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Las Angebot eines Waffenstillstandes gerichtet worden sek. Wie gemeldet wird, ist Herr Malinow mit diesem Angebot auf eigene Hand, ohne Zustimmung des Königs, des Parla- ments und der bulgarischen Heeresleitung vor gegangen. In den bundestreuen Kreisen Bulgariens hat dieses Vor­gehen Malinows große Erregung hervorgerufen. Militärische Maßnahmen zur kraftvollen Unterstützung der bulgarischen Front sind im Gange. Eine Gegenbewegung gegen den Ministerpräsidenten Malinow macht sich, nach den letzten Nachrichten ans Sofia zu urteilen, bereits geltend.

Die Kirsche Antiosringte an Durian.

Konstantinopel, 25. Sept. (WB.) Meldung der Agen­tur Milli: Die Note, die die kaiserlich türkische Regierung in Beantwortung der Note des Außenministers Grafen Burian der österreichisch-ungarischen Regierung tibermitteln ließ, hat folgenden Wortlaut:

Unterzeichneter Botschafter der Türkei beehrt sich, die Note der kaiserlichen und königlichen Regierung vom 14. September wie folgt zu beantworten: Der von der kaiserlichen und königlichen Regierung an alle kriegführen­den Staaten gerichtete Vorschlag, in einem neutralen Land einen vertraulichen und nicht obligatorischen Meinungsaus­tausch über die Grundsätze eines dauerhaften und ehrenvollen Friedens zu führen, entspricht vollständig der 'Auffassung der kaiserlich ottomanischen Regierung, die sie einvernehm­lich mit ihren Verbündeten wiederholt zu bekunden nicht ernwngelte. Infolgedessen spricht die kaiserliche Regierung den Wunsch aus, daß dieser neuerlich von der kaiserlichen und königlichen Negierung unternommene, von hohem Menschlichkeitsgefühl und aufrichtigem Versöhnungsgeist ein- gegebene Schritt zur Vorbereitung des Bodens für einen gerechten und dauerhaften, die ganze Welt umfassenden Frieden, bei unfern Gegnern die besten friedlichen Dis­positionen finde. Der Unterzeichnete hat die Ehre, im Nannn der kaiserlichen Regierung zu erklären, daß die Hohe Pforte bereit ist, andern vorgeschlagenen Gedankenaustausch teilzunehmen.

Asten den Asiaten.

Rotterdam, 25. Sept. DieTimes" melden ans Peking: In China herrscht ein vollständiges Durcheinander. Wie die chinesische Preffe mitteilt, hat der englische Gesandte in Peking im Ministerium des Aeußern die Vermittlung Englands und Amerikas angeboten. DieTimes" drängen darauf, daß die Vermittlung in China nicht einer einzelnen Macht Japan! j anvertraut werde, sondern daß sich die Verbündeten zu einer gemeinsamen Unternehmung zusammenfinden.

Gleichzeitig wird aus Bern Folgendes gemeldet: Amerika­nische Blätter.veröffentlichen Auszüge aus einem aufsehener­regenden Aufsatze des bekannten japanischen Zeitungsbesitzers Tokutomi. Darin heißt es: Das Erwachen Asiens bedeutet die Errettung Chinas, Sibiriens und Indiens. Japan ist vom Schicksal dazu ausersehen, diese ungeheure Bevölkerung zu füh­ren und zu leiten. Wohl mag Indien weit sein und Sibirien nicht um japanische Hilfe rufen. China aber ist nahe und be­darf aller Tatkraft Japans. Japan muß darauf sehen, daß trotz der Verpflichtungen des Verbandes, die aus der gemeinschaft­lichen Sache erwachsen, Asien den Asiaten Vorbehalten bleibt.

darkarei der Tlchchg-dlomkkn.

