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tfuf \e\wm Ingenleurposten verzichtet. MN im selben Betriebe als Arbiter sich wenigstens soviel M verdienen, als er zum Leben braucht. Denn mit 400 Kronen monatlich kann man heute in Wien Nicht einmal an trockenem Brot sich satt esten, -wo das Kilo Brot im Schleichhandel 2430 Kronen tostet Dl» ungewohnt holen Einnahmen der Proletarier aber verleite« viele von diesen, sich nun einmal zu vevgömren, war ihne« bisher versagt gewesen ist. Daher die Champagnerlager bei« Croisler.

Wie gesagt, wir finden diese Ausführungen in der demO, kratischenFrankfurter Zeitung", nicht in einemagrarische«- Blatte. Wenn sich dieVolksstimme" darüber aufregen sollt», «so möge sie sich darüber mit ihrer guten Freundin auseinonde?- setzen.

Die dntSlhtn pitiüfrlifäifit im Suinmrr 1918.

Die Zahl der an den 22 Universitäten des Reichs in diesem Sommer tatsächlich anwesenden Studierenden beläuft sich auf 20 928, wovon aber 6800 oder 32,5 v. H. weiblichen Geschlechts stnd. Im Sommer 1917 waren es 17 200 Studierende gegen­über 61 000 zur Friedenszeit Zu den amvefenden 14 119 Män­nern kommen 60 000, die im Heeresdienst stehen und von den Universitäten als beurlaubt geführt werden. Die jüngste Zu- nahme der Anwesenden ist weniger auf die Steigerung der Stu­dentinnen zurückzuführen als auf die Zunahme der Männer, die in vermehrter Zahl aus dem Felde kviegsoefchädigt oder beurlaubt zurückkehren. Letzteres trifft namentlich auf die Me­diziner zu. Was den Besuch der einzelnen Universitäten be­trifft, so ergeben sich gegenüber der Friedenszeit ganz erhebliche Abwe chungen. Berlin mit 3432 Studierenden und München mit 2687 stehen zwar auch jetzt an der Spitze, aber die dritte Stelle hat Leipzig mit 1016 an die jüngste Universität Frank­furt mit 1738 überlasten und ist an die sechste Stelle gedrängt worden. Down hielt mit 1373 die vierte Stelle, Breslau mit 1277 die fünfte, während Freiburg, das sich früher hier anreihts, mit 328 an letzter Stelle und Halle mit 558 ebenfalls weit unten steht. Münster folgt mit 978, Heidelberg 906. Göttingen 810. Marburg 766, Tübingen 682, Jena 621- Kiel 619, Königsberg $08, Stvaßburg 557, Wiirzburg 464, Rostock 379, Greifswald 345 und Erlangen 340.

Die (Ofünerstelivertrrter.

Der Kaiser hat eine Reihe Aendeiungen der Bestimmungen llber die Dienstverhältnisse der Offizierstellvertreter genehmigt. Danach hat die Bestellung zum Offizierstellvertteter durch schrift­lichen Befehl zu erfolgen. Offizierstellvertreter finden nur Ver­wendung m besonderen Leutnantsstellen; sie bestehen neben den Leutnantsstellen, soweit sie in den Stärkenachweisungen vorge­sehen oder über die planmäßige Starke hinaus genehmigt sind. Die Leutnantsstellen, die nicht in besondere Leutnantsstellen um. gewandelt sind, dürfen nur mit Oberleutnants, Leutnants, Feld, webelleutnants besetzt werden. Die Enthebung eines zu Recht bestellten Offizierstellvertreters von der Wahnehmung der Stelle kann nur aus disziplinarischen Gründen erfolgen, abge­sehen von eigenen Anträgen des Stellvertreters.

Die Offipechellvertreter sind lediglich im praktischen Tvup- pendienst, und zwar in dem Dienst zu verwenden, der sonst Leut­nants zufällt, mit Ausnahme des Gerichtsdienstes. Ein Unter­offizier wird zum Offizierstellvertreter nicht befördert oder er­nannt, sondern bestellt. Die BeichnungenBeförderung" undErnennung" sind daher in Verbindung mit dem Wort Offizierstellvertreter" zu vermeiden. Aus der Kriegsgefangen­schaft zurückgekohrte Offizierstellvertreter sind in die erste freie besondere Leutnantsltelle ihres Truppenteils einzureihen; einer erneuten Bestellung bedarf es nicht.

ilriuattflfgrammöcrhfljr Mischen Keimt und Feldheer.

Da bei der Ueberlastung der Telegraphenlinien nach dem Felde nur die allerdrmglichsten Privattelsgramine befördert werden können, mutz das Publikum die erlassenen Bestimmungen auf das Genaueste beachten. Es wird deshalb erneut ausdrück, lich darauf hingewicsen, daß bei Sterbe- und Krarckheitsfällen im Wortlaut d-s Telegramms das B. rwandrschaftsverhällnis des Erkrankten oder Verstorbenen zum Empfänger klar er­sichtlich und der Inhalt beglaubigt sein mutz. Es darf z. B. also nicht lauten:Mutter gestorben. Wilhelm", sondern:

Deine Mutter gestorben, Vetter Wilhelm", oder:Unsere Mutter ertrankt. Bruder Fritz", oder:Deine Schtviegecmul- ter verstorben. Wilhelm", oder:Deine (unsere) Schwester

Marie verunglückt, Heinrich".

Bei der Auflieferung von anderen dringlichen Telegrammen sz. B. Nachurlaubsantrag) empfiehlt es sich, eine beglaubigte Begründung auf einem besonderen Blatt beizufügen.

Rur bei Beachtung dieser Vorschriften ist eine Gewähr vor- -rn-den, daß dringliche Telegramme ohne weitere Rücklagen rechtzeitig bestellt werden können.

Serge verfaulter Kartoffeln!

Voll gerechter Empörung teilt unserem Zentralorgan ein rm Königreich Sachsen ansässiges Bundesmitglied mit, daß in einer chemischen Fabrik, eine halbe Stunde von seinem Gute entfernt, 60 000 bis 70 000 Zentner (300350 Doppelladungen) verfaulte Kartoffeln liegen.

Ist das nicht eine Schande?" ruft unser Gewährsmann

f rrtrüftet aus.Jeden Tag wird der Landwirt überlaufen von ungeraden Manschen, und in den Städten sind die Kartoffeln verfault. Warum läßt man die Kartoffeln nicht dem Erzeuger? Nur aus Furcht, er könne sie der öffentlichen Bewirtschaftung entziehen oder verfüttern? Für solche Vorkommnisse findet man keine Worte!"

Fn der Tat. e* hStt schwer, die Ruhe zu bewahren, wenn man darüber nachdentt. welche Unmengen wertvollster Nah­rungsmittel dem deutschen Volke dadurch verloren gehen, daß der Starrsinn der auf ein als unhaltbar erwiesenes Erfastungs- und Verteilungsprinzip eingeschworenen maßgebenden Stellen sich zu besserer Einsicht durchaus nicht belehren lasten will. Und das nach der Erfahrung von vier Kriegsjahrenl Berge ver. faulter Kartoffeln stinken zum Himmel eine vernichtende An­klage!

Uom Felde der Ehre.

vekdheck^n. Dem Landsturmmann Gustav Römer, bei einem Landsturm-Bataillon im Westen, wurde die Hestische Tapforkeitsmedaille verliehen

Ans der Heimat.

Die Hagelschäden im Großherzogtum Hesten im Jahve 1917 betrugen insgesamt in 20 verschiedenen Gemarkungen auf 1140 ha Acker- und Gartenland den Betrag von 43-1,362 Mark. Von diesen Flächen waren versichert 345 ha-, die zusammen 25,534 Mark Entschädigungen durch die Versicherungsge­sellschaften a-usbegahlt, nicht versichert und uneutschädigt blieben 785 ha mit 406,970 Mark. Seit ungefähr 30 Jahren betrug der durchschnittliche Schaden im Jahre ungefähr die gleiche Höhe. Die Zahl der unversicherten Flächen beweist deutlich, daß bei unseren Landwirten der Wert der Hagelver. sichevung sehr unterschätzt wird. Versicherungen wurden nur abge­schlossen in den Kreisen Gr.-Gercm (Provinz Starkenburg), Alsfeld, Büdingen und Schotten (in der Provinz Oberhesten) Alzey und Worms sin der Provinz Rhövnhessen). Aus den üb- ligen Kreisen sind Mitteilungen über die Hagelschäden etc. bei der stat. Stelle nicht eingegangen.

Münzenb^ra. Dem Viehhändler M. Bing von hier wurde wegen Geheimschlachtung eures Schafes und Verkauf von Ham­melfleisch an ein Rauheimer Hotel die Ausweiskcrrte zum Vieh- Handel entzogen. Das Verfahren wegen Untersagung des Ge. Werbebetriebes ist eingeleitet. Bing ist nicht mehr zmn Vieh­handel befugt.

Frankfurt a. M. Der König von Bulgarien besuchte in Be­gleitung des Kronprinzen Boris d-en Dom. Die Herrschaften verweilten längere Zeit in der Kirche und nahmen auch an einem Gottesdienste teil.

Frankfurt a. M. Die FrankfurterKleine Presse" er­zählt: Ein Schildbürger st ückchen. Daß auch bei uns St. Bürokratius noch lebt, beweist der Vorfall, der sich kürzlich beim Brands des Wasterhofes hinter der Eerbermühle bei Oberrad zugettagen. Hierbei wurde das alsbald entdeckte Feu-er der Frankst,rter Feuerwehr gemeldet, aber diese gab die Meldung an die Oberräder Wehr weiter, da diese in Bettacht käme. Letztere war denn alsbald am Brandorte, doch sie durfte nicht nrit den Löfcharbeiten beginnen, da der Wasterhof doch Eigentum der Stadt Frankfurt ist und somit die Frankfurter Feuerwehr zuständig war. Also wurde diese abermals ange. rufen. Doch bis ste nun einttaf, standen die vorderen Volieren, die das Geflügel der 3 Vereinigten Eeflügelzuchtvereine enthiel­ten, in vollen Flammen. Auch war das Feuer schon ouf die angrenzende große, lange Scheune, welche ganz in Geflügel­käfigen eingetetlt ist, übergesprungen. Uebcr 70 wertvolle Raste­hühner, ebenso viele Tauben usw. waren schon in den Flammen umgokommen. Rur mtt großer Mühe konnten die Hinteren Vo­lieren und die zweite große Scheune, die meist wertvolle Aus­stellungskäfige birgt, gerettet wersen. Bei ungünfttgem Wind wäre auch diese sowie die angrenzenden Wohngebäude verloren gewesen. Ja selbst die 30 hier untergebrochten Kriegsgefange­nen dursten nicht eingreifen, obwohl ste sonst stets im Hofe herumlaufen. Hätten dieselben an den Volieren nur einen Durchschlag, d. h. eine Abgrenzung machen dürfen, so wäre ein Weiter laufen des Feuers vermieden und die Scheune, Tiers, Volieren gerettet worden. So haben die Vereinsmitglieder und die Stadt großen Schaden. Aber der St. Vürokrattus hat .-gesiegt".

Hanau, 14. August. In der Nacht zum Montag ent­stand in Alzenau zwischen dem Nachtwächter Ritter und dem Soldaten Zeiger in einer Wirtschaft bei Bieten der Polizei­stunde ein Streit, bei dem der Nachtwächter ton Zeiger durch zwei Dolchstiche in die .Herzgegend getötet wurde.

Schwabenrob. Am Dienstag stürzte im Quarzitsteinbruch eine Wand ein und begrub zwei Arbeiter. Während der eine mit Hautabschürfungen davonkam, erlitt der andere schwere innere Verletzungen, so daß am Donnerstag der Tod eintrat. Vermutlich ist das Unglück auf Fehler in der Betriebsweise zu. rückzustrhren.

Gelnhausen. Das Eheglück des hiesigen Storchenpaares wurde im Frühling, just als drei Sprößlinge das Rest bevölker­ten, dadurch gestört, daß Frau Störchin bei einem unvorsichttgen Flug gegen eine Hochspannungsleitung den Tod fand. Run lag dem Vater Storch dis Erziehung der mutterlosen Kleinen ob. Redlich guälte er sich mit dem auecksilbernen Trio ab. konnte es aber eines Tages nicht verhindern, daß ein Störchlein bei Flugübungen auf der Erde notlianden mußte. Bei guten Men­schen genoß das Tier herzliche Pflege solange, bis es sich aus ergener Kraft in die lusttge Wohnung schwingen konnte.

Aus Starkenburg.

Darmstadt. Zmn zweiten Male dasselbe Hervengarderoben- Geschäft in der Rheinstraße haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag Diebe, welche diesmal den Laden mit dem Erker vollständig ausraubten, heimgesucht. Der Inhaber hatte dieser Tage neue Stoffe erhalten, welche hauptsächlich den Einbrechern zum Opfer fielen. Ein in der Nachbarhcfraite an der Kette befindlicher Hand soll wütend getobt haben.ohne daß man etwas entdeckte. Da der Bestohlene nicht ttn Hause wohnt, konnte der Diebstahl um so leichter ausgesührt werde«. Als Andenken hat hat man ihm einen alten Anzug zurückgelasten, da der Dieb sich anscheinend einen neuen soeben fertiggestellten Anzug m*

rtgnetS. Vielleicht trägt er zur Entdeckung der Täter fet Kräftigen Widerstand leistete dieser Tage die Mutter rfiw© Desertierten, sonst vermögender Leute in der Altstadt, rtntge* Schutzleuten, welche den schon seit einem halben Jahre vo« fc*» nein Regiment verschwundenen zum zweiten Mal m-rhettm-re» Sohn nach sicheren der Polizei gewordenen Nachricht^ scho» einige Zeit verbarg. Mit Gewalt versuchte sie die SchEnrie aus der Wohnung zu entfernen und hetzte sogar einen 8tfsiae» Hund auf sie, sodaß sich die Leute ernstlich zu wehren hattet. Sie fanden den Feigling schließlich in einem Schrank versdeck> un-d wurde er der Militärbehörde ausgeliefert. Der Name fR I. Huaenfchütz, Er. Ochsengaste.

Bensheim Eine bedauerliche Rücksichtslosigkeit gegenüb« einem Kriegsvsrletzten die sich am letzten Montag auf dem Ben»- heimer Bahnhof zuttug teilt uns ein Augenzeuge mit. Auf einem Kvankenttansportwagen angefahren kam ein sehr gebrechlich« Kriegsverwundeter, der nur einen Arm hatte, um mit dem gege«

8 Uhr von Heidelberg kommenden V-Zuge weiter nach seiner Heimat Erfurt zu fahren. Beim Eintreffen des Zuges versucht, der Sanitäter nun vergeblich an einem der Wagen für seine» Kranken Einlaß zu bekommen. Er fuhr von Wagen zu Wage» aber vergeblich, überall hieß esbesetzt", bis auf ein Zeichen der Fahrdienstleiters der Zug ohne den Vaterlarrdsverteidiger, der sein Leben für uns in die Schanze schlug abfuhr und er dann mit dem folgenden Persouenzug fahren mutzte, sodaß er dann unter, wegs übernachten mußte, da er keinen Anschluß mehr nach der Heimat erreichte. Wtt wollen dieser Gefühlsroheit keine Wort« mehr hinzufügen.

Aus dem Odenwalds, 12. August. Die Ernte, deren Ausfall im großen und ganzen durchaus günsttg ist, ist noch ziemlich im Rückstände, da durch vielen Regen die Heimschasfung des Ge­treides verzögert worden ist. In den Wäldern treffen zur Zeit viele Reisende aus den Großstädten ein, um nach Pilzen zu suchen Infolge der reichlichen Niederschläge der letzten Zeit gibt e» etwas Pfifferlinge rurd ziemlich viele Butterschwämme, dagegen so gut wie gar keine Steinpilze. Dieses Jahr ist eines der uu- ergiebigsten Pilzjahre im ganzen Jahrzehnt.

Aus Rhcinhesscn.

Höchst a. M. Ein 34jähriger Kaufmann aus Hadamar wurde von einem 23jährigen Mädchen aus Sossenheim um 1603 Mark bestohlen.

Mainz. Ein blutiger Ueberfall auf freiwillige Nachtfeld- dienstschützen wurde in einer der letzten Nächte in der Gemarkung M o m ü a ch ausgeführt Um ihre wertvollen Gemüse- unL Bohnen selber gegen nächtliche Diebstähle möglichst zu schützen, haben die hiesigen Landwirte einen steiwilligen Nachtfeldschutz dienst eingerichtet. Als der 19jährige Bcruernbursche N Merum patrouillierte, begegnete ihm ein Mann, der einen schweren Schließkorb auf dem Rücken ttug. Werum forderte den Frem- don auf, mit ihm nach Mombach zu gehen. Er ging anfangs mtt, stellte aber später den Schließkorb zur Erde und lief davon. Der Bauernbursche verfolgte ihn. Als er ihn eingeholt hatte und anfaßte, zog der Unbekannte sein Messer und griff damit Worum an. Dieser erhielt einen Liefen Mesterstich in den Ober­schenkel. Als auf sein Hilfegeschrei der 63 Jahre alte Landwirt Haim herbeieilte, erhielt auch dieser einen Mesterstich ins Ge­sicht. Dann entfloh der Frenrde unter Zurücklastung seines Korbes, seiner Schirmmütze und Kravatte.

Mainz. Durch einen unglücklichen Wurf das eigene Brüder­chen gerötet hat hier das Töchterchen eines Buchhalters. Da» Mädchen wollte seinem 6 Jahre alten Bruder, der auf der Straß« spielte, eine rostige Feile vom 3. Stock aus zum Spielen zuwer- fen. Di» Feile traf unglücklicherweise das Kind auf den Kopf und verursachte eine schwere Schädelverletzung. An dieser ist der Knabe jetzt gestorben.

Mainz. Das Schöffengericht verurteilte die 32fährige E. Steinbrecher, die eine Drotkommissionsleiterin zur Hergabe von 60 Butterkarten angestiftet und auch sonst unrechtmäßig erwor­bene Lebensmittelkarten im Besitz gehabt hatte, wegen Hehlerei und Anftifung zur Unterschlagung zu 16 Tagen Gefängnis und wegen Mohrbezugs von Lebensmitteln zu 300 Mark Geldstrafe. Die jugendliche Leiterin und eine Freundin, die bei der Anstif­tung mitgewirkt hatten, kamen mit je einem Tag Gefängni« davon, weil sieaus unüberlegter Dummheit" geharidelt hättrn. Bezüglich der Gefängnisstrafe soll bedingte Boguadigung emp­fohlen werden. Der Brand in der Heurich schon Brauerei, Zeit 48, konnte nach drei Stunden gelöscht werden Das Feuer wurde auf seinen Herd, den Mälzerbau. beschränkt, wo große Mengen von Laubheu verbrannten. Ein Diebstahl von neue« Butter- uird Eierkarten ist bei einer biegen Brotkommissio« vorgekommen. Um zu vermeiden, daß auf Grund der gestohle­nen Karten nunmehr bestellt und demnächst Butter und Eier bezogen werden können, sind die Butterstellen von dem städtischen Amt für Kriegswirtschaft angewiesen worden, bet der Entgegen« nähme von Bestellungen auch die Vorlage des Brotkartenum- schlages zu verlangen Auf diese Weise kann jede Familie nur auf so viel Vutter- und Eierkarten bestellen, als nach dem Brot­karte-rumschlag Familienmitglieber vorhanden sind.

Höchst. An einem der letzten Tage betrat hier ein fremder Mann in weißem Haar das GasthausZur Sonne", trat vor den Wirt und fragte:Bist Du der Heinrich Gimbel?"! Der Gefragte befahre erstaunt und fügte, indem es ihm wie .«4« Lichtstrahl übers Gesicht ging, rasch hinzu:Und Du bist der

Josef!" -- Im nächsten Augenblick lagen sich zwei Brüder der eine 79, der andere 81 Jahre alt in den Annen, die vor 43 Jahren sich zum letzten Mal gesehen und auch lange Zeit nichts mehr von einander gehört hatten. Der jetzt Heimgekchrt« war im Jahre 1875 nach Rußland ausgewandert und hatte es dort zu erträglichen Verhältniston gebracht. Der Krieg aber brachte ihm zunächst Internierung, Verschleppung und schließlich den Verlust von Hab und Gut, sodaß sr stoh sein mußte, al» Greis, wenn auch ohne große Schätze, noch einmal dt« Hei mach und seine Verwandten sehen zu dürfen.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H e y n e r. griedberg. Druck und Verlag derNeum Lageszeitung", A. G., Friedberg t, & /