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Nummer 239 Einrchreig b ]°

Freitag, den 11 . Oktober 191 ^

II. Jahrgang.

Dtp ,1 ene Eaoeszeitnng" ericheint irden Weriiar. Regelmäßige BeilagenOer Kauer aus Kellen".Oie SptnnSabe". Se»uqspr,l»: Ge, den Poitanstäiten o>erlel,ähriich Ml. Z7( hinzu tritt noch das Bestellgeld; ^ei den 'Anenten monatlich. 1.00 Mk. einschließlich Traqerlotm. Anreiqen: Grund.cOe Psg., vokale 20 llrq., Än»eigen von auswans veroen durch Bo.'tnachnahmß erhoben. ErtüNunoson Friedbera. Schrittleituna «nd Serlaa rredbe^a s^e-ieni ananertraqe 12. vern nrscher 43. Zoiti «ieck» Loato Gr. 48V». ln' 'yrontsnrt a. M.

J» gespannter Erwartung

Noch steine Animort an Wilson. Rückwärtige Stellungen bezogen, Cambrai geräumt.

Nene Angriffe gescheitert.

M. <*. Trotzes ganptquartiev. den 10 . Oktober Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem Schlachtfelds zwischen Cambrai und St. Quen­tin nahmen wir rückwärtige Stellungen ein. Cambrai wurde von uns geräumt. Durch erfolgreiche, von Panzerwagen untex­stützte Gegenangriffe, die uns am Abend des 8. 10. südöstlich von Cambrai wieder in d-en Besitz von Seranv-llers und der Höhen beiderseits von Csnes brachten, haben in erster Linie b-ayerische und rheinische Regimenter, sowie Truppen der deut­schen Jäger-Division die Loslösung vom Gegner wesentlich er­leichtert. Im Laufe des gestrigen Tages ist der Feind beider­seits der Römerstraße in Richtung Le Chateau mit stärkeren Kräften gefolgt. Unsere Bortruppen wehrten seine hier in Ver­bindung mit Panzerwagen angesetzte Kavallerie ab; stärkeren Insanterieangrifsen wichen sie schrittweise kämpfend auf ihre neuen Stellungen aus. Am Abend stand der Feind östlich der Linie Bertry-Bufigny-Vohain.

In der Champagne wurden feindliche Teilangriffe bei­derseits von St. Ctlenne abgewiesen. Zwischen den Argonnen und dem Rücken von Ornes brach der Amerikaner, am östlichen Maasufer in Verbindung mit Franzosen, erneut zu einheitlichen Angriffen vor. Am Rande der Argonnen scheiterten sie unter schweren Verlusten für den Gegner. Cornay. in das der Feind eindrang, wurde wieder genommen. Hauptstoß der zwischen Aire und Maas geführten Angriffe war gegen Commerance und Romagne gerichtet. Beide Orte blieben nach wechselvollen Kämpfen in unserer Hand. Den über Romagne und östlich da­von bis Cunel vordringenden Feind warfen badische Regimen­ter wieder zurück.

Auf dem östlichen Maasufer schlugen wir den Feind bei und östlich von Siory ab und nahmen Sivry, das vorüber­gehend verloren ging, wieder. Nordwestlich und östlich von Deaumont ist der Ansturm des Gegners vor den Linien öster­reichisch-ungarischer Jäger und rheinischer Regimenter geschei-

Der erste Generalquartiermoister: L u d e n d o r f f.

Die Schanzen

üuf denen der Deutsche in der Heimat für seine -igeue und seines Volkes Zukunft ficht, sind

die Schalter

an denen man Krtegoanle»he zeichnet!

Abendberrcht.

Berlin, 10. Okt., abends. (WTB. Amtlich.) Vor unseren Neuen Stellungen an der Schlachtfront östlich von Cambrai und S1. Quentin und aus beiden Maasufern sind feind­liche Angriffe gescheitert.

rr iii . . .

f Der österreichische Oencraistab

... _ meldet: s== =;

Wien, 10. Ott (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- lautbart:

Italienischer Kriegsschauplatz: Stellenweise lebhaftere ita­lienische Crkundungslätigkeit.

Balkan-Kriegsschauplatz: An, Skumbi scheiterte der Ueber- xang italienischer Reitecabteilungen. Nordwestlich und nördlich von Leskuvac haben sich Kämpfe entwickelt. Hinter unserer Front wurden serbische und montenegrinische Banden aufgc- r ieben.

Westlicher Kriegsschauplatz: Nördlich von Verdun bei

Becrumont schlugen unsere Jäger im Verein mit rheinischen Re- mmentern schwere Anstürme siegreich zurück.

Der Chef des Generalstabcs.

