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In einer anderen Wolf-Meldung heißt es' Die Bulgare« sind ihrer Natur nach kühle Realpolitiker, aber nach Nachrichten, die neuerdings aus Sofia vorliegen, scheint in der Armee doch ein Verständnis für Vundestreue vorhanden zu sein, denn es wird berichtet, daß aus Armeekreisen heraus sich Widerstand gegen die Malinowsche Politik geltend mache. Viel wird na. türlich davon abhangen, ob die zum Teil angekommenen, zum Teil noch unterwegs befindlichen deutschen und österreichisch« ungarischen Divisionen im Stande sein werden, die Feinde zum Stehen zu bringen und die militärische Lage wieder Herzusiel, len. So schwer es in solch gespannten Zeiten wird, man muß doch einige Tatsachen abwarten, bis man die Folgen dieses WaffenstiNstand.es und Friedensangebotes ermesien kann. Da. rüber, daß seine Folgen sehr ernst sein und sich etwa nicht nur auf das Ausscheiden Bulgariens aus der Kriegführung be. schränken werden, besieht natürlich kein Zweifel. Eine nicht nur militärische, sondern auch politische Rückwirkung in erster Linie auf die an Bulgarien grenzenden Länder wäre unaus­bleiblich.

Köln. 27. Sept. (MV.) Ein Berliner Telegramm der Kölnischen Zeitung" meldet: Die Festsetzung der militärischen und politischen Lage Bulgariens macht Fortschritte. Der bul­garische Oberbefehlshaber General Todoro-w handelt in Ueber« einstimmung mit der Obersten Heeresleitung der Verbündeten, von der er Weisungen erbeten hat.

^er Aanplansschuß

steht nicht, ebensowenig teilen wir die Bedenken gegen die Par. kam gestern nur zu einer kurzen Sitzung zusammen, die un'er dem Eindruck des bulgarischen Friedensschrittes stand. Nach­dem der Staatssekretär v. Hintze eine Erklärung darüber abge­geben hatte, die wir vorstehend veröffentlicht haben, wurde die Sitzung vertagt. In einer vertraulichen Besprechung kamen verschiedene militärische Dinge zur Sprache.

Die Gesamtheit des Reichstages wird jedenfalls in aller­nächster Zeit einberufen werden.

(FnlfMfrs Arbeit im knWihen pt.

Rotterdam, 24. (sept. Reuter verbreitet auszugsweise den gestrigen Leitartikel derWeftminster Gazette", der sich mit dem Entwurf Erzbergers über die Errichtung eines Völkerbundes befaßt. Nach der Darstellung Reuters heißr es in dem Kommentar der Asguith nahestehenden Zeitung, daß die Vorschläge theoretisch annehmbar seien, daß aber erfahrungsgemäß zwischen Theorie und Praxis immer ein J großer Unterschied bestehe. Für die Entente sei es besonders wichtig, darüber unterrichtet zu werden, ob es sich um eine private Arbeit Erzbergers handele oder ob maßgebende Fak- toren dahinter ständen. Jedenfalls müsse man zugeben, daß die Annahme des Entwurfs durch das deutsche Volk das Ende des preußischen Militarismus bedeuten würde. Die ganze Sachlage sei so, daß die Entente unbedingt Sicherheiten haben müsse, selbst wenn sich das Parlament den Erz- bergerschen Gedankengang zu eigen mache. Es gebe aber nur eine einzige wirkliche Sicherheit und diese bestehe in der völligen Abrüstung.

Es ist selbstverständlich, daß es sich nur um die private Arbeit eines vielgeschäftigen Menschen handelt; nichtsdesto­weniger aber wäre es angebracht, dies auch von maßgebender Stelle z« betonen schon um Erzbergers willen.

sedoch ntcK so>, daß' sie Anschluß cm Me Entente im eigentlichen Sinne befürworten. Sie sind der Ansicht, daß augenblicklich für Rußland die Imperialisten der Entente weniger gefährlich sind.

