Verfemt.
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Rom a n von Anny Wothe.
7) Nachdruck verboten.
„Was hast dl! nur, Großes," sagte Haust und sah kopfschüt. telnd der Schwester in das von Tränen Lb-erströmte Gesicht, „Bist du nicht froh, wenn ich glücklich bin?^
„Dkir bangt um dein Glück, Liebling." v
„Ach Unsinn," lachte Hansi, „noch blüht mir der Mai und oll die lachenden Rosen. Tu hast sie verblühen lasten, alte Schwester, ich aber, ich breche sie mich damit zu schnücken, mich und das Leben, das strahlende köstliche Leben."
Aga aber brach auf einem Sessel lautlos zusammen. Die ernsten, ruhigen Züge verzerrten sich vor Schmerz un-d Verzweiflung Die grauen Augen, die schwarz erschienen, blickten starr und glanzlos ins Leere. Die engverfchlungenen Hände krumpften sich fest ineinander, und die Lippen preßten sich zu- fammen, um den Schmerzensschrei, der sich aus dem Herzen drängte, zu ersticken.
Sie merkte nicht, daß es schon zweimal an die Tür des Ateliers geklopft hatte, auch das dritte Klopfen überhörte sie.
„Na, denn nicht," sagte plötzlich eine tiefe Männerstimme am Eingänge des Ateliers. „Alle Höflichkeit ist bei Ihnen, Verehrteste. verkehrt angebracht. Hätte mir nicht eben der Sausewind Hanst lachend versichert, Sie säßen hier drin, und Sie würden mir eine wunderbare Neuigkeit erzählen, ich hätte gar nicht geglaubt, daß Sie zu Hause wären."
Aga reichte dem großen, blonden Riesen, der vor ihr stand
unv ihr prüfend ins Antlitz sah. mit müdem Lächeln die Hand.
„Wie gut, daß Sie kommen. Holger, ich vergehe vor Sorge und Pein. Helfen Cie mir, helfen Sie mir das Kind, die Hanst, retten."
Ein großer, erstaunter Blick aus den feurigen, dunklen Augen Holger Thoresens flog über Agas Gesicht. So hatte er ja die Freundin noch nie gesehen. So kannte er sie gar nicht, die stets gleichmäßige, ruhige Aga. Er starrte sie an wie ein Wunder und fand kein Wort der Erwiderung.
„Warum schauen Sie mich so an?"
Holger raffte sich zusammen. „Ich überlegte, welche Dinge wohl imstande sind. Sie, liebste Freundin, so aus allen Fugen zu bringen. Die Liebe? Das wäre eine dumme Sache, dafür sind Sie nicht geschaffen und —"
Aga sprang leidenschaftlich erregt auf und machte eine abwehrende Handbswegjung. „Sie haben ganz recht, Holger, für die Liebe bin ich nicht geschaffen. Ich habe keinen Teil daran, das weiß ich lange, und auch alle anderen wissen, oder wollen es wisten, daß ich nicht lieben kann. Diesen Schrein, lieber Freund, wollen wir schließen. Um mich handelt es sich gar nicht, sondern um Hansi."
„Um den vergnügten Puck? Liebste Aga, Sie sehen Gespenster. Ich habe ja den reizenden Balg noch vor zehn Minuten seelenvergnügt wie das blühende Leben selbst gesehen, und Sie tun. als wäre dem Kind das größte Leid widerfahren. Was gibt es denn7"
„Hansi liebt, sie liebt leidenschaftlich, blind."
Holger nickte bedächtig. „Das tun alle jungen Mädchen in diesem Alter. Lasten Sie doch das Kind lieben."
„Nein, Holger, es geht nicht. Der Erwählte ist Graf Nord, kirch."
„Nordkirch? Was, dieser Mädchenjäger?" Holger Thore- sen war erregt aufgesprungen. In seinem ausdrucksvollen Ge. sicht mit der großen, starken Nase und den breiten Backenknochen kämpfte der Zorn. Jetzt schlug eine Blutwelle darüber und zog sich bis über den kräftigen Hals, als er, sich hochaufreckend, sagte: „Soll ich den Buben prügeln?"
