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Sennt, daß viele Neichstagswünsche unerfüllt geblieben find. Das Haupthindernis war der Zwiespalt zwischen der Zivilregierung «nd gewissen militärischen Stellen. Dadurch wurde der Ein. druck einer gewissen Unehrlichkett im Auslande hervorgerufen. Der Wille der Regierung mutz sich gegen alle Widerstände durch. Hetzen. Im Osten müsien die Randvoller ihr Selbstbestimmungs- recht wirklich ausüben dürfen und eine Selbstverwaltung de- komme«. Mit der Militärverwaltung mutz Schluß gemacht werden, denn sie wird als Unterdrückung empfunden. Mit der Lösung der polnischen Frage geht es nicht vorwärts. Wie steht es mit der Behandlung der Polen in Deutschland? Die Frie- densentschließung des Reichstages vom 19. Juli ist von der Reichsregierung guigeheißen worden. Der Reichstag kann es daher nicht leicht nehmen, wenn der Kriegminister gegen dieses Friedensprogramm vorgehl. Der Reichstag wird den Reichs­kanzler unterstützen in dem Bestreben, alle Quertreibereien Beseitigen.

Slbg. Scheidemann (Soz.): Die Gegnerschaft gegen den Grafen Hertling ist gewachsen, ist aber rein sachlich. Der Drester Vertrag ist ein schweres Hindernis für den Weltfrieden Das Königsspiel in Finnland ist ein politischer Fehler. Wer er­laubt dem Prnzen von Hessen als Offizier seine Nationalität s^nlegen? Man laste die Finger davon. Kühlmanns Nach­folger wurde von den Alldeutschen stürmisch begrüßt, aber die Tatsachen waren stärker. Wir dürfen die Dinge nicht so weiter treiben lasten.

General v. Wrisberg: Der Erlaß des Krieasministers richtet stch nickt gegen die Friedensentschließung des Reichstags Dem Kriegsminister war vielmehr bekannt geworden, daß die Versammlungen der Zentralstelle für Völkerrecht über den Rah. -nen jener Enffchlie^ing hinausgehen, und deshalb hat er den Generalkommandos die Anweisung erteilt.

Abg. Fi sch Leck (Volkspartei): Die Lage ist ernst, aber

»ir baben keinen Grund, kleinmütig zu sein. Die politische Leitung muß alles tun. um die Kräfte im Innern zu starken. Obenan muß der Satz stehen, daß wir einen reinen Dertei- digunaskriea fuhren.

Aba. Strefeman (nat.-lib.): Das Zentrum erklärte,

daß es stck auf den Boden des Regierungsprogramms. das der Bnekanzler von Paver in Stuttgart entwickelt bat. stellen will. Dasselbe kann ick »amens meiner Fraktion erklären. Es leiten uns dabei dieselben Gesichtspunkte wie im Herbst 1917

Auch den russischen Zusatzverträgen stimmen wir zu. die in Arer Gesamtbeit Deutschlands Interesten wahren. Die Der- ßültniste in Rumänien erfordern unsere größte Aufmerksamkeit. Ken Wühlereien der Entente in Iasty muß mit größter Energie Wrtgegenqetreten werden. In Bezug auf Belgien widerspreche

ÖS der Auffassung, daß Belgiens Schuldlosigke« erwies«, sei. Die Regierung sollte uns Gelegenheit geben, ihr Material ken- nen zu lernen, um de« falschen Auslastungen der Entente ent. gegentreten zu könne«. Die Differenzen zwischen der Militär­verwaltung und der politische« Leitung auf dem Gebiete der Handhabung des Belagerungszustandes find bedauerlich. W,r erhoffen in Bezug auf die Wahlrechtsvorlage eine Verständigung auf dem Boden der Vorlage -wische« Negierung und Herren­haus.

Hierorts wurde die Aussprache auf Donnerstag vertagt. Am Nachmittag wird eine Geheimsitzung zur Entgegennahme einer ausführlichen Unterrichtung über die militärische Lage statt- finden.

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Fliegerangriff auf Frankfurt.

