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Nummer 237 ftofrlprrfs Mittmach, den S. Oktober 1S18 11 .

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Die feindliche« Angriffe gröhteittcils ge ich eitert. 30060 Tonnen versenkt. Die Ueberreichung der deutschen Friedensnote in Washington.

Der deutsche Generaistab == meldet:

T. K. Ovotzes 8. Oktober Ami!ich.

ZairptMartier,

Westlicher 5kri'egsschar«platz.

Verr

Heeresgruppe Kronprinz N u p p r e ch t Nördlich der Scarpe griff der Engländer nach heftigem Feuerkampf beiderseits vcn Oxpy an. In Neuvireuil faßte er Fuß. Im übrigen brachten chn unsere Vorposten zum Stehen.

Heeresgruppe Boehn.

Nördlich von St Quentin setzten Engländer und Franzosen ihre starken Angriffe fort. Nördlich von Montbrehcnn schlugen hannoversche und braunschweigische Regimenter fünfmaligen An­sturm des Feindes ab. Weiter südlich brach der Angriff des Feindes in unserem Feuer zusammen. Bei und südlich von Se- quehart haben posensche und hessische Regimenter nach har­tem Kampfe ihre Stellungen behauptet. Bei dem Kampfe an der Tilloy-Hche brachten schlesische Bataillone und Pioniere im Nahkampf und durch Gegenstoß den feindlichen Ansturm zum Scheitern.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Vorfeldkämpfe an der A'lette und Aisne. Das nördliche Suippes-Ufer wurde in örtlichen Unternehmungen vom Feinde gesäubert. Am Nachmittage stieß der Gegner in Teilangrisfen zwischen Vezancourt und Selles mit starken Kräften beiderseits von St. Clemont an der Arnes vor. Seine Angriffe scheiterten. Qertliche Kämpfe um St. Etienne. das von uns genommen wurde, im Gegenangriff des Feindes aber wieder verloren ging. Im übrigen beschränkte sich die Tätigkeit des Feindes in der Champagne aui Teckvorstöße und zeitweilig auflebenden Ar- tllleriekampf. Beiderseits der Aisne schlug die in den letzten Kämpfen besonders bewährte 9 Landwehr und 76. Reserve-Di­vision heftige Angriffe des Feindes ab.

Heeresgruppe E a ll w \ i§.

Nach stärkster Feuervcrbereitung setzte der Amerikaner er­neut zum Durchbruch beiderseits der Aire an. Auf dem west­lichen Ufer brachte württembergifche Landwehr südlich von Chi- tel vorbrechende Angriffe zum Scheitern. Von der Höhe nörd­lich von Chatel. auf der der Feind vorübergehend Fuß faßte, wurde er im Gegenangriff wieder geworfen. Qestlich der Aire brachen die feindlichen Angriffe bald schon in unserem Artille- riefeurr zusammen. Gegen Abend nahm der Feind beiderseits der von Charpentry auf Nomagne und der von NantiNolZ auf Cunel führenden Straße, sowie westlich der Maas feine An­griff wieder auf. Noch hartem Kampfe schlugen wir ihn teil­weise durch Gegenstöße zurück.

Ter Erste Gencralgiiartiermeister: Ludendorff.

AlrendberZcht.

Berlin, 8. Oktober, abends. (WTB. Amtlich.) Zwischen Cambrai und St. Quentin, in der Champagne und an der Maas haben sich neue schwere Kämpfe entwickelt. Südlich von Cambrai und nördlich von St. Quentin wurde der feind­liche Angriff abgewiesen. In der Mitte der Schlacktfront gewann er Boden. Hier standen wir am Abend im Kampfe westlich Bohain und entlang der von Bohain auf Cambrai und St. Quentin führenden Straße.

Iir -er Champagne und an der Maas sind die Angriffe Ees Feindes gescheitert.

r 111 .. ,

jj Der österreichische Generalstab » - meldet: - -

Wien, 8. Oktober. (Amtlich.)

Jtalienisck)er Kriegsschauplatz: Au der Tiroler- Süd-

Iront war aeltern die Tätigkeit der feindlicher; Batterien

außerordentlich lebhaft. Tie Jnfanterievorstoße wurden im Keime erstickt.

Balkan-Kriegsschauplatz: Die im altserbischen Grenz­

gebirge vorgeschobenen Teckungstruppen wurden unter sterigen Berzögerungsrampsen auf Lescovac zurückge- nommen.

Der Rückmarsch des Generalobersten Freiherrn von Pflanzer-Baltin geht ohne jede Störung durch den Gegner vor sich. Die von den Italienern gefeierten Siege sind lediglich Gefechte weit zurückgelassener schwacher Nachhuten.

!l Das türkische Hauptquartier |!

meidet: =£

Konftantinopcl, 6. Oktober. (WTB. Nichtamtlich. Gene- lalstabsbericht.

Unveränderte Lage aus allen Fronten

30600 Tonnen versenkt.

Berlin, 7. Okt. (WB. Amtlich.) Deutsche und österreichisch­ungarische U-Boote vernichteten im Mittelmeer neuerdings 8 0 0 V 0 B r t. Schiffsraum. Dis Dampfer wurden auf den Wegen von Gibraltar nach Südsrankreich und nach den östlichen Kriegsschauplätzen aus stark gesicherten Geleitzügen herausge- fckwssen. Des weiteren erzielten ein österreichisch-ungarisches U-Boot auf einem großen Transportdampfer in See und ein deutsches U-Boot auf einem im Hafen von Carloforte (Sardi­nien) liegenden Dampfer von etwa 6000 Vrt. Torpedotrcffer. Das Sinken dieser beiden Dampfer konnte nicht mehr beobach­tet werden.

Meuer Vurchbruch Feit am s.

Berlin, 8. Okt. Nach demPetit Paristen" meldet der por­tugiesische Bericht aus Ostafrika, daß die Deutschen den Ro- vumasluß überschritten und sich in das Innre der Wälder zurück- zie.hen. Den Portugiesen und Engländern fielen Kriegsgerät und Gefangene in die Hände.

Hierzu bemerkt derVerl. Lokalanz.": Trifft diese amt­

liche Meldung zu. so stebt General v. Letww-Vorbeck nach er­folgreicher Durchbrechung der feindlichen Linien wieder in Ost­afrika.

Die Kriegslage.

Berlin, 8. Okt. Die von den Feinden in manchen der letz­ten Schlachten im Westen errungenen Anfangserfolge und die Ausweichbewegungen, haben vielfach in der Bevölkerung den Eindruck heroorgerufen, als hätten unsere Truppen die alte Widerstandskraft verloren, und mit banger Sorge wird das an­gebliche Abbröckeln unserer Westfront beobachtet. Solchen Ver­mutungen gegenüber muß darauf hingewiefen werden, daß auch in diesen Schlachten unsere Armee Gewaltiges geleistet hat und daß ihre Widerstandskraft in keiner Weife gebrochen oder auch nur gelähmt ist. Mir kämpfen, nur von schwachen österreichi­schen Hilfskräften unterstützt, gegen die vereinigten Armeen von Frankreich. England und Amerika, starken italienischen Abtei­lungen, Kolonialtruppen und sonstigen Hilfsvölkern der En­tente. Was der Feind trotz feiner ungeheuren Ueberlegenhelt und trotz der gewaltigen blutigen Opfer erreicht hat, entspricht nicht annähernd den gesteckten Durchbruchszielen, die wir aus ausgefangenen Befehlen ersehen konnten. In den Juli- und August-Kämpfen haben wir unseren Rückzug auf die Siegfried- stellung vollzogen, in den gewaltigen Schlachten in der Cham­pagne und an der Maas sind wir langsam auf die rückwärtigen Stellungen zurückgewichen, in der Flandern-Schlacht hat uns der Feind auf die schon im vorigen Jahre ausgebaute Flan- dernftellung zurückgedrängt. Starke Erfolge hat der Feind nur einmal einer Ueberrafchung zu verdanken, nämlich am 1. Aug. In allen Fällen ist ein vergleichsweise geringer Geländegewinn mit gewaltigen Verlusten erkauft. Die Größe der Leistung des deutschen Heeres ist nach wie vor über alles Lob erhaben. Wei­tere Kämpfe find zu erwarten. Liber auch ihnen werden wir siegreich gewachsen sein, wenn sich Volk und Heer in fester Ent- schlosienheit und in alter Zuversicht begegnen.

Auf dem Balkan ist damit zu rechnen, daß englische und griechische Truppen über Drama hinaus in östlicher Richtung den Vormarsch antreten. Feindliche Landungen an den Darda­nellen oder an der Mariba-Linle lind nickt auLaelcklollen.

föiiai von den EiiMiidml in örnnd Molsi».

Berlin, 8. Okt. Die Stadt D o u a i brennt als Folge der

unausgesetzten englischen Beschießung. Die Tatsache, daß die Engländer Douai mit schwerem und schwerstem Kaliber beschie­ßen, wurde deutscherseits bereits feit Wochen gemeldet. Die Unterstellung, daß die Deutschen eine von ihnen noch besetzte Stadt selbst anzttnden, ist zu unsinnig, um widerlegt zu werden

Berlin, 8. Okt. Die Amsterdamer Meldung desJournal des Nouvelles", wonach die Deutschen Feuer in die Städte Nou- lers, Thouront, Ardoys und Lichiervelde legen, entbehrt jeg­licher Unterlage.

Das Mndettlmrg-ystem.

Hauptmann Meyer schreibt imSt. Galler Tagblatt", nach­dem er darauf hingewiefen hat, daß der Verband in den letzten Kämpfen bei Cambrai keine Erfolge erringen konnte, die von größerer Bedeutung für die Gefamtlage seien, folgendes über das Hindenburgfystem:

Den erwähnten Kämpfen kommt insoweit eine über den lo­kalen Abwehrerfolg hinausgehende Bedeutung zu. als sie be­weisen. daß die Hindenburglinien imstande sind, die gegnerisch: Angriftskraft zu brechen und Ueberrafchungserfolge ausznfchlie- ßen. Sie gestatten der deutschen Armee, hinter denselben die nötige Ruhe zur Reiabliernng und Umgruppierung zu gewinnen und haben ihr erlaubt, durch die erlangte Frontverkürzung an zahlreichen Stellen gonz beträchtliche strategische Reserven zurück­zugewinnen. Das ist umso mehr von Bedeutung, äks es nicht eine bloße Hindenburglinie gibt, sondern ein Hindenburgisches Verteidigungsfystem. Dieses könnte am besten mit dem Schate tenfystem der Schiffs verglichen werden: es bezweckt, wie to6'e,- res. die Abdämmung eines Durchbruches, erfolge er auf sch ' ler oder breiter Front. Das wird dadurch erreicht, daß sich d'e erste, aus einem Gewirr von Gräben, Maschinengewehr,wfteri und Hindernisien bestehende Verteidigungsstellung schon in sich selbst in ein Kilometer weit auseinander liegendes, förmliches Maschensystem gliedert, und zwar so, daß durch die d-zwischcn liegenden Stützpunkte, die Riegelstellungen, ein Einbruch in die äußere Linie zwischen dieser und der hinteren und zwischen. d"n Riegelstellungen aufgehalten werden kann. So lag z. B. hinter der bekannten DrocourtQu6ant-Linie auf etwa zwei Kilome­ter Entfernung eine zweite, abgeriegelt im Süden durch Moeuw res. Zwischen der äußeren und der inneren Linie blieb der eng­lische Einbruch stecken, und es hielt sich das angeblich schon am 2. September genommene Moeuvres noch einige Wochen lang, so daß noch ebensolange ln der ersten deutschen Verteidigungs­zone, dieSiegfriedstellung" heißt, gerungen werden mußte und die Deutschen alle Muße fanden, stch in der zweiten Zone zu etablieren und letztere durch die Ueberschwemmungen des Go« jeulbaches gewisiermaßen sturmfrei zu machen. Die zweite Ver­teidigungsstellung. die den NamenWotan N. M. 1" führt, liegt jeweils um viele Kilometer weit zurück und vereinigt sich ledig­lich an bestimmten Abriegelungspunkten mit der vordersten. Hinter der Wotanstellung 1 liegen überdies schon beute, bis 30 Kilometer rückwärts gestaffelt, zwei weitere Verteidigungszonen.

ssimMchl fot jittrksmrM Molh.

Wolff meldet: Seit Wochen stehen die deutschen Truppen der Heeresgruppe in schwersten Kämpfen. In kleinen Gruppen weiträumig auf die bulgarischen Streitkräfte verteilt, oft ganz ans sich selbst gestellt, haben sie bei Beginn des feindlichen An­griffs in aufopferungsvollster Weise versucht, die wankende Front der einstmals tapfer kämpfenden Bundesgenosien zv stützen und ihm die Früchte gemeinsamer Siege zu erhalten.

Ohne Verbindungen und Nachschub mußten die deutschen Truppen schließlich der erdrückenden Uebermacht weichen. n'S aber hat ihr soldatischer Geist versagt. In zähem Widerstand, hinter Abschnitten und auf Höhen sich festklammernd, verwehr­ten sie dem Feinde einen leichten Erfolg.

Oft ohne alle Nachrichten, in Unkenntnis der Lage und lm schwierigsten, unwegsamen Gelände zeigten Führer und Truppe, daß deutsche Soldaten auch ln der verzweifeltsten Lage nicht mut­los werden und daß das Vertrauen zwischen Führer und Truppe nicht zu untergraben und deutsche Disziplin nicht zu erschüttere ist.

Warnend stand jedem der Zusammenbruch einer »inst tspfe^

ren Armee vor Augen.

Allen, die in den letzten Wochen kämpfend bluteten, hungere ten und dursteten und doch unerschütterlich treu ihre Pflicht t<u Lew. llrrecke ich wärmsten Dank und vollste Anerkennuno aus