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Unmmer £40 Gnftlpreis d.° k-L'?- Samstag, den 12. Oktober 1918LI. Jahrgang.

Die ..L ene ö anesreitnng" erscheint jeden Werktag Regelmäßige Beilagen ..Der Flauer aus Hessen",die Spinnssube". Ke?ugspreis: Bei den Postanstaiten ocerreljährlich Mk. 2.7» hin'.u iritt noch das Bestellgeld: bei den Aaenten monatlich 1.00 Mk. einschließlich Trägeriodn. Anreigen: Grundieile Psg lokale 20 Big^ Anzeigen von auswäns werden durch Voitnachnadm» erhoben. Erfüllungsorl Friedberg. Hchriftleitnny und yerlag 'riedberg sHessen). ^»anauertraße 12. ^erniprecher 48. Post, check.Lonlo Nr. 483«. Amt Frankfurt a. M.

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Uor der deutschen Antwort.

Erfolgreiche AdmehrKämpfe im Westen. Deutsche Dataillone im Kampf mit den Kerben.

Im September 7i3 feindliche Flugzeuge abgeschosten.

Der deutsche Generalstab meldet:

W. Kaupr^narriev, dr.r

11. GüLoher Amtlich. ^

Westlicher Kriegsschauplatz.

Südwestlich von Doual setzte der Feind zum Angriff gegen den Trimquige-Abscl'Nitt südlich der Scarpe an. Kana­dische Regimenter, die über Sailly hinaus vorzubrechen versuch­ten. wurden unter schweren Verlusten zurückgeworfen. An der Schlackt front östlich von Cambrai und St. Quentin sind starke Angriffe des Feindes gegen unsere neuen Stellungen und ibre im Vorgelande belassenen Vortruppen gescheitert. Der Feind lland am Abend etwa in Linie Raves-St. Vaast auf den Höhen westlich von Solesmes und Le Chateau, westlich der Linie Souplet-Vaur, Aubigny-Aisonville und auf dem Westufer der Qife zwischen Qrigny rmd La Fere.

Teilangriffe des Gegners bei Berry cru Vac an der Aisne. <ro der Suippes und Arnes wurden abgewiefen. Zwischen St. Etienne und der Aisne haben wir unsere Truppen in ruckwär- tige Linien, beiderseits von Grandpre. auf das Rordufer der Aire plangemäß vom Feinde ungestört Zurückgenommen. Auf dem westlichen Maasufer setzte der Feind erneut zu starken ver­geblichen Angriffen beiderseits der Straße Charpentry-Ro- magne an.

Auf dem östlichen Maosuser griff der Amerikaner tagsüber mit starken Kräften zwischen Sivry und dem Haumont-Walde on. Brandenburgische. sächsische, rheinische und österreichisch- nngarische Regimenter schlugen in hartem Kampfe alle Angriffe des Feindes ab. Das österreichisch-ungarische Infanterie-Regi­ment Rr. 5 unter seinem Kommandeur Oberstleutnant Popelka zeichnete sich hierbei besonders aus.

Im Monat September wurden an der Westfront 7 7 3 feindliche Flugzeuge, davon 125 durch Flugabwehr­kanonen, und 95 Fesselballone vernichtet. Hiervon sind 450 Flugzeuge in unserem Besitz. Der Rest ist jenseits der feind­lichen Linien erkennbar abgestürzi. Trotz der vielfach großen zahlenmäßigen Aeberleg-enheit des Gegners haben wir im Kampfe nur 107 Flugzeuge verloren. Der erfolgreiche Kampf in der Luft schuf die Gruirdlage für das tatkräftige Eingreifen unserer Flieger bei dem Kamps auf der Erde. Durch Auf­klärung bei Tag und bei Nacht, durch Bombenangriffe gegen militärisch wichtige Ziele im feindlichen Hinterlande und durch Angriffe auf dem Schlachtfelde mit Maschinengewehren und Wurfminen haben sie Infanterie und Artillerie überall wirk­sam unterstützt. Trotz hartnäckiger Angriffe des Feindes auf unsere Fesselballone, bei denen wir 103 einbüßten, konnte der Gegner unsere sich rücksichtslos einsetzendon Beobachter an ihrer erfolgreichen Tätigkeit nicht hindern.

Südlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz neu eingetroffene Truppen stehen in der Gegend südlich von Risch in Gefechts­berührung mit Serben und Franzosen.

Der erste Generalquartiernwister: Ludendorff.

ekö, öas nicht schafft,

ist tote Kroft $

<0ßld, öas jetzt ruht, wiröSchnwunööiut. Zeichne öie Neuntel

Avendberlcht.

Berlin, 11 . 0kt,. abend- (WB. Amtlich.) Vor unser n neuen Stellungen östlich von Eambrai und St. Quentin «nd auf beiden Maasufern lind feindliche Angriffe gescheitert. Nochöstlich von Tambcai haben sich erneute Kämpfe entwickelt.

Der österreichische Generalstak meidet:

Wien, 11. Qkt (WB.) Amtlich wird verlautbort:

Italienischer Kriegsschauplatz: An den Eebirgsfronten viel­fach Kämpfe von Sicherungs- und Erkundungsabteilrngen.

Balkan-Kriegsschauplatz: Der Uebergang über den Skumbi blieb der italienischen Reiterei auch gestern vermehrt. Prizren und Pristina wurden durch unsere Truppen geräumt. Auf den Höhen nördlich von Leskovac stehen deutsche Bataillone im Kampf mit den Serben. Hinter der Armeeiront mehrfach Ban- deukämpfe.

Westlicher Kriegsschauplatz: Unsere Regimenter bei Ber-

dun bestanden auch gestern erfolgreiche Abwehrkämpfe.

Ter Ches des Genkralftabe-.

jj Das türkische Hauptquartier H y=== meldet: 11

Konstantinopcl, 9. Qkt. (WB.) Generalstabsbericht. Un­veränderte Lage auf allen Fronten.

Die Ansichten auf Frieden.

Berlin, 11. Qkt. 2 Uhr nachrnittags. Der schweizerische Ge­sandte in Berlin hat heute, Freitag, die Rote Lansings erhalten und hat sie unverzüglich der deutschen Negierung übermittelt. Wie wir hören, wird Deutschland, wenn irgend möglich, noch heute antworten. Es ist anzunehmen, daß die deutsche Antwort an die Derhandlungsmöglichkeiten an­knüpft, die in der amerikanischen Rote enthalten sind. Auf deutscher Seite besteht die Absicht, jede unnötige Verzögerung zu vermeiden. Man hofft, bis Mitte nächster Woche bereits im Besitz der endgültigen Antwort des Präsidenten Wilson zu sein.

Die deutsche Antwort.

Berlin, 11. L^t. (WB.) DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt redaktionell: Die Antwortnote der deutschen

Regierung ist, wie schon bekannt, zwar ihrem Prinzip nach und in ihrem politischen Sinn f e r t i g g e st e l l t, sie wird jedoch heute noch nicht abaehen, da es die Wichtigkeit und die Trag­weite der Angelegenheit erforderlich erscheinen lassen, daß auch der Reichstag und der Bundesrat dazu sich äußert. Der große Ausschuß des Reichstags wird, wie wir von parlamentarischer Seite hören, morgen zusammentreten und so Gelegenheit haben, die Rote kennen zu lernen. Ebenso wird sie dem Bundesrat als dem verfassungsmäßigen Organ der verbündeten Regierungen und Träger der Reichssouverärrität vorgelegt werden. Erst dann, also wahrscheinlich morgen, wird die Rote an die Schweiz zur Vermittlung übergeben und vermutlich auch gleich­zeitig veröffentlicht werden. Wie wir hören, ist die Antwort­note des Präsidenten Wilson heute über die Schweiz hier ein­getroffen. Worauf die erhebliche Verzögerung von etwa 36 Stunden zurückzusühren ist, steht noch dahin. Der Inhalt der Rote ist nach den bisherigen Veröffentlichungen ja bekannt.

Zu Friedcnsbesprechungen bereit.

Genf, 11. Qkt. DerCorriere" meldet, daß die allgemeine politische Lage für Friedensbesprechungen günstig sei. Ita­lien sei in Verbindung mit den Alliierten zu Friedensbc- sprechungen b e r e 11.

Neue Beratungen Wilsons.

