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Fortschritte der Volschewistengegner.

Archangelsk, 4. August. (WB.) Reutermeldung. Kn der vergangenen Nacht besetzten die Bolschewik!, die Ver­stärkung erhalten hatten, Tiakowgora, die nächste Station von Arclxlngelsk. wurden jedoch von der Weißen Garde ver­trieben. Nach Telegrammen aus Mehen (Mesen?) und Pinega (Onega?), nordwestlich und östlich von Archangelsk, ist in verschiedenen Bezirken eine Gegenrevolution gegen eie Bolschewisten ansgebroclien. Es wird gemeldet, daß drei Flußboote gestrandet seien und deren bolschewistisch? Mann­schaft geflüchtet ist.

Die Einmischung des Verbandes.

Rotterdam, 8 Aug. DieMorningpost" meldet: Lloyd George wird in kommender Woche iiber Englands Teilnahme an den militärischen Unternehmungen in Rußland und Sibirien sprechen. TieTimes" berichten: Die Ministerien der Verbündeten haben einen gemeinsamen Oberbefehlshaber für die Unternehmungen in Archangelsk und an der Murmanküste eingesetzt und einen Aufruf an das russische Volk beschlossen. Die verhafteten Staatsangehörigen des Verbandes in Petersburg und Moskau wurden freigelassen, ledoch mit der Aufforderung, Rußland innerhalb 8 Tagen zu verlassen.

Der Petersburger Berichterstatter desDaily Expreß" meldet, daß Wladiwostok und das Land im Umkreise von 10 Kilometern um die Stadt in den Händen der Verbündeten sei. Eine starke Truppenmacht von 12 000 japanischen Sol­daten sei in Wladiwostok gelandet worden, sie wurde durch sechs Schlachtschiffe und Kreuzer geschützt, die bereit waren,

- im Falle eines Widerstandes zu Lande von See aus Hilfe zu leisten. Amerikanische und britische Schiffe arbeiteten mit japanischen zusammen. Viele Deutsche wurden gefangen genommen.

Amerikas Eingreifen in Sibirien.

London. 6. August. (WB.) Reuter-Meldung. Ausführ­licher Bericht. Der stellvertretende Staatssekretär der Vereinig­ten Staaten veröffentlicht folgende Erklärung an die Presse über die amerikanisch-japanische Aktion in-Sibirien:

Nach dem Urteil der Regierung der Vereinigten Staaten, zu dem lle nach wiederholter, eingehender Untersuchung der gan­zen Lage gelangt ist, würde eine m-litärische Intervention in Rußland wahrscheinlich mehr zur Vergrößerung der jetzigen Verwirrung als zur Sanierung der Lage beitragen und Ruß. !and eher schädigen, als ihm aus leinen jetzigen Schwierigkeiten heraushelfen. Eine solche militärische Intervention, wie sie wiederholt vorgeschlagen worden war, würde ihrer Ansicht nach selbst wenn sie bezüglich ihres unmittelbaren Zieles, eines An­griffes auf Deutschland von Osten her, wirksam wäre, wahr­scheinlich mehr daraus hinauslaufen, daß Rußland als Werkzeug benutzt wird, als daß der Bevölkerung damit gedient würde. Selbst wenn sie davon Nutzen zöge, so wurden doch nicht alle rechtzeitig davon Nutzen Ziehen, um sich aus ihren jetzigen ver­zweifelten Schwierigkeiten zu befreien, und inzwischen würde ihr Eigentum dazu verwendet werden, fremde Armeen zu er­halten, und nicht dazu, ihre eigenen Angelegenheiten wieder in Ordnung zu bringen oder ihre Männer, Frauen und Kinder zu ernähren. Wir verlegen jetzt unsere ganze Energie darauf, um jeden Preis an der Westfront zu siegen. Es würde nach dem Urteil der Vereinigten Staaten höchst unklug fern, unter den gegenwärtigen Umständen unsere Streitkräste zu teilen oder zu vergeuden. Deshalb ist eine militärische Aktion in Rußland nur insofern möglich, als damit den Tfchecho-Slowaken viel Nutzen und Hilfe gegen die bewaffneten deutschen und Lsterre-i- chischen Kriegsgefangenen die sie angre-fen, gewahrt wird, als damit diejenigen Bemühungen nach Selbstregierung oder Selbst­verteidigung unterstützt werden, für die die Russen selbst von Wladiwostok, Mur man und Archangelsk Beistand anzunehmen geneigt lind. Vorläufig werden die amerikanischen Truppen nur datzu verwendet werden, militärische Vorräte zu bewachen, die später von den rus"'chen Streitkräften benötigt werden kön. nen, und solche Unterstützung zu leisten, wie sie die Russen bei der Organisierung ihrer eigenen Selbstverteidigung für er. wünscht halten.