Frankfurt a. 9PL, 25. Sept. (WB.) Heute vormittag wurde Frankfurt a. M alarmiert, da die Anwesenheit feindlicher Flie- ger ln den Nachbarbrzirken gemeldet war. Um die Mittagszeit erfolgte ein feindlicher Angriff auf die Stadt. Rach den bis­herigen Feststellungen wurden etwa sechzehn Bomben abgewor- fen, die zum Teil in die Stadt, zum Teil in freies Gelände fte» len. Eine davon traf ein weithin erkennbares Krankenhaus Es wurde Sachschaden, jedoch kein Militärischer, anperichtei. Lei- der wurden eine Person getötet und fünf Personen, in der Mehr­zahl leicht, verletzt. Bisher find zwei feindliche Flieger als ab- geschosten gemeldet.

Der letzthin erfolgte Abwurf auf eine Mainzer Kirche und der heutige auf ein hiesiges Krankenbans kennzeichnen wiederum hinreichend den Vorwurf derBarbarei" ans feindlichem Munde

Bestrafung des Kronprimen Caro!

Iasty, 24. Sept. (SKR.) Amtliche Meldung. Kronprinz Earol ist vom König als dem Oberbefehlshaber der Armee wegen Vergehens flogen die militärischen Vorschriften mit 75 Tagen strengem Arrest bestraft worden. Der Strafvollzug hat bereits gestern begonnen. Die mit diesem Vergehen in Verbin. düng stehenden Handlungen werden zunächst auf ihre Gültigkeit geprüft, um die Folgen beurteilen zu können.

Berlin. 24. Sept. Die ..Dost. Ztg." meldet aus Bukarest: In einem Telegramm an König Ferdinand teilte der Kronprinz feine Vermählung mit und bat um eine Entscheidung. Dann begab er sich mit seiner jungen Frau nach Bender. In Iastp herrschte große Bestürzung und der König selbst soll sehr erregt sein, Die Antwort des Kronprinzen soll dahin gelautet haben, daß die angesichts der Unsicherheit der Dynastie fragliche Aus­

sicht, jemals auf den Thron zu gelangen, kym rerneu «cptff rar eine« Verzicht für diese Ehe bieten könne.

Englische Kolonialgrenel.

Berlin, 14. Sept. (WB.) Die vom Funkspruch Tarnavon verbreiteten angeblichen deutschen Grausamkeiten in den deut­schen Kolonien sind durchweg unwahre Verleumdungen. Eng­land verfolgt damit nur den Zweck, seine eigenen Annexions­absichten auf die deutschen Kolonien zu verdecken und Deutsch­lands Kolonialverwaltung in Mißkredit zu bringen. England selbst behandelt in Australien und in Südafrika bis in die neueste Zeit die Eingeborenen wie Sklaven. Di« neuere Ge­schichte Australiens und Neuseelands ist eine einzige planmäßige Vernichtung der dortigen Etngeborenenrasten. In Tasmanien wurden die Eingeborenen unter der Verwaltung des englischen Gouverneurs Arthur in der Weife ausgerottet, daß die eng­lischen Soldaten und Ansiedler eine Treiberkette über die ganze Insel bildeten und die Eingeborenen wie Känguruhs jagten und niederfckosten. Rach zweimonatigem Marsche war diese grausame Menschenjagd im wesentlichen beendigt. Die wenigen Uebgrlebenden wurden auf die Flinders-Insel gebracht, wo sie infolge des ungesunden Klimas schnell ausstarben. Im Jahre 1876 schon war die gesamte Raste der Tasmanier ausgerottet. Aus Queensland berichtet der Protektor der Eingeborenen von Nord-Queensland in seinem Jahresbericht für das Jahr 1902. daß auch die dortigen Eingeborenen mit Wisten der englischen Regierung langsam ausgerottet werden. Diejenigen, die bei Weißen im Dienst sind, erhalten in der Regel keinen Lohn oder Schnaps als Lohn; ste werden als Vermittler für den Verkauf von Schnaps an andere Reger gebraucht. Ihr« Frauen werden der Prostitution ausgeliefert Mit Kindern, die den Eltern einfach weggcnommen werden, wird ein schwunghafter Handel getrieben.

