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Die Sklprechliilgkn im Eröffn Havpsquarütr.

Kaiser Karl ist im Großen Hauptquartier angekom- men Die Besprechungen dürften bald zu End« geführt werden, da der österreichische Kaiser seinen Geburtstag, der heute fft, im Laave zu feiern gedenkt. Die Verhandlungen drehte« sich hauptsächlich um die Zukunft Polens. Nach vorliegenden Berichten handelt es sich um folgende Punkte:

Eine Zollgemeinschaft und eine militärische Konvention mit den Znttralmächten. ferner einheitliche Vcrkehrspolitik, freie Weichfelschiffahrl und Mitbenutzung des Danziger Hafens als polnischen Freihafen. Abgrenzung gegen Litauen auf Grund ethnographischer Verhältnisse. Weiterausdehnung der östlichen Grenze gegen Rußland sodaß Polen unmittelbar an Rußland angrenzt. Beseitigung der Trennungslinie zwischen dem öfter, reichischen und deutschen Verwaltungsteil Polens sowie weitere Selbständigkeit der inneren Verwaltung Polens, sodaß Polen eine eigene Finanzverwaltung erhält und die verschiedenen Mi­nisterien Verfügungsfreiheit bekommen. Die Tätigkeit der Zen- tralmächte würde noch in einer Oberaufsicht mit dem Sitz in Warschau bestehen. Endlich soll die polnische Königsfrage gelöst werden. Die Polen wollen zugleich ein Heer ausheüen und cvufttellen mit Hilfe deutscher und von den Deutschen bereits eusgebildeter polnischer Offiziere. Sie halten ein solches Heer für unbedingt nötig zur Selbständigkeit des polnischen Staats­wesens.

Auch die Verhältniffe in Litauen kamen zur Besprechung. Der staatlichen Selbständigkeit dieses Landes sollen keine Hin- dernisie mehr im Wege stehen.

Die finnische Armee.

Kopenhagen, 13. August. Aus Helsingfors liegen Mel­dungen vor, wonach General Mannerheim binnen kurzein wieder an die Spitze der finnländischen Truppen treten wild. Ferner wird berichtet, daß die finnische Armee zu­verlässig auf deutscher Seite stehe. Besonders das ganze Offizierkorps sei der deutschen Sache unbedingt ergeben. Die Entente hat die Hoffnung, die sie mtf ihre Wiihlereien in Finnland gesetzt hatte, aufgegebew

Die Tagebücher Ullrolans' II.

Berlin, 14 . August. DieJswestija" beginnt nach der ,.Voss. Ztg." mit der Veröffentlichung des Tage-buch Nikolaus H. Das Präsidium des Allrussischen Zentral­komitees hat eine besondere Kommission eingesetzt zur Durch­sicht und Veröffentlichung der Tagebücher und des andern beim Zaren gefundenen Materials. Zunächst werden die Teile des Tagebllchs veröffentlicht, die das größte Interesse beanspruchen. Den von Nikolaus 71. handschriftlich gemach­ten Eintragungen aus den ersten Tagen der Revolution im März 1917 werden die Aufzeichnungen aus d«r Zeit der Revolution des Jahres 1905 folgen, sodann die auS denr russisch-japanischen Krieg und dem gegenwärtigen Weltkrieg. Gleichzeitig mit dem Druck der Tagebücher wird die Ver­öffentlichung von Anszügen in derJsweftija" und in der Pradwa" erfolgen. Die Kommission ist im Besitz von Tagebüchern seit dem 1. Januar 1882. Nikolaus n. hat seine Aufzeichnungen 36 Fahre hindurch täglich und lücken­los geführt. Ausgenommen sind die seltenen Fälle wäh­rend Erkrankungen. Es werden im folgenden die Nottzen aus den letzten Tagen der Herrchast des Zaren mitgeteilt.

Sonntag, 11 . März 1917. Im Kaiserlichen Haupt- guartier (Mohilew) 10 Uhr vormittags zur Messe gegangen. Hiercnrf Referat angehört. Beim Frühstück viele Leute, da­runter alle anwesenden Ausländer. Brief an Alice (die Za­rin Alexandra (Feodorowna) geschrieben. Hierauf ausge­fahren auf der Vobrijsker Ehqussee bis zur Kapelle, dort spazieren gegangen. Wetter scharf und frostig. Nach dem Tee gelesen. Den Senator Tregiröow empfangen bis zum Abendesien. Abends Donüno gespielt.

