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joaben. Das ist bisher nicht geschehen uitb soll allem Anschein Mch auch nicht geschehen, während in Deutschland immer mehr Mch die anfangs geschonten Glocken nachgemmstert werden.

Zum Vro;efx Chamberlam.

DieHamburger Nachrichten" schreiben über die Beleidig« Sngsklage derFrankfurter Zeitttng" gegen den Schriftsteller Dhamberlain-. Die Verhandlung in dem Prozeß schloß damit ab, daß das Gericht die Herbeischaffung weiteren Beweismate­rials ablehnte und die Verkündigung des Urteils bis zum 16. d. M. aussetzte. Wie das Urteil ausfallen wird, wissen wir nicht, jedenfalls aber gebt aus dem Beschluß des Gerichtshofes herocr, daß fein Spruch eine eingehende Begründung finden wird. Um diese zu verfassen, bedarf es ruhiger Ueberlegung ui»d einer gewissen Zeit. Wir haben also nicht dem Gericht vorzugreifen, sondern das Weitere abzuwarten. Für uns kann aifo lediglich dis Frage in Betracht kommen. wodurch dieser Prozeß überhaupt hervorgerufen werden :st. Die Antwort da­rauf kann nur lauten, durch die ganze Haltung der ..Frankfur­ter Zeitung" seit vielen Jahrzehnten. DieFrankfurter Zei­tung" hat sich in ihrer Haltung nicht geändert, sie halt an ihrer Tradition fest, und da diese in den weitesten Kreisen Mißstim­mung erregt hat. ist dieser Prozeß schließlich eine Folge des viel, fach laut geworden Unwillens.

Vcn dem Standpunkt, den dieFrankfurter Zeitung" stets eingenommen hat, legt ihre Bemerkung bei der Entlassung Bismarcks Zeugnis ab. Sie schrieb am 21. März 1890: Möge auch von ihm (d. h. dem mit Bismarck gegangenen System) gelten, daß nicht wieder kehrt, was einmal gegangen ist: die

Nation wird dann den 18. März 1890 bald zu den Tagen zäh­len. deren man mit Freude gedenkt." Wie die Nation über diesen ..Freudentag" dachte, bat sich bei den begeisterten Kund­gebungen gezeigt, die dem Altreichskanzler nt den Jahren 1890 bis 1898 dargebracht worden sind. Aber, wie gesagt, dieFrank, ifurter Zeitung" ist sich in der Bekämpfung alles dessen, was Deutschlands Macht und Ansehen fördern konnte, treu geblie­ben. das hat nicht nur ihre Stellungnahme gegenüber den Wehr­vorlagen usw. im neuen Reiche gezeigt, sie hat auch schon vor 1870 nach ihren Kräften an der Verhinderung des deutschen EinheiLswerkcs mitzuwirken versucht Schon in der schleswig- bolsteinischen Frage nahm sie leidenschaftlich gegen Preußen Partei. Im Juli 1804 schrieb sie gegen jede Vergrößerung Preußens und gegen seine politische oder militärische Vorherr­schaft in den Herzogtümern. An Deutlichkeit lassen ihre dama. ligen Ausführungen es in keiner Weise fehlen, und ebenso wie jetzt unsere Feinde mit der Anschwärzung Deutschlands in der ganzen Welt arbeiten, hat sie zu jener Zeit die Abneigung gegen Preußen in Süddeutschland geschürt. Von dem Ton. den sie 1866 anschlug, kann men sich darnach unschwer einen Begriff machen. Wie weit die damalige politische Lage und die Furcht vor Preußen ihr zur Entschuldigung dienen kann, wollen wir dahingestellt sein lassen.