Gegen den Plan des Abg. Erzberger, die Zentrrnns- partei mit Gewalt auf bas demokratisch'parlamentarische Programm festzulegen, wendet sich derBayer. Kurier" (Organ des Mg. Dr. Heim) sehr lebhaft:Kopfschüttelnd

steht man vor diesen neuen Methoden, die in unser Fraktions- leben eingeführt werden sollen.^, Vorstöße gegen den Vor­sitzenden (Gröber) -werden angekündigt, wie das Auftreten eines berühmten Preisboxers beim Austragen irgendeiner Weltmeisterschaft, interne Fraktionsentscheidungen zu Handlungen herabgedrückt von der Art französischer Duelle, zu denen mit geschäftiger Vertraulickcheit unter dem Siegel der Verschwiegenheit Presse, Venvandte, Bekannte und Zaungäste als Zuschauer geladen werden, damit das Helden- tum des kühnen Necken, der ein Jahrhundert und mehr in die Schranken fordert, auch die gebührende Beleuchtung erfährt. Uns wollen diese neuen Regierungskünste nicht ge- fallen und wir fürchten, daß vielleicht recht viele Zentrums­anhänger mit Scham beiseite stehen und die Augen Nieder­lagen vor dem Schauspiel, das uns geboten wird."

Mo bleibt die Mchpreistthöhulig?

Eine Mahnung au die, so es angeht!

Am 31. August wurde in einer Vorstandssitzung der Landes- Milch- und Fetlstelle nach lebhaften Erörterungen mit 9 gegen 7 Stimmen eine Erhöhung des Milchpreises be­schlossen. Bon den Gegnern wurden die alten, schon zur Ge­nüge bekannten Gründe wiederholt, die sich stets in dem alten Geleise^bewegen. Es sei an dieser Stelle wiederholt, daß eine Preisfestsetzung der Milch, die mit den Erzeugungskosten einiger­maßen Schritt hält, durchaus zugunsten der städtischen Ver­braucher wirkt. Den Landwirten wird dadurch durchaus kein Gefallen getan. Die von ihren eigenen Vertretern so hoch ge­priesene Kriegsorganisation hat es fertig gebracht, daß bei uns nicht mehr die Erzeugung, sondern die Erfassung als das wichtigste betrachtet wird. Die Produktion beliebt man sozusagen mit dem Knüppel totzuschlagen, um einseitig den Ver­brauchszwecken zu dienen. Auch bei der Milcherzeugung hat die­ser Standpunkt seine üblen Folgen gezeitigt und die meisten Landwirte haben das Interesie an der Milcherzeugung verloren. Werden deshalb auskömmliche Preise nicht bewilligt, dann geben diese Landwirte die Milchviehhaltung auf und lasten An­dere Milchwirtschaft treiben. Solche Landwirte sind es. die uns immer als Paradepferde vorgeritten werden und von denen gesagt wird, sie begehrten gar keinen höheren Milchpreis Die haben das leicht sagen, denn sie haben längst die Milcherzeugung mit einem lohnenderen Zweige der Landwirtschaft vertauscht. Die Landwirte aber, die heute noch die Städte mit Milch ver­sorgen Helsen, verdienen den Dank des Vaterlandes und es ist kurzsichtig, wenn man bei dem MiichpreiZ um Pfennige mäkeln will. Wir sagen frei und offen heraus, daß auch die vorge­sehene Preiserhöhung keine Steigerung der Milcherzeugung ber- vorbringen wird. Man hat gewohntermaßen die berufenen landwirtschaftlichen Berufsorganisationen garnicht über die Frage gehört und die landwirtschaftlichen Vorstandsmitglieder der Landes-Milch- und Fettstelle wurden einfach vor bestimmte Vorschläge gestellt. Außerdem ist durch die neue Preisfestsetzung der Milch schon der Keim für zukünftige Zwietracht gelegt, in­dem z. B im Regierungsbezirk Wiesbaden der Stallpreis für einen Liter Milch auf 50 Pfg.. im Eroßherzogtum Hessen aber nur auf 40 Pfg. festgesetzt ist.