Montag, 12. März. In Petersburg haben seit einigen Tagen Unruhen begonnen. Leider haben Truppen daran teilgenommen. Abscheuliches Gefühl, so weit weg zu sein und nur abgerissene ungünsttge Nachrichten zu erhalten. Kurzes Referat angehört. Spaziergang auf der Straße nach Orscha. Wetter war sonnig. Nach dem Mittagessen be­schlossen, nach Zarskoje Selo zu fahren. 1 Uhr nachts in den Zug eingestiegen.

Dienstag 13. März. 3*4 Uhr schlafen gelegt, da lange Unterredung mit Iwanow gehabt, den mit Truppen nach Pettograd schicke, um Ordnung zu schaffen. Vis 10 Uhr ge­schlafen. Von Mohilew ab um 5 Uhr morgens. Wetter frostig und sonnig. Ganzen Tag durchgefahren über Wjasmo, Nefchew, Licboslaw Vm 9 Uhr angekommcn.

Mittwoch, 14 März Nachts umgekehrt von Stafiou Wischern, da Ljabau und Tossno von Aufständischen besetzt wai-en. Fuhr über Waldai, Duo, Pskow, wo über Nacht blieb. Sah Rußkij. Er Danilow und Sawittch speisten mit mir. Gatschina und Luga gleichfalls von Aufftändischen besetzt. Schmach und Schande. Weiterfahrt nach Zarskoje Selo gelang nicht. Gedanken mib Gefühle die ganze Zeit dort. Wie schwer muß es der armen Alice sein, diese Ec- rignille allein zu erleben. Herr Gott hilf uns!

Donnerstag, 15. März. Morgens kam Rnßkij und las feine lange Unterredung vor, die er telephonisch mit Rods- janko gehabt hatte Na.fi seiner Meinung ist die Lage in Petersburg so, daß jetzt ein Ministerium aus der Duma machtlos wäre, irgendwas zu tun, da die sozialdemokratische Partei, durch den Arbeitersowjet verkörpert, dagegen an- kämpft. Meine Abdankung notwendig. Rußkij übersprach dieses Gespräch dem Hauptquartier und Alekejew gab es deg Armeekommandanten weiter. %1 Uhr mittags kamen von allen Antworten. Ihr wesentlicher Inhalt: daß im

Namen der Rettung Rußlands und um die Annes an der

Front in Ruhe z« erhalten, di« Entschließung zu diesem Schritt notwendig ist. Ich stimmte zu. Abends aus Pe­tersburg Guffchkow und Schulgin gekommen, mit denen ich Unterredung hatte und denen ich das umgearbeitete und unterschriebene Manifest (der Abdankung) übergab. 1 Uhr nachts von Pskow abgereist mit dem schweren Gefühl des Erlebten. Ringsum Verrat, Feigheit, Betrug.

FebtliWillelmangkl in Mlikil.

Bern, 14. Aug. (WB.) Nach einer amtlichen Bekannt­machung der Bürgermeisterei von Florenz enffallen ange­sichts der sehr knappen Fleisck-vorräte auf den Kopf der Be­völkerung von Floren; wöchentlich 82 Gramm Fleisch ein­schließlich der Knochen. An dem Versorgungsminister Crespi wird eine bittere Krittk geübt. Wenn die Fleischvorräte er- schöpft seien, müsse das Versorgungsministerium zum mim deestn für genügende Mengen Teigwaren sorgen.

Popolo Romano" behandelt die schwierige Frage mit sehr vorfichfigen Worten. Wenn man in Frankreich die fleischlosen Tage abschaffen konnte, wieso müsse da Italien fleischlose Wochen durfimacben?Osservatore Romano" be­dauert vor allein, daß, seitdem das Fleisch vom Markte ver­schwunden sei, die Gemüsepreise in Rom geradezu uner­schwinglich geworden seien. Die Behörden müßten unver­züglich entschreiten.

Hllt offllf Mdlk.

