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Herzerrskämpfe.
Roman non S°l°n° E-Kiitky. g°b von
(Copyright 1915 by C- Ackermann-Stuttgart.)
Nachdruck verboten
Der hochverehrte greise Monarch selbst kam bsters zum Besuch seiner hohen Gemahlin in die auch von ihm sehr geliebte Nbeinstadt. und brachte dann regelmäßig noch einen Teil des Sommers in einem sehr nahe gelegenen kleinen Badeort zu. wo er Stärkung und Erholung von den anstrengenden Regierungs- aesckalten suchte und fand. Dieses kleine und entzückende Wald- siädtchen war durch ihn zu einem berühmten Welt- und Modebad geworden, wohin auch viele andere Potentaten vor allem aber zahlreiche vornehme und reiche Leute sich begaben. — wie eben der Schweif seinem Kometen folgt! Reinhold von Germs- boff war schon öfters die Auszeichnung zuteil geworden, wahrend der Badesaison zum persönlichen Adjutanten der Allerhöchsten Herrschaften ernannt zu werden, wodurch er täglich in die intimste Nähe der bedeutendsten Männer kam.
' 4. Kapitel.
Wie Neinhold vorausgesehen, fand die Zumutung, das bevorstehende Hoffest zu besuchen, keineswegs Hildes Beifall. ^ Stc war eine hervorragend innerliche Natur, und alles Gepränge, aller äußere aufdringliche Glanz waren ihr. die übrigens auf ihren vielen Reisen schon unendlich viel des Großartigen und Schönen gesehen hatte, unsympathisch.
„Ach. Tante Ella, muß es denn fein?" sagte sie beinahe betrübt. als die Kommerzienrätin ihr die vom königlichen Hofmarschallamt eingelaufene Einladung, in welcher Fräulein Hilde Antelmann besonders genannt war. triumphierend vorzeigte.
„Aber. Kind, natürlich muß es sein? Es heißt zwar Einladung. ist aber tatsächlich ein Befehl", erwiderte die Tante ganz erschrocken bei der bloßen Vorstellung ein« Auflehnung gegen eine so hohe Auszeichnung.
„Befehl. Tantchen? Ich meine von Befehl kann da gor dicht die Rede sein. Wir stehen doch Alle. Onkel, du und ich ebenfalls, glücklicherweise in gar keinem Abhängigkeitsverhält- vis zum Hofe. Wie könnte man untz da befehlen?"
„Aber. Herzenskind, ich bitte dich, du bist doch nicht am Ende gar von den modernen Ideen angesteckt!" rief Tante Ella wahrhaft entsetzt
! tzilde lachte laut und herzlich. --
„Nein, Tantchen, beruhige dich, davon' bin ich weit entfernt, $ b von den verderblichen und kurzsichtigen Auswüchsen, von Haß' und Neid gegen Höhergestellte. Und dem Unsinn, alles gleich machen zu wollen. Ich liebe mein Vaterland und unsere Herrscherfamilie, vor allem unfern prächtigen alten König als einen der edelsten und besten Menschen, die jemals gelebt haben. Ja. manchmal, wenn mir die Menschheit im Allgemeinen schon recht kleinlich und erbärmlich verkommen wollte, habe ich mir in Betrachtung seiner lichten, schlichten Heldengestalt den schon halb verlorenen Glauben wieder retten zu können: so lange die Menschheit noch solche Blüten treibt, braucht man nicht an rhr zu verzweifeln."
Na Gottlob, daß du so denkst. Hildchen! Aber um so weniger Grund hast du denn doch, die Einladung zum Hoffest nicht annehmen zu wollen. Es mutzte dich doch vielmehr interessieren, in die Nähe der von dir verehrten hohen Personen zu kommen." meinte die Kommerzienrätin in überredendem Tone.
„Nun. erstens ist ja der König gar nicht anwesend, und dann würde ich bei einer solchen Massenveranstaltung wohl kaum Gelegenheit haben, mit den allerhöchsten Persönlichkeiten in Berührung zu kommen, — und dann, Tantchen, weißt du. ich liebe nun einmal diese geräuschvollen Geschichten, wo immer Eins das Andre übertrumpfen will, gar nicht."
„Du bist wirklich ein wunderliches Menschenkind." sagte Tante Ella kopfschüttelnd. ..Was alle andern jungen Mädchen entzücken und beglücken würde, davon willst du nichts wissen. Aber nun muß ich dir verraten, was ich dir eigentlich garnicht sagen wollte: Es ist mir vertraulich e'n W-nk gegeben worden
dich auf jeden Fall mi'zubringen. da Ihre Majestät die Königin dich sveziell zu sehen wünscht."
