I.^es Volk hat seine ungeschriebene Verfassung. Das mg« ttsche hat ja nur eine ungeschriebene Verfasiung. das deutsche hat aber auch eine ungeschriebene und diese ist wichtiger als die geschriebene, sie kann auch nicht so leicht geändert werden wie jene. In dieser ungeschriebenen Verfasiung heißt ein wichtiger Paragraph: Große Gebiete des deutschen Volkslebens
werden von einem unbestechlichen, nicht parlamentarisch abhängigen Berufsbeamteirtum verwaltet. Das ist so, und das soll io bleiben
Wenn etwa umstürzlerische Elemente glauben, hieran etwas andern zu können, etwa aus Staatsfeindschaft dies Staatsbeamtentum entfernen wollten, so würden sie. wenn es ihnen gelänge, das Chaos schaffen, wie in Rußland. Aber ehe es ihnen gelingt, wird sie das deutsche Volk zur deutschen Ordnung und zur ungeschriebenen Verfasiung. zuriickrufen. Darum aber, weil dieser Kulturbau, das deutsche Berufsbeamtentum, da ist und bleiben soll und wird, so ist es nicht möglich, daß wir jemals einen solchen Parlamentarismus bekommen, wie ihn die westlichen Mächte und Amerika haben, welche zu ihrem großen Leidmelen ein gleichwertiges Berufsbeamtentum, das dem Parlament gegenüber unabhängig ist. entbehren. Also wird die deutsche Demokratie immer dualistischen Charakter behalten. Beides wird sich gleich berechtigt und gleich unentbehrlich in den Augen des Volkes gegsnüberst-ehen: Parlament und Ve-
rufsbsamtentum. Ein unter die Vorherrschaft des Parlament geknechtetes Beamtentum wäre kein Berufsbeamtentum mehr. Wollte der Parlamentarismus den leichtfertigen Versuch machen, sich dies Beamtentum und gleicherweise das Heer, des. sen Rückgrat der Drufsoffizier ist, ju unterwerfen, so wird er merken, daß diese festen Kulturburgen nicht so leicht zu zerstören sind und daß das deutsche Volk sie verteidigen wird. Man beklagt zuweilen den dualistischen Charakter der ungeschriebenen deutschen Verfasiung. Aber es ist gar nichts daran zu beklagen. Im Gegentett, andere Kulturvölker werden sich befleißigen, ihn nachzuahmen. Es wird ihnen aber nicht so leicht gelingen, denn diese Schöpfung ist entstanden aus d^r mehr als hundertjährigen Arbeit jener vorbildlichen. lebenslänglichen Berufs- beamten der preußischen Könige und anderer deutscher Fürsten.
Allerdings ist ebensowenig das deutsche Berufsbeamtentum imstande, allein das Reich und das Volk zu regieren. Das Staatsbeamientum verfällt sehr leicht, gleich wie der Parlamentarismus. der Selbstüberschätzung. Es übernimmt dann > Aufgaben, die es nicht lösen kann, und bringt dadurch Volk > und Staat in Gefahr. In solcher Zeit leben wir jetzt. Es gab schon einmal eine solche Zeit, als de: Freiherr vom Stet« schrieb'
„Daß wir fernerhin von besoldeten, buchgelehrten, interesselosen Burecmlisten regiert werden, das geht solange es geht. Eine Maschinerie, die militärische, sah ich fallen am 14. Ott. 1806 (Jena), vielleicht wird auch die Schreib Maschinerie ihren ,14. Oktober haben. Eine zahllose, kostspielige, viel treibende, wenig leistende Beamtenmasie drückt auf unseren Schultern, mischt sich in alle unsere Handlungen und erregt allgemeinen Unwillen über die unbequeme und ungeschickte Vormundschaft."
Gerade jetzt im Kriege glaubt das deutsche Beamtentum seine Kraft überschätzen zu dürfen. Und doch muß es als Regel gelten, daß ein Berufsbeamtentum wohl in ruhiger Friedens- arbeit ganz Hervorragendes und Unersetzliches leisten kann, daß aber, wenn Zeiten großer und größter Umwälzungen und Neuordnungen kommen, es allemal versagt. Es ist nur natürlich !und in der Ordnung, wenn in solchen Zeiten das freie Bürger- 'tum dir Führung übernimmt. Das große Staatsbeamtentum vermag sich selbst nicht den Kopi'aufzusetzen und den führenden Mann zu wählen und rm großen Kampf der Ideen die Ent. scheidung zu geben. Das ist bei uns Aufgabe der Krone und diese siebt in Fühlung mit der Volksvertretung. Dazu ist also unentbehrlich das Parlament. Es hat eine hohe und verantwortungsvolle Aufgabe als einer der gesetzgebenden Faktoren. 3l^enn es aber omnipotent werden und sich über die beiden an- ■ deren, Krone und Beamtentum emporschwingen will, so wer- j den ihm Krone und Beamtentum zeigen, daß sie die Stärkeren sind, — zumal im Kriege; denn zum Beamtentum in diesem Sinne gehört auch das siegreiche Heer.
Wie in der politischen Arbeit, so im ganzen Volksleben. Es soll nicht der eine Stand sich einbilden, daß er dem anderen sein Daseinsfeld wegnehmen, ihn ersetzen und ausschalten dürfe. Gegenwärtig bildet sich unser Beamtentum ein, die gesamte Wirtschaftspolitik im Kriege meistern zu können» oder vielmehr nicht die Politik, was wohl feine Aufgabe sein könnte, sondern die Wirtschaft selber. Das ist eine Verirrung. Das kann das B«amtentum nicht. Wirtschaftswelt gehört dem freien Bürger. Wenn die Bureaukratie zur Volksquälerei wird, wenn sie, statt das wirtschaftliche Leben zu befördern, es verhindert, so schadet sie dem Volk mehr als die Korruption. Das Volk gleicht dann dem armen Grautier, das, wenn es feine Last nicht mehr wei- tertragen kann, sich niederlegt und stirbt. So ist schon manches Volk zugrunde gegangen. Das Volk ist es, das v :s Beamtentum tragen muß. Die wirtschaftliche Arbett des Volkes ist es, die das Beamtentum ernährt und ihm sein Gehatt zahlt. Möge joder Beamter, der einen Bürger unnötig von einer Behörde zur anderen schickt und mit Schriftlichkeiten aufhält, sich klarmachen, daß in derselben Zeit der Bürger weder für sich noch für ihn nährende Arbeit leisten kann, sondern daß beide zusam- rnen nur lungern. Gegenwärtig bildet sich unser Beamtentum «in, daß es ebensogut selbst wirtschaften könnte. Aber es gibt Nur wenige Gebiete, des Wirtschaftslebens, welche das Derufs- Lcamtentum mit Vorteil beackern kann.
Vorbildlich für die deutsche dualistische Verfasiung ist die Städteordnung, das Verhältnis von Beamtentum und Bürger, tum, so, wie es die Meisterhand des großen Staatsmannes, detz Freiherrn vom Stein,, hingeftellt hat. Möge es allen Beteiligten nicht nur in den Rathäusern, sondern auch im Staatshause und im Re-chshause klar sein, daß es zweierlei tätige Diener des Volke; gibt: beamtete und gewählte, beide einander gleich berechtigt und gleich notwendig. Ts wird gut mit der deutschen Cache ftehoro, wenn der Ordnungsgeist den Schasfensgeist nicht
erstickt und wenn der Schaffensgeift den Ordnung syefft nicht verachtet.
Verschiedenes.
Der westfälische Sckinderhannes gefangen. Auf eine höchst eigenartige Weife ist dieser Tage im Lippischen der Langgesuchte rvestfälilsche Räuberhauptmann Stratemann der rächenden Nemesis ins Garn gegangen. Jahrelang waren die Nachforschungen nach diesem berühmten Ein- und Ausbrecher vergeblich geblieben, bis er jetzt endlich durch ein verunglücktes Gastspiel als Nachfolger des Hauptmanns von Köpenick den Anlaß zu seiner Festnahme gegeben hat Am Samstag den 24. v. Mts. erschien ein Unteroffizier und ein Zivilist bei einem Landwirt in Liederbruch und gaben an, beauftragt zu sein, nach dem Vorhandensein von in Umlauf befindlichen falschen 20- und 100- Markscheinen zu forschen. Rach Durchsuchung aller Schränke ufw. des Landwirts wurde nichts verdächtiges gefunden, worauf sich die „Beauftragten" verabschiedeten und ihre „Revisions- tour" fortsetzten. Ihr nächstes Ziel war Landwirt Resie -Nr. 8 zu Resienberz. Hier erschienen sie mit demselben Vorhaben und ließen sich das vorhandene Papiergeld vorzeigen und gaben schließlich an, falsches Papiergeld gesunden zu haben. Herr Resie wurde von dem Zivilisten, der sich als Kriminalbeamter ausgab, für verhaftet erklärt, die Schlüsiel zu seinem Geld- schrank wurden ihm abgenommen. Schließlich ließ man R. in seiner Wohnung, da er seine Uns chuld beteuerte, gab ihm jedoch auf. zunächst nichts zu sagen, sondern die Vorladung zum Generalkommando abwarten. Alsbald entfernten sich die „Abgesandten" und gingen nach Dörentrup, um abzureisen. Hier liefen sie ihrem Schicksal in die Arme. Herrn Resie war inzwischen die ganze Angelegenheit sehr verdächtig vorgekommen, nreshalb er schleunigst nach Dörentrup fuhr, dort dem anwesenden Hilfsgendarm Mitteilung machte der dann die Prüfung der Ausweise vornahm. Sie trugen jeder ein Mesiingschild ftir Kriminalbeamte vom Generalkommando-bei sich und traten sehr energisch und bestimmt auf. Doch der Hilfsgendarm fühlte sich auch incbt ganz sicher, sondern fragte einen zufällig anwesenden Offizier, der schließlich die Verhaftung durch den Hilfsgendarm veranlaßte. So wurden die „Kriminalbeamte" mit Hilfe der Hilfsgenda.rmen von Vogelhorst und Brake, die auf Benachrichtigung zum Bahnhof gekommen waren, nach Lemgo zum Oberwachtmeister Möller und später zum Amtsgerichtsgefängnis gebracht. Bei den nun stattgefundenen Vernehmungen stellte sich heraus, daß es sich um den Fang ganz schwerer Jungen handelt. Der angebliche Unteroffizier trug die Uniform des Inf.-Regts. 15 und wollte zum Ref.-Inf. Regt. 15 gehören. Er gab verschiedene Namen cm. Es stellte sich bei der Vernehmung und Untersuchung heraus, daß es sich um den wefffalischen Räuberhauptmann Stratemann handelt, der schon wiederholt ausgebrgchen ist. Noch' eingehender Prüfung wurde die Ueberführung nach Detmold zum lluterfuchungs- gefängnts vorgenommen.
Dic Ausstellung einer Diebesbeute.
Eine sonderbare Ausstellung hat eine Hamburger Polizeibehörde in einem Saale des hiesigen Stadthauses eingerichtet und für die Oeffentlichkeit zugänglich gemacht. Veranlassung zu der Veranstaltung bot die Beschlagnahme eines umfangreichen Diebesgutlagers des Ein- und Ausbrecher P e t e r s e n. Wähi-end in gewöhnlichen Zeiten die Polizeibehörde das Diebesgut registriert und aufstapelt und es dem Zufall iiberlüßt, ob der betreffende Eigentümer sich meldet oder eine Nachfrage im Stadthause hält, hat man diesmal bei der umfangreichen Beute davon abgesehen, da ein Gesamtverzeichnis der Gegenstände nicht nur nicht möglich, sondern auch nicht zweckdienlich ist, da von den einzelnen Gegenständen außerordentlich viele gleichartige vor- l-anden sind. Man hat sich entschlossen, alle gestohlenen Gegenstände öffentlich auszustellen, damit durch die persönliche Inaugenscheinnahme möglichst viele Eigentümer ermittelt werden. Natürlich ist die Feststellung des Eigentums in einzelnen Fällen sehr schwierig, da z. B. von einem großen Posten 'Damenhemden oder Küchenhandtüchern das Eigentumsrecht sehr schwer festzustellen ist, es handelt sich meistens um Fabrikware, die keine besonderen Merkmale aufweist. Immerhin ist es doch gelungen, bei anderen Gegenständen recht viele Eigentümer festzustellen, da die Ausstellung in den wenigen Tagen schon von über 500 Personen besucht worden ist. Es ist gerade zu unglaublich, was etwa alles schätzungsweise seit Herbst 1917 von dieser Einbrecher- gesellschast Peterfen und Genossen zusammengestohlen worden ist. Neben zahlreichem Silbergeschirr findet man eine Anzahl wundervoller Kristallschalen, dann folgen in bunter Abwechselung Damen- und Unterkleider, unverarbeitete Stoffe, Schürzen, Pelzmäntel, Haarnetze, Damenboas, Decken Handtücher, Handschuhe, Konservendosen, Pakete Streich. Hölzer, weiße Schuhe und Hunderten von anderen Gegenständen. Der Erfolg dieser Ausstellung zeigt eigentlich daß man dieses Hilfsmittel auch in anderen Großstädten zur ständigen Einrichtung machen sollte.
Die Kleiderabgabe.
Berlin, 7. Aug. (WB.) Die Reichsbekleidungsstelle teilt mit: Im „Friedenauer Lokalanzeiger" wird eine angeblich amtliche Nachricht verbreitet, nach der die Steuerzahler mit einem Jahreseinkommen von 5000 Mark aufgefordert werden sollen^ eine Bestandsliste ihrer Kleidung einzureichen zum Zwecke der Enteignung von Anzügen für die Altkleidersammlung. Diese Mitteilung ist falsch. Die Reichsbekleidungsstelle erklärt ausdrücklich hierzu, daß die Kommunalverbände nicht die Berechtigung haben. Bestandslisten zum Zwecke der Enteignung von Anzügen einzufordern. Die Kommunen haben lediglich die Berechtigung, Bestandslisten von ihren crbgabcfähigen Einwohirern einzufordern und die Richtigkeit dieser Bestandslisten nachzu- prüfen. Weitere Befugnisie und Eingriffe in den Kleiderbefta-nd der Privatleute haben die Kommunalverbände nicht.
Ans der Heimat.
ITC. Büdingen. 7. August. Der Kreistag beschloß zur Be» schaffung eines Fonds für Zinfendeckung und Tilgung iw» Kriegsanleihen des Kreises, die Kreissteuern von 200 000 VÖ auf 270 000 Mark zu erhöhen. Für das aus dem Kreise ver» zogene Kreis-ausschußmitglied Cloos-Nidda wurde Bürgermr» ster Erk-Nidda gewählt. — Um der verheerend auftretende» Sperlingsplage zu begegnen, empsiehlt die Behörde den Gemeinden für zuverlässige und waffenkundige Personen di« Schießerlaubnis zu erwirken.
FC. Vom Main. 7. August. Verunglückt ist gestern der Bahnarbeiter Knecht in der Nähe der Station Aschaffenburg. Beim Abwinden eines Wagens brach die Winde: der Wagen schlug um und erdrückte Knecht. Der Verunglückte war zwei Jahre im Felde.
Aus Starkenburg.
Darmstadt, 7. August. Die Unglücksstelle an der am Samstag der Absturz einer Maschine und 5 Wagen eines Eüterzuo.'s erfolgte, was den Tod zweier tüchtiger Bahnbeamteu des Heizers Schneider und des Führers Fertig herbeiführte, wurde am Montag durch Mitglieder der Eifenbahr.direktton Mainz besichtigt. Vermutlich dürften sehr bald Anordnungen getroffen werden, die es unmöglich inachen, an dieser Stelle ähnliche Un- glücksfälle herbeizusühren. Am Dienstag nachmittag fand unter außerordentlicher Beteiligung die feierliche Beisetzung der beiden bedauernswerten Opfer des Unglücks auf vem hi-llge» Waldfriedhofe statt.
Aus Rheiahessen.
FC. Mainz, 7. August. Mit Zyankali vergifteie sich der au« angesehener Familie stammende ledige 83jährige Goldschmied Friedrich Dietz von hier. Er hatte sich verschiedene Verfehlungen zu Schulden kommen lasten. — Vor mehreren Wochen hatte die Frau des im Felde stehenden Taglöhners Malchus von hier in Sörgenloch, wo sie zu Besuch weilte, beim Feueranmachen erhebliche Brandwunden erlitten. An diesen Verletzungen ist die Frau im Krankenhaus gestorben.
FC. Wiesbaden, 7. August. Der 13iä>hrige Schüler Erich Höfgen und desten lljähriger Freund AlfrÄ) Hubmann von hier stellten eines Tages rm Keller ihres Hauses einen starken Käsegeruch fest. Diesem gingen sie nach und versuchten mit einem Veil den Keller aurzubrechen Als dies zuviel Geräusch rerursachte, holten sie einen Hammer, drückten die Tür ein und beide sahen, daß ihre Gerucbsvrgane sie nicht getäuscht hatten. Mehrere Kisten mit Käse waren hier aufgespeichert. Die Eindringlinge nahmen drei Kisten mit. Spater kam der 15jähriqe Paul Höfgsn, der Bruder des Erich, der von dem Hamstern >st gehört hatte, und stipitzte ebenfalls drei Kistchen. Die Käfs- liebhaber erhielten heute von der Sttafkammer: Erich Höfgen und Hubmanu wegen schweren und Paul Höfgen wegen einfachen Diebstahls je eine Woche Gefängnis In der Vorhand» lung floß mit ein, daß die Käse der bestohlenen Eigentümerin von den Eltern der Iungens mit 200 Mark bezahtt wurden, ein Preis, der den Wert der gestohlenen Käse bedeutend übersteigt. Der Staatsanwalt bemerkte, daß infolge dieses Preis* satzes und des Drum und Dran gegen die Bestohlene ein Verfahren wegen Erpressung schwebe. — Unterschlagungen in Höhe von 1200 Mark hatte sich der Handlungsgehilfe Julius Kral von hier bei einer Holz- und Kohlenhandlvng in Niederwalluf zu Schulden kommen lasten. Die Strafkammer diktterte ihm 4 Monate Gefängnis zu.
FC. Wiesbaden, 7. August. „Ich Hab' noch andertholb Zentner Holz mehr, als ich Ihnen von dem städttschen Holzlager abliefeca soll, bei mir. Nehmen Sie es nur, es gibt heuer kein Holz und keine Kohlen", meinte eines Tages der Spengler Christian Earl von hier einer Dame gegenüber, der Holz okzuliefern hatte. Die Empfängerin ließ sich, eine. Bescheinigung geben, daß Carl berechttgt sei, dies Holz zu verkaufen. Carl Unterzeichnete mit Heinrich Schmidt. Als die Belieferte ihr Holz vom Holzamt nachtaxieren ließ, ersah sie, daß das Quantum nur die bestellten 5 Zentner und keine sechs einhalb Zentner warem Wegen Betrug und schwerer Urkundenfälschung verurteilte die Strafkammer Carl zu einer Gefängnisstrafe von 10 Tagen. — Im Januar d. I. fand die 22jährige Elisabeth Anna Georg: aus Biblis bei der Frau Fluhr dahier als Dienst. Mädchen und als Preftttuierte Aufnahme. Mit 8 Mark'wurde die Georg: eines Tages von Frau Flvhr zu Besorgungen weg, geschickt. Diese machte die Georg: aber nicht, ging zur Wohnung zurück und stahl dort zwei Brieftaschen mit 570 Mk. In- halt, sowie Kleider, Wasche und Schmuckgegenstände im Werte von 2000 Mark. Mit der Beute versuchte das Dienstmädchen nach der Schweiz zu entkommen, wurde aber inhaftiert. Die Strafkammer nahm die Georg:, da sie bereits Verschiedenes auf dem Kerbholz hat, in eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr und $ Monaten.
FC. Wiesbaden, 7. August. Einbrecher haben nachts dem Frisiersalon im Hauptbehnhof einen Besuch abgestattet und 15 Rasiermesser, Haarbürsten und viele andere Sachen für di« Haar- und Nagelpflege gestohlen. Von den Tätern fehlt jede Spur.
FC. Worms, 7. August. In der letzten Zeit wurde polizeilich festgestellt, daß die Milch, die vor allem aus Eroß-Rohrheim nach hier gebracht wurde, erheblich getauft war. Bei eingehen- der Untersuchung wurde festgestellt, daß eine Bauersfrau die an und für sich sehr fettarme Milch mit 30 Prozent, eine an- dere mit 80 Prozent, eine dritte sogar mit 175 Prozent ge- pantscht.
FC. Worms, 7. August. Beim Baden im Rhein bei Altrip ertrank ein gegenwärtig dort sich aufhaktender Feldgrauer H. Hauck von dort. — In Gommersheim erschoß aus Unvorsichtig keil ein Urlauber mit einem Jagdgewehr seinen Kameraden.
Verantwortlich filr den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyn er. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung^ A- G., Friedbera_t. .4L