Die Vereinigten Staaten und Japan sind die einzigen Mächte, die im gegenwärtigen Augenblick imstande sind, in Si­birien in genügender Stärke aufzutreten, um diese verschiede­nen. oben dargelegten Ausgaben cvuszuführen. Die Regierung der Vereinigen Starten hat deshalb der japanischen Regierung vorz»''' . daß jede der beiden Regierungen eine Abteilung

von c tn tausend Mann (fow tlrousand men) zu dem Zwecke nach Wladiwostok schicken soll, um bei der Besetzung von Wladi­wostok als einheitliche Treuppe gemeinsam aufzutreten. Die japanische Regierung hat diesem Unternehmen zugestimmt.

Die Regierung der Vereinigten Staaten wünscht der Be­völkerung Rußlands öffentlich und feierlich mitzuteilen, daß str keine Einmischung m die politische Souveränität Rußlands und keine Intervention in seine inneren Angelegenheiten, auch nicht in lokale Angelegenheiten begrenzter Gebiete, die ihre Truppen vielleicht besetzen werden müssen, und keine Beeinträchtigung seiner fc-rtorinle« Integrität w ver jetzt noch später beabsich- Ege. Es verlautet, daß die japanische Negierung eine ähnliche Austche. ng veröffentlichen wird.

Diese Pläne und Absichten der Bereinigten Staaten wur­den den Regierungen Großbritanniens. Frankreichs und Ita- kiens mitgetult: und diese Regierungen haben dem Staats- departentLUt erklärt, daß sie ihnen im Prinzip zustimmen.

Mt Sfnong in Kiew nach dem Attentat.

Aus Kiew wird gedrahtet:

Die Ermordung des Generalfeldmarschalls v. Eichhorn und seines Aktanten Hauptmann v. Dreßler hat auf die Kiewec Bevölkerung einen tiefen Eindruck gemacht. Die Angehörigen oller Parteien sind in der BeurteAuna der Untat einig. Die

Presse, die doch sonst keineswegs einmütig deutschfreundlich ist, erklärte sich durchweg gegen das Verbrechen. Die Ukraine und Rußland verlangen nach Ruhe und Frieden, und die Deutschen haben sie ihnen gebracht. In einem sind, mit Ausnahme ein­zelner Leute, die nichts zu verlieren haben, alle gleicher Ansicht: Gehen die Deutschen fort, so beginnt die Schreckensherrschaft des Pöbels wieder: den Deutschen verdanken wir die Erhaltung von Hab und Gut " Und nun die schwere Herausforderung der Deutschen' Man fragt nach Sinn und Zweck des Verbrechens und rst achfelzuckend nur einer Meinung: Die Entente will

den Frieden im Osten Europas' nicht und bedient sich zu seiner Störung der Sozialrevolutionäre. Wie ein roter Faden zieht sich diese Ansicht durch alle Acußerungen der intelligenten Kreise Kiews. Daneben die Befürchtung, die Untat-könnte der Auftakt neuer terroristischer Handlungen sein unä> die vernünftige Er­wägung: An die Stelle eines jeden der Ermeuchelten tritt ein Ersatzmann, und die deutsche Politik läßt sich nicht durch Mord­buben beeinflussen.

Der dtnIlill-franMjchs MlNimrii-Aiü'Mjlh.