Aber auch als der erste große Schritt zur Einigung Deutsch­lands. die Gründung des Norddeutschen Bundes, vollzogen war, hielt sie an ihrer feindseligen Haltung fest. Im Januar 1870 vuft sie sogar der preußischen Fortschrittspartei zu, daß sie, so­lange Graf Bismarck am Ruder fei, keine dringlichere Aufgabe kenne, als seine Beseitigung mit allen möglichen Mitteln, also auch durch Vuda-etverweigerung. Am 7. Juli 1870, als die spa­nische Thronkandidatur des Prinzen Leopold von Hohenzollern vvfgetaucht uhu, sprach Tie davon, sie wollte es dahingestellt sein lassen, ob die Hohenzollern in der Universalmonarchie Nach­folger der Habsburger zu werden die Absicht hätten. Diese Verdächtigung, die gleichen Schritt mit den französischen An­maßungen hielt, ist durch die Entstehungsgeschichte und den Ver­kauf der spanischen Angelegenheit in das rechte Licht gestellt werden. Den Franzosen blieb es Vorbehalten, mit ähnlichen Gründen den leichtfertigsten Krieg, den es je gegeben hat, vom Zaune zu brechen. Und am 18. Juli entrüstete dieFrankfur­ter Zeitung" sich über die begeisterten Kundgebungen des deut. sck»en Nationalgefühls, das, durch die würdige Haltung König Wilhelms geweckt, in hellen Flammen aufloderte. Solcher Bei« spiele ließen sich recht viele anführen, sie beweisen uns aber nur, daß derFrankfurter Zeitung" von jeher das Empfinden und das Verständnis für Deutschlands wahre Interessen gefehlt hat.

Mir sind noch heute der Ansicht daß einen Teil der Schuld an dem Ausbruch des Weltbrandes jenen deutschen Blättern zuzumessen ist. die stets über Militarismus, Reaktion und der­gleichen mehr in Deutschland zeterten. Sie haben dadurch dem feindlichen Auslande die Verleumdung deutschen Wesens und deutscher Sinnesart erleichtert und in anderen Ländern den Eindruck bervocaerufen. daß Deutschland nach seinerBefrei­ung" im Wilsonschen Sinne förmlich lechze. In dem Treiben dieser Art von Zeitungen ist eine der Hauptursachen für die Hoffnung unserer Gegner auf Vernichtung Deutschlands zu suchen. Uild manche deutsche Zeitung hat ihr selbst vielleicht unbewußt ihr redlich Teil dazu beigetragen, daß diese An­sicht außerhalb unferer Grenzen entstehen mtb einen Umfang an nehmen konnte, der ein wirksames Mittel bei Beginn des großen Kampfes abzugeben versprach. In diesem Sinne muß das deutsche Volk jetzt die Fenster bezahlen, die seine eigens Presse eingeschlagen hat. In der Vorgeschichte des Weltkrieges siuelt die Haltung vieler deutschen Zeitungen eine durchaus nicht beneidenswerte Rolle. Der politischen Urteilslosigkeit eines Teiles unseres Volkes ist es zuzuschreiben, daß dies nicht rechtzeitig erkannt worden ist und keine Auflehnung gegen die aus Parteirücksschten betriebene Verdächtigung des eigenen Landes und feiner Einrichtungen erfolgte. Dies hätte allerdings sihcn vor einem Jahrzehnt oder früher geschehen müssen. Als »te eisernen Würfel endlich sielen, war es zu spät.

Kriegsgemimir

Wenn man die Bilanz-Ergebnisse der deutschen Aktienge­sellschaften durchmustert, so ergeben sich geradezu groteske Zif­fern an Gewinnen und Dividenden. DerFall Daimler" ist ja

noch in aller Erinnerung. Daimler hat mit Recht darauf hin- gewiesen, daß sich die Entrüstung gegen ihr Unternehmen recht Merkwürdig ausnehme angesichts der Tatsache, datz alle Rüst, «rvgsindustrie-n die gleichen Verhältnisse aufzeigten! Und nicht pur die Rüstungsindustrie: auch die anderen schwimmen im Geld und verteilen unglaubliche Dividenden. Dabei muß man baachten, daß die notierten Reing-owinne tatsächlich nicht das eigentliche Betriebserg^mis darstellen: die wirklichen Gewinns werden verheimlicht durch allerhand Dilanzkunstftücke. So bringt man die Kriegsgewinnsteuer, aus der man am besten er­sehen könnte, wie hoch die Gewinne sind, unter das Sammel- KontoKreditoren" (Gläubiger). Das ist die neue Art eines bilanzmäßigen Verstecktspielens, gegen das die Gesetzgebung ein- schrerten müßte.

