Sicherheit gegenüber solchen Versuchen muß in der Klarheit liegen, mit der wir allen Möglichkeiten ins Auge sehen, und in dem festen Willen, ein Volk zu bleiben.
Es wird dann rm Weiteren auseinandergefetzt, daß unsere Feinde die Absicht hegen könnten, die Einheit Deutschlands zu zerstören und das Reich wieder in seine Einzelstaaten zu zer- lp^en. Der Aufsatz schließt: Es geht heilte um die Erlltenz des V-'ches. es gebt um die Grundlage der Eristenz jedes Einzelnen von uns. Aber wir sind fest davon überzeugt, daß es weder der Gewalt noch den Intrigen unserer Feinde gelingen wird den Vau des Deutschen Reiches zu erschüttern.
Arbeiten tttti» nicht nerpMerfelrr!
Von Jürgen Bauer.
Dentrchcr Reichstag.
(Sitzung vom 23. Oktober 1918.)
Es liegt ein Antrag vor, dem Reichskanzler das Vertrauen des Hauses auszusprechen.
In der allgemeinen politischen Debatte spricht der Abgeordn. Haase (Bolschewiki) seine Genugtuung über den Zusammenbruch des deutschen Imperialismus aus. Er polemllftrt gegen den verschärften U-Vootkrieg. Die Friedensresolution solle'man begraben lasten, nachdem der Gewaltfrieden von Brest zustande gekommen sei Man solle so schnell wie möglich zum Frieden kommen, eine Besserung für uns sei nicht mehr möglich, denu tote Krafteanspanung könne nicht mehr überboten werden.' Die Kronen rollten jetzt nur noch so auf dem Pflaster. Warum solle sich Deutschland allein noch einen Kronentcäger halten oder orele Kronenträc er? Es gäbe auch bürgerliche Politiker, die Langten, daß der Gegenwärtige Träger der Krone fein Amt »ckederlege. mt müßten fo schnell wie- möglich zu einem Dauer- kLieden kommen bei dem Gerechtigkeit herrschen müsse. Der ^ekanzrer v Payer lehnte es ab. auf diese Ausführungen ^inzugehen. Er feierte dann die Ereignisse im Innern. Die K rächte, die von der Dernokratie jetzt gepflückt werden, feien Überreif (kaul. D. Schriftl.) gewesen, darum seien sie so rasch and schmerzlos gefallen. Tiefgehen-e Reformen seien noch in Vorbereitung. Der Redner bestritt, daß eine KoaMionsregie-
strr fernen- feraM? nn KnM.
Betlin. 23. Okt. (2BiR) Der Reichskanzler ist an einer leichten Erippe erkrankt.
Prinr Alexander u. Hohrn'ohe.
Di« „Bayr. Landeszetrung" schreibt:
Wie konnte ein deutscher Staatsmann, als den man doch den badischen Thronfolger der 1. badischen Kammer ansprechen durfte, an den Prinzen Alexander Hohenlohe einen Brief schreiben, der wie ein Beichtgeheimnis bewahrt werden sollte?! Um Mißbrauch und Unfug zu verhüten, hatte der Prinz schon einen anderen Vetttr sich beraussuchen sollen, als den, der Ursache hatte, während des Weltkrieges außerhalb Deutschlands in der Schweiz zu verweilen. Man hätte auch von einem Staats- momr voraussetzen dürfen, daß er deutsche Zeitungen liest, in denen von dem Prinzen Hobevkobe erzählt wurde, daß er für franzosenseindlick« Schweizerzeitungen Artikel schreibe, die ihn „hinreichend verdächtig" macken. Hätte Prinz Max mit einem badischen Zeitungsmann vorher über die Sache geredet, so wurde er sicher den Rat bekommen haben, mit Brieten an diese Adresse vorsichtig zu fein. In der Tat hat ein Dritter den Brief des Prinzen Map «nmittelbar n-ack der Uebernahme des Reichs- kanzlerpo'' "eröffentlicht. Ob Hohenlohe dies absichtlich veranlaßt hat, ist nicht nackzuprüfen, aber es gibt Leute, die ihm einen solchen Streich Zutrauen.
