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Dummer 238

Einzelpreis

10 Pfennig ' die Nummer

Hounerslagl. den 10 . Oktober 1018

11. Jahrgang.

Die ..Llrne Layesr-itung" erlcheml zelren WerUai. Reoetmaßtge Beilagen ..Der Kauer aus Hellen",die Spinnktubs". HeMgopr-eis: Bei den Postanstalten oierkeljährlich Mk. 2.7o hinzu 'tritt noch das Bestellgeld: "e. den Renten monatlich 1.V0 Mk. einschließlich Trägeriobn. ^ureigen: Ärundzeite 2b Psg., lokale 20 Psg.. Anzeigen von auswärts -oerden durch Bostnachnahm» erhoben. E.-.ullünosoN Fttevberg. Schri5Uejrr,.ng und Verlag .^riedbera (Hessen), ^cinauertraße 12. Fern'vrecher 48. B oiljbeck-Lonto Nr. 485g. Amt Frankfurt a. M.

Forderung der KSuumug der velehteu Gebiete. Schwere Kampfe zwilchen Cambrai und Zt. Ouentln.

CamdraL geräumt. Insanieriekämpfe in Italien.

Der deutsche Geueratstab

meldet:

M. K. Trotzes HaupIqnarLiev. den

9. (Öhtohev Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Zwischen Eambrai und St. Quentin ist die Schlacht von neuem entbrannt. Unter Einsatz gewaltiger Artillerie- 's Massen und unter Zusammenfassung von Panzerwagen und Fliegergeschwadern griff der Engländer im Verein mit Fran­zosen und Amerikanern unsere Front von Eambrai bis St. Quentin an. Auf dem nördlichen Angrifsssl.ügel war der An­sturm des Feindes nach hartem Kampfe gegen Mittag westlich der von Eambrai auf Bohain führenden Straße gebrochen. In den Abendstunden sind hier erneute Angriffe des Feindes ge­scheitert. Zu beiden Seiten der in der Richtung Le Chateau führenden Römerstratze gelang dem Gegner ein tieferer Ein­bruch in unsere Linien. Wir singen seinen Stoß in der Linie WalincourtElincourt und westlich von Bohain aus. Auf dein Cüdflügel des Angriffs konnte der Gegner nur weniges Ge­lände gewinnen: die südlich von Montbrehain kämpfenden Trup­pen schlugen alle Angriffe des Feindes in ihrer vorderen In- fanteriestcllung ab. Durch den Einbruch in der Mitte der Schlachtfront in ihrer Flanke bedroht, mußten ste am Abend ihren Flügel an den Westrand von Fresnoy-Le-Grand zurück­nehmen.

In der Champagne nahmen Franzosen und Amerika­ner zwischen der Suippes und westlich der Aisne unter großer Kraftentfaltung ihre Angriffe wieder auf. Auch sie erstrebten nach aufgefundenen Befehlen erneut den Durchbruch durch un­sere Front. Rur beiderseits von St. Etienne brach der Feind in unsere Linien ein. Ein in den Nachmittagsstunden angesetz­ter Gegenangriff warf den Feind hier wieder zurück. An der übrigen Front sind die Angriffe des Feindes völlig gescheitert. Qortliche Einbruchstcllen wurden im Gegenstoß wieder gesäu­bert. Teilangriffe an der Aisne und sehr heftige Angriffe der Amerikaner am Ostrande des Argonnerwaldes und im Airetale wurden abgewiesen.

Auf dem Oftufer der Maas griff der Feind zwischen Bra­bant und Qrnes nach starker Artilleriewirkung an. Der im Wald von Consenvoye andrängende Gegner wurde sofort zum Stehen gebracht. An der übrigen Front schlugen wir ihn vor unseren Kampflinien ab.

Ter Erste Gkneralquarliermeisler: Ludendorff.

rnn dieses ist der Ordert dmge Pflicht: Dcrs Reich zu schirmen^ das sie selbst beschirmt.

Schiller.

Erfüllet diese Pflicht! Zeichner die Neunte!

Abend^erkcht.

Berlin. 9. Okt., abends. (WTB. Amtlich.) An der Schlacht- front zwischen Eambrai und St. Quentin haben wir rückwärtige Stellungen bezogen und damit auch Eambrai geräumt. Teilkämpfe in der Champagne. Auf beiden Maasufern haben sich erneute Angriffe des Feindes ent­wickelt.

London. 9. Oft. (WB.) Reuter. In London ist die Nach­richt eingctroffen, daß die Engländer bei ihrem Angriff be­reits wenigstens 3 bis 1 Meilen vorgedrungen sind, mehrere Dörfer genommen und zahlreiche Gefangene gemacht haben. Der Vormarsch dauert fort.

-> .

Der österreichische Generalstab »=r= meldet: - .