Dann sei aber auch endlich die Frage gestattet, wann tritt denn eigentlich die Erhöhung ein? Vier Wochen sind seit dem Beschlusie der Landes-Milch- und Fettstelle ver­gangen, der 1. Oktober steht vor der Türe, aber noch immer wisien wir nicht, wann die Preiserhöhung kommt und noch immer ist keine diesbezügliche Verfügung bekannt geworden. Und wieder müsien die hessischen Landwirte zu ihrem Leidwesen die Erfahrung macken, daß sie gegen ihre Berufsge- nosien in den Nachbarstaaten stiefmütterlicher behandelt werden. Im Regierungsbezirk Kasiel ist die. Erhöhung bereits seit 15. August, im Regierungsbezirk Wiesbaden feit 15. September in Kraft. WaZ sind die Ursachen, daß die Landwirte in Hessen immer noch zu dem billigeren Preise kiefern müsien?. Im Ge­biet der Oberhesiischen Milchzenftale kostet diese Verspätung den Landwirten jeden Tag rund 2500 Mark. In ganz Hessen vielleicht 20 090 Mark. Der Rückgang in der Milcherzeugung bat schon in diesem Monat stellenweise einen recht bedenklichen Unrsang angenommen. Wir handeln im Sinne unserer Milch­versorgung. wenn wir uns die dringendste Bitte erlauben, nunmehr endlich den Beschluß zur Tat werden zu lasien und kei­nen Tag mehr damit zu zögern. Was Du tust, das tue bald!

Niederlassung Giessen

ln &ieetKcn, Johannesstrasse 1, Ecke Neuenweg,

in slsrZ&t vom 23. Ssptemiier iiis 23. Oktober.

Eins Ansprache Lenins.

Stockholm, 24. Sept. Lenin, der sich an der am 16. ds. Mts. abgehaltenen Sitzung des Zentral-Exekutivkomitees beteiligte, ergriff wich kurz das Wort und dankte den An­wesenden für die ibm bezeugte Treue und Anhänglicheit. Er berührte bei dieser Gelegenheit auch das Verhältnis der Dolschwiki zu deren Verteidigung des Landes und hob hervor Laß sie jetzt, nachdem keine Großmachtpnvilegien mehr damit geschützt werden sollen, sondern die Existenz der sozia­listischen Republik, auch die Bolschewrki Freunde der Einigung und Ruhe geworden seien.

Die bolschewistisch^ Linke mit Bucharin, Pokrowski, Üomow und Oboletvski an der Spitze haben ein neues Pro­gramm ausgestellt, aus dem zu ersehen ist, daß sie sich dem neuen bolschewistischen Kurse widersetzen und aus die Schwächung der Arbeiterkontrolle, sowie aus irgendwelche Zu­geständnisse an die bürgerlichen Elemente überhaupt nicht -ringehen wollen. Sie warnen vor der Verwendung der bürgerlichen Generale und wollen das Wahlrechtsprinzip fsn Heere beibehalten. Als wichtige Tagesaufgabe betrachten sie die vollständige Vernichtung der russischen Bourgeoisie. Außerdem sind sie in gewisser Hinsicht Ententesreunde,

fhitigi dag Weh auf die firrbOmriDf.

V°n der diesjährigen knappen Futterernte sollte jeg- liches Wachstum benutzt und dem Vieh teilhaftig gemacht werden. Dazu gehört auch daß das Vieh im Herbst auf die abgemähten Wiesen zur Weide gelassen wird. Bis in den November hinein findet das Vieh dort gutes und reich liches Futter und die anderen Futtervorräte können, ge­spart werden. In einigen Gemeinden, so in Okarben, lverden bereits die Ziegen arrs die Weide getrieben; aber auch das Großvieh muß auf die Weide. Am besten nimmt der Gemeinderat die Sache in die Hand, damit die nötigen Vorbereitungen getroffen werden, ein Hirte bestellt wird usw. Man säume aber damit nicht, denn jetzt ist die beste Zeit!

Ans der Heimat.

Friedberg. 28. Sept. (Theater im Saalba u.) Mir weifen nochmals auf die heute Samstag und morgen Sonntag abends punkt 8 Uhr stattfindenden Aufführungen des neuesten OperettenschlagersDas Drei-Büberl-Haus" hm und dürfte es sich empfehlen. Karten beizeiten sich im Vorverkauf zu holen. Für nachmittags sind Karten auch schon an beiden Tagen von

| 1t1 Uhr an der Theaterkasse im voraus zu haben. AlleA Nähere ist noch aus der heutigen Anzeige zu ersehen.

