Würmer 184 Eilizelpreis Lm?r Donnerstag, den 8. August 1918 11. Jahrgang.
Die ^Ilrne Tageszeitung" erscheint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Dauer ans Hessen", „Die SpirrnftuKr". Bezugspreis: Bei den Postanstalten vierleljährlich Mk. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei oen Agenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägeriobn. Anzeigen: Grundzeile 2b Pfg., lokale 20 Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahme erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Kchriftleitung und Verlag Friedberg (Hessens, 'oanaueräraßs 12. Ferniprecher 18. Zo'Lichsck-Lonlo Rr. 1859. .4,nt Frankfurt a. M.
Kapitäulenlnant Strassers Heldentod. — Teilkampfe an der Westfront.
Foch. Marschall von Frankreich.
18 000 Tonnen versenkt.
|| Der deutsche Generalstak
g===r=r-== meldet:
W, T. K. Großes
7 . August Amtlich.
Hauzt-q^artirr',
Westlicher Kriegsschauplatz.
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Heeresgruppe Kronprinz Nuppre'chk.
Tie Gefangenenzahl aus den gestrigen Kämpfen nördlich der So m me hat sich auf 280 erhöht. Griti englischer Gegenangriff südlich der Straße Braye—Corbic brach vor unseren neuen Linien zusammen. Tie Erkundungstätigkeit war beiderseits der Lys und an der Avre besonders rege. Nordwestlich von Montdidier kam ein feindlicher Teilangriff in unserem Feuer nicht gitr Entwicklung.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
In den Morgenstunden Teilkämpse an der Beste. Oest- lich von Fismes machten wir beim Vorstoß über die Beste Gefangene. Am Abend heftiger Feuerkampf, dem beiderseits von Vraisne und Barsches starke feindliche Angriffe folgten. Sie wurden teilweise im Feuer, an einzelnen Stellen int Gegenstoß abgewielen.
Der Erste Generalguarliermcister: Ludendorff.
Aderrdbericht.
Berlin, 7. August, abends. (WTB. Amtlich.) Von den
Fronten nichts Neues.
Der österreichische Generalstak - meldet: =====
Wien, 7. August. (WTB. Nickstamtlich) Amtlich wird verlautbart:
In Italien Artilleriekampf und Patrouillentätigkeit. In Albanien wurden westlich Berat italienische Vorstöße abgeschlagen. Im aberen Devoli-Tal erzielten wir
weitere Fortschritte.
Der Chef des Generalstabe-.
Der Knlgarilche Geueralstak ||
===== meldet: ===0
Sofia, 5. August. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs- bericht.
Mazedonische Front: Die Feneriätigkeit war beider
seits auf den rechten und linken Ufern des oberen Skumbi zeitweilig lebhafter. ' Westlich des Ochridasees zerstreuten wir durch Feuer starke feindliche Erkundungsabteilungen. Zwischen dem Ochrida- undVrespasee, beiderseits der östlichen Ezerna und südlich von Huma zeitweilig lebhaftes gegenseitiges Artilleriefeuer. Oestlich des Wardar kurze Feuerüberfälle seitens des Feindes. Auf dent Vorgelände östlich von Serres zerstreuten wir durch Feuer niehrere griechische Erkundungsabteilungen. Ein feindliches Flugzeug wurde von unserem Feuer getroffen und vor unseren Stellungen südlich des Doiransees zur Landung gezwungen.
Sofia. 6. August. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs- bericht.
Mazedonische Front: Oestlich des oberen Skumbi zerstreuten wir durch unser Feuer drei französische Sturmabteilungen. Westlich vonl Dobropolje und in der Gegend von Moglcna war die Feuertätigkeit beiderseits zeitweilig ziemlich heftig. Oestlich d«s Wardar verjagten unsere Posten eine englische Er^nndungsabteilung. In der Nähe der unteren Struma verjagten unsere Gruppen mehrere griechische Züge.
18000 Tonnen versenkt.
Berlin, 7. August. (WTB. Amtlich.) Weitere 18 000 Brt. wurden durch die Tätigkeit unserer U-Boote in dem rwrbwesttichezr Seekriestsgebiet Vernichtet.
Der Chef de- Ndmiralstabe- der Marine.
