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Uirmmer 246 Einzelpreis »L UL Samstag, den 19. Oktober 1818

erre Tageszertr

IU Jahrgang«

Dip «L ene Taeesreituny" erichemt irden Werttar. Regelmäßige BeilagenDer Hauer aus Hesse«",We Spinnkube". Herugspreis: Bei den Postanitalten oierrel,äyrttch Ml. 2.7l hinzu tritt noch bas Bestellgeld: bei den Wnenter monailich 1.00 Mk. einschließlich Trägerlotin. Anzeigen: Grundzeile 2 b Brg., totale 20 Zig^ Anzeigen von auswarrs werden durch Bo tnachnadntt erhoben. Eriüllunnsorr ^rieddera. Schrittleiluna und Uerlag <riedberq (Hesten). ^anauerstraße 12. ^ern'vrecher 18 . Boiti Keck- Lonro Rr. 18»9. l nk Frankfurt a. M.

Rückmartigv Linien bezogen.

G^cnde, Tonrroing, Nouvair. Kille und Donar geräumt. Die Schlacht zwischen Ke Caieau und der

Oise von neuem entbrannt; die feindlichen Angriffe gcjchci^ert.

Her deutsche Generalstal» .. meldet: _

*h, Y'. H. O^otzes Hauptquartier, den 18. Oktober Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

In den letzten Tagen haben wir Teile von Flandern und Rordsrankrcich mit den Städten Ostende, Tourcoing. Roubaix. Lille und Douai geräumt und rückwärtige Linie bezogen. Zwischen Brügge und der Lys stieß der Feind gestern vielfach mit stärkeren Kräften n^ch. Er wu.rde abgewiesen. Englische Kompagnien, die nördlich von Kortrik über die Lys vordrangen, wurden im Gegenangriff wieder zurückgeworfen. Oestlich von Lille und Douai besteht nur lose Eesechtsfühlung mit dem Gegner.

Zwischen Le Eateau und der Oise ist die Schlacht von neuem entbrannt. Engländer, Franzosen und Amerikaner suchten wiederum unter Einsatz gewaltiger Kampfmittel unsere Front zu durchbrechen. BeiderZe'ts von Le Eateau sind An­griffe des Feindes vor unseren Linien gesheilert. Oertliche Einbrucksstellen wurden im Gegenstoß wieder gesäubert. Zwi­schen Le Eateau und Aisonvillck drang der Gegner an einzel­nen Stellen in unsere Linien ein. Rach wechfelvollem Kampfe brachten wir den Feind vor unserer Artillerie an der von Le Eateau nach Wastigny führenden Straße, bei Le Vallee Mu- latre und Mennepret sowie nordöstlich von Aisonville zum Sieben Wo der Feind darüber hinaus vordrang, warfen ihn unsere Gegenstöße wieder zurück. Aisonville und die südlich anschließenden Linien wurden gegen mehrfachen Ansturm des Feindes geballen. Auch am Nachmittage sind vor ihnen er­neute Angriffe gescheitert. Ebenda blieben die gegen die Ost­front nördlich von Origny gerichteten feindlichen Angriffe ohne Erfolg.

An der Aisne setzte der Gegner seine heutigen Angriffe öst­lich von Olizy fort. In hartem Kampfe wurde er abgewießm. Preußi-cke Jäger fübrten westlich von Grandpre. Brandenbur­ger und Sachsen auf dem Ostufer der Maas erfolgreiche An- ariffsunterne-^munaen durch.

Der erste Gensralquartiermeister: Ludendorff.

Ns-r'sfekrrtär des Reichsschatzamtes Graf Roedern lidcr die Kriegsanleihe:

Ob Krieg, ob Friede», die Zeichnung der Kriegsanleihe bicibt in jede,» Kalle das Gebot der Stunde.

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Adendbericht.

V-rlin. 18. rrt., abends (MB. Amtlich.)' Zwischen L En ?LU und der Oise sind erneute Durchbruchsversuche des Feir des gescheitert.

Auch in Flandern nördlich der Lys lmd an der Aisne bei derfeits von Bouziers und westlich von Grandpre wurden hej tige feindliche Angriffe abgewiesen. An der Maas ruhige Tag. #

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II

Der ssierreichilche Generalftab meldet:

Wien, 18. Okt. (WB.) Eeneralstabsbericht. Amtlich wi rerlautbcrrt'

Italienischer Kriegsschauplatz: Westlich des Gardase.

schlugen Abtetlungen des Tiroler Landsturmbataillons Nr. 1 i einen italienischen Vorstoß Drück. Auch sonst lebhaftere G sechtstätigkeit.

Albanischer Kriegsschauplatz: In Albanien keine größer« Kampfhglbdlungen. An der westlichen und im Tale der siü tchen Morawa scheiterten serbische Angriffe.

Der Qhes de» Generalstabe».

Die Kämpfe in Flandern und Frankreich.