„Nein, nichts von alledem, Holger, die Sache ist viel schwieriger."
Die weiße, kräftige Hand Hclgers zauste nervös den krausen. blonden SpitzSart, und in den dunklen Augen züngelte eine Flamme.
„Stand der Kerl nicht Ihnen einst nahe, Aga. Verleihen Sie, daß ich daran Ehre, aber mir kommt so düster eine Erinnerung."
5. Kapitel.
Aga nickte. Ein trübes, müdes Lächeln war es, und in den großen, grauen, schwarzbewimperten Augen zitterte ein seltsam Licht.
,,-^ch glaubte die alte Geschichte begraben und vergeste^ Holger, und nun erstehen die Geister der Vergangenheit unk zeigen mir ihre gräßlichen Larven."
Holger nahm einen Sestel und warf sich hinein, daß er in allen Fugen krachte.
„Lächerlich." sagte er polternd, „daß Sie, die Große, Erhabene. Mutige, so jämmerlich tum^ Wo ist all Ihre Selbst bester rschung, all Ihre große, schöne Ruhe hin, liebste Aga? So kenne ich Sie gar nicht."
Todes-Anzeige.
^ Nachltzmonatlicher in großer Geduld ertragener schwerer Krankheit, die
Herr Josef SiMSNS
Funker-NachrichteN'Abteilung 18,
Mitinhaber der Firma S.Hirschhorn, Friedberg, in einem Lazarett in Friedberg.
Friedberg, Eltville, Bad Nauheim, Chicago, Paris, den 12. August 1918.
In tiefem Schmerz:
Im Namen der Hinterbliebenen
Ida Simons geb. Pappenheimer.
Dt- Beerdigung findet Mittwoch den 14. Augufi nachmittags 4 llffr, vom Tiaueihause Kmsersiraße 9 aus statt. — Beileidsbesuche dankend verbeten.
rr..
Danksagung.
^fiii die so überaus zahlreichen Bekundungen aufrichtiger Anteil, nähme während der Krankheit und bei dem Hinscheiden meiner innigst- geliebten Frau, unserer herzensguten Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante sagen auf diesem Wege herzlichen Dank.
2m Namen der trauernden Hinterbliebenen'
Franz Weber.
Friedberg sHessen), den 12. August 1918.
M MMliM
von Dohnen und Gurken rc. empfehle
slciiifrne Töpfe,
hoch und niedrig,
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von 10 Liter bis 40 Liter (bestes Höhrer Fabrikat), sowie
chlcn Wkin-Esflg ä Liter 1.40 feinster Einmach-Esstz 1.20 Tafel- und Speise-Essig Lorbeerblätter Paprika ad. spanischen Pfeffer,
Ersatz für den teuren schwarzen Pfeffer.
Senfmehl
sowie noch andere Gewürze.
fr. Hübrecht,
(bester Ersatz für Fleischextrakt) wieder frisch eingetroffen.
Friedrich Michel
Friedberg.
Wegen Abschaffung der Pferde verkaufe eine wenig gebrauchte
JeeriiW MlihmGille
mit Vorderkarren.
Otto Spruck,
Wallernhausen bei Nidda.
Ein gut erhaltenes
Geschäftsbreak
zu verkaufen.
Zu erfragen in der Geschäftsstelle der „Neuen Tageszeitung".
die innigste Anteilnahme an unserem schweren Verluste, unseres lieben Sohnes
Karl Michel
lagen wir auf diesem Wege unsren innigsten Dank.
Bruchenbrücken, den 12. August 1918.
Familie
Philip? Heinrich Michel.
Tapeten- und Linoleumhaus
iean Högler, Ä5.
Nahe des Rathauses.
Aufruf.
Deutsche Muer, Jcutsche Fruuen, eriunttt Euch!
Der Werwolf brach in die deutschen Schutzgebiete! Englands weiße und farbige Hilfsvölker rissen nieder, was deutscher Fleiß in glücklichen Friedensjahren mühsam aufgebaut hatte. Gegen eine Welt von Feinden — ohne Verbindung mit der Heimat — mußte sich das Geschick unserer Kolonien erfüllen!