Wie di« Engländer mit den Eingeborenen Inner-Austra­lien» umgehen, bezeugte der englische Kapitän H. V. Berclay, der seit 30 Jahren Inner-Australien bereist und einer der ersten Pioniere dieses Landes war. in derReview of Reviews of Austtalisia" 1905. Wenn nicht schleunige Maßregeln zur Ver­düsterung der Lage der Ureinwohner Inner-Australiens getrof. fen werden, die wie durch ein Wunder noch übrig geblieben sind, sogt er. so ist zu befürchten, daß die Weißen ste bis auf den letz* ten Mann ausrotten. Versetzt man sich um 25 Jahre zurück, se waren dort, wo heute nur noch vereinzelte oft kinderlose Fa-, milien wohnen, ---roße Volksstämme. Es ist traurig, solche Dinge feststellen zu müssen.

Ebenso trostlose Zustände herrschen in Westaustralien. Die blühende Eing^borenen-Bevölkerung von Neuseeland und Poly.

Hoffentlich haben beide Befehle erwünschte Wirkung. Ob das Waster durch die Bodenventile so schnell alle Laderäume überflutet, daß dos von oben herunterbrennende Feuer das kost­bare Kriegsmaterial in den Laderäumen nicht mehr erreichen kann? Werden wir in den nächsten Augenblicken so schwere Treffer erhalten, mit Explosion der eigenen Ladung, daß eia Versenken des Schiffes überhaupt unnötig ist? Diese und ähn­liche Gedanke« erfüllen mich die nächsten langen, langen Mi­nuten . . .

Die sich Überstürzenden Ereigniste in den folgenden Augen­blicken sind schwer wiederzugeben. Das Schiff erhält in kurzer Zeit eine größere Anzahl Treffer, die glücklicherweise noch keim Explosionen Hervorrufen. Es brennt an mehreren Stellen, hauptsächlich durch die angezündete Decksladung. Das Feuer entwickelt noch Wunsch einen ungeheuren Qualm. Die geöff­neten Bodenventile lasten möcktig Waster ein. so daß im Ma- schinenraum bald alles unter Waster steht. Dis zum letzten Mo. ment bleibt da» Personal dort auf Stationen, die Wastermenge« müsten möglichst gleichmäßig nach allen Schiffsräumen geleitet werden. Außerdem lasten geöffnete oder zerfchostene Dampf, rohre mit lautem Zischen Dampf ausströmen, dazu die im Schiff und in der Nähe krepierenden 15 Ztm.-Granaten. Es ist ein wahres Höllengetösei ^

Ruhig und besonnen tut jeder Mann der Besatzung seim Pflicht auf dem angewiesenen Posten. Dem Ausguckposten im Most wird von dem Luftdruck einer Granate die Kleidung vom Leibe geristen, an Deck werden mehrere Mann verwundet Der leitende Maschinist bringt mir die Meldung, daß dos Fluten der Laderäume schneller wie man erwarten konnte, vor sich geht. Ein Glück! Die Rettung der Ladung hängt davon ab. Ein weiteres Verweilen an Bord ist zwecklos, außerdem unmöglich, es hieße unnötig Menschenleben opfern.

Auf meinen Befehl:Alle Mann aus dem Schiff!" wer­

den zwei Sckiffsboote zu Waster gelosten. Während die Mann­schaft die Boote besteigt, eile ich noch meinen unter der Kom- mandobrücke gelegenen Wohnräumen, um daselbst noch einige wichtige Dokumente und meine Handwaffen zu holen. ^Es ge- lingt mir, ober eben habe ich die Kabine verlosten, als eine Granate von oben durchs Deck hart bei mir einschlägt. Alles brennt. Eisensplitter, brennende Holzstücke und Gott weiß was. fliegt um mich herum. An Deck zurückgekehrl. finde ich meinen treuen Hund, der mich anscheinend ängstlich erwartet. Das erste Boot hat bereits abgelegt und nähert sich dem Strande. Unter Mitnahme des treuen Hundes besteige ich das letzte Boot und bringe es sofort aus der Feuerrichlung heraus. Unser Dampfer hatte bis dahin über 20 Volltreffer erhalten.

Während das Schiff unter schwerem Feuer liegt, hoben wir uns mit dem Boot inzwischen einige hundert Meter entfernt. Plötzlich wird die Beschießung eingestellt. In der Annahme, daß dieses vielleicht den Abbruch der feindlichen Aktion bedeu­tet, gebe ich sofort Befehl, an Bord zurückzukehren, um, wen» irgend möglich, das Feuer zulöschen. Wir sind bereits auf dem Wege, als von dem ersten Boot, da« stch näher an Land befand. Signal gegeben wird:Feindlicher Kreuzer erscheint in der

Vuchteinfahrt!"