Berlin, 18. Oktober. Tie Behauptung Wil­sons. da^ wir auf unserem Rückmarsch in Flandern und in Nordsrankreich mutwillig Städte und Dörfer zerstört hätten steht in allen Pur kten mit der Wahrheit in Widerspruch. Nur was vom militärischen Standpunkt aus unbedingt not­wendig war. ist zerstört worden. Tie deutsche Heeresleitung hat ausdrücklich befohlen, jede mutwillige Zerstörung zu unterlassen. Wenn es trotzdem zu einer Massenflucht der Be­wohner gekommen ist lo trägt nicht die deutsche Kriegfüh­rung daran die Schuld, sondern allein das feindliche Ar- lilleriefeuer und die feindlichen Fliegerangriffe. Die deut- Vfa Heeresleitung hat kein Interesse daran, die wichtigen Berbindungsstraßen des Hinterlandes mit Flüchtlingen voll­zupfropfen. Sie kann es andererseits aber nicht verhindern, daß die Bewohner aus Furcht vor den Geschossen ihrer eigenen Landsleute unter Zurücklassung von Hab und Gut fliehen.

Tie Räuniung des Teiles der flandrischen Küste bis hart östlich Ostende, die planmäßig und unter Mitnahme alles nur irgendwie beweglichen Materials ohne Einwirkung des Feindes erfolgt ist. war für die deutsche Heeresleitung sicher cin schönerer Entschluß. Militärisch wertvolle Stützpunkte sind damit aus der Hand gegeben worden, aber es besteht die zuversichtliche Erwartung daß die Räumung auf unsere Kriegführung keinen erheblichen Einfluß haben wird. Die Räumuna konnte so sorgfältig vorbereitet werden, daß der Feind aus ihr keinen nennenswerten Vorteil wird ziehen können. Tie Boi arbeiten der Räumung sind bereits seit längerer Zeit iin Gang, was zur Folge hatte, daß die er­wähnten Stützpunkte ohnedies für die aktive Kriegführung nkftt mehr in Betracht kg inen, ohne daß sich hieraus eine nachteilige Wirkung für unsere Kriegführung gezeigt hätte. Jedenkalls ist es für uns viel wichtiger, unser Heer schlag­fertig zn erhalten, als daß wir fremden Boden unter allen Umständen zu verteidigen suchen. Sicher ist. daß beim weiteren schrittweisen Zurückachen ohne unsere Schuld das belgische Land allmählich verwüstet werden wird.

Die Angriffe gegen die Türkei.

Berlin, 18. Oktober. Auf dem Kriegsschau­platz in Palästina sind Araberstämme, die sich bisher ruhig verhielten, von englischen Offizieren aufgewiegelt worden. Bor etwa zwei Wochen erschienen vor Alexandrette zwei eng­lische Torpedoboote und es soll mit deni türkischen Platz- komniandanten verhanoelt worden 'ein. Ter Zweck des Er­scheinens der Kriegsschiffe war, Erkundungen für etwaige' Landungen auszuführen. Auf dem mefopotamifchen Kriegs­schauplatz bat ein stärkerer feindlicher Erkundungsvorstotz gegen die türkische Fcttahstellung begonnen. Englische Panzerwagen sind auf dem westlichen Tigrisufer vorge­stoßen. Auch englische Kavallerie ist in beträchtlicher Stärke im Vormarsch. Ihre Absicht ist wahrscheinlich eine Um­gebung der Fellahstellung und die Besetzung von Mosul. Auf dem europ-üisen K'.iegsschauplatz der Türkei hält man eine Landung von Verbandstruppen bei Tedeagatsch für be­vorstehend Auch mit einem starken Angriff auf die Dar­danellen und gegen die Mariatzstellungen wird gerechnet. Der Verband wird sich dabei der bulgarischen Bahnen zu einem Angriff gegen die Nordwestgrenze der europäischen Türkei bedienen

Protest Rustlands.

In einem Funkspruch vom 13. Oktober protestiert Ruß­land gegen die Absicht, die Nandstaaten unabhängig zu machen, da das nur eine Ersetzung der Deutschen durch die Engländer oder Amerikaner bedeutet. Die Nachricht wird bestätigt in einem Artikel mehrerer in den besetzten Gebieten erschienenen Blätter, wo gesagt wird, daß sowohl Deutschland wie auch Ruß­land jetzt und in Zukunft nicht zulasten können, daß sich an der wichtigen Ostseeküste irgendwelche anderen Staatengebilde zwi­schen sie drängen. Hier brauchen Rußland und Deutschland eine gemeinsame Grenze, andernfalls würde trotz Völker- bundgedanken und internationalen Garantien das vielzitierte Mort vom neuen Balkan zur Wirklichkeit werden. Die bal­

tischen Länder würden auf Jahrzehnte hinaus nicht zur Ruh kommen.

Bolschewismus.