„Wie komme ich unbedeutendes Geschöpf wo^l ^u der Ehre, so besonders beachtet zu werden?" antwortete 5>ilde seufmnd „Das ist gewiß deinetwgen. Tantchen: da du so sebr vom Sonnenschein der allerböchsten Gnade beleuchtet bist, fallen auch aus mich einige Strahlen. Nun. da bleibt mir allerdings nicht? übrig, als.mich zu fügen, denn eine aroße. wenn auch aovz unverdiente Ehre ist es ja allerdings, daß die Kön'gin sich für mich interessiert."
„Das eine muß man bet dir anerkennen. Kind, du bist nicht eigensinnig!" lobte die Tante, die seelenfroh mar, ihren Zweck
«reicht zu havell. „ÄnS deshalb mutz man dich auch lieb haben, trotz deiner weltfremden Sonderbarkeiten: Aber nun wollen
wir noch einen wichtigen Punkt beraten: die Toilettenfrage. Was willst' du auf dem Hckfball anziehen?"
Wieder folgte ein kleiner Seufzer Hildes.
Sie war nämlich auch in diesem Punkt anders, als die m\> sten ihres Geschlechts. Sie war gern gut gekleidet und hatte einen vorzüglichen Geschmack. Aber sie befaßte sich nicht gern damit, sonbern behandelte' die Toilettenangelegenheit wie eine lästige Pflicht', deren sie sich so schnell wie möglich entledigte. Tante Ella dagegen beschäftigte sich mit wahrer Wonne damit, konnte stundenlang mit andern Damen darüber plaudern und endlose Verhandlungen mit ihren Schneiderinnen und Putzmacherinnen führen. Auch dieser Punkt wurde zu Tante Ellas Zufriedenheit- erledigt, sie rief zum Schlüße der Beratung:
„O. du wirst entzückend aussehen. kleine Here, wirst alle andern jungen Damen überstrahlen, Alle in den Schatten stellen!"
5. Kapitel.
Unterdessen fah es ln Hildes Herzen gar nicht so ruhig aus. wie sie sich den Anschein gab. Hätte Tante Elle hineinblicken können, so hätte sie die Angelegenheit, die sie glaubte als ganz aussichtslos betrachten zu müssen, viel mehr gefördert gesehen. Hildes Interesse für Reinhold, das sich gleich anfangs geregt hatte, weil er ihr so ganz anders gegenübertrat, als alle anderen Männer, hatte sich nach und nach zu einem warmen Gefühl gesteigert. Lange wußte sie nicht, war es Haß oder -Liebe, was sie für ihn empfand. Sie ärgerte sich, daß sie immer an ihn denken mußte, daß fein Bild Tag und Nacht vor ihren Augen stand, feine Stimme in ihrem Ohr vibrierte. Seine Stimme, mit der er nur erst so wenige Worte, und das nur gleichgültige, an sie selbst gerichtet hatte! Sie mußte imm« horchen, wenn er sprach, schon der Ton seiner Stimme war Musik für sie. Und was er sprach, war stets klug, gut und verständig. Und fein Lachen? Wie froh, wie herzlich es klang! Das konnte nur aus einem guten, reinen Herzen so freudig und fröhlich schallen. Er war ein sonniger, ein guter Mensch, freundlich zu allen Menschen, ja. auch zu Kindern. Tieren, er war immer geduldig und liebevoll zu ihnen, auch wenn er eilig und mit wichtigen Din-en beschäftigt war: sie fühlten mit sicherem Instinkt, wie gut er's mit ihnen meinte.
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Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Hinscheiden und der Beerdigung meines innigstgeliebten Gatten, unseres lieben Sohnes und Schwiegersohnes
Herrn Adolf Opificius
besonders für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Vogel, für die anerkennenden Worte des Vorgesetzten des Verstorbenen, für die letzte Ehrenbezeugung seiner Kollegen und die vielen Kranzspenden sagen innigsten Dank
Reichelsheim r. W., Vurg-Gräfenrode, den 1. Oktober 1918.
Die tieftrauerudeu Hinterbliebenen:
Mathilde Opificius geb. Vetter
August Opificius und sämtliche Angehörige
Karl Better und Familie.
Dekan iitmachniiy.
Am 1. Oktober 1918 ist eine Nachtragsbekanntmachung Nr. W. M. 57/10. 18. K. R. A. zu der Bekanntmachung Nr. V/. M. 57/4. 16. K. N. A. vom 31. Mai 1916, betreffend „Vestandserhebung von tierischen und pflanzlichen Spinnstoffen usw.", erlassen worden.
Der Wortlaut der Nachtragsbekanntmachung ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden.
Lick« . ßfi m'Qiffliiiiiifinlio 18 . AmttkorK
Kekcmutmachmig.
Am 1. Oktober 1918 ist eine Bekanntmachung Nr. W. I. 761/10. 18. K. N. A., bet, essend „Beschlagnahme von Web-, Trikot-, Wirk- und Strickgarnen aus Kunstwolle", erlassen worden.
Der Wortlaut der Bekanntmachung ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden.
