Herxerrskämpfe.
Vornan von Helene Schütky, geb. von Gers^orfl« l (Copyright 1015 by C. Ackermann-Stuttgart.) —’ 22) - Nachdruck verbalen.
Der Marquis bemerkte das wohl. Sein eifersüchtiger Argwohn war wieder erwacht.
„Sollte sie sich doch für ihn interessieren?" dachte er wütend. „Sacre bleu! das wäre verwünscht! Aber ich leide es nicht! -Ich werde schon einen Riegel vorschieben! Es kann ja auch noch nicht t ? ef sitzen. Vielleicht nur eine Laune! Aber es gilt scharf aufpasien. sonst entwischt mir der goldene Vogel noch im letzten Augenblick."
Daß er ihm schon längst entwischt war, ahnte der kluge Marquis allerdings nicht.
„Eermshofs. haben Sie bemerkt, wie außerordentlich gnädig Majestät uns begrüßt hat?" flüsterte unterdessen Tante Ella Neinhold strahlend vor Freude zu. Sie konnte ihre Wonnegefühle befriedigten Stolzes nicht länger für sich behalten, war aber weltkluq genug, nicht vor Fremden damit zu prahlen. Nun mußte Neinhold die bisher eingedämmte Flut über sich ergehen lasten. „Ja. und wie sie Hilde ausgezeichnet hat! das glückliche Kind? Gleich beim ersten Schritt hier! Ich fürchte aber, sie weiß das kaum zu würdigen."
„Ja. Majestät ist tatsächlich sehr entzückt von Fräulein Antelmann. wie mir Gräfin Plesten soeben mitteilte." erwiderte Reinhold. „Sie wünschte, d. h. sie befahl, daß Ihr Fräulein Nichte mit mir zusammen als erstes Paar die Polonaise an- fübren solle, um dadurch die außergewöhnliche Schönheit des gnädigen Fräuleins ins rechte Licht zu setzen."
„Ach. also deshalb kamen Cie so eilig hergcschosten, sie zu engagieren?" sagte die Kommerzienrätin verdutzt. „Es ist üb-
/rlgens ganz gut. vag fle das nicht weih, sie wäre gar im Stande V Geschichten zu machen, sie hat so unberechenbare Ideen. Ich hatte aber schon gedacht, ihr wirklich heute außergewöhnlich vorteilhaftes Aeußere hätte fie in Ihren Augen dieser besonderen Ehre würdig gemacht."
„Tantchen, fie ist in meinen Augen immer und zu jeder Zeit der höchsten Ehre würdig, im einfachen Hauskleide ebenso wie im pompösen Dallanzug", erwiderte Reinhold warm.
Die Tante sah ihn erstaunt an. Sollte er doch Feuer gefangen haben? Aber weshalb verbarg er es denn so ängstlich? Lauter Rätsel, wahrhaftig!
^ „Ja. es ist wahr", antwortete fie. „Hilde ist wahrhaft gut. nicht nur schön, und verdient das beste Glück, das einer Frau zuteil werden kenn. Cb sie es wohl finden wird? Nachdem mein Sohn nächstens in den Hafen einer hoffentlich glücklichen Ehe cingelaufen sein wird, wäre es mein größter Wunsch, Hilde, die ich wahrhaftig kaum weniger lieb habe, auch an der Seite eines wirklich guten Mannes zu sehen."
Sie glaubte mit diesen allgemeinen Sätzen sehr diploma- tisch gehandelt und Reinhold einen ihm eventuell nützlichen Wink gegeben zu haben; er aber schien das rüdesten keineswegs so aufzufasten.
_ „Ach. Tantchen, damit hat es doch gar keine Eile! Das gnädige Fräulein tut wohl daran, ihre Jugend zu genießen ohne andere Nebengedanken und Pläne. Es mutz ja auch gar nicht geheiratet fein. Das Leben bietet auch ohnedies viel Schönes. zumal in den glanzenden pekuniären Verhältnisten Fräulein Antelmanns. Wieviel Gelegenheit bietet sich da. sowohl alles Schöne und Große zu genießen, wie Gutes und Edles zu tun und zu wirken? Wahrhaftig, es wäre beinahe schade, wenn sie sich durch eine Heirat die Hände binden ließe und alle ihr zu Gebote stehenden Schätze, die positiven pekuniären sowohl.