Es sollen hier nur einige Industrie-Aktiengesellschaften er­wähnt werden. (Schlechte Geschäfte machten nur das Hotelge­werbe.) Die Textilfabrrken haben trotz der Schwierigkeiten der Rohstoffbeschaffung ihren Reingewinn von 20 061 000 Mark im Jahre 1914 auf 28 800 000 Mark im Jahre 1915 erhöht. Elf Schuhfabriken steigerten ihren Reingewinn von 2 800 000 Mark nt 1914 auf 5 050 000 Mark in 1915. Zwanzig Lederfabriken mit einem Kapital von 47,65 Millionen Mark zahlten in den drei letzten Berichtsjahren aus' 6 331 000 Mark, dann 15 715 000 Mark und dann 21 243 000 Mark. Hier liegt eine Verdrei­fachung des Reingewinns vor, obwohl die Abschreibungen ver-. neunfacht wurden, sie stiegen von 2 300 000 auf 21 050 000 Mk f

Bei 14 Automobilfabriken mit einem Kapital von 87,35 Millionen Mark betrugen:

Reingewinn Abschreibungen

Mk Vtk.

1913 und 1913/14 11154 000 7 319 000

1914 und 1914/15 19 587 000 9 154 000

1915 und 1915/16 38 023 000 18 933 000

Bei 16 Sprengstosfabriken mit einem Kapital von 91.75 Millionen Mark bat sich der Reinaewinn von 10.6 im Jahre 1913 auf 45 Millionen Mark im Jabre 1915 erhöbt, ibre Ab­schreibungen von 5.7 auf 12,4 Mill'-one-n Mark, ihre Rückstel­lungen von 0.6 auf 17,8 Millionen Mark. Hier liegt also eine Vervierfachung des Reingewinns bei einer gleichzeitigen Stei­gerung der Rücklage um 3000 Prozent!

29 Munitionsfabriken, die im ersten Kriegsjahr von 33.? Millionen Mark Reingewinn auf 29.5 Millionen zurückgingen. erreichten 1915/16 einen Reinaewinn von 46.8 Millionen Mark. Zwanzig Unternehmen der Elektrizitatstndustrie erhöhten ihren Reingewinn von 77 465 000 auf 84 461 000 in 1915'16 uitd 103 627 000 Mark in 1916/17. Selbstverständlich sind dabei ganz außergewöhnlich hohe Abschreibungen zu verzeichnen. Don 20 Unternehmen der chemischen Industrie sind Steigerunaen von 85,5 Millionen Mark auf 99,9 Millionen Mark in 1915/16 zu berichten.

39 Berg- und Hüttenwerke der Montanidustrie mit einem Anlage-Kapital von 1693,5 Millionen Mark haben im ersten Kvieasjahr einen Rückgang ihres Reinaewinns von 207 auf 194 Millionen Mark zu verzeichnen: der Reingewinn stieg aber im zweiten Kriegsjahr auf 327 Millionen Mark bei einer Ver­mehrung der Abschrb'bunaen von 186 Millionen Mark auf 263 Millionen Mark: die Rückstellungen stiegen von 56 auf 109 Mil­lionten!

Da ist es natürlich kein Wunder, wenn die Arbeiter hohe Löhne bekommen. Der ganze gewerbliche und kaufmännische Mittelstand stobt aber auf dem Aussterbeetat.

Däne Selchlliüimhm von Anßun.

Perlin, 14. August. (WB. Amtlich.) Der in verschiedenen Zeitungen aufgetretenen Auffassung entgegen, daß die Enteig­nung non Männeroberkleidung geplant sei, kann das Wolff- Buroau auf Nachfrage an zuständiger Stelle auf das Bestimm- teste erklären, daß die Enteignung von Männerkleidung oder Wäsche nicht beabsichtigt ist.

Mttsienschließttng xmt Mühlen.

Dresden, 14. August. Im Bezirk der Amtshauptmann- schaft O e l s n: tz sind 30 Mühlenbetriebe, das sind zwei Drittel der überhaupt bestehenden, auf Anordnung der Reichsgetreidestelle wegen Nichtbeachtung der Vorschriften über das Ausmahlen von Selbstversorgergetreide beschlossen worden.

^is neuen Postgebühren.

Die kürzlich veröffentlichten Angaben über die neuen Post­gebühren enthalten einige Unrichtigkeiten. Wir geben deshalb im folgenden eine Uebersicht über die Gefamtgebllhren, wie sie vom 1. Oktober ab für die einzelnen Sendungen erhoben wer. den.

Postkarten.