Moskau, 21. Sept. Die Petersburger ZeitungPrawda" bringt folgenden Bericht eines Genossen, der jetzt nach längerem Aufenthalt in Samara und Ufa zurückgekehrt ist. Wie bekannt, wurden die Kinder der Proletarier im ver­gangenen Frühjahr in die Erholungsheime der Gouver­nements Ufa, Samara und andere getreidereiche Gegenden gesandt. Als der tschechische Aufstand losbrach und diese die Eisenbahnen abschnitten, hatten wir leider keine Zeit, die Kinder zu evakuieren. Die Tschechen, die sich anfänglich mit ihrer Korrektheit brüsteten, enthüllten bald ihr richtiges Antlitz. Obwohl sie stets betonten:Wir sind nicht Sol­daten der Roten Armee, fürchtet euch nicht", ließen sie ihre Wut an den unschuldigen Kindern der Petersburger Ar­beite'- und an dem Personal der Erholungsheime aus. Die korrekten Herren Tschechen begreifen nicht, daß Kinder keine Verantwortung für ihre Väter tragen! Ihr erstes Werk war es, . das Lehrer- und wirtschaftliche Personal zu ermorden, wobei sie diese auf entsetzliche Weise verstümmelten. Ferner beschlagnahmten sie das für den Unterhalt der Kinder be­stimmte Geld und verteilten nur neunzig Kopeken pro Kopf täglich, wodurch die Kinder gezwungen waren, zu hungern und viele von diesen (6 Prozent) an Unterernährung zu­grunde gingen. Eine besondere Kommission, die unter dem Schutze des dänischen Konsulats steht, hat sich nun in das von den Tschecho-Slowaken besetzte Gebiet begeben, um eine Einigung über den Rücktransport der Kinder zu erzielen.

Die deutschen Kolonien für Hilfe au den Sowjet.

Moskau, 20. Sept. Alle Arbeiter-Deputierten-Räte der örtlichen deutschen Kolonien haben einstimmig beschlossen, den ganzen Brotüberschuß. nach Moskau und Petersburg zu schicken.

Ukraine.

Kiew, 25. Sept. (WB.) Aus offiziellen deutschen Kreisen wird gegenüber den Gerüchten, daß in der Ukraine eine Einberufung e-cfolge und die Einberufenen an die deut­sche Westfront gehen sollen, erklärt, daß Deutschland nir­gends im besetzten Gebiet auch nur einen Soldaten einbe- ruten habe. Ein derartiges Vorgehen in der befreundeten Ukraine, wo Deutschland nur sei, um Ruhe und Ordnung Herzu stellen, sei ausgeschlossen.

r Amerikanische Methoden.

In derVictoire" Nr. 939 malt ein Vorkämpfer derZivi­lisation und Menschlichkeit" unter der UeberschristAmerika­nische Methoden" mit Behaglichkeit die Mittel aus, mit denen in den Vereinigten Staaten der Kampf gegen das wirkliche oder vermeintliche Deutschtum geführt wird.Unsere Tech­niker", schreibt dieser ritterliche Franzose,sind voll Bewunde­rung für die Methoden unserer amerikanischen Freunde. Ich wäre entzückt, wenn auch unsere Politiker von ihnen lernten. Wenn z. V. die Deutschenfreunde in Amerika ihre schlechte Ge­sinnung nicht ändern, werden sie eines Nachts von etlichen Send­boten aus dem Bett geholt, sie muffen jeden Stern des amerika­nischen Banners küssen, zum Schluß werden sie geteert und ge­federt und an die Grenze des Territoriums geschafft, mit dem Verbot zurückzukehren. Dieses Verfahren erzielt herrliche Er­folge, nicht nur bei schlechten Naturen, sondern auch bei hervor­ragenden Gelehrten und Geistlichen. Wozu verhehlen, daß dies für uns einen eigenartigen Reiz hat? Wie wäre es, wenn Herr Longuet (ein Führer der Minderheitssozialisten) in sehr viel Teer und sehr wenig Federn gerollt und in diesem Aufzug an die Schweizer Grenze gebracht würde?" Es ist an der Zeit, daß die Franzosen sich den Kampfgebräuchen ihrer Wasfengenos- sen, der Sioux und Irokesen, anpaffen, da ihre öffentliche Mei­nung bereits von Apachen gemacht wird.

Ulilion üfiörnnat ssiißland m Siikinrriy.