Als am Mittwoch Unter den Linden in Berlin eine an si4 nicht bedeutende Demonstratton der unabhängigen Sozialdemo kraten stattfand und von der Schutzmannschaft auseincmderge trieben wurde, soll, wie die ..Kreuzzeitung" behauptet, aus >> russischen Votsckxrflsgebäud.e durch Winke und Zurufe dic u | stimmung zu dieser Demonstration zum Ausdruck gebracht den sein. Wir wisten nickt, ob das rickUg stt. möglich w wohl, denn einzelne unabhängige Sozialdemokraten ve e. in der russischen Botschaft. Die ..Kreuzzeitung" fordert. ! ch es schon einmal getan hat, die Regierung auf. bei Herrn vorstellig zu werden, und drückt im Zusammenhang dami Genugtuung aus. daß der ..Vorwärts" heute in einem b r kenswerten Artikel sich mit den Unabhängigen N^r und fa auselnandergefebt und denVolfcbewiki" zugeriüen habe, sollten ihre kindischen Renommistereien lasten und erst einma zeigen, ob sie ein Volk frei und satt machen könnten. Aber dies- Haltung der deutschen Sozialdemokratie, meint kne ...Kreuqgta/' dürf nickt darüber binwegtäuscken. daß die Gniahr des Bollche wismus für Deutschland in hohem Maße bestehe, und das kon dürfte nickt darüber himvegtäuschen. daß die Gefahr des Bolschs wismus sich alle Parteien und alle Stände zusammenfind« müßten, denn man dürfe den Kopf nickt in den Sand stecken und könne den Kampf nur durch eine geschickte und überzeugende Au^ klörunaLarbeit erfolgreich führen.

Auch denr ..Vorwärts" scheint die Sache bedenNich zu werden indem er schreibt'

In einigen Fabriken Groß-Berlins sprechen mancke Leut- non einer Negierung Haase-Ledebour als von einem kommen den Ereignis. Haase-Lsdebour ist für sie ungefähr die dentsch- Uebersetzung von Trotzkij-Lenin. Die Regierung Haase-Ledebom soll die Diktatur des Proletariats verköri>ern. die auf die 5>er» sckaft der Arbeiterräte gegründet sein soll Kennten die Phan tasien das russische Vorbild, so würden wahrscheinlich auch sir nicht glauben, aus diesem Wege ettvos für das zukünfti"e Glüp des Volkes erreichen zu können. Ob der Bolfcheroismus fetr dazu kommen wird, das russische Volk glücklich zu macken, ft noch sehr die Frage. Wir appellieren an die Eikisich^iaen ui»* an das Gewissen der Genosten, die in Jahrzehnten des Klaffen. kampfeZ geschult sind. Törichte Streiche maä-en wir nicht mit/

Girre D-rurd »ebung ans ^ayren.

Die außerordentliche Tagung der bayerischen Kam, :: wurde mit einer großen Rede des Ministerpräsidenten v. 7 ,.di über die äußere und innere Lage eröffnet. Wir hebe cxü der Rede folgende Stellen heraus:

Höchstes und letztes Erbot ist es und muß es bleib- die Einheit und Geschlostenheit der deutschen Ration zu e7 -ttek und die Grundlage zu sichern, aus der sie wieder gesunde. . 7 erstarken kann im freien, ehrlichen Wettbewerb mit den . ^ ren Völkern, der er ihre Zukunft neu aufbauen kann.

Nicht jeden Frieden werden wir annehmen. Ein Fr '>, her uns als Volk zerstückeln wollte, der uns unsere Zusam,. :> gehörigkeit und die wirtschaftlichen Bedingungen des Lebe ..5 raubte, wäre nicht zu erstreben. Er müßte die letzten Kräst« zur Entscheidung wachruten.

Dauernd kann der Friede nur dann sein, wenn er nicht deitz Keim zu einem neuen Kriege in sich trägt. Ein Friede, de, ein Volk knebelt und damit seine nationale Würde verletzt und seine Zukunft zu vernichten droht, würde von einem großen Volke nie auf die Dauer ertragen werden können Es müßte zu einem neuen Waffengang fuhren, zu neuen Morden, das der Welt erspart bleiben möge. Würden uns Bedingungen zug« mutet, die in entehrender Weise unsere nationalen Lebensbe- dingnngen zu zertrünrmern drohen, dann würde, des bin ich sicher, ein neuer Sturm der Entrüstung sich im ganzen Reiche er­heben, ein Sturm von nicht geringerer vaterländischer Begeiste­rung und ernsterer Entschlostenheit. wie wir es im Jahre 1914 erlebt haben. Das deutsche Heer, das deutsche Volk ist nicht so zu zermürben, daß sie sich gegen Vergewaltigung nicht mehr zm wahren vermöchten. Alle Kräfte bis zuletzt würden sich neu auftasfen, und die ganze Ration würde einig sein in dem Wil- len, das Vaterland vor Schande und vor Untergang bis zum äußersten zu verteidigen. Dem Dernichtungswillen der Gegner, wenn er aufrecht erhalten bliebe, setzen wir den Willen zum Leben entgegen. Das ist der stärkere Wille, mit dem eine R<d- tion von 67 Millionen sich, komme, was kommen mag, beham»- ten ©teb*