U 4 , --- ,

f Das türkische HanptqrmrLier !!

meldet:

Konstantinopcl, 8. Okt. lWV.) Generalstabsbericht.

Palästinafront: Der Feind drang auch gestern nicht vor

über die allgemeine Linie BeirutZahle. Sonst keine Gefechts- Handlung. Von den anderen Fronten nichts Neues.

Vonchrg imler tmdlichkÄ fntfr.

Berlin. 9. Oft. (WBZ Auf V o u z i e r s. in das General Gourand am zweiten Angriffstag einziehen wollte, liegt schwe­res Fernfeuer. Auch diese bisher unzerstörte Stadt geht damit ihrer Vernichtung entgegen. Sollten die Deutschen die von französischer und amerikanischer Artillerie geschaffene Trümmer- ktiftte jemals räumen, so wird die Ententepropaganda die üb­lichen Racheschreie ausstoßen, daß die Deutschen Vouziers ver­nichtet hätten.

Berlin, 10. Okt. Am 7. Oktober beschossen die Amerikaner Vouziers mit weittrageuden Geschützen.

Die Dermüstung Frankreichs.

Berlin. 10. Okt. In seiner letzten Rede in Glasgow sagte Winston Churchill: Wir verfeuerten in den vergangenen

Wochen feden Tag eine größere Menge Granaten als in irgend einer der verflossenen Perioden dieses Krieges. In 15 auf­einanderfolgenden Tagen wurden von unseren Geschützen mehr als zehntausend Tonnen Granaten pro Tag aus den Feind ge­schleudert. In genaueren Ziffern wurde das Maß des Anteils, den England an der Verwüstung Frankreichs und Belgiens hat, nie ausgedrückt.

Dcrinste bis fit 75 u. K.

Berlin, 9. Oft. (WB.) Aus Gefangenenattssagen er­gibt sieb, daß die Verluste der Franzosen in der Champagne und der Amerikaner zwisck-en Argonnen und Maas ganz außerordentlich hoch sind. Besonders schwer hat die vierte französische Division bei ihrem Angriff am 1. Oktober gegen die Höhen südlich von Liry gelitten. Das Regiment 147 batte dabei über 50 v. H. Verluste. Die dritte Kompagnie des Jägerbataillons 18 wurde vollständig aufgerieben. Am 1. Oktober wurden bei St. Marie°a-Py drei Bataillone des Regiments 93 hintereinander eingesetzt. Sie wurden sämt­lich zuiammengefchossen. Den Leuten des zuletzt eingesetzten Bataillons wurde, um sie zum Vorgehen zu veranlassen, vorgeredet, daß der Graben vor ihnen schon von den Fran­zosen besetzt fei. Als sie den Irrtum erkannten, fluteten sie im wirsamen deutschen Feuer zurück. Am 3. Oktober wurde bei Binarville eine ganze Kompagnie des 9. Kürassier­regiments zu Fuß gefangen. Die Gefangenen beziffern die Verluste im eigenen Bataillon bei dem Angriff am Vortag ans 50 v. H. Bei dem Angriff auf Monthois erlitten zwei hierbei eingesetzte amerikanische Negerregtmenter Verluste bis zu 75 v. H. Die Neger mußten noch am gleichen Tage abgelöst werden.

Oie Antwort an Wilson.

Die Beantwortung der Wilson'schen Note erfordert eine sorgfältige Erwägung. Die zuständigen Stellen haben bereits gestern den ganzen Tag beraten, jedoch ist die Antwort noch nicht fertiggestellt, es heißt, daß sie tm Laufe des heutigen Ta­ges erfolgen werde. Im allgemeinen neigt man der Auffassung zu, daß die Antwort Deutschlands im wesentlichen zustimmend ausfallen werde.

Die Haltung der Presse ist im großen und ganzen zustim­mend oder doch zurückhaltend. Nur wenige Blätter halten die Wilson'schen Forderungen für vollständig unannehmbar und er­blicken in der Annahme geradezu einen Landesverrat. Wir können dieser Auffassung nicht beitreten. Für uns ist die Frage damit erledigt, daß sich die Oberste Heeresleitung, de­ren Urteil über die militärische Lage für uns allein maß­gebend ist, an der Lösung mitgewirkt und vollständig mit ihr einverstanden ist.

Verschiedene Urteile ans dem Ausland.

Oesterreich.