Nach dem NeuyorkerJournal of Commerce" wurden die Flotten der in amerikanischen Küstenplätzen beheimateten englischen Dampferlinien, welche den Verkehr nach Süd­amerika vermttelten, von England beschlagnahmt; die dann als Ersatz dienenden Schiffe wurden zurückgezogen, als die Gesamtkontrolle der neutralen.Schiffe auf den Verband überging. Jetzt haben die Vereinigten Staaten über­schüssigen Schiffsrauin, bei dessen Verteilung an Privat­firmen die englischen Linien auf Berücksichtigung hofften. Hierin haben sie sich getäuscht. Das Schiffahrtsamt hat die englischen Firmen benachricbtigt, daß sie auf keine ame­rikanische Tonnage rechnen könnten.

Die englischen Gesellschaften nehmen folgenden Stand­punkt ein: Unsere Schiffe sind von unserer Regierung be­schlagnahmt; sie fahren für den Verband, also auch für die Vereinigten Staaten. Tatsächlich werden viele unserer Passagierdampfer für den Transport amerikanischer Sol­daten gebraucht. Die englische Regierung, weit davon ent­fernt, Stellung gegen amerikanische Firmen zu nehmen, hat ihnen sogar Schiffe zugewiesen. Wir haben jahrelang Er­fahrung in der Südamerikafahrt, besitzen in Südamerika große Anlagen und straffe Organisation, und konnten daher bessere Dienste tun,-als diese neuen Firmen, welche sich nie um den südamerikanischen Handel bemüht haben.

Amerikanische Schrffahrtskreise sind mit der Verfügung des SchiffahrtsamteS sehr einverstanden. Vor dem Kriege befaßten sich amerikanische Reeder wenig mit Südamerika. Der ganze Verkehr lag in deuffchen und englischen Händen. Es ist somit von der größten Wichtigkeit, daß die Vereinigten Staaten jetzt Erfahrungen sammeln, um nicht nach dem Kriege dem Wettbewerb unvorbereitet und ungerüstet gegenüberzustehen.

Aus - dem Peilhsilisisliailpilinsilhuß.

Der Reichskanzler eröffnte die Reihe der Aussprachen mit einer längeren Erklärung, worin er die Klagen über die Be­schränkung des Vereins- und Dersammlungsrechts für berech­tigt erklärt, namentlich im Hinblick auf die WahlrechtZfrage. Er erklärte, es sei Abhilfe geschaffen. Nach dieser Verbeugung vor derMehrheit" mahnte er zur Einigkeit.

Abg. Graf W e st a r p : Verstimmung und Kleinmut gehen über das berechtigte Maß weit hinaus. In landwirtschaftlichen Kreisen beruhe die Verstimmung auf der Zwangswirtschaft, die nach dem Diktat der Gewerkschaften geführt wird. . Für die Durchsuchungen fehlt jeder Rechtsschutz und man soll die Er­regung der landwirtschaftlichen Kreise nkcht unterschätzen. Die jetzige Tagung des Hauptausschuffes ist nicht geeignet, eine Besserung in der politischen Lage herbeizuführen. Ich habe erst durch die Preffe von der Absicht erfahren, den Hauptausschuß einzuberufen, sonst hätte ich Widerspruch erhoben. Die Preffe war es, die den Eindruck einer Regierungskrise erweckte. Das mußte nach außen schädlich wirken. Es handelt sich jetzt um das Bestreben einer

