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Muriner 229

10 Pfennig die Nummer

Montag, den 30. September 1018

11. Jahrgang.

Neue TageszeitumK

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Tage schwerster Kämpfe im Westen.

Kei Ijpern. Camörai, in der Champagne, in den Argonnen und vor Derdnn. Die deutsche Abwehr

im allgemeinen erfolgreich. Unklare Kage in Bulgarien.

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Der deutsche Generalstad == meldet:

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W. T. S. Geotzes Hauptquaeiire. de^r 28. September Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Der Engländer greift in Richtung auf E a m b r a i und südlich davon an. Der Franzose setzt in der Champagne der Amerikaner östlich der Argonnen seine Angriffe fort.

Teilvorstöße und Teilangriffe zwischen Ypern und der S c a r p e. sowie zwischen A i l e t t e und A i s n e begleiten die großen AngriffZoperationen des Gegners.

Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und B o e h n.

Der Feind, der zwischen Ypern und der Scarpe an mehre­ren Stellen gegen unsere Linien vorftteß, wurde abgewiesen. Zu beiden Seilen und zwischen den von Arras und Peronne auf Cambrai führenden Straßen brachen 16 englische und kanadische Divisionen nach heftigem Feuerkampf zum Angriff vor. Beider­seits von Marquion, zwischen Moeuvres und Eraincourt sowie zwischen Ribecourt und Billers-Euislain brach der erste An­sturm des Feindes vor unseren Linien zusammen. Bei Huchy stieß der Feind auf Bourlon. bet Havrincourt auf Flesquieres vor. Es gelang ihm im Verlaufe der Schlacht, diese Einbruchs­stellen zu erweitern und uns nördlich der Chaussee ArraZ-Cam- brai bis zur Linie Oify-le-Berger-Haynecourt zurückzudrvcken. Südlich der Chaussee war am Abend nach wechselvollem Kampfe und nach erfolgreichen Gegenangriffen die Linie Bourlon-Wald- Ribecourt gehalten. Vor unseren Stellungen zwischen Ribe­court und Villers-Guislain find alle Angriffe des Feindes ge­scheitert.

Zwischen Epehy und Belllcourt schlugen wir starke Angriffe englischer und amerikanischer Divisionen ab. Nach Abschluß der Kämpfe war der Feind überall in seine Ausgangsstellungen, bei Lompire über diese hinaus zurückgeworfen.

Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und E a l l w i tz.

Zwischen Ailette und Aisne wurden Teilangriffe des Geg­ners östlich von Vauxaillon und westlich von Iouy abgewiesen.

In der Champagne setzte der Franzose, östlich der Argonnen der Amerikaner unter zeitweisem Einsatz frischer Divisionen seine starken Angriffe fort. Der Franzose konnte in seinen mehr­fach wiederholten Angriffen zwischen der Suippes und der Aisne nur wenig Boden gewinnen. Am Abend standen wir in der Linie Ruberive südlich von Comme-Py-Grateuil-Roncon- ville-Wald von Cernay im Kampf. Die Angriffe der Amerika­ner östlich der Argonnen kamen südlich der Linie Apremont- Cierges zum Stehen. Montfaucon wurde infolge drohender Um­fassung geräumt. Die über Montfaucon und östlich davon vor- brecbmden Angriffe scheiterten vor unseren neuen Linien.

Franzosen und Amerikaner erlitten auch gestern wieder schwere Verluste.

*

Wir schossen gestern 33 feindliche Flugzeuge ab. Leutnant Rumey errang seinen 45., Oberleutnant Loerzer seinen 44., Leut­nant Väumer seinen 35. Luftsieg.

Der Erste Gcneralquarliermeister: Ludendorff.

Abendberkcht.

Berlin, 28. Sept., abends. (WTB. Amtlich.) Westlich von Cambrai, in der Champagne und westlich der Maas sind schwere Angriffe des Feindes gescheitert. In Flandern sind zwischen Dixmuide und der Lys englisch-belgische Angriffe im Gange.