Wir feien in derKatholiken-Zeitung":Der gegenwärtige Krieg nahm Formen an. wie sie selbst die roheste Barbarei nicht gekannt harte. Man mag sagen, was man will, die Bombe n- schmeißerei z. B., mag sie ausgehen von welcher Seite es auch sei, gehört nicht mehr zu den sittlich erlaubten Kriegsgebräuchen. Wenn man der Errungenschaften der Aviatik sich einzig und allein zum Zwecke der Aufklärung bedienen würde, oder wenn man eigentliche Kämpfe in der Lust miteinander führte, oder direkt und mtt Sicherheit militärische Objekte dadurch zu zer­stören suchte, so könnte man vom Standpunkt der Sittlichkeit aus nichts dagegen sagen: blindlings jedoch Bomben aus der Höhe zu werfen, gehört unseres Erachtens zum Buschkleppertum. Zn seiner Kambüse sitzen und auf nichts ahnende und am Krieg gar nicht beteiligte Menschen Verderben hevabschleudern, kommt mir als eine Feigheit vor, daran ändert all die Kühnheit, die sonst die Luftschifsahrt mit sich bringt, nichts. Daß man so etwas nicht einmal mehr verurteilen darf, ift Zeugnis genug, wie furchtbar ttef wir gefunken sind. Wann wird uns ein Prophet entstehen, der der entmenschten Menschheit einBis hierher und nicht weiter" zuzurufen wagt? Aber da wird weitergesündigt intra et extra muros (innerhalb und außerhalb der Mauern, so viel als: auf beiden Seiten) und mit Phrasen sucht man sein Gewissen zu betäuben."

Die Beschießung von Franffurt a. M. zeigt die Berechtig­ung dieser Ausfiihrungen.

Amrrikansiche Kriegsgewinne.

Au; Kristiania wird derDost. Zig." gemeldet: Amerikas hohe Ideale bekommen einen deutlichen Ausdruck, wenn man den Bericht liest, den die amerikanische Handelskommission er­stattete Ungeheuere Verdienste fielen den Matadoren der Fleischindustrie in den Schoß. Armour, Swift, Morritz und Wilson üben eine Monopolkontrolle in dieser Industrie aus Der Bericht hebt hervor, daß diese Fleisch Magnaten nur ihren eigenen Vorteil im Auge haben. Gesetze bestehen für sie nicht. Vier dieser Firmen konnten im ersten Kriegsjahr 110 Millio­nen Dollars Reinverdienst einstecken, ein Beweis, wie schamlos die Verbraucher ausgefoaen werden. Es ist merkwürdig, daß die Fleischfirmen die Steigerung des Umsatzes auf mir 150 Prozent angeben, während der Reingewinn um 100 Prozent stieg. Armour, der gleichzeitig an Lederunternehmen beteiligt ist, erhielt an Dividende hierfür in einem Jahr über eine Mil­lion Dollars. Zn der Zinkindustrie werden Millionengewinne allein an Vertrauensmänner gezahlt. Der Stahltrust verdiente 1912 etwa 77 Millionen, im ersten Kriegsjahr aber 178 Milk. Auch die Kohlen-, Petroleum- und Benzinindusttie wirft be. deutende Verdienste ab.

Dkfiiüraliiatilin dkg SkhindenliMlatg.

DieNeue Politische Eorrespondenz" schreibt:

Die Entlastung Groß-Berlins von dem immer weiter sich ausdehnenden Anwachsen des Behördenapparates ist eine For- derung, die nicht mehr von der Tagesordnung verschwinden kann. Das Zusammenballen eines ungeheuren Beamtenheeres in dem teuren Berlin schafft für die Gesamtheit wie für den ein­zelnen so bedeutende Schwierigkeiten und Nachteile mannig- fochör Art, daß Abhilfe eine dringliche Notwendigkeit ist. Die­ser Tage wurde berichtet, daß der in Aussicht genommene Neu­bau für die Reichsvercherungsanstalt für Angestellte in Wilmers­dorf das größte Verwaltungsgebäude des Reiches darstellen wird, denn heute bereits zahlt die Anstatt über 2000 Beamte und Beamtinnen. Wir fragen, ist es gesund und zweckmäßig, ein solches Riesenamt erstehen zu lasten auf einer Stelle, auf der jeder Quadratmeter schweres Geld kostet. Das starke An­wachsen des Personals dieser Anstatt beweist am besten daß eine anderweitige Organisatton und damtt einer Dezenttalisatton geboten erscheint. Eine solche ist aber ohne Schwierigkeiten durchzusühren. indem für die größeren Bundesstaaten und für einzelne Gebiete, wie die mitteldeutschen Bundesstaaten und die zusammengelegenen Provinzen Zweiganstatten errichtet wer­den, die einen wesentlichen Teil der Abrechnungsarbeiten und sonstign Aufgaben erledigen können, so daß in Berlin nötigen­falls mit dem Direktorium nur ein kleinerer Beamtenapparat zu verbleiben brauchte. Eegenwärttg hat die Reichsverstche- rungsanstalt eine Anzahl größerer Wohnhäuser mietweise inne; man denke, wo das hmführen soll Att unserer Wohnungspolitik,

wem, bet der Zunahme des Personals solcher Anstalten nran«i mehr Häuser fat Anspruch genommen werden müssen.

Auch andere wichttge soziale Gründe sprechen für eine De­zentralisation. Wie gern würden zahlreiche Eltern in de« Bundesstaaten und in der Provinz von der Versorgung ihrer Töchter als Beamtinnen GÄrauch machen,'wenn nähergclegene Bezirksanstalten vorhanden wären. Jetzt haben die Vorteil« hauptsächlich Berliner Familien, oder cs findet ein durchaus m^rwiinschter und ungesunder Zuzug weiblicher und männlicher Kräfte nach Berlin statt. Deshalb muß in dieser Hinsicht Wo«, del geschaffen werden. Aufgabe des Reichstages sollte es sein, sich dieser Frage nachdrücklichst anzunehmen. Dem Reichs- intereste wird der wertvollste Dienst geleistet, wenn ein« weit­gehende Dezentralisation zur Durchführung kommt.

Kapitliiserhöhuny (5froinsinfr!d?lriming.

Die Riesengewinne der Kriegsindustriellen sind sprichwört­lich, wie di« Bilanzverschleierungen offenkundig sind. Das Volk darf nicht wissen, wie sehr die Gesellschaft rm Gelde schwimmt. Interessant ist min zu erfahren, wie systematisch die Verschleie­rung der Gewinne bettieben wird, und zwar von oben, statt ver­nunftgemäß die Gewinn« einzuschranken. Im Handelsteil des Berliner Tageblatts" wird ein Schreiben zur Kenntnis ge­bracht, aus dem in Gemeinschaft mit den redaktionellen An- mcrkungen alles Wissenswert« hervorgeht. Dieses Schreiben ist in der zweiten Hälfte des Mai 1918 geschrieben und stellt di« Antwort eines Aufsichteratsmitgliedes an einen Alttonär der Bccker.Gesellschaft dar, der sich darüber beschwert hatte, daß di« ihm gegenüber gemachte Angabe des Aufsich tsratsmitgliedes. die Dividende für das Jahr 1916/17 werde mit 30 Prozent vorgs- schlagen werden, sich nicht veruirklicht habe und das schließlich nur 25 Prozent Dividende von der Derwoltung vorqescklagen worden seien. Das Aufsichtsratsmitglied bemerkt nun in feinem Entschuldigungsschreiben", daß die dem Aktionär seinerzeit ge­machten Mitteilungen damals durchaus den Tatsachen ent­sprochen hatten. Leider sei dann aber an alle großen indu­striellen Werke ein vertraulicher Wink von oben ergangen, aus leicht zu erkennenden Gründen" von der Verteilung hoher Di­videnden abzusehen. Das Aufsichtsratsmitglied hatte aber für den enttäuschten Aktionär schon wieder ern neues Trost- und Anregungsmittel auf der Hand. Es werde demnächst so heißt es in dem Briefe eine Kapttalserhöhung vertraulich wird ihr Umfang auf 8 Mill. Mark zu 150 Prozent^rngegeben hrrauskonrmen, und der Aktionär werde dabei reichlich Ge­legenheit haben, einen ihm eventuell entstandenen Kursverluft auszugleichen.

Inzwischen haben allerhand Geldmänner den Angaben jenes Aufsichtsrates erregt widersprochen; und wirklich ist di« Kapi* talserhöhung jetzt keine ganz einfache Sache: dazu ist die Ge­nehmigung des Handelsmtnisters erforderlich. Tatsächlich er­folgten jedoch dies« Kapitalserhöhungen im weitesten Umfang, sie sind ein Mittel, gar zu aufreizende Gewinne zu verschleiern.

Champagner and Proletariat.

In einemWiener Brief" v. 4. August d I. in der "Frff. Ztg." (Nr. 221) lesen wir folgende bemerkenswerte Mittei­lungen:

Die ander« Erscheinung ist scheinbar entgegengesetzten Cha­rakters. Ein Weingroßhändler teilt mit, daß er den größten Teil des von ihm erzeugten Champagners an dieGreisler*' absetzt Der Greisler ist, was man bei uns den Spezerei, oder Gemilchtwarenhändler nennt, der Eewürzkrämer an der Ecke, von dem die kleinen Haushaltungen der Gasse den Tagesbedarf beziehen, den sie nicht auf dem Markt oder beim Metzger ein- kaufe«. Zn Wien spielt der Greisler ein« sehr große Roll«. Man hat fast nichts zuhaus« und schickt um jede Kleinigkeit zum Greisler. der auch gewöhnlich schon im selben oder nächste« Hau.se wohnt. Aber Champagner hat er bisher nichtgeführt" Denn di« Leute, die bei ihm einkaufcn, gehören ja doch zu« kleinen Mittelstand und Proletariat, die in Wien allerding« 97 Prozent der Bevölkerung ausmachten und für den Cham­pagner hat's bisher bei denen nichtgereicht". Und nun habe« sie's dazu, wo doch auch der Champagner um das Vielfache teu. rer geworden ist? Der Mittelstand bat's nicht, aber ein Teil derer, die man bisher zum Proletariat gerechnet hat. El« Kohlenträger beispielsweise ist oin Proletarier. Die Veschäf. tiaung ist schwer, schmutzig und in Friedenszeiten wenig lohnend. Ein gelernter Arbeiter wird nicht Kohlenträger. Und nun sind das Leute von fürstlichem Einkommen! Man reißt sich um sie^ man zahlt ihnen jeden Lohn, den sie verlangen. Ganz natür« lich. Alle körperlich kräftigen Männer (und noch manche an< dere) sind im Felde. Die paar aus irgend einem Grunde gai^ Untauglichen, die aber doch einen Korb Kohlen vom Wagen herunter in einen Keller schaffen können, haben also die glän­zendst« Konjunktur. Wir hatten jüngst eine Gerichtsverhaud. lung wegen einer Messerstecherei zwischen Kohlenttäqern, bet der als mildernder Umstand der Chcrmpagnerrausch aller Be­teiligten angeführt wurde. Und die Kchlenträger sind bei weitem nicht die einzigen, die jetzt verdienen, was sie wollen. Die Faßbiickrer (Küfer) haben jüngst mitgeteilt, daß der Preis der Weinfässer um ein Mehrfaches gesteigert werden müsse, weil die Löhne der Gehilfen (Gesellen) jetzt auf 8001200 Kronen pro Woche gestiegen seien. Es steht eine kolossale Weinernte in Aussicht. Fässer gibt es keine. Küfer wenrge. So zahlen vor allem die Ungarn Mmistergehälter an Küfergesellen und versprechen noch außerdem unentgeltliche ungarische Verpflegung. Vei dem bloßen Worte fließt dem Ocsterreicher das Wasser im Munde zusammen. Natürlich muß der österreichische Fabrikant mindestens denselben Lohn zahlen, wenn er seine Leute behal­ten will, und auf diese Weise hat Wien Küfer oder Bötticher mit einem Jahreseinkommen bis zu 60 000 Kronen. Eifin- dreher uüd andere gelernte Arbeiter kommen zwar so hoch nicht, aber Wochenlöhne von 400 Kronen sind beinahe normal, und da sich ungefähr so hoch auch die Monatsgage eines diplomier­ten Ingenieurs im selben Betrieb« beläuft, haben wir sogar di« interessante Neuerscheinung desJngemeurs-Atbeilers". des