Berlin, 8 . Aug. Wie dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" mitteilt, ist der zwischen Deutschland und Frankreich vereinbarte Austausch der mehr als achtzehn Monate in Kriegsgefangenschaft befindlichen Heeresangehörigen und der Zivilinternierten seit Mitte Juli im Gange. Bisher sind aus Frankreich 800 Offi­ziere. 1600 Unteroffiziere und Mannschaften und 1100 Zivil­internierte zuriickgekehrt. Eine entsprechende Zahl von Fran­zosen ist aus Deutschland entlassen worden. Die für den Aus­tausch von Land zu Land beiderseits vorgesehene Zahl von mindestens 3000 Unteroffizieren und Mannschaften konnte leider nicht annähernd erreicht werden, da Frankreich die dazu erforder­lichen drei Züge in der Woche nicht stellen konnte und selbstver­ständlich die Zahl der aus Deutschland zu entlassenden Franzosen sich nach der Zahl der Deutschen richten muß, die aus Frankreich eintteffen.

Die unnnrüdjfn firfmingm rich Ocßmnch.

Budapest, 6 Aug. (WB.) Der Minister für Volksernäh­rung Fürst Ludwig Windischgraetz beantwortete im Reichstag eine vom Grafen Tifza an ihn gerichtete Interpellatton über die Ernährungsfcagen. Der Minister erörterte die von seiten zweier österreichischer Regierungen erhobene Klage, daß Ungarn in sehr geringem Maße Oesterreich ausgeholfen habe, und erklärte: Dies entspricht insofern nicht der Wahrheit, als die Verpflegung der Armee ausschließlich von Ungarn besorgt worden ist. Die öster­reichische Bevölkerung wurde allerdings mit Rücksicht darauf, daß wir im Vorjahre eine schwache Ernte von 80-90 Millionen Meterzentnern gegen 130 Millionen rm Frieden hatten und nur über geringe Ueberschüsse verfügten, nur in geringem Maße mit Getteide unterstützt. Trotz alledem muß ich feststellen, daß einzig und ausschließlich die aufopfernde Wirtschaftspolitik Ungarns es ermöglicht hat, wrß die Monarchie imstande gewesen ist, während der vier Kriegsjohre durchzuhalten. Im Verlauf des Krieges haben wir Oesterreich ungefähr 7 Millionen Meterzentner Ge­treide zur Verfügung gestellt. Künftighin ist dafür gesorgt, daß die Aushilfe für Oesterreich derart geschehen wird, daß als Gegenwert für die Getreideversorgung an Ungarn Rohstoffe und Industtieprodukte geliefert werden. In die gegenseitig aufzu. rechnende Menge Getteide wird auch jenes Quantum eingerechnet das Ungarn für die Versorgung des österreichischen Teils der Armee liefert.

Zu der Bemerkung Tifzas, daß der Minister in feiner letzten Parlament-rüde kein treues Bild der Verpflegung des Landes gegeben habe, erwähnte der Minister, daß bei seinem Amtsanttitt 2 Millionen Meterzentner zur Verfügung gestanden hätten, womit die Verpflegung des Landes nur bis zum 15. März ge­sichert werden konnte. Er fei daher genöttgt gewesen, zur Sicherung der Verpflegung von diesem Zeitpunkt an die Requirierung anzuordnen. Diese Maßnahme habe bewirkt, daß die für die letzten drei Monate des Wirtschaftsjahrs erforderliche Menge von Getteide zum Vorschein gelangte. Die Versorgung des Landes m diesen Monaten sei nicht schlechter gewesen als in der entsprechenden Zeit des Vorjahrs. Windischgraetz beendete seine Rede folgendermaßen: Wir müssen darüber im Klaren sein, daß die Entscheidung des Krieges im fünften- Jahre nicht so sehr von militärischen Aktionen, wie von der Leistungsfähigkeit un­serer wirtschaftlichen Organisation abhängt. Ein englischer Minister hat getagt, daß der Krieg durch die letzte silberne Kugel entschieden werde. Ich möchte jedoch behaupten, nicht Geld,, sondern der letzte Bissen Brot,. über den wir zu verfügen haben werden, wird dce Entscheidrurg fein, und wir müssen durch Spar­samkeit und Fähigkeit zur Aufopferung beweisen, daß wir tm Hinterlande würdig sind jenes unvergleichlichen Heldenmutes und der Aufopferung die unsere Soldaten auf den Schlachtfeldern beweisen.