M. T. Großes KauptLsuarUer. den

29. September Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Der Engländer hat im Verein mit Belgiern seine Angriffe imf Flandern ausgedehnt und gegen Cambrai fortge­setzt. Franzosen und Amerikaner stürmten erneut in der Cham­pagne sowie zwischen den Argonnen und der Maas an.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Don der Küste bis südlich der Lys während der Nacht hef­tiger Feuerkampf, der sich in den Morgenstunden zwischen Dix- rnuide und Wulvergem zum stärksten Trommelfeuer steigerte. Engländer und Belgier griffen auf der Front von südlich Dix- muidy bis Wulvergem an. Cs gelang dem Feiiche. unsere

Trichterstellungen zu nehmen und teilweise in unsere Artillerie- linien einzudringen. Der Angriff des Feindes kam am Nach­mittage in der Linie- Bahndamm südlich von DixmuideKler- ken Houthoulst WestroosebeeK PasfchendaeleBecelaere ZandvoordeHollebeeke zum Stehen. Die am Abend gegen diese Linie geführten Angriffe wurden mit Hilfe der auf dem Schlachtfelde eintreffenden Reserven abgewiesen. Die Höhen von Wytschaete wurden gegen mehrfache Angriffe des Feindes gehalten.

Westlich von Cambrai hatten wir gestern früh infolge des Verlustes der Kanalstellung beiderseits von Marguion in den Kämpfen am 27. September unsere Front aus dem freien Ge­lände in eine rückwärtige Stellung in der ersten Linie Arleux Aubigny westlich von Cambrai und hinter den Kanal süd­westlich von CambraiMarcoing mit Anschluß über Gonuelieu an die alte Linie Villers Guislain zurückgenommen. Die Be­wegungen wurden während der Nacht ungestört vom Gegner durchgeführt. Der Feind hielt am Morgen noch lange Zeit das geräumte Gelände unter Feuer. In den Mittagsstunden be­gann er scharf nachzudrängen und griff nordwestlich und westlich von Cambrai mit starken Kräften an. Er wurde abgewiesen. Ebenso scheiterten Angriffe, die sich am Abend gegen die Linien südlich von Marcoing richteten.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen Ailette und Aisne haben wir ohne feindliche Ein­wirkung unsere Linien hinter den Oise-AiZne-Kanal zwischen Anizy le Ehateau an der Ailette und Bourg an der Aisne zu- rückgenommen. Die feit Tagen vorbereitete Bewegung verlies plangemäß und ungestört vom Feinde.

Erfolgreiche Vorfeldkämpfe westlich der Suippes. Zwischen Suippes und Aisne sowie zwischen den Argonnen und der Maas setzte der Feind seine starken Angriffe fort. Cie waren gestern besonders schwer und für den Feind außerordentlich blutig. Un­sere dort kämpfenden Truppen aller deutschen Stämme, die sich auch gestern wiederum trotz der hohen Anforderungen, die die letzten Tage an sie stellten, hervorragend geschlagen haben, haben einen vollen Abwehrerfolg errungen. Der Franzose, der auf der ganzen Front zwischen Suippes und Aisne in teilweise bis zu sechsmal wiederholten durch starke Panzergeschwader geführ­ten Angriffen vorbrach, wurde in erbittertem Kampfe zurückge­worfen. Sein einziger örtlicher Erfolg beruht ln der Einnahme von Somme-Py und in kleinen geringfügigen Einbuchtungen unserer Abwehrfront.

In den Argonnen haben wir in vorletzter Nacht infolge des Vordringens des Feindes im Aire-Tal unsere Linie bis in die Gegend südöstlich von Vinarville südwestlich von Apremont zurückgenommen. Gegen den Ostrand der Argonnen und gegen die Linie ApremontCiergesBrieulle stteß der Ameri­kaner in mehrfachen Angriffen unter teilweisem Einsatz neuer Divisionen vor. Oertliche Erfolge konnte er bei Apremont und östlich von Cierges erzielen, wo er unsere Linie am ftühen Mor­gen bis in den Wald von Cunel und Fays zurückdrückte. Aber auch hier sind wie an der ganzen übrigen Front die Angriffe des Feindes unter sehr schweren Verlusten für ihn in unserem Abwehrfeuer, in zähem Nahkampf und an unseren erfolgreichen Gegenangriffen gescheitert. Unsere Schlachtstaffeln griffen den östlich der Aire anstürmenden Feind mit großem Erfolge an. Bei den gestrigen Kämpfen wurden mehr als 150 Panzer­wagen des Feindes zerstört.

*

Wir schossen gestern 32 feindliche Flugzeuge und drei Fessel­ballone ab.

Der erste Ceneralquartiermeister: Ludendorff.

Abendberkcht.