Wer Grnkt der Stunde
scheint allwälig auch den demokratischen Herrschaften zu dämmern und sie scheinen zur Einsicht zu kommen, daß sich unsere Feind« nicht mit Redensarten von Völkerbund und ewigen Frieden besänftigen lasten. Für diesen Wechsel der Stimmung ist ein Lritaussatz der frankfurter Zeitung" bezeichnend und der sehr trüb- die Zukunft beurteilt. Wir lesen da:
Die Welt ist in ihren ttefsten Festen erschüttert. Di« uns verbündete Großmacht Oesterreich-Ungarn steht mitten im Zerfall. Unser deutsches Vaterland kämpft bereits auf dem letzten Walle gegen eine Katastrophe, von deren drohender Furchtbarkeit die -.ersten Menschen erstaunlicherweise sich immer noch keine ernsthafte Vorstellung machen. Mit einem unserer Gegner verhandeln wir über einen Rechtsfrieden. Ob auch nur dieser eine seinen laut verkündeten Grundsätzen Treue hallen wird, wissen wir nicht. Daß aber unter seinen Alliietten der Wille. Deutschland zu vernichten, immer unverhüllter, immer rücksichtsloser, immer entschlossener tn den Vordergrund tritt, das können wir leden Tag weniger übersehen. Roch sind wir nicht wehrlos, nicht militärisch und nicht politisch, und es stünde uns schlecht an, an uns selbst zu verzweifeln. Wohl aber ist heute die Pflicht der Menschen, die Geschehnisse dieser Tage und die sich eröffnenden Aussichten bis in die schlimmsten Möglichkeiten hinein ernst zu nehmen. Das alte Habsburgerveich wird nicht von außen zerschlagen. Wenn es sich auflöst, tut es das. weil seinen Völkern der Wille zum geineinsamen Leben fehlt. Unser Deutsches Reich ist nur von einem Volk« bewohnt, und der Wille zur
Wenn etwas geeignet ist. daß deutsche Volk in diesem Augenblick aufzurichten, so ist es das Wort von Thomas Car- lyle' „Arbeiten und nicht verzweifeln'" Denn klar müssen sich alle Kreise unseres Volkes darüber fein, daß unsere weltpolitisch« Geltung auf keinem besseren Grunde wieder aufgerichtet wer- den kann als auf unserer' weltwirtschaftlichen Geltung, die wir nack dem Kriege — sei es in noch so harter Arbett — wieder» aufrichten müssen 9koch steht es im Augenblick nicht fest. inwi«. weit uns der Friedensvettrag dis Möglichkeit wieder gebe» wird, unsere wirtschaftlichen Kräfte zur Entfaltung zu bringen. Die Gefahr, daß unsere Feinde bestrebt sein werden, die Lebensadern deutscher Arbeit obzuschnüren, ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Unsere Friedensunterhändler werden daber mit allem Nachdruck darauf zu bestehen haben, daß die von Wilson am 27. September aufgestellte Bedingung daß es keine selbstischen wirtschaftlichen KombiNationen geben darf, kein, Anwendung eines wirtschaftlichen Boykotts in ttgendeiner Fora, o-der Ausschließung nur unter die Paragraphen aufgenom« men wttd. svnd»rn auch dem Geiste nach zur Durchführung ge« langt.
Aber was auch kommen rnag. das deutsche Volk darf stch nach dem Kriege keiner unfruchtbaren Verzweiflung hingeben. Das Vertrauen auf die in unserem Volkskorper wurzelnde unverwüstliche Kraft muß auf jeden Fall, aber auch auf jeden Fall, stark genug sein, olle Hände in Tätigkeit zu setzen, wenn es gilt, das Haus unserer Arbeit imi zu zimmern. Neid und Haß. in Ueberfülle auf uns gehäuft, find niemals um das Geständnis her um gekommen, daß der Deutsche fleißig ist und zu arbeiten versteht. Mir fiel kürzlich ein vor dem Kriege verfaßtes Buch eines englischen Gewerkschaftsführers in die Hand, aus dem das hohe Lied der deutschen Arbeitsorganisation und Arbeiterfürsorge und das Zugeständnis der englischen Rückständigkett aut diesen Gebieten klang. Aber die Arbeit, die wtt nach den Kriege zu leisten haben, wird weit hätter sein, als die vo, dem Kriege. Deshalb verzweifeln zu wollen und nicht gerad, deshalb alle Kräfte zusammenzuraffen, würde deutschem Weser nicht entsprechen. Die Folge entsteht nun. ob für die deutsch» Volkswirtschaft — einigermaßen günstiger Wirtschaftsicher Frie. densvertrag vorausgesetzt — die Bedingungen zu ersprießlicher Arbeit und schnellem Wiederaufbau gegeben sein werden. Dabe? muß zunächst das Verlangen aufgestellt wrden, daß wir uns über die richtigen volkswirtschaftlichen Grundlagen für dk ..Uebergongszeit" genannte Zeitspanne nach dem Kriege klar sein müssen. Am 17. April d. I. erklärte der Ünterstaatssekre- tär im Reichswirtschaftsamt. Dr. Eöppert. daß die Regierung nicht beabsichtigt, die Friedenswirtschaft in Bahnen zu lenken, die für geeigneter gehalten werden als die Bahnen, in denen unsere Wirtschaft in Zeiten des Friedens, bis zum 30. Juli 1914 gelaufen ist. Das heißt mit anderen Worten, daß die Zwangswirtschaft des Krieges keine Fortsetzung oder Verewigung er» fahren soll. Aber seit einiger Zeit treten allerhand falsche Pro. pheten auf, die dem deutschen Volk das Heil einer sogenannten „Eemeinwirtsckaft" oder „gemischten Privatwirtschaft" vorspi.' geln. die.in Wirklichkeit nichts anders sein würde, als eine Erdrosselung aller zu wirtschaftlicher Betätigung drängenden Kräfte, als eine Fottführung der von Arbeitgebern wie Arbeitnehmern gleichermaßen als unleidlich empfundenen Kriegs« Zwangswirtschaft. Zu staatssozialistischen Experimenten ist iv dem Augenblick, der der Zusammenraffung aller Kräfte gehoreii muß, kein Raum. Und was die Verwirklichung sozialistischer Ideen für unser Wirtschaftsleben bedeuten würde, dafür bietet dem deutsckxm Arbeiter die bolschewistische Wirtschaftsordnung.
— die in Wahrheit gar keine Ordnung ist, — das beste Beispiel. Selbst der russische Arbeiter beginnt einzusehen, daß seine Lage unter diesem System, in dem er dem Namen nach zum Besitzen aller Arbeitsmittel geworden ist, sich nicht gebessert hat. Was jeder vernünftigen Wirtschaftsordnung Ziel sein muß. die Leistungsfähigkeit zu steigern, hat der Wirtschafts-Bolschewismus bis jetzt nicht erreichen können.
Wenn wir in der Uebergangswirtschaft unsere Leistungen auf ein Höchstmß zu bringen gedenken, so müssen wir vor allen Dingen im Besitz der Wertarbeit erzeugenden Rohstoffe sein. Die Verminderung des Schiffsraums, der Rohstoffhunger der ganzen Welt sprechen natürlich dafür, daß es rmA erst allmählich