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Budapest, 6 . Aug. (WB.) Das Amtsblatt veröffentlicht eine Regierungsverordung, wonach von der künftigen Woche an die Dienstage und Freitage als fleischlose, die Donnerstage als fettlose Tage gellen. Auch an den übrigen Tagen darf in den Cpeiselokalen an eine Person nur eine Fleischspeise verabreicht werden.

Drohrnde iolfiuig der Sliliml Wen den (niidesßreüi in der Schweis.

Zürich, 6 . August. Die Vertrete der zürcherischen land-wirt­schaftlichen Kantonalveveine und der zürcherischen Bauernpartei, waren am Montag in Zürich versammelt zwecks Stellungnahme in Sachen des Generalstreiks und der Rationterungsmaßnahmen. ^hre Beschlüsse gipfelten in der Absendung von Telegrammen an den Bundesrat, an den Zentraloerband schweizerischer Milch­produzenten und an den schweizerischen Bauernverband. Im Telegramm an den Bundesrat erwarten die Vertreter des zür­cherischen landwirtschaftlichen Kantonalvereins und der Bauern.

Partei, vatz der Bundesrat im Falle des Landesstreiks feste Hans zeige und jede weitere Konzession an das Oltener Aktionskomi­tee verweigere. Gegen die vcn diesem Komitee verfolgte Poli- ttk der Erpressung wird protestiert und Vorbehalten, selbstän­dige Gegenmaßnahmen zu treffen. Das Bauernvolk ist nicht gewillt, länger in Passivität zu verharren. In einem weitere« Telegramm an den Präsidenten des Zentralverbandes schweize­rischer Milchproduzenten, Oberst Bär (Winterthur) wird dieser ersucht, unv"rzüglich die nötigen Maßnahmen zu treffen für dir Verwertung der Konsummilch im Falle des Landesstreiks. In einem dritten Telegramm an dnr Präsidenten des schweize­rischen Bauernverbandes, Nationalrat Jenny (Worblausen. Bern), wird dieser d-ringend ersucht, den Vorstand des schweizer rischen Bauernverbandes möglichst rasch einzuberufen zur Be­schlußfassung über die Stellungnahme der Bauernsame in Sache« des angedrohten Landesstreiks und der Ratiomerungsmaß» nahmen.

Unser HrimaMftlchntz.

Seit einem Jahr drohen unsere Gegner, das Heimatgebier mit Bombengeschwadern ungeahnter Größe heimzusuchen. unser« Städte zu zerstören und in die friedliche Bevölkerung Tod unL Verderben zu tragen. Fieberhaft haben sie die ganze Zeit an der Verwirklichung dieser, in Wort und Schrift immer wieder bckanntgogebenen Pläne gearbeitet Doch war auch der Heimat- fchutz in der Zwischenzeit nicht müßig. Ohne große Ankündig­ungen wurden in aller Stille Gegenmaßnahmen verbreitet und ausgebaut, die dem Feind in letzter Zett wiederholt empfind­liche Verluste beigebracht haben. So erlitt er am 31. Juli, als er einen größeren Bombenflug auf das Soaraebiet unternahm, eine schwere Schlappe, die ihm unzlverdeutig bewies, was sei­ner bei Angriffen -auf das Heimatgebiet in Zukunft wartet. Mit mehreren Geschwadern stteß er über die Front vor und griff Saarbrücken an. Zwar gelangte er bei der Schnelligkeit seiner Flugzeuge schon nach wenigen Minuten ans Ziel. Diese Zeit hatte aber genügt, ihm einen vernichtenden Empfang 31 bereiten. Während ihm die Abwehrgeschütze ihren Geschoß» Hagel entgegenspieen, griffen ihn die Kampfflieger von Saar­brücken mit gewohntem Schneid an. Der genau und blitzschnell arbeitende Flugmeldedienst hatte aber überdies für das recht, zeitige Eintreffen weiterer Verstärkung gesorgt. Von allen Seiten eilten andere Kampfstaffeln heran. Fünf Kampfflieger. formationen packten den Feind in frischem Dvaufgehm und ließen nicht von ihm ab, als er sich zur Flucht wandte. Einen feindlichen Flieger nach dem anderen erreichte sein Schicksal. Trotz der eiligen Flucht und ttotz der tapferen Gegenwehr der Flugzeuginsassen verlor der Feind sieben Flugzeuge, die in um sere Hände fielen. Das zuerst angefaßte Geschwader von sechs Flugzeugen wurde völlig vernichtet. Co schloß das 4. Kriegs» jahr auch für den Heimatschutz mit einem stolzen Erfolg.