KekrunnmachuttJ.
Samstar. de» 12. Oktober ds. Is.
BrstkarLelMAsqaSe.
Bezirk ?. -
Äktrs Po tgebäude I. Stock.
wie die noch viel wertvolleren ihres reichen Gemüts uns Geiste- einem Einzigen zur Verfügung stellte."
„Ach, hören Sie, Eermshofs, das ist Alles recht aut un* schön als Notbehelf", meinte die praktische und in diesem Punkt, etwas altmodische Tante Ella. „Aber das wahre Glück findei der Mensch, einerlei ob Mann oder Frau, doch nur in einer rechten guten Ehe. das laste ich mir nicht ausreden. Und dann, warum sollen denn nicht zwei zusammen Schönes genießen uni Gutes tun können? Dann ist es ja erst das Wahre, das muffe. Sie doch zugeben!"
„Ja, Tantchen, das gebe ich von Herzen zu. Das ist aller- dings das Beste, das Schönste, was es iiberhauvt gibt. Aber, aber. — wenn es nur keine Wenn und Aber gäbe! Wie selten kommen die beiden Richtigen zusammen! Und lieber, als mit Jemand lebenslang zusammengeschmiedet sein, der einen nicht versteht, — nein. Tantchen, zehnmal lieber allein seine Lebens- straße ziehen. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, mich nicht m diese Gefahr zu begeben", setzte er lachend hinzu, nachdem er bis jetzt mit tiefem Ernst gesprochen hatte. Seine Gedanke,, waren in das fast freudlose Heim seiner Eltern gesogen, wo eine edle, reichbegabte Frau unter dem lebenslangen Joch eines selbst- und genußsüchtigen Gatten ihre Tage und Nächte in stummer Qual verbrachte. — welch fürchterliches Los! Sein Herz zog sich immer schmerzhaft zusammen, wenn er ihrer und seiner beiden Schwestern gedachte.
Hisoe, welche neben Frau Antelmann auf der Bank faß. hörte nur mit halbem Ohr, was die Schar ihrer neuen Verehrer ihr vorplauderte. Ihre eigentliche Aufmerksamkeit gehörte der Unterhaltung ihrer Tante und Reinholds. Nur die ersten geflüsterten Worte, die direkt auf sie Bezug hatten, wa, ren nicht von ihr verstanden worden.
Fortsetzung folgt.
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i2ol u. höher „ 12—1 ..
ist genau zu "beachten. Di-
Friedderg. den 9. Oktober 1913.
Der Bürgermeister,
2. B.: Dam m.
EütsrVersteige-Nmg.
Samsfa*, !2. Oktsüer l. I.. aSsnds 9 Uhr.
Im sn die Erben der Friedrich Schwalb Ehrl.«'« in der Wirt- jU'ast von e^rrch Billasch in Frievbrrg-^auerbach naäiiolcende Grundstücke öffentlich meistbietend versteigern: ü
A. Gemarkung Fauerbach.
J* ^ UT vuf 82=, °23 qm, Acker hin er Fauerbach
2. „ XV „ 83=1022 „ Acker daselbst
a " vvm " ?H =4 . 42 " G.abgarlen am Bügel.
4. „ AXili „ 21:6=641 „ Erabgar endieIohailNisheck
ß. Cemarlung Ossenheim.
5. Flur I Wr. 77=232 qm Grasgarten auf dem Vornwasen
\ !56=441 „ Acker auf der Scheer
q’ " mJ " ^^=1527 „ Wiese „Die Nachlweide"
' " - 4 =805 „ Acker auf der Katzenstun.