Stein, ßeneralfsinnifliilo 18. Amecke.
iiraiiu biMe i. ftaiiit ajin.iiieiMj.ll.
Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Kronprinzenstraße 41. (Kronprinzenbau.) — Fernruf Römer 420<r. Pürostunden: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag, nachmittags San 2—4 Uhr. — Eelchäftsanzeigen in diesem Raum nur für unsere Mitglieder; dieselben lind kostente», jedoch muß bei Ausgabe der Anzeige auf die Mitgliedschaft Hängewiesen werden.
Girat Mit «im««
in Nidda.
Dienst«", den P. und Mi Iwach. den 9. Oktober 1918. vormittags 11 Ul-.r an-angend. versteigere ich im gefl. Auitroge in Ridda in Grafts Saalbau öffentlich meijlbielend gegen Barzahlung:
1 Schlafzimmereinrichtung (w.«*
bestehend in 2 Bettstellen mit Sprungfedermatratzen und KeUe„. i Waschtisch und 2 Nachtschränkchen Mit Marmor» platten und 1 zweitürigen Kleiderschrank;
C 7 . 35 Bettstellen mit Sprungfedermatratzen und Keilen, darunter IQ Kinderbettstellen, ca. 15 Wa ch tische und ca. 20 Wa chgarnituren, 8 Nachtschränke. 9 große Spiegel, 33 Stühle, 11 Kommoden (poliert und lackiert), 6 Kleiderschränke, 4 Bertikows,
2 Schreibtische, 5 ovale und 3 Ausziehtische, kleine Tische, Polstermibel, wie Diwans, Chaiselongues, Polstergarnitur mit Sessel, 1 Nähmaschine, 1 Kontrollkasse, verschiedene elektrische Beleuchtungstörper,
1 Küchenschrank, Küchentische, Küchengeräte aller Art, 1 große Partie Porzellan, wie Schüsseln, Platten, Teller, Kaffeegeschirr, 1 Partie Gläser, darunter ca. 135 Bierkelche (geeicht 0,3), 1 Ladeneinrichtung mit 54 Schubladen, 1 Wage mit Gewichtsteinen, 1 Waschkeffel, 1 Fliegenschrank,
2 Badewannen, Gartenmöbel und Haushaltungs- gegenstände aller Art.
Die'Sachen sind sehr gut erhalten und können am Montag den 7. Oktober 1918, von 11 Uhr ab sowie 2 Stunden vor der Versteigerung besichtigt werden.
Nidda, den 1. Oktober 1918.
Reuter,
Großherzogl. Gerichtsvollzieher
Saalbau, Frieiiien.
Sonntag, den 6. Oktober 1918, abends 8 Uhr:
Gastspiel des Wander-Theaters des stellvertretenden Gen.-Kommandos des 18. B.-K.
„Scfeorsck Durstig“
Ein lustiges Spiel in einem Akt
Vorher: Bunter Teil.
Eintrittspreise 3.—, 2.—, 1.— Mk. Vorverkauf in den Buchhandlungen von Bindemagel und Scriba.
I Betr.: Die Einschränkung der Verkaufszei en in den offenen Verkaufsstellen der Stadt Friedberg.
LrHullzci-BemülMg.
Auf Grund der §§ 139 f und 142 der Gewerbeordnung für das Deutsche Reich. § 258 der Ausführungsverordnung zur Gewerbeordnung. wiro nach Anhörung der Großh. Handelskammer sowie der Stamve iretung Friedberg und mit Genehmigung Großh. Kreis- anus Fricdderg für die Stadt Friedberg einschUetziich des btciöiteils Fauerbach folgendes bestimmt:
Die Verkaufszeiten in den sämtlichen offenen Verkaufsstellen mit Ausnahme derjenigen der Buchhändler, werden b.s auf weiterer auf die Stunden von 9 Uhr vormittags kns 6 Uhr nachmittags seftaefetzt.
Die Läden der Buchhändler sind um 7 Uhr zu schließen.
Am Sonnabend und an zehn Taren vor dem Welhnachtsfeste findet dagegen der Ladenschluß erst um 7 Uhr statt ^
Der Ladenschluß für die Soun- und Festtage bleibt unberührt
Diese Ortspolizei-Verordnung tritt mit dem 3. Oktober 1918 in Kraft.
Friedberg, den 26. Sept. 1913.
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Ober-Rosbach. 27. Sept 1918.
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D i e f f e n b a ch.
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welche on Husten, Schnaufen Atemnot Alembefchwerden. Katarrh,c.leiden, heilbar. Biele lretwilltae Anerkennungen». Osstzieren.Nltterautsvefitzern. Landwirt«» usw. über gute Erfolge. Auakunft kostenlo«. Ein Ti ersuch lohnt. Postkarte genügt. Löwen «polhrte i« P-lzig 197 S.-«..