Im Orts-- und Rachbarortsverkchr * . * * Pfg.

Im Inland und nach Oesterreich-Ungarn » , ,10 Pfg.

Nach dem sonstigen Ausland . » . r . . . » 15 Pfg.

Briefe.

Im Orts- und Nachbarortsoerkebr bis 20 Gramm 10 Pfg.

Im Orts- und Nachbarortsverkehc bis 250 Gramm 15 Pfg.

Im Inland und nach Oesterreich-Ungarn bis 20 Gr. 15 Pfg.

Im Inland u. nach Oesterreich-Ungarn bis 250 Er. 25 Pfg.

Nach dem Ausland bis 20 Gramm25 Pfg.

Nach dem Ausland für je 20 Gramm mehr. , . 15 Pfg.

Drucksachen.

Bits 50 Gramm 6 Pfg.

50 100 Gramm 7% Pfg.

" 100 250 Gramm ....... 15 Pfg.

, 250 500 Gramm 1 25 Pfg.

5001000 Gramm ....... 35 Pfg.

Nach dom Ausland treten zu dem Saß von 5 Pfg. für je 50 Cu 2 Pfg. für Drucksachen bis 50 Gramm, 2^ Pfg. ftir solche bis 100 Gramm mtd 5 Pfg. für solche über 100 Gramm himu.

Deschaftspa piere, Warenproben. Mischt sendungen.

Zu den bisherigen Sätzen, also 10 Pfg. für Eeschäftspapiers bis 250 Gramm ufw. treten 5 Pfg. Reichsabgabe hinzu. Wa­renproben unter 100 Gramm (10 Pfg. Gebühr) bleiben zuschlag- frei: Warenproben von 100 bis 250 Gramm kosten dagegen fort­an 15 Pfg.

Pakete.

Bis 5 Kilogramm auf Entfernungen bis zu 75 Km. 40 Pfg.

Bis 5 Kilogramm auf weitere Entfernungen . . 75 Pfg.

Ueber 5 Kg. auf Entfernungen bis 75 Km. 30 Pfg. ZufchlaG zu den alten Sätzen vor 1916, auf allen weiteren Entfernung«! 50 Pfg. mehr: also Pakete in der 1. Zone (bis 75 Km.) 60 Pfg^ in der 2. Zone (bis 150 Km.) 1.10 Mk.

Briefe mit Wertangabe.

Auf Entfernungen bis 75 Km. 15 Pfg., auf alle weiterer- Entfernungen 10 Pfg. mehr. Die Versicherungsgebühr von 8 Pfg. für je 300 Mk Wertangabe, mindestens 10 Pfg., ist dis gleiche geblieben. Es kosten also Wertbriefe bis 75 Km. Ent­fernung 25 Pfg. Porto, auf weitere Enifernnngen 50 Pfenni- Pe-rto zuzüglich der Versicherungsgebühr.

Postauftrogsbriefe 5 Pfg. mehr als früher: mithin 35 Pfg.

Postanweisungen.

Es kosten Postanweisungen bis 5 Mk. ... 15 Pfg.

100 Ml. . . . 25 Pfg.

200 Mk. . . . 40 Pfg.

400 Ml. . . . 50 Pfg.

.. 600 m. . . , 60 Pfg. .

* . 800 Mk. . . . 70 Pfg.

Telegramme.

Für jedes Wort werden 3 Pfg. Zuschlag erhoben, mindesten» 15 Psg von jedem Telegramm. Es kostet also im Ortsverkehr das Wort 6 Pfg.. das Telegramm mindestens 45 Pfg.: rm in. ländischen Fernverkehr das Wort 8 Pfg., das Telegramm 6S Pfg.: ein T»legramm von 15 Worten kostet im Ortsverkehr 96 Pfg., im Fernverkehr 1.20 Mk.. ein Telegramm von 17 Worten kostet tm Ortsverkehr 1 Mk.. im Fernverkehr 1.35 Mk.. da der Betrag erforderlichenfalls auf die zunächstliegende, durch 5 teil­bare Zahl nach oben oder unten abgerundet wird.

Ans der Heimat.

Die Roggenernte. Im Main- und Rheingebiet ist die Nog. genernts im wesentlichen eingebracht Die bereits vorliegende« Dimschberichte lauten günstig, die Regenschauer und Gewitter­böen, die die Garben vielfach auf dem Felde überraschten, habe« wenig geschadet. Obwohl mit den künstlichen Düngemittel« sehr gespart werden und mancher Landwirt sich ganz ohne si« behelfen mußte, waren Stroh und Körner gut entwickelt.