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i Berlin, 7. August. (WTB. Amtlich.) In der Nacht Vom 6. zum 6. August hat der so oft erfolgreiche Führer unserer Luftschiffangriffe Fregattenkapitän Straffer, mit einem unserer Luftschiffgeschwader erneut die Ostküste Mittelenglands durch gut wirkende Bombenangriffe besonders ^ aüf Boston, Norwich nnb die Befestigungen an der Humber- Mündung schwer geschädigt. Wahrscheinlich fand er dabei mit der tapferen Besatzung seines Führerschiffes den Heldentod. Alle übrigen an dem Angriff beteiligten Luftschiffe find trotz starker Gegenwirkung ohne Verluste und Beschädigungen zurückgekehrt. Nächst ihrem bewährten gefallenen Führer sind an dem Erfolge besonders beteiligt die Luftschiffkommandanten Korvettenkapitän der Reserve Prseltz, , Kapitänleutnant Laeschmar, Walther, v. Freudenreich und Dose mit ihren braven Besatzungen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
*
Haag, 7. Ang. Reuter meldet aus London: Fünf feindliche Luftschiffe versuchten in der Nacht vom 6. August über die Ostküste Englands zu fliegen. Sie wurden noch ans der See von unseren Lnftstreitkräften angegriffen. Ein Luftschiff wurde in einem Abstand von 40 Meilen von der Küste abgeschossen rmd stürzte in Flammen gehüllt in das Meer. Ein anderes Luftschiff wurde beschädigt-
Minencrploftan irr Uamsgate.
. Basel, 6. August. „Daily Chronicle" meldet aus Rams- gate: Eine noch unaufgeklärte Explosion hat unter der
hiesigen Bevölkerung große Aufregung hervorgerufen. Von der Küste beobachtete man einen ungeheuren Schein, dem eine erschütternde Explosion folgte. Man glaubt, daß die Explosion durch die Sprengung einer mächtigen Mine hervorgerufen wurde.
pinnt Gtt kr WiltOiltkit KM.
Haag, 7. August. Hollandsch Nieuwsbureau meldet: Im Monat Juli sind an der holländischen Küste 149z-Seeminen angesthwemmt worden. Davon sind 138 britischer, 14 deutscher Herkunft. Insgesamt sind seit Ausbruch des Krieges 5047 Seeminen au der holländischen Küste gefunden worden. Davon sind 4190 britischer, 80 französischer, 351 deutscher und 471 unbekannter Herkunft.
Die IrijitHTfi! Unlüste der AMlilin.
Haag, 5. Atrgnst. Wie außerordentlich schwer die Kriegsanforderungen auf Australien lasten, geht aus einem Aufruf hervor, heu General Monask, der Oberkommandierende der australischen Streitkräfte, an die Heimat richtet und worin er mitteilt, daß mehrere ruhmreiche australische Bataillone aufgehört hätten, als Gefechtseinheiten zu existieren, und daß eine Menge von Bataillonen von dem gleichen Los bedroht sei, falls kein Nachschub aus Australien komme. Acht Prozent der australischen Bevölkerung besinden sich bereits unter den Waffen. Davon sind 40 000 Mann tot und 133 000 verwundet. Der Nachschub soll in der Weise geregelt werden, daß alle Vierteljahre Freiwillige untersucht werden sollen, die durch das Los bestimmt werden.
Die Deschickrnng van Daris.
Genf, 6. August. Die Pariser Meldungen über die starken Wirkungen des Bombardements aus den Ferngeschützen werden durch eine Havas-Note bestätigt. Der Luxemburg-Palast, in dem der Staatsgerichtshof tagt, zählt zu jenen Pariser Gebäuden, ,für deren Bedachung besondere Schutzmaßnahnten angeordnet wurden.
Don der mazedonischen Front.
Sofia, 7. August (WB.) Bericht über die militärischen Unter nehnMngen nährend des Monats Juli 1918 auf der maze
donischen Front. Während' des vergangenen Monats war dir Kampftätigkeit auf beiden Seiten im allgemeinen mäßig. Zeit, werfe war das Artillerie- und Minenfeuer an gewissen Punktet« der Front heftiger, wähnend die Insanterie-Unternehmuiw' sich auf berdrn Seiten auf örtliche Angriffe beschränkten tr hauptsächlich zum Zwecke der Erkundung auf verschiedene schnitten aus geführt wurden. Die Unternehmungen ent ten sich im allgemeinen in folgender Weife: Westlich des rida-Sees unternahm der Gegner in Verbindung mit U nchmungen in Albanien mehrere nutzlose Angriffe gegen urft Stellungen südwestlich der Skumbiquellen. Unsere Infanterie- Ei tchsiten hielten nicht nur ihre Stellungen, sondern machten auch mehrere Male erfolgreiche Angriffe gegen feindliche Gräben, woraus sie verschiedenes Kriegsmaterial einbrachten. In der Gegend von Bitolia verstärkte sich auf beiden Seiten das Artilleriefeuer von Zeit zu Zeit. Mehrere seindlikhe Stuim» angriffe wurden zurückgeschlagen. Unsere Stoßtrupps modelt französische Gefangene. Im Eernabogen und in der Gegend von Moglena machte der Feind mehrere heftige Feuerangriffe.. Auf beiden Seilen der östlichen Eerna mißlangen wiederholte Versuche der Italiