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eine Art Ultimatum von 48 Stunden gestellt mit der Drohung, daß italienisch^ Flieger später mit Bomben wie* der^ehren würden.

Wien, 9. Aug. (WB.- In Wien wurden Tausende von Flugzetteln abgeworfen. In einem der Aufrufe heißt es: Wir führen nicht Krieg mit Bürgern, Kindern, Greisen und Frauen, sondern mit Eurer Regierung, dem Feinde der nationalen Freiheit, mit eurer blinden, starrköpfigen und grausamen Regierung, die euch nur mit Haß und trügerischen Hoffnungen füttert." Der Aufruf schließt:Hoch die

Freiheit! Hoch Italien! Hoch die Entente!"

Der Fliegerangriff, der von der Presse nur als eine Sportleistung bezeichnet wird, da schon mit Rücksicht auf die räumliche Entfernung die Mitnahme von Sprengbomben ausgeschlossen ist, rief bei der Bevölkerung keinerlei Unruhe hervor. Der Inhalt der Flugzettel begegnet allgemeiner Entrüstung, zumal die österreichische Bevölkerung die fast täglichen Luftangriffe auf Triest. Laibach und andere Städte -nicht vergessen hat.

Nach den bisher eingelaufenen Meldungen ist ein italienischer Flieger bereits bei Schwarzau in der Nähe von Wiener-Neustadt niedergegangen. Der Apparat verbrannte vollständig. Die Besatzung ist geflüchtet und ist noch nicht aufgegriffen, doch ist Hoffnung vorhanden, daß dies mit Hilfe der Bevölkerung bald geschehen wird.

Rliumniiche Kriklistresba ouf Drm Plan.

Bukarest, 7. August. Die größte rumänische Zeitung, die Lumina", das Organ des Präsidenten des bess.uabischen Lan­desrates Constantia Slere, schreibt unter dem TitelUnsere Kriegstreiber und die Schlackt in Frankreich" folgendes: Un­

sere Kriegstreiber, die Urheber unseres Unglücks, haben nichts gelernt und nichts vergehen. Niemand denkt daran, ihnen zu verbieten, daß sie die unsinnigsten Hoffnungen hegen, weil dies menschlich erklärlich ist. Aber eine Wiederholung der Treibe­reien, die das Land schon einmal ins größte Unglück stürzten, kann ihnen nicht gestattet werden, weil sich daraus neue Ge­fahren ergeben würden, die Rumänien nicht mehr zu ertragen vermöchte. Die Offensive der Entente auf einem Teil der West­front hatte unbestreitbar einen Erfolg, der aber mit den Erfol­gen der drei vorangegangenen deutschen Offensiven nicht ver­glichen werdn kann. Der Ententeersolg aber bat den gesunke. nen Mut unserer Kriegstreiber wieder gehoben, und in ihrer Presse finden wir neuerlich die bekannten Töne aus den Jahren der Neutralität. Ihre Neutralität blieb die gleiche, wie sie von einem sicherlich unparteiischen und zuständigen Zeugen, Ge­neral Averescu, in folgenden Worten geschildert wurde:Bas schmerzlichste Kennzeichen unserer Neutralität seit Beginn des Krieges bis heute war die Tatsache, daß das erlittene Unglück wie die so blutig bezahlten Lehren zu nichts dienten.- Wir wollen über die Offensive der Entente zwischen d« Aiene und Marne die Wahrheit darlegen. Der ArtrkÄ schildert alsdann eingehend die Lage an der Westfront, führt als Bekräftigung den Aussatz des Generals Mallierre inLe Temps" an und schließt feine Betrachtungen: Unter solchen Umständen ist kein Grund vorhanden an die Offensive Fachs irgendwelche Hoff­nungen zu knüpfen. Im klarsten Verständnisse der Interessen des Landes rufen wir die Oeffentlichkeit zum Gefühle der W rk- lichkeit zurück. Röhren wir uns nicht mit Illusionen. Kein Staat führt einen Krieg für die Interessen anderer. Die Deut­schen haben einen Rückzug angetreten, der sich nur auf das bei ihrem letzten Vordringen eroberte Gebiet erstreckt. Dieses ge­

nügt, damit Bratiam» und Genossen, deren Fähigkeit in der Beurteilung militärischer Konjunkturen wir leider allzu gut kennen, unsere Lage und ihre Sünden vergessen. Was ist der gegenwärtige Rückzug der Deutschen gegenüber dem Rückzuge Hindenburgs im Oktober 1614 von Warschau bis zur südwest­lichen russisch-deutschen Grenze? Und dieser Rückzug hatte da. mals di« vernichtende Niederlage der Russen zur Folge. Hin- denburg und Ludendorff sind nicht General Jlliescu. Dieser Krieg ist ein Grduldspiel Wir haben ihn verloren, weil wir keine Geduld hatten. Nichten wir uns diesmal nicht endgültig zugrunde, indem wir angesichts einer so gewaltigen Wirklich­keit unsere Wünsche mit den Tatsachen verwechseln.

Ciil kilüillher MIM aus dm Iahrk 2000.

Das LirerpolerJournal ok Commerce" vom 27. Juli 1918 bringt einen Beitrag, der den Zweck hat, sich über die fabrik­mäßige Herstellung von Schiffen lustig zu machen, und in dem sich unter anderem folgende. Schilderungen finden: Man schreibt das Jahr 2000, die gw ze Welt außer Deutschland, wo noch im­mer ein Bürgerkrieg tobt, befindet sich im Frieden. Alles im glücklichen England steht unter Staatsaufsicht und die am Ruder befindliche sozialistische Regierung tut alles fürs Volk. Die ruinierten Kaufleute sind in einem großen Gebäude unterge­bracht, während das Heim für bankerotte Reeder sich in Liver­pool, der einst so blühenden Stadt, befindet. Die meisten Fabri­kanten sind nach Amerika und Australien ausgewandert oder lüsten sich zur Abfahrt. England wird von 15.649 949 Bureau, kraten regiert, "und arbeiten, um den Beamten ihre Gehälter zahlen zu können. (Nur in England?) Auf diesem Hinter­grund spielt sich in einem Vureauraum einer im Westen Eng­lands gelegenen Staatswerft ein Gespräch zwischen zwei hohen Beamten der Werft ab. Sie unterhalten sich über den gerade vor sich gehenden Stapellauf eines neuen großen auf einer Montagewerft also fabrikmäßig herocstellten Schiffts, auf das sie die größten Erwartungen setzen. Plötzlich wird das Ge­spräch durch die Meldung unterbrochen, daß der neue Ozean­riese im Augenblick des Stapellaufs kopfüber auf den Meeres­grund geraten ist!

Dieses Bild, das die Engländer sich für die Zukunft malen, lonnen auch wir Deutsche allerdings in noch grelleren Far­ben aufgetragen uns malen.

Per Zug der Toten.

In einer Betrachtung über die 4 Jahre Krieg schreibt der englische Schriftsteller Eardiner:

Wir wissen, was der Kri^ ist. Wir haben vier Jahre Er­fahrungen hinter uns, wie sse die Welt bisher niemals hatte. Wenn wir uns Tag und Nacht hinsttzten und die geisterhafte Prozession der im Kriege Erschlagenen zu vieren Minute für Minute vorbeimarschieren ließen, so würden zehn Jahre da­rau fgehen und noch immer würde die Geschichte der Hinopserung der Jugend, der Stärke und der Hoffnung des Welt nicht zu Ende erzählt firn And wenn hinter den Toten die Zahl der Vevftümmelten, der Erblindeten, der Tauben und der Erlahm­ten marschierte, dann würden kaum 5ll Jahre genügen, um das schreckliche Schauspiel darzubieten Die materiellen Kosten kön­nen wir noch nicht verstehen. Wir brennen das Haus bis zum Grund nieder und das Feuer gibt eilten großartigen Schein, viel Arbeit, viel Geld und manchen Gewinn. Wir muffen aber warten, bis das Feuer ausgelöscht ist und wir den Aschenhausen übersehen können, bevor wir die Brdevtung der Tausenden von Millionen von Schulden verstehen können, die Herr Vonar Law

im Unterhause mitteilte, das früher an ebien nationalen Bank«- rott zu glauben pflegte, wenn irgend jemand um eine Milliv« bat, um Schulen oder Häuser für die Armen zu bauen. Un*» das ist erst de-r Vorgeschmack des Krieges.

Der Wuniiiliiisvttbrllüch m Weltkriege.

Grn militärischer Fachmann schreibt derPolitischen Kovo rcspondenz": In den sechshundert Treffen, Gefechten und

Schlachten des Krieges 1870/71 gab die deutsche Jnlanteri« rund 220 Millionen, die Feldartillerie 333 809 und die schwerck Artillerie 320 000 Schüe ab. Straßburg fiel nach fünfwöchiger Belagermrg mit 202 099, Paris nach fiinfwöchiger Belagerun- mit 110 280, Metz nach zwölfwöchigsr Belagerung mit nur 4857 Schliffen der Belagerungsgeschütze in deutsche Hände. Das strich Zahlen, die gegen den ungeheuren Munitionsauftvand di» Weltkrieges verschwindend klein sind. Schon während der gro­ßen Offensive im Jahre 1915 wurde der tägliche Munitions­verbrauch auf deuifcher mrd auf feindlicher Seite auf etwa 300 000 Kanonenschüssen eingeschätzt: die Stahlsaat der heutigen Schlachten aber wird, wenn sie erst einmal eingeschätzt werden kann, diese Zahl noch weit übertrefien. Bei Beginn der Som meroffensive verschossen die Engländer in einer Woche mehr Mu> rrition als in den ersten elf Kcisgsnwncten zufammengenom. men, und wahrend des Trommelfeuers dieser Riesenschlacht ver- brauchten sie an einem einzigen Tage so viel schwere Granaten nie die Munitionshcrstellung von elf Kriegsmonaten üben Haupt hervorgebracht hatte. In der Arrasfchlacht 1917 wurde» von ihnen in vier Tagen fast sechsmal so viel Granaten ver. feuert, als der ganze Krieg 1870/71 erfordert hatte. In der Schlacht von Verdun wurden zuzeiten von beiden Parteien zu. sammen rund eine Million Geschosse an einem Kampftage ver­schossen. Nimmt man nur an daß :m Durchschnitt der siebente Teil der Menge, also eine Million Geschosse, in der Woche ver­feuert wurden, und setzt das Durchschnittsgewicht an Metall mit 45 Kilogramm fest, so kommt man für die dreißig Wochen eigentlicher Kampfzeit zu dem Resultat, daß das Gelände in dieser Zeit mit 1 .".50 000 Tonnen Stahl überschüttet worden ist. Znm Transport dieser Stahlmenge wären 135 000 Eisenbahn- waggons nötig. Das Kampfgelände hatte ungefähr eine Aus» dehnung von 2659 Kilometer, somit sind nach dieser Berechnung ouf jeden Hektar Boden 50 Tonnen Stahl niedergegangen. Der Wert dieser Stohlmenae übertriffr den Wert des Grund und Bodens, den sie übersät. Es ist vorgekommen, daß beide Par- leien an einem einzigen Tage eine Million Artilleriemu nitro« verschossen haben.

blanPkiAligen dkr ZnranMürillM.

Kürzlich teilte die Reichsstelle für Obst und Gemüse mit, daß über 100 Gendarmen, Hilfsgenidarmen, Soldaten usw. tm Havelo^tgau seit 10 Tagen täglich arff Hamster fahnden urrch schon 93 Pfund Kirschen beschlagnahmt hätten: d. h. affo mehr als 100 Beamte haben Taufende von Mitbürgern belästigt und dabei täglich 9 Pfund erwischt. Eine Leistung, die sich sehen lassen kann, und der wir es jetzt verdanken, daß wir so große Mengen Obst aller Art in Berlin und den Vororten nicht tau­fen konnten. Welche Mengen an Arbeit, Mühen und Listen es tat Beamten verursacht hat, diese 9 Pfund Kirschen für die Alft Gemeinheit zu retten, laßt sich in kurzen Worten nicht schildern.

Würdig, so bemerkt dazu dieD. V. C", reiht sich an diese Glanzleistung folgende Maßnahme, die auch dem ärgsten Zweif­ler beweist, mit welchem Erfolg die ZentraWewirtschastung vor Gemüse die Lebensmittelvorräte in Deutschland steigert. Au,

Ans meiner Dorfkirche.

Haussuchung.

Römer 13. V. 2. Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat, denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott, wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Got­tes Ordnung! Die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen.

Liebe Gemeinde!

Daß wir uns heute dieses Bibilwort herausgesucht haben, vm es unserer Betrachtung voranzustellen, das ist nicht zufällig, sondern hat seinen Grund in dem besonders Schweren, das wir in dieser Woche erlebt haben. Daß deutsche Soldaten in deutsche Bauerndörfer geschickt werden, um dort Haus für Haus nach Lebensmitteln zu durchsuchen, das ist für einen Mann, der den deutschen Bauernstand und den deutfhcn Soldatenstand in glei­cher Weise liebt, etwas so drückend Schweres, daß man darüber am liebsten zu weinen anfinge Und wir wissen, wie schwer ihr daran getragen habt, und die Sache ist deshalb gewiß nicht leichter geworden, weil wir an solche Dinge nun schon bald ge­wöhnt sind, seit Jahren, nein das ist gerade das Schlimme, daß das nicht einmal geschehen ist. sondern, daß schon seit einer langen Zeit immer wieder in solcher gewaltsamen Weise in unser Leben und Wirtschaften einbegriffen wird, und daß es damit nrcht besser, sondern immer schlimmer geworden ist. Wir wollen bier nicht danach fragen, ob das nötig war, und auf welche Weise es hätte ta er gemacht oder vermietat werden können, wir wollen'uns auch darüber klar sein, daß die Sol- laten, die bei uns waren, den Befehl. den ihnen gegeben war. eben ausführen mußten, und daß selbst die. die ihnen den Be. feyt gegeben batten, selbst wieder auf Befehl von höherer Stelle handelten. Aber, daß cs überhaupt so weit kam. das ist es, was uns so traurig macht, ja was manchem Mann den Hellen Zorn ins Gesicht getrieben hat. Aber des Menschen Zorn lut nicht was recht ist vor Gott. Und darum meine ich, ehe wir uns vom Zorn übermannen lassen, wollen wir diese stille Sonn­tagsstunde dazu benutzen, um auch diese unsere Sache einmal zu dem zu tragen, zu dem des Bauernstandes Vorfahren von jeher geflüchtet find in der Not, zu dem alten treuen Gott, der noch keinen im Stich gelass», tyrt, der aus ihn vertraute. Und darin liegt von vornherein, daß wir nun nicht reden wollen, von

denen, über die solche Haussuchung mit Recht gekommen ist, weil sie Unrecht getan haben. Solche können freilich vor dem Allwissenden nicht treten, sie müßten sich sonst vor ihm schämen. Aber das ist eben das Schlimme, daß diese allgemeinen Haus­suchungen nicht nur dort ansetzen, wo wirklich Unrecht geschehen ist, sondern, daß sie jedeit treffen, ob er's verdient hat, oder nicht. Und wenn wir nun in dieser Stunde davon roden, dan» wollen wir davon reden, als Christen, das heißt, als Menschen^ die nicht fragen: was sagt unser Zorn dazu, sondern als solche, die fingen' Mas sagt Gott zu diesen Dingen.

Es ist die Obrigkeit, so war der erste Gedanke, der mir kam, -als am Freitag morgen die Soldaten bei uns einrückten, und die Mahnung des Apostels Partlus stand vor meinen Augen: Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Wohlgemorkt: Als der Apostel Paulus diese Mahnung

niederschrieb, begannen gerade die ersten Christenverfolgungen. Die Obrigkeit, die damals über den Christen stand, war der Christen ausgesprochener Feind. Der Apostel Paulus selber hat di^e Feindschaft an seinem eigenen Leib im Gefängnis und Hinrichtung erfahren müssen. Wenn wir des wissen, dann wird es uns erst klar, wie ernst es dem Apostel mit der Meinung war, daß ein Christ seiner Obrickgit gehorchen müsse! Auch wenn die Obrigkeit anders handelt, als es dem Christen recht erscheint. Er soll doch nie vergessen' Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Das ist ja für ver­nünftige Mertschen auch einfach eine Selbstverständlichkeit. Daß unsere Obrigkeit eben bisweilen Dinge tut, und vielleicht auch manchmal tun muß. die uns nicht gefallen, an denen wir mancherlei auszufttzen haben darüber brauchen wir nicht zu reden, das weiß jeder von uns von selber. Aber wohin wollen wir kommen, wenn jeder, dem einmal etwas nicht paßt, gleich > sagen wollte, ich mache nicht mehr mit, ich lasse es mir nicht ge­fallen, ich fetze mich gar mit Gewalt zur Wehr. Wohin kämen wir? Gewalt fordert Gewalt, es käme zu Streit und Kampf, Mord und Totschlag und es würde nicht besser, sondern nur im­mer schlimmer. Das wollen wir uns, wenn der Zorn uns übermannen will, immer vorsagen: Durch Gewalt wfid's nicht be«jer> Lassen wir es uns von dem Apostel Paulus als einem guten freund ernstlich einpragen: Niemals Gewalt anroenden gegen die Obrigkeit, auch wenn sie uns Schweres zumutet, denn Gewalt macht es nicht besser, sondern schlimmer. Wo noch eine geordnete Obrigkeit ist, da ist noch £ rdnung, und auch die aller- schlechteste Ordnung ist immer nech besser, als die Unordnung.

wie sie die Revolution mit sich bringt, das lehrt heute jeden, der sehen will, deutlich gerrug das unglückliche Rußland. Sein gewaltsames Widersetzen gegen die Obrigkeit, das ist selbstver, ständliches Gebot der Vernunft, aber für den Apostel Paulur ist es noch mehr: er fetzt hinzu: Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott, wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Nicht Menschen Wille ist es ihm, der aus den Befehlen m Obrigkeit spricht, sondern Gottes Wille. Freilich weiß auch der Apostel Paulus, daß auch in der Obrigkeit Menschen sitzen. Menschen mit Sunden und Fehlern, wie andere Menschen auch. Und der Apostel will ganz gewiß nicht sagen: Was die Obrig­keit in ihrem Mcnschensinn, in ihren Befehlen tut und will, das ist immer auch Gottes Wille, nein, dafür ist Paulus zu klug, sondern er meint, was die Obrigkeit will und tut, das läßt Gott zu, nicht um deswillen, was die Obrigkeit damit erreichen will, sondern um deswillen, was er in seinem göttlichen Wel­tenplan damit erreichen will. Und so sage ich mir auch, daß es wohl Gottes Absicht ist, daß er die Obrigkeit dahin geführt hat, so schwere Dinge über uns zu verhängen, wie sie jetzt über uns verhängt hat. Es sind vielleicht Erziehungsabsichten, daß er sich gesagt hat: draußen die haben den Krieg kennen ge­lernt. aber die rn der Heimat wissen noch nicht was Krieg ist, ich muß es ihnen zeigen, vielleicht ist es irgend ein anderes Ziel, das er verfolgt mit dieser Heimsuchung ich weiß es nicht. Eines weiß ich: auch solche schweren Dinge werden

leichter, wenn man sse hinnimmt aus Gottes Harrd! Sich unter Menschen beugen, ist deutschen Männern allemal schwer gefallen» sich beugen unter Gott ist fiir deutsche Christen von jeher eine Selbstverständlichkeit gewesen. Wir dürfen eben auch in di<ffen Diirgen nie vergessen, daß wir eine schwere Notzeit durchwache^ die Gott auf uns gelegt hat. um feine Ziele dadurch zu er- reichen. Es ist dem deutschen Volk noch allemal zum Sege« ausgeschlagen, wenn es Gottes Lasten willig auf feine Schulter« nahm. Nicht Menscheir, sondern Gott zu Dank wollen wir' stillhalten und uns mit dem Dichterwort trösten:

Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,

Verricht das Deine nur getreu.

Und trau' des Himmels reichem Segen,

So wird er werden bei Dir neu

Denn welcher sein« Zuversicht

Auf Gott setzt, den verlaßt er nicht Amen.