Angsmessenheitspreise für Wein. Gegen die hohen Wein- preise nehmen die christlichen Gewerkschaften Badens in einer scharfen Eingabe an die Großh. Regierung Stellung. Sie ver­langen die Einführung von Angemessenheitspreisen für Weine, da. wie sie in ihrer Eingabe sagen sie der Auffassung sind, daß der Herrgott den Wein nicht nur ftir Kriegsgewinnler, sondern für das ganze deutsche Volk wachsen lass:, Und darum feien Vorkehrungen zu treffen, im einigen Deutschen Reiche den Wein zu billigem Preise dem ganzen deutschen Volke zugänglich z« machen.

Holländische kondensierte Milch für Deutschland. Rach dem AmsterdamerAllg Handelsblad" ist jetzt ein Anfang mit der Versendung von 200 000 Kisten kondensierter Milch (zu je 28 Kilo) ins Ausland gemacht worden, wovon 60 000 Kisten nach Deuffchland und 140 000 nach England gehen. Es handelt sich hierbei um den Uebarfchuß der den holländischen Molkereien für den Winter 191748 von der Regierung auferlegten Milchreserve, die gemäß der Zusage seit dem 1. Februar 1918 zum Auslands- export freigegeben sein sollte.

Frankfurt a. M. Von den Hotelräubern, die vor einigen Tagen in einen, hiesigen Hotel einem Schneidermeister von Dad-Nanheim 8000 Mark abgenommen hatten, wurden zwe4 Täter, Weitmeyer und Möller von hier, 23 und 28 Jahre alt, verhaftet: der dritte Beteiligte, dec ebenfalls erkanrrt ist, er- fve-ut sich noch der Freiheit. Etwa 4000 Mark wurden noch be- ihnen vorgefunden. Es handelte sich um folgender Vorgang: In einem Hotel in Frankfurt ist ein Schneidermeister aus Dad- Nauheim auf vaffimerte Weife um 8000 Mark geprellt worden. Der Schneidermeister wn'rde schriftlich ersucht, wegen Anfertig­ung von Anzügen in das Hotel zu kommen. Als er sich dem Hotelgast vorstellte, bot ihm dieser ein Quantum Süßstoff zum Kauf an. Während beide über das Geschäft unterhandelten, kam eine dritte Person ins Zimmer, die sich als Kriminal­beamter ausgab und beide für verhaftet erklärte. Der Mann ließ sich von beiden ein PfarÄ) geben, damit ihm keiner auf dem Transport entweiche. Der Schneidermeister gab dem angeb­lichen Krimiltaliftem seine Brieftasche mit 8000 Mark. Nun sollte es zum Polizeirevier gehen. Auf der Straße flüchtete zu. nächst der Hotelgast und der Kriminalbeamte verfolgte ihn.

Frankfurt a. M. Die Gärtner-Vereinigung von Oberrad hat in Erkenntnis besten, daß gegen die sich unheimlich mehren­den Felddiebstähle nur ausgedehnter Selbstschutz wirksamste» Mittel sei, alle im hilfsdionstpfrichtigen Alter stehenden Gärtner von Oberrad für den Felddienst derart vetpftichtet, daß bei be­stimmter Einteilung in Bezirke in jeder Nacht 12 Gärtner de« Feldschutz ausüben. Zirka 130 Gärtner'sind zu dieser Selbsthilm verpflichtet, so daß jeden einzelnen alle zehn Tage eine Nacht­wache trifft. Die Patrouillen bestehen aus je 3 Mann. Miß der Stadt Offenbach sind Verhandlungen wegen gleicher Aus^ dehming des Feldschutzes auch cnrf das in Offenbacher Gemar. kung liegende, von Oberräder Gärtnern bestellte Feld eingelei­tet. Dltrch diese Maßnahme hofft man dem aus der Not der Zeit geborenen Uebel am wirksamsten begegnen zu können.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ottch I i r s ch e l, Friedberg: für den Anzeigenteil: R. H e y n e r. Friedberg. Druck und Verlag derNeuen Tageszeitung-» A. G., Friedberg &