Die Begrüßung sollte auch nicht lange auf sich warten las­sen, Mit allen Kräften eilen wir jetzt dem Lande zu, um dag an der Innenseite der Bucht gelegene, etwa 600 Meter entfernte Ufergelände zu erreichen.

?«f Cad und Felren.

Bon Kapitänkeutnant Earl E h r i st i a n s e n. *)* ^

Im Kampf mit dem englischen KreuzerHyazinth".

Schräg nach Land zu ist di« Einfahrt zur Mansabucht. einige Kilometer nördlich von Tanga. Indem wir fast das Lotsen Boot erreicht haben, hat sich der feindliche Kreuzer mit seiner «eitüberlegenen Geschwindigkeit erheblich genähert. Die deutsche Flagge ist soeben auf unserem Schiff gesetzt, da blitzt beim Kren- -er draußen der erste Schuß auf. Der Tanz beginnt. Dumpf Ballt der Donner durch den sonst so fri^>lick>en Tropenmorgen. Mehrere hundert Meter hinter uns der Auffchlag. Es sollte «om Engländer wohl das Zeichen sein, beizudrehen oder unsere Fahrt zu verringern, wir denken aber gar nicht daran Eine Salve folgt dem ersten Schuß, alle Auffchläge liegen zu kurz.

Ein schneller Entschluß muß nun gefaßt werden. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder mit der Fahrt herunter gehen,

den Lotsen an Bord nehmen, um den nur noch sechs Seemeilen entfernten Hafen von Tanga zu erreichen, oder mit scharfer Wendung ohne Fahrtverminderung Zuflucht in der nahen Man. sockucht suchen. Die Aussicht besteht dann. daß der feindliche Kreuzer nicht ohne weiteres folgen kann und unser Schiff durch versenken auf flachem Waster vor gänzlicher Zerstörung be- wahrt wird.

Da im erfteren Fall beim Stoppen, um den Lotsen an Bord zv nehmen, der Feind in günstig« Feuer ent fernung kommt, wird der letztere Ausweg gewählt. Ganz dicht braust unser Schiff «m Lotsenboot vorbei. In demselben befinden stch Kapitän Schade von der Deutsch-Ostafrikalinie und Herr Memel, Ver­treter der genannten Sckiffsreederei in Tanga.

Ohne bisher einen Treffer erhalten zu haben, passieren wir nach einigen Minuten die Einfahrt zur Mansabucht. Eine Land- zur>ge entzieht uns den Blicken des feindlichen Kreuzers. Er stellt vorläufig das Feuern ein. Unsere Ausguckposten in beid"n Masten melden laufend die Bewegungen des Verfolgers. Wir fahren jetzt mit Nordkurs und unverminderter Geschwindigkeit tu der langgestreckten Mansrbuckt im Sckutze der Landzunge ' baljtn. Auf diese Art vastieren wir auf Eegenkurs den inzwi­schen alsHyazinth" erkannten englischen Kreuzer.

Was wird der Feind unternehmen? Wird er uns bis in die Bucht verfolgen? Man muß es eigentlich annehmen. Ueber die Landzunge hinweg kann er höchstens unsere beiden Mast- spitzen sehen. Ob dieses schwache Ziel ein genaues Feuern von seiner Seite ermöglicht? Hoffentlich nicht! Mit größter Span­ung werden die nächsten Minuten erwartet. Die Entscheidung »»tz gleich fallen, ob wir ungestört einen günstigen Ankerplatz ^erreiche« werden. Jetzt mußHyazinth" dicht vor der Bucht­einfahrt sein.Feindlicher Kreuzer dreht auf Gegenkurs!" mel­det der Ausguckposten im Malt. Gleich darauf:Kreuzer fährt mit langsamer Fahrt nach Norden."

Die Spannung der letzten Minuten weicht der großen Freude, für den Augenblick außer Gefahr zu sein.. Durch das «»verständliche Manöver des feindlichen Kreuzers haben wir

*) Wir sind in der Lage, aus dem in Kürze im Verlag für Volkskunst fRich. Keutel), Stuttgart, erscheinenden Buche Durch' Mit Kriegsmaterial zu Lettow-Vorbeck" obigen Ab- schon heute zu veröffentlichen. Die Probe läßt mit Be- stlmmtheit ein Buch von großer Kraft erwarte».

berechtigte Hoffnung, soviel. Zett zu gewinnen, um einen Anker, platz aus flachem Waster in der nördlichsten Ecke der Mansabucht erreichen zu können.