Wien, 9. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlaut-

Oart:

Italienischer Kriegsschauplatz: Das italienische Artillerie- !e-uer erfuhr an der ganzen Gebirgssront eine beträchtliche Stel- <eruna. 5lm Daonetal. an hkr Etsch und unmittelbar östlich der

Brenta kam es zu Infanteriekämpfen, die für uns günstig ver­liefen.

Balkan-Kriegsschauplatz: In Albanien sind die Franzosen

und Serben in das von uns geräumte El-Basian eingerückt. Im südlichen Altserbien keine besonderen Ereignisse.

Westlicher Kriegsschauplatz: An den gestrigen schweren Ab- wehrkämpfen bei Verdun nahmen die Lsterr-eichisch ungarischen Truppen des Feldmarsck-alleutnanis Metzger rühmlichft Anteil.

Der Chef des GenkralstabcS.

Das dent^chs Friedensangebot.

Der Papst für das Friedensangebot.

Zürich, 9. Okt Die katholischenReuen Züricher Nachrich­ten" melden, daß der Papst alles arckbieten wird, damit das Ansuchen der Mittelmächte keine Absage erfährt.

Die Beratungen in Versailles.

Rotterdam, 9. Okt. DerCourant" meldet autz Paris: Die Beratungen in Versailles betreffen ausschließlich die Waf- fenstillstandsfrage. Frühestens Donnerstag dieser Woche, aber vielleicht auch erst Samstag dürfte eine Entscheidung vorliegen. Die französische Regierung hat nach einer offiziösen Meldung einen Meinungsaustausch direkt von Kabinett zu Ka­binett zwischen den Alliierten vor Erteilung einer Antwortnote an Deutschland beantragt.

Bern, 8 Okt. Rach Schrvetzer Pressemeldungen soll für die Beantwortung des Waffenstillstandsangcbots die Meinung maß­gebend fein, die Foch nach erfolgter Fühlungnahme mit den üb­rigen Heerführern abgeben wird. Lemanes erklärte imPopu- laire", die Sozialisten verlangten die Diskussion des deutschen Friedensangebots, weil ganz Fvankrc'ch die bisherigen furcht­baren Verluste bei der Fochfcken Offensive kenne. Es wisse auch, daß Deutschlands Kraft noch unerschüttert sei. Beweis dafür sei, daß sie selbst der Nationalist Eheradamme unlängst in der Neivrork Times" ans 11 Millionen berechnete, während selbst die mäßigste Schätzung der Militärkrittker jetzt noch neun Mil­lionen angebe.

Keine prinzipielle Ablehnung.

Rotterdam. 9 Okt DieDaily News" meldet: Die Auf­fassung maßgebender englischer Regierungskreise ist. daß keine prinzipielle Ablehnung der feindlichen Friedensanbahnung er­folgen wird, daß aber von dem Feinde zuvor Bürgschaften für die Loyalität der feindlichen Absichten eingefordert werden.

Köln, 9. Okt. DreKölner Zeitung" meldet von der Schwei­zer Grenze: Wie Havas aus London meldet, erklärte Balfour einem Reeder des nördlichen Englands, daß man sich Weih­nachten nicht mehr schlagen werde, obschon die Friedensbe- dlngungen noch nicht unterzeichnet sein werden.

Die Tschechen.

Wien, 8. Okt. In der heutigen Sitzung des Abgeordneten­hauses, das vor leeren Bänken über Ernährungsfragen verhan­delte, waren die Tschechen nicht erschienen. Sie warten, wie verlautet, die Antwort Wilsons ab. um dann die feierliche Er­klärung abzugebsn, daß sie nicht länger an den Verhandlungen des ReichZrates teilnehmen, da sie die Selbständigkeit des tschecho-slowakischen Staates erwarten. Die gemäßigten Tschechen blieben in der Minderheit. Wie verlautet, sollen die Tschechen die Nachricht erhalten haben, daß Wilsons Antwort hart aus- fallen werde, was ibre Haltung sowie die Verschiebung des Na- lion-altageZ veranlaßte.

Dir JUtniort Mijm.

Forderung der Räumung der besetzten Gebiete.

B c r I i n, 9. Okt- (WTB. Nichtamtlich.)

Washington, 8. Okt. Der Staatssekretär hat dem schweizerischen Geschäftsträger folgende Antwort aus die deut­sche Note übergeben: Staatsdepartement vom 9. Oktober 1918 Mein Herr! Ich habe die Ehre im Namen des Präsidenten den Empfang Ihrer Note vom 6. Oktober zu bestätigen, die Mitteilung der deutschen Negierung an den Präsidenten ein» geschlossen, und ich bin von dem Präsidenten beauftragt, Sie zu bitten, dem deutschen Reichskanzler folgende Mitteilung zu machen:

Ehe er aus das Ansuchen der Kaiserlich Deutschen Nc- aier«na antwortet, und damit die Antwort so ansrickttm

und gradlinig erteilt wird, wie die wichtigen Interessen, die darin eingeschlossen sind, erfordern, hält der Präsiden- der Vereinigten Staaten es für notwendig, sich des ge. naucn Sinnes der Note des Reichskanzlers zu versichern. Meint der Reichskanzler, daß die Kaiserlich deutsche Ne­gierung die Bedingungen, die vom Präsidenten in seiner Botschaft an den Kongreß der Vereinigten Staaten vom 8. Januar und in den folgenden Botschaften niedcrgelcgt worden sind, annimmt, und daß der Zweck beim Eintritt in die Diskussion nur der sein würde, sich über die praktischen Einzelheiten ihrer Anwendung zu verständigen? Der Präsident der Vereinigten Staaten fühlt sich verpflichtet, zu dem Vorschlag eines Waffenstillstandes zu erklären, daß er sich nicht berechtigt fühlen würde, den Regierungen, mit denen die Regierungen der Vereinigten Staaten gegen die Mittelmächte verbunden ist, einen Waffenstillstand vorzu. schlagen, solange die Heere dieser Mächte auf ihrem Boden stehen. Der gute Glaube bcr jeder Diskussion würde offen­sichtlich von der Zustimmung der Mittelmächte abhanden, sofort die Truppen überall ans dem besetzten Gebiet zurück­zuziehen. Der Präsident glaubt auch zu der Frage be° remtrgt zu sein, oh der Kanzler nur für diejenigen Ge­walten des Reiches spricht, die bisher den Krieg geführt haben. Er hält die Antwort aus diese Frage von jedem Standpunkte aus für außerordentlich wichtig.

Weitere deutsche Erklärungen notwendig.

(Zusatz dss WTB.: Die Antwort des Präsidenten Wil­sen liegt hier in einem amtlichen Text noch nicht vor. Eine genaue Prüfung des Wortlauts ist vorerst noch nicht mög­lich. Immerhin ergibt sich aus dem Text, daß weitere Er­klärungen von Seiten der deutschen Regierung notwendig sein werden. Dazu sind sorgsame Erwägungen der Regie­rung erforderlich. Die Antwort auf die Schlußsrage des Präsidenten ist durch die Rede des Präsidenten Fehrenbach in der Neichstagssitznng vom 5. ds. Mts. gegeben, der im Namen des deutschen Volkes und des Reichstags erklärte, daß der Reichstag das Friedenangebot billigte und sich zu eigen machte.)

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Keine Antwort i»n Gcsterreich.

Washington, 8. Okt. (Reuter-Meldung.) Amtlich wird bekanntgegeben, daß eine Antwort auf die österreick^sck)?n Friedensvorschläge augenblicklich nickck in Erwägung ge­zogen wird.

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Haag, 9. Okt. Reuter meldet ans Washington unter dem 8. Oktober: Wilson schloß sich während des ganzen Morgens in sein Studierzimmer ein. Hierauf berief er Lansing, den Obersten Hause und Tumulty zu sich. Nach dieser Beratung wurde offiziell bekanntgegeben, daß Wilson um 4 Uhr nach* mittags der Presse wahrscheinlich eine wichtige Mitteilung zu machen haben werde.

Die Meinung derTimes".

Amsterdam, 8. Okt. (WB.) Nach einer Neutermeldung schreibt dieTimes": Die von Deutschland gemachten Vor­schläge erfordern eine überlegte Antwort. Aber sie sind viel zu durchsichtig, als daß eine Unsicherheit über die Art dieser Antwort bestehen könnte. In allen Ländern wird der ent­schiedene Wille geäußert, daß die vor uns liegenden Auf* gaben bis zum letzten Ende durchgeführt werden sollen. Die Demokratisierung Deutschlands ist eine der elementarsten Sicherstellungen gegen eine Wiederholung des Krieges, ab' wir können keinen größeren Irrtum begehen, als wenn wir die Deutschen annehmen ließen, daß selbst eine echte innere Revolution einen Ersatz für die volle Erfüllung ihrer Ver­pflichtungen bilden könnte, die sie der außerhalb Deutsch­lands liegenden Welt gegenüber übernommen haben. Die Hauptsache für die Alliierten sind weder die häuslichen Experimente des Kanzlers noch seine Ansichten über unsere Regierungsmethoden, sondern ist die Eintreibung der Schul*' den seines Landes, an der freventlich verletzten Zivilisation. Diese Zahlung kann nicht in Worten geschehen.

Die Antwort Brasiliens. ,

Bern, 9. Okt. Aus Rio de Janeiro wird gemeldet: Dl^ Antwort des Außenministers Pecanha auf die österreichisch­ungarische Friedensnote erinnert an die Solidarität Bra>- silienS mit den Alliierten und feine Verpflichtungen gegen liiele. ^DiL lakoniüÜL Meldrura erinedt lall bcu 2InSdjeitu_öäL