Berlin, 29. Sept., abends. (WTB. Amtlich.) Neue Kämpfe östlich von Ypern. Gewaltiges Ringen zwischen Cambrai und St. Quentin. Der englische Ansturm ist hier im Großen gescheitert. In der Champagne und zwischen Argonnen und Maas sind heftige Angriffe der Franzosen und Amerikaner bis auf örtliche Einbrüche beiderseits Ardeuil abgewiesen^

on DMMänvs GN'cksat' Bist auch Du ein Tech Was Du dem Lande tust^ Du tust es Dir zum Heil!; Darum zetchne^dte Neuntel/

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Der österreichische Generalstalr meldet: =

Wien, 28. Sept. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Ail

der italienischen Front keine nennenswerten Kampfhandlungen.

Auf dem albanischen Kriegsschauplatz schlugen unsere Trup. pen westlich des Ochridafses in einem von den Bulgaren übei< nommenen Verteidigungsabschnitt feindliche Angriffe ab.

Der Chef deS GeneralftabeS.

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Wien, 29. Sept. (MTV. Nichtamtlich.)' Amtlich wird vev lautbart:

An der ttalienifchen Front keine besonderen Ereignisse.

An der albanischen Küste bei Berat scheiterten italienische Vorstöße.

Der Chef deS GeneralftabeS.

Der bulgarische Generalstab _= meldet: -:=

Sofia. 29. Sept.^ (WB.) Generalstabsbericht vom 27. Sept.

Mazedonische Front: Westlich des Wardar führten unsere Einheiten die ihnen vorgeschriebenen Bewegungen aus, vom Feinde nur schwach belästigt. Zwischen dem Wardar und der Struma Nachhutkämpfe mit wechselndem Erfolg. An der Bela- fizza und im Sttumatal Patrouillenunternehmungen, wobst wir griechische Gefangene machten.

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Das türkische Hauptquartier - meldet:

Konstantinopel, 27. Sept. (WB.) Generalstabsbericht.

Paläfttnafront: Auf unserem rechten Flügel entwickelten

sich neue Kämpfe.

Mesopotamien: An den Tigris vorfuhlende feindliche Ka­vallerie wurde durch unser Feuer abgewiesen. Bon den übrigen Fronten nichts Neues.

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Konstantinopel, 28. Sept. (WB.) Eeneralstabsbericht.

Palästina front: Die Kämpfe am Tiberiasee dauern an.

Von den übrigen-Fronten nichts Neues.

DerDnud" über die Kriegslage.

Bern, 28. Sept. Der Militärkritiker desBund" bespricht heute in der Hauptsache die dritte Champagneschlacht, wie er sie nennt, die Entscheidungsschlacht, durch die die große Offensive der Entente gekrönt oder im Endzweck unterbunden wurde. Del Einbruch der amerikanischen Armee bis zur Linie Varonois-^- Montfaucon habe eine fttategifchs Hauptschlagader der deutschen Front erreicht, sei aber hier zum Stehen gekommen.Er ist de> vollen Auswirkung beraubt worden und zwischen den Nord- argonnen und dem Maasrücken stehen geblieben, weil es dem Champagneflügel wieder nicht gelang, auf Vouziers durchzu­brechen. Aendern Nachstöße das Bild nicht, so ist die Durch­brechung der deutschen Champagneftont und damit die des deut­schen Zentrums abermals gescheitert. Auch diese Durchbrech-. ungsfchlacht zeigt wieder, wie fest gefügt die deutsche Front ist und wieviel Anpassungsfähigkeit, die deutsche Abwehr gegen die neuen Kampfmittel besitzt."

»

Die deutschen Verstärkungen.

Bern, 28. Sept. (WB.) Stegemann äußert W zur LagS an der mazedonischen Front: An der mazedonischen Front sind

genügend- deutsche Verstärkungen zur Stelle, und wenn diese aus der Flanke operieren können, so ist die Wiederauftichtung der sttategischen Lage der Bulgaren ebenso gut möglich, wie dies bei den Italienern in Venetien der Fall war.

Köln, 28. Sept. (WB.) In einem Berliner Telegramm derKöln. Ztg." heißt es: Ob, wie durch Reuter verbreitet

wurde, die Verbandsmächte wirklich das Gesuch Malknows um Waffemuhe abgelehnt haben oder nicht, und ob bereits bulga­rische Unterhändler mit dem Feinde zusammengekommen find, steht noch nicht fest. Fest steht aber, daß der König Ferdinand in seinem bundesgenössischen Verhalten nicht wankt. Fest steht, daß die starke deutsche Armee in, Begriff ist, kräftig zuzufassen/ und den bedrohten Bundesgenossen rii öilfe au komme*.