Dom inneren Strande der Ducht löst stch ein Eingeborenen- Kanoe und nähert sich unserer Fahrtrichtung. Außer einigen Schwarzen erkenne ich in dem Boot einen Schutztruppenoffizier in Kakiuniform. Er winkt mit den Armen, wohl zum Zeichen, daß wir halten sollen um ihn an Bord zu nehmen. Unser« noch immer unverminderte Fahrt ist ihm anscheinend unverständlich, denn er ahnt ja nicht, daß ein feindlicher Kreuzer uns'dicht auf den Fersen sitzt. Wir brausen an ihm vorbei. Aus seinen ver. schiedenen Zurufen entnehme ich nur. daß auf der uns von der See trennenden Landzunge eine Moschinengewehrkompagnie in Stellung ist Alles andere gebt unter in dem Geräusch der schwer arbeitenden Maschinen und im Rauschen des aufgewühl­ten Masters.

Rach laufenden Meldungen der Ansgucksposten fährt der KreuzerHyazinth" außerhalb der Landzunge mit parallelem Kurs auf fast gleicher Höhe mit uns in langsamer Fahrt nord­wärts. Watz mag er Vorhaben? Ich kann es mir nicht ver­stellen, daß er davonfahren wird, ohne irgend etwas zu unserer Zerstörung zu unternehmen. Sollte ihm vielleicht ein vor we­nigen Manrten in der Schlacht bei Tanga erhaltener Denkzet­tel di« Absicht verleitet haben, uns in die Bucht zu folgen? Oder ist die Verfolgung abgebrochen aus Angst vor einer Minen­sperre? Hoffen wir das Beste! ...

Inzwischen nähern wir uns dem End« der Ducht, die Fahrt wird verlangsamt In der nördlichsten Ecke der Mansabucht hinter eine kleinen Erhöhung aus der Landzunge scheint der ge. eignete Ankerplatz zu sein, der den besten Schutz nach außen bie­tet. In ganz geringer Wastertiefe. das Schiff bot kaum einen Meter Waster unter dem Boden, rastelt der Anker in die Ties«.

Trotzdem keiner von uns weiß, was die nächsten Minuten bringen, ist es ein schönes Gefühl, nach der langen Fahrt trotz aller Hinderniste glücklich bis hierher gekommen zu fein, und doß unser Schiff mit seiner wertvollen Ladung in einer deut­schen Ducht vor Anker liegt.

Ich habe eben nach beendigtem Ankermanöver die Komman­dobrücke verlosten, um einen Funkspruch an dieKönigsberg" zu chifftieren. als dumpfes Kracken und Heulen in der Luft mir den Anfang der feindlichen Beschießung mit jäher Deutlich­keit anzeigt. Sofort an Deck geeilt, komme ich noch gerade zei- tig genug, den Auffchlag der ersten Salve etwa 70 Meter weit vom Schiff festzustellen. Es wird recht bald Treffer geben! ist mein erster Gedanke, und wie diese in unserem mit Munition vollbeladenen Schiff wirken müsten. brauchte ich mir nicht wei- 1er auszumalen. An einer Stelle auf dem Hinterdeck stehen allein 100 Tonnen Sprengstoff.

Es ist ein niederträchtiger Gedanke, daß wir hier, unmittel­bar am Ziel unserer schwierigen, fast 13 000 Seemeilen langen glückhaften Fahrt, noch gezwungen werden können, unser Schfff zu versenken oder mit ihm in die Lust zu fliegen. Zeit znm langen Ueberlegen ist nicht vorhanden. Die zweite Salve bringt uns mehrere Treffer, einen im Vorschiff, den zweiten außenbords im Kohlenbunker, so daß die Sprengstücke von innen heraus durchs Oberdeck fliegen. Sofort muh gehandelt werven, um zu retten, was noch zu retten ist.

Bodenventile öffnen, alle Räume fluten!" schallt der De. fehl durchs Schiff und kurz darauf: »Oberfchiff anzünden »ach PlarU*