Erinnert Euch derer, die für Deutschlands Ehre einen aussichtslosen Kampf bis zum bitteren Ende kämpften die ungebrochen des Reiches Flagge hochhielten! Zerstört liegen blühende Pflanzungen, reiche Farmen, der Stolz unserer Landsleute, die Früchte ihrer Arbeit.
Denkt daran, daß ihnen allen, die drüben als deutsche Helden zusammengestanden bis zum letzten Mann, der .Dank des ganzen deutschen Volkes gebührt, — daß ihre Frauen und Kinder in den berüchtigten englischen Sammellagern schmachten.
Treue um Treue — gebt ihnen, wie sie Euch gaben!
Tragt Euer Scherflein bei für die amtliche Kolonial- knegerspende! Gebt reichlich!
Auler, Landtagsabgeordneter, Venshetm. Bernhard, Generalleutnant z. D., Darmstadt. Frhr. v. Heul, Generalleutnant ö 1a suite, Darmstadt. Lindenstruth, Oberfinanzrat, Darmstadt. Minnich, Reallehrer a. D., Oppenheim. Porth, Bürgermeister, Offenbach a. M. Ritter, Bürgermeister, Laubach. Schmitz, Kaufmann, Alzey. Seyler, Notariatsbeamter, Bingen a. Rh. 0r. Bogt, Medizinalrat, Butzbach. Waldecker, Hyuptmann a. D., Darmstadt. Will, Lehrer a. D., Büdesheim in Oberheffen. wf,
WWW«
3. und letzte Versteigerung.
Der Unterzeichnete Notar versteigert am Donnerstag o. 17 , August, nachmittags 4 Uhr, im Gasthaus Gaudes, dahier, die nächste >.> 0 ° in der Gemarkung Bad-Nauheim gelegenen Grundstücke:
Kulturart und Gewann Acker hinter den Borken Acker daselbst Acker am Stadtweg Acker daselbst Acker, daselbst Acker in der Au Acker daselbst
Acker daselbst (6 Birnbäume)'
Acker daselbst (Äpieicaum)
Acker am Stadtweg Acker daselbst Acker daselbst Acker dülelbst Acker daselbst Acker daselbst
Acker daselbst >
Acker da elbst Acker daselbst Acker da elbst Acker daselbst Acker da elbft Wiese oa>elbst
Wie,e am Slracksarm (Ci e WaU> reiche und Deuter-Gladen t^aun, stück 31-1-27 Apfelbäume Wie,e im Sichler, Baumstück (16 Bäume)
Wiese rm dichter, Vaumstllck (Straße nach Ockstadt, 16 Bäume)
Wiese in der Rauth (16 junge Obst bäume)
Wiese in der Nauth (Baumstück 33 Apfelbaume)
Wiese am Söderweg Wiele auf dem Busserl (Baumstück 28 Bäume)
Wiele am Steinweg (Baumstück 40 Bäume).
Die geteilten Grundstücke werden einzeln, alsdann zusammen versteigert.
Bad-Nauheim, den 20. Juli 191$.
E roßh. Notas
Stahl.
Lfd. Nr. Flur Nr.
qm
1
14
67
2543
2
14
68
2158
3
10
63
1662
4
10*
64
1817
5
10
65
2330
6
11
65
2500
7
11
65 5 /io
2500
8
11
66
2500
9
11
06 5 /io
1887
10
13
39
2500
11
13
39Vio
2500
12
13
393/
2500
13
13
39%,
2500
14
13
39#°
2500
15
13
39*o
2500
16
13
40
2500
17
13
407,o
1857
18'
13
47
2500
19
13
47 3 / 10
2500
20
13
47 5 / 10
2000
21
13
47%
4318
22
14
124
1852
23
14
124b /,0
2568
24
9
40
1082
25
9
40 B /,0
1083
26
16
1
937
27
16
2
2726
28
11
49
2371
29
12
3
1259
30
7
81
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