Fnedber^-FaurrSach. den 10 . Oktober 1918. m
Der Bevollmächtigte und Pfl-gcr:
Friedrich Wilhelm Phil ivoi."
£< a D nl‘e 0 t' Crt '-*'*■
Morgen
SnL r l? S ni“m*“" 5 C i rt u“f S ‘ <BC- ~ 3«i«mmentunit °n d-r Eas-
r Tieferschüttert und unerwartet erhielten wir die traurige Nachricht, dast unser lieber, unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
Feld-Hilfs-Beterin^
Hermann Klein. ,»,i ,„ C d. TOt „
bei einem Feld-Artill.-Negiment
Inhaber des Eisernen Kreuze- 2. Kiasse und der h-ssisch-n Kriegsverdienstmedakffe fallen^t °^Er-aer. treuer Pflichterfüllung am 12. September 1918 im Westen ge-
Nieder-FwA«dt, den 9. Oktober 1918.
In tiefem Schmerze:
Will). Beruh. Klein u. Frau Marie g-b. Loh Heinr. 51ratz. z. Zt. im Felde, u. Frau Emma geb. Klein ta. Kinder J.asl Klein, z. Zt. im Felde, u. Fron Marie geb. Heppner ». Sohn Anna Trent u. Mutter.
Bekanntmachung " Verloren.
r
Ucbsrnefime für Melbach ussd Umgegend
tierärztliche Praxis,
Marl off, prakt. Tierarzt.
Saatweizen (emm smim
!♦ Aösaat,
von ^andwirtschasts-Kamlner anerkannt, f)at abzugeben gegen Saattarte
R> Wrttmer, Tot tcnfeiderl,!,? bei Vilbel.
JrUge«älIerAri
M lajclifilimg, Sriitai n. üctlaR 8 .- 8 .
Das für Sep'ember und Olt- tober jür Friedberg beftinlmte
Petroleum
ist nunmehr cingetroffen. Wie schon früher ez.ua. n», tonnen bei oer geringen Zuteilung nur die Familien beliefert werden, die ohne jezlkchc sosrfti-7e Belench- ittttg sind und solche, die nur über eine F^kornme, sei es in der Küche oder Stube, verfügen.
An erftere gelangt 1 Liter, an letztere 1/2 Liter Perstcum zur Ausgabe.
Die zum Ankauf erforderlichen Marien tonnen am Freitag, derr 11. do. Mts., auf Zirnnrer Rr. l) res Sradthauseo in den üblichen Amlsstunden bei Vorlage der Lebensmittelkarte entgegen- genommen werden.
Es sei hierbei noch.da rauf hin- gewteien, daß die nächste Petro-1 teumolieilung voraussichtiich vor ebnoe November nicht i.u erwarten ist. weshalb größte Sparsamke,! beim Verbrauche nur dringend empfohlen werden mutz.
Friedbcrg, den 9. Oktober 1918.
Der Bürgermeister.
I. V.: Damm.
Auf dem Wege Städterweg— Gättnerweg—Leewiese ,ur Post eine schwarze Handtasche mit Inhalt.
. Hegen Belohnung abzuaeben tn der Geichäftsftelle der -Neuen Tageszeitung".
Evangel. 11. kathol.
gesucht.
Lckslihilk Regerle,
Fricdbcrg.
Betr.: Fleischversorgung.
Kelraunlmachttng
Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß der Verkauf von Rind- und Kalbflei ch. sowie Wurst für diese Woche am Freitag. den 11. Oktober 1918, von nochinittags 1 bis 6 Uhr in den sämtlichen hiesigen Metzgerläden statt sind et.
Die Verkaufszeit ist genau einzuhalten.
Friedberg, den 9. Okt. 1918.
Der Bürgermeister ^ 3. 934 Da mm.
Eine angekörte
CllMoiege
zu verkaufen.
Wo? sagt die Geschäftsstelle der „Neuen. Tages-,eitung".
Eine schwere, srischmelkeiide
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(Simmentaler Raffe) mit Mutter- talb zu verkaufen bei
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