Fortsetzung der Demokratisierung und der Parlamentarisierung. Unsere Feinde begrüßen das aus naheliegenden Gründen, weil unsere Kampfkraft dadurch geschwächt wird. Ist die jetzige Stunde aber dazu geeignet? Nach unserer Meinung wirkt das Drängen nach Demokratisierung kriegsverlängernd. Wie kommt die Sozialdemokratie dazu, für ihren Eintritt in die Negierung Bedingungen zu stellen? Wer hat sie denn dazu aufgefordert? Darüber müffen wir Auskunft erhalten. In andern Landern »erfährt die Sozialdemokratie anders. Dort stellt sie ihre Par­teiforderungen zurück. Bei uns aber blüht der Weizen der So­zialdemokratie. wenn es dem Vaterlande schlecht geht. Der Kern der ganzen Bestrebungen ist, daß die Negierungsgewalt an einen parlamentarischen Vollzugsausschuß übergehen soll. Dem soll zunächst die Aufhebung des Artikels 9 der Nelchsver- fasiung dienen. Würde der Artikel aufgehoben werden, dann würden die verbündeten Regierungen die Regierungsgewall zu­gunsten einer Parlamentsherrschast verlieren. In gleicher Rich­tung liegt der Kampf gegen die sogenannte Nebenregierung, das heißt die Oberste Heeresleitung. Wir lehnen grundsätzlich die Parlamentarisierung ab, namentlich aber auch jetzt, weil sie unsere Feinde stärken würde. Wir würden damit auf die schiefe Ebene des Friedens um jeden Preis geraten, und das ist das Bedenkliche. Der erste Schritt auf dieser Bahn war die Frie­densnote Oesterreich-Ungarns, aber auch schon Staatssekretär Solf und Vizekanzler v. Payer hatten sich auf die schiefe Ebene

des Verzichts begeben. Die Rede des Herrn v. Payer h Stuttgart war zweifellos ein neues Friedensangebot, das un­sere Unterhändler zum Beispiel hinsichtlich Belgiens bei dem Frieden binden würde. Wir halten hinsichtlich Belgiens und einer Kriegsentschädigung an unserer bisherigen Stellungnahme fest. Nach unserer Meinung handelt es sich da um Staatsnot- wendigkeiten; Belgien daff nicht ein Vasall unserer Feinde werden. Zu unserer Forderung einer Kriegsentschädigung kom­men wir, weil Deutschland die Kriegslasten nicht ttagen kann. Der uns gemachte Vorwurf der Kriegsverlängerung ist unbe­rechtigt. Kein Verzicht bringt uns dem Frieden auch nur einen Schritt näher. Der Feind muß gezwungen werden, unsere Staatsnotwendigkeiten anzuerkennen. Die Zeit für neue Frie­densangebote ist nicht da. Vielleicht war für die Stuttgarter Rede des Herrn v. Payer die Rücksicht auf innerpolitische Ver­hältnisse maßgebend. In Wirklichkeit aber hat die Rede die Situation im Innern nicht gehoben. Tagtäglich erleben wir weitere Schritte auf der schiefen Ebene. Ich weise nur auf das Buch Erzbergers und auf die sozialdemokratischen Bedingungen hin. Es ist sehr bedenklich, jetzt die Entscheidungsfrage für Bel­gien aufzuwerfen. Die Ausführungen des Vizekanzlers über den Ostsrieden waren in formaler und materieller Beziehung durch­schlagend. Finden die Randstaaten keinen Anschluß an Deuisch- land, so geraten sie unter englischen Einfluß. Wir wünschen, daß mit der Regelung der Verhältniffe im Osten fortgefahren wird Die Gefahr, daß dynastische Intereffen ausschlaggebend sind, be- steht nicht, ebensowenig teilen wir die Bedenken gegen die Per­sonalunion. Der Ansiedlungserlaß Hindenburgs findet unsere Billigung. Das Angebot der Ritterschaft ist hochherzig und dankenswert. Wir müffen in Polen dafür sorgen, unsere mili­tärische Grenze günstiger zu gestalten. Hinsichtlich Finnlands verstehe wir die Aufregung nicht. Selbstverständlich tut der deutsche Fürst, was er tut, auf seine Gefahr. Ein Schritt auf der schiefen Ebene ist auch die Forderung einer Autonomie für Elsaß-Lothringen. Auch das wäre ein Entgegenkommen gegen die Wünsche des Auslandes. Würde Elsaß-Lothringen Deutsch, land genommen, so hätte Wilson, was er beabsichtigt, das deutsche Kalimonopol gebrochen. Der Gedanke eines Völker­bundes ist gleichfalls ein Schritt auf der schiefen Ebene. Ge­wiß ist es ein schöner Gedanke, aber die Erfahrungen des Krie­ges sollten warnen. Ferner find die Schwierigkeiten ungeheuer, wenn man den Plan durchdenkt. Einen einmal bestehenden Zu. stand für alle Zeiten festzulegen, setzt voraus, daß ein bestimm, ter Zustand auch vorhanden ist. Das aber ist nicht der Fall Durch einen solchen Völkerbund würden die aufstrebenden Völ­ker zur Untätigkeit verurteilt werden. Uns wird zugemutet. mit unseren Feinden zusammen zu gehen, die unsere Existenz vernichten wollen. Die Vorherrschaft der Sozialdemokratie bringt uns zu einem Frieden um jeden Preis. Wir müffen kalt- blüttg und entschloffen zusammenstehen. Auf die Einigkeit kommt jetzt alles an Jetzt geht es nicht um einzelne Kriegsziele, son­dern um den Schutz von Heimat unh Herd. Darin cber sind w«, alle einig. Hinzutreten muß die volle Zuversicht, die sowohl in den Tatsachen wie in den Mitteilungen, die wir erhalten h -ben begründet ist. Mir können den Verteidigungskrieg ersolgr-'ick) weiterführen. Das Vertrauen des Heeres zu seinen Führern ist unerschütterlich. Die Durchführung des Rückzuges war die glänzendste Probe für die Tüchtigkeit unseres Heeres. Auch die Ausführungen des Vertteters des Reichsmarineamts recht­fertigen volles Vertrauen.