Wien, 10. Okt. Die Lansingsche Note wurde erst durch die Vfpöfcen Abeichblätter weiten Kreisen bekamtt und hat bei der

Bevölkerung bei der Unselbständigkeit ihres politischen Denkokir keinen besonderen Eindruck gemacht. Iw-unterrichteten Kreiser aber bemerkt man mit Genugtuung, daß die Note in der Fort setzung der Unterhandlungen gestalte und mit den tollwütige»? Prestestimmen aus einem Teil der Ententeländer nichts ge mein hat. Auf die Forderung der Räumung des besetzten Ge- bietes vor dem Eintritt in den Waffenstillstand war man ge­faßt und dürfte die Antwort darauf bereit halten, so daß eine Pause in den Perhandlungen nicht eintreten wird. Daß an Oesterreich eine Antwort noch nicht erfolgt ist. wird damit er­klärt. daß Lansing zunächst nur Vorftagen gestellt Hobe, di Oesterreich gegenüber nicht nötig feien und daß in der Antwort­note selbst zu beiden Mittelmächten gesprochen wird.

England.

Rotterdam, 10. Okt. Nach holländischen Blätternied dringen aus London vom Mittwoch mittag verbreiten die Londoner Zeitungen Sonderausgaben mit dem Wortlaute der Wilsonschen Antwortnote an Deutschland. DieDailh News" und derDaily Telegraph" sprechen die Erwartung aus, daß die Antwort Wilsons die Einleitung zu allgemeinen Friedensbesprechungen und zum Waffenstillstände sei. Die Times" und dieMorningpost" melden.- daß die Ver- bündcten sich in ihrer Gesamtheit für die Wilsonfche Sieb luugnahnte erklären werden, und daß sie die weiteren Aus­führungen Deutschlands noch für Ende dieser Woche er* warten.

Italien und d-r Friede.

Berlin, 10. Okt. Endlich hat auch die italienische Regie» rung zu dem Friedensschritt der Mittelmachte das Wort erarif» fen und läßt durch dieAgenzia Stefan!" erklären, der Waffen, stillstandsantrag könne mir dann angenommen werden. wenW dem Feind solche Bedingungen auferlegt würden, die eine Wis- deraufnahme des Kampfes unmöglich machen. Es fei aber z« bezweifeln, daß die Feinde solche Bedingungen aunehmen wür. den. Man müsse daher glauben, daß ihr Vorschlag keinen Er» folg haben wird. Der gerechte Friede sei nahe, er stehe aber nicht unmittelbar bevor. Er wurde um so näher rücken, je ruhi. ger und fester die Völker der Entente bleiben.

Eine amtliche italienische Erklärung.

Ehinsso, 10. Okt. Eine amtliche italiensche Note besagt: Die erste Antwort der amerikanischen Negierung sei so, wie sie der ganze Vierverband erwartet hatte. Die in der Ant­wortnote gemachten Ausführungen seien geeignet, zur H. fiihrung eines dauerhaften Friedens zu dienen. Jetzt fu an den Mittelmächten, durch die Tat zu beweisen, daß sie w der Absendung des Waffenstillstandsvorschlages .sich vc jenen» Geiste leiten ließen, der allein, wie Präsident Wilio angeführt hat, es möglich machen wird, die Verhandlunge zu einem guten Abschluß zu führen. In dieser Warte-»': heißt es, an der Richtlinie festznhalten, die die Entente ver-» folge und einen neuen Beweis von der wunderbaren Wider­standskraft abzulegen, wie sie Italien stets in den fchwieri sten Lagen seines nationalen Daseins gezeigt habe und Q<s dem die heimtückischen feindlichen Manöver zusammenge* brochen seien. Ihrer Aufgabe sich bewußt, gehe die Re­gierung in vollständigem Einvernehmen mit ihren Alliierten vor, und fei sicher, damit den einmütigen Willen des Volkes auszuführen.

Pie Wiilimiln fiit den 8rf1rt frifiirn,

Baser, 10 Okt. LautVosler Nachrichten" meldet Havatz:. Nach einem Radiolelegramm hat die Volschewiliregierung sich mit großer Mehrheit gegen die Kündigung des Vertrages vo» Bresi-Lftcwsk ausgesprochen.

Der WchtiikiüüliiO mit Bulgarien.

Sofia. 8. Okt. (WB.) Meldung der Bulgarischen Tele, graphenagentur. Gewisse Organe der öffentlichen Meinung i» Deutschland werfen der bulgarischen Regierung vor, der öffcnt. lichen Meinung und der Armee das am 23. September zu Ber. lin geschloffene Abkommen verheimlicht zu haben, laut dem dis ganze Dobrudfcha Bulgarien zustehe. Dieser Vovwurf ist un. angebracht und ungerecht. Als die Nachricht von diesem Ab­kommen nach Sofia gelangte, war an der mazedonischen Front alles zu Ende, und nichts außer einem Friedensschluß konnte die Gemüter beruhigen. Die Veröffentlichung der Nachricht über die Dobrudscl-a in diesen schweren Tagen wäre gleich eine» bitteren Ironie gewesen und hätte das Ansehen des VündnifseG durchaus nickt erhöbt