Wird Deiltichlluid parlameninriich werden?

Man schreibt der ...Deutschen Tageszeitung":

Deutschland hatte

im Jahre 1830 28 Millionen Einwohner, im Jahre 1900 56 Millionen Einwohner, im Jahre 1910 66 Millionen Einwohner. Zweifellos hat jeder Deutsche unter diesen 66 Millionen fci Deutschland int Jahre 1910 besser gelebt, als die meisten i« Jahre 1830. Wie ist das möglich? Hatte Deutschland sich große Provinzen zugelegt? Einen Kontinent erobert wie dk Reu-England-Sraaten? Ein Weltteich gegründet, wie Englanh ernst? Nein, lediglich auf deutscher Tüchtigkeit und Arbeits­kraft ist die Ernährung dieses Zuwachses von 38 Millione» Menschen aufgebaut gewesen.

Zwei Erundquadern sind es, die einander gegenüber lie­gen, und auf denen dieser kühne Brückenbogen aufgebaut und ausgespannt ist. Der eine Felsblock heißt: Deutscher Unter­

nehmung sg esst. Das eine ist die Tugend des Bürgertums, der schaffenden Gewerbsmannes, des unternehmenden Kaufmanns: Mut und Fleiß. Das andere ist die Tugend des derttschen Be­amten. Ordnungsgeist und Pflicht.

Sie haben beide einander nötig und können einander nicht entbehren. Es ist wahr, ohne den Unternehmungsgeist des deutschen Kaufmanns, wäre das Deutschs Reich nicht geworden, was es ist, das stolze, junge Weltreich, das jetzt mit dem alte« englischen ringt. Aber ebenso wahr ist: Ohne die feste, gerechte, unbestechliche, klare Ordnung des deutschen Beamtenstaates war« olles Schaffen des Kaufmanns umsonst gewesen. Die feste Ord­nung zu Hause, das Fehlen jeder Korruption, die leistungs­fähige und im ganzen billige Verwaltung machte erst die un­geheuren Schaffenskräfte frei, daß sie sich ungestört mit ihrer Arbeit nach außen wenden konnten. Weil das Haus daheim s« gut bestellt und behütet war, darum konnte der Deutsche mit Erfolg die ganze Welt zu seinem Feld machen. Möge de» deutsche Kaufmann über aller Beamtentorheit, die ihn jetzt bis aufs Blut quält, nicht vergessen, was er dem deutschen De- amtenstaat für die Vergangenheit schuldig ist.

Ordnungssinn ist die große Kraft des deutschen Volkes. Diese Fähigkeit zur Ordnung ist es ja, die es möglich gemacht hat, daß das kleine deutsche Heer andauernd die Uebermacht der ganzen Welt bestehen konnte Wir sagen:Ordnung" und

nicht:Organisation". Denn was man jetzt mit diesem üble« Vokal belegt, ist nur ein Zerrbild wahrer deutscher Ordrrung. Dieselbe Fähigkeit zur Ordnung, welche jetzt uns beschützt vor dem Hereinbrechen der schmutzigen Völkerfluten in unseren schll. nen Garten Deutschland, diese selbe Fähigkeit wird das deutsche Volk auch Mieder hinaufftihren, es zum Hervenvolk in Europa machen und unser Reich zur Echutzmacht der Völker, welche um unsere Hilfe Litten werden. Wenn wir es nur verstehen, de« rechten und sparsamen Gebrauch von dieser Tugend zu machen' denn wir dürfen diese Kulturkraft draußen auch nicht versck>we-n» den tlnd mißbrauchen, damit sie nicht alltäglich und dadurch verachtet werde und sich nicht unter dem Namen preußischer Buroaukratte verhakt mach«.