Der Vorsitzende Abg. Eberl verwahrt sich gegen den Vor­wurf de Grafen Westarp, daß entgegen der Vereinbarung im Aeltestenral der Ausschuß zusammenberufen wordn sei. ohne Rücksprache mit den Vorsitzenden der Fraktionen.

Abg. Frhr. v. Ga mp (D. Fr.): Auch wir bedauern die Einberufung des AussclMes, die wir nicht für nützlich halten. Der Vorredner irrt, nicht die Gewerkschaften sind schuld an den die Landwirtschaft bedrückenden Verfügungen, sondern die Bureaukratie. Mit der Frage der Parlamentarisierung hat der Vizepräsident des preußischen Staatsministeriums jongliert. Was will man denn eigentlich? Man muß doch die Verfassung beachten. Ein Weltkrieg ist nicht die Zeit, um die Reckte des Parlaments zu erweitern. In den feind­lichen Ländern hat man umgekehrt Diktaturen geschaffen. Was an Beschwerden vorgebracht worden ist, waren Quisguilien. Mit dem größten Teil der Rede des Vize- kanzlers sind wir einverstanden. Es liegt im deutschen In­teresse, daß die Randstaaten nicht in schwache Hände geraten. Die Autonomie Elsaß-Lothringens würde die Schwierig- keilen noch vermehren. Bei Schaffung eines Völkerbundes würde es schwer sein, unparteiische Sachverständige für Streitfälle zu finden. Die engste Verbindung der politischen und militärischen Leitung ist eine» dringende Notwendigkeit. Hinsichtlich der Wahlrechtsfrage haben die Gegensätze eine-^ Milderung erfahren. Jedes Drängen würde die Der- ftändigung erschweren. Die deuffche Kraft wird uns auch über die gegenwärtige Lage hinweghelfen.

Ledebour (Unabh.) sprach gegen den Reichskanzler, mit dem eigentlich nur die Rechte zufrieden sei. Für Belgien müsse die deutsche Regierung volle Entschädigung leisten. Der Kampf zwischen Flamen und Wallonen in Belgien ginge uns nichts an.

S e y d a (Pole) verttitt die bekannten polnische,» Forderugen.

Die Sitzung wird sodann auf Fr-eitag vertagt.

Zusagen des Reichskanzlers.

Berlin, 26. Sept. (WB.) In der heutigen Sitzung des Ha-uptausschusses des Reichstages stellte der Reichskanz­ler eine Beseittgung der auf dem Gebiete der Zensur und des Vereins- und Versammlungsrechtes zutage getretenen Miß- stände in Aussicht durch ein Eingreifen der Kommando- Gewalt oder eine Aenderung der bestehenden Gesetzgebung oder endlich durch Einfügen ausreichender bürgerlicher Elemente in die lehlich zur Entscheidung berufenen mili­tärischen Stellen, Bis zun, nächsten Zusammentritt im