Haag, 11. Qkt. DieAssociated Preß" meldet aus Wa­shington, Wilson habe eine Konferenz mit General March und Lansing gehabt. Man weiß, daß der Präsident bereit sein wird, zu handeln, sobald Prinz Max auf seine Fragen ge­antwortet haben wird.

Englisch-französische Besprechungen.

Haag, 11. Qkt. Aus London wird gemeldet: Lloyd George, Vonar Law, Lord Roberts und Lord Cecil, sowie der General- stabschef General Watson sind aus Frankreich zurückgekehrt, wo sie Besprechungen mit Clemenceau, Orlando, Pichon, Sonnino und den alliierten Chefs von Heer und Flotte hatten.

Ukrainische Stimmen.

Kiew, 8. Qkt (WB.) DieNewa Rada" schreibt: Das

Friedensangebot unter Anerkennung des Wilsonfchen Planes bedeutet einen Habenpostcn der Mittelmächte. Die Lage Deutsch­lands ist durchaus nicht hoffnungslos, nicht einniarl sehr schwie­

rig, da die Widerstandsfähigkeit Deutschlands sich als fest und unbegrenzt erwiesen hat. Die letzten Veibandserfoige an de: Westfront haben nichts Entscheidendes Weite Vefatzungtzge. biete in Ost und West, sich erweiternde Einflußgebiete in den neutralen und neu entstehenden Staaten, die weitere Entfnb tung der Technick, der Unterseebootkrieg und die hohe Ausbil» düng des deutschen Heeres ermöglichen ihm die Weiterführung des Krieges bis zm Erschöpfung des Verbands. Dieser hat keinerlei Grund, das Angebot zurückzmveifen. Die ganze Kul­turwelt. auch die Ukraine, müssen das Angebot unterstützen. Der ..Kiowskaja Mysl" schreibt: Die Friedensnote Deutschlands be­deutet vielleicht den Beginn einer neuen Zeit in der Geschichte der Menschheit. Die Rede des neuen Kanzlers gehört zu den politischen Ereignissen, deren Bedeutung weit über die Grenzen Deutschlands hinausgehen und zeugt von Voraussicht und Elastizität der deutschen Politik. Die gesteigerte Rolle des de­mokratischen Grundsatzes bei der Auflösung des Weltkriegen muß ein ganz besonderes Gefühl frohen Mutes schassen, cfj Zeichen, daß der Krieg nicht nur zerstört, sondern auch Neuco schafft.

Günstige Aussichten.

Bern, 11. Qkt. DieNeuen Zürch. Nachrichten" berichten: In gut unterrichteten Schweizer politischen Kreisen hält man dafür, daß die Waffen noch vor Weihnachten ruhen werden. Es wird geltend gemacht, daß selbst, wenn der jetzige Gedankenaustausch zwischen Deutschland und Amerika noch kei­nen unmittelbaren Erfolg hätte, höchstens noch eine letzte Kurve bis zu diesem zu überwinden wäre. Die Friedensaussichten werden auch an der Schweizer Börse für durchaus günstig an­gesehen. Die Nüstungs- und Kriegspapiere fallen fortgesetzt im Kurs.

2 zu b.

Genf, 11. Okt. DerTemps" meldet aus Rewyork, daß die Wetten für ein Kriegsende bis Ende November dieses Jah­res nach Bekanntwerden der Wilsonschen Antwort auf 9 zu 1 stehen. Am 1. Oktober standen die Wetten noch 3 gegen 1 für einen Frieden nach dem 31. Dezember und 1 zu 2 für einen Frieden bis 31. Januar.

Dsr Seekrieg.

London, 10. Okt. (WB.) Das Reuterfche Bureau meldet über die Torpedierung des japanischen DampfersHinrano Maru": Der Dampfer wurde in Höhe der irischen Küste tor­

pediert. Mehr als 200 Personen sind umgekommen.

London» 10. Qkt. FWB.) Reuter. Der PostdampferLeln- ster" (2646 Vrt.) wurde zwischen Dublin und Holyhead torpe­diert.

London, 11. Okt. (WB.) Rach derDaily Mail" sind von 700 aus dein DampferLeinster" fahrenden Personen nur 150 gerettet worden.

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