Das Sammeln der Bucheckern. Wenn die Bucheckern reif j sind, lockern sie sich in ihrer Schale, die stachligen Fruchtbecher ! springen auf und die Kerne fallen zu Boden. Das geschieht nicht gleichmäßig, weil der Standort. Sonnenseite oder Schat. tenseite für den Zeitpunkt des Ausstoßens der Kerne maß. gebend ist. Regelmäßig zuerst fallen aber die tauben Kerne und die von Insekten beschädigten, die beide für die Oelberei. tung wertlos sind. Ein Nachtfrost lockert auch die noch sestsihen. den Kerne in ihren Dechern und aus diesem 'Grund wird die Sammlung nach einem Nachtfrost ergiebiger. Das Aufsammeln der Eckern im alten Bodenlaub ist mühsam. Um die Arbeit loh­nend zu gestalten, fegt man das alte Bodenlaub bevor die Frucht abfällt, sorgfältig unter dem Baum fort, das hat dann die Möa« lichkeit auf den, kahlen Boden die Eckern schnell zu finden. Hat man Plane oder Leintücher zur Verfügung, so breitet man sie wohl auch über das alte Bodenlaub und fängt damit die ab« fallenden Früchte aus. Nun nimmt man eine lange Hakenstange und schüttelt damit die Aeste bis alle Eckern am Boden sind.

I Auf diese Weise läßt sich die Stundenleistung ganz erheblich ! steigern und da für das Kilogramm gesunder, gereinigter, wald. i frischer, trockener Eckern Mk. 1.65 bezahlt wird, wozu noch daß Recht auf den Bezug von 60 Gramm Oel kommt, ist es von er. j heblichem Wert, möglichst große Mengen zu sammeln.

Vad-Nauheim. 28. Sept. Unter den Beziehern des ..schwarz« geschlachteten" Fleisches in Bad-Nauheim befindet sich ein weit« bekannter Arzt. Eine zum Versand an ihn bereite Kiste ist bei einem der Geheimschlächter beschlagnahmt worden. Nun will es der Zufall, daß höchste Herrschaften, deren Besuch in Bad. Nauheim jüngst gemeldet war. bei diesem Arzt Wohnung ge- i nommen hatten. Es ist daher anzunehmen, daß auch diese Herr­schaften natürlich ohne ihr Vorwisien Teilnehmer an dem Genuß des schwarzgefchlachteten Fleisches waren.

FC. Wiesbaden, 25. Sept. Der seit 13 Seplember als ver. mißt gemeldete 16jährige Bnnklehrling Otto Oblemach-r von ; hier ist mit der am 17. September aus dem Nbein gelandeten Leiche bei Winkel identisch Es liegen bis jetzt nickt die gering, sten Anhaltspunkte daftir vor. weshalb der Junge sich ein Leid angetan hat. Es ist nicht ausgefchlosien. daß er das Opfer ei­nes Ueberfallß geworden ist. da die Leicke am Halse eine klaft sende Wunde aufwies, die von einem Schlag herruhren muß. ferner wird die Brieftasche des Toten vermißt. Ob Verbrechen oder Selbstmord vorliegt, wird erst die Untersuchung ergebe« müsien.

Mainz. 26. Sept Seit einigen Tagen wurde ein hiesiger Offizier vermißt. Die Uniform wurde am Rheinufer bei Lan. benheim gefunden Die Leiche wurde vorgestern in Caub g* landet. Der Verlebte soll beim Baden ertrunken sein.

Letzte Weldnnycn.

Hoch 15 000 Tonnen.

S'trlin, 27. Sept. (WB. Amtlich.) Im Sperrgebiet des Mittelmeeres vernichteten unsere U-Boote, drei Dampfer und mehrere Segler von zusammen etwa

15 000 Bruttoregistertonne« darunter einen Passagierdanrpfer von etwa 7000 Brt.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Verantwortlich kür den politischen und lokalen Zeit: Otto H i r s ch e l . Friedberg; für den Anzeiaenteft: R £ et) ne 7 Friedberg. Druck und Verlag derNeuen Tageszeitung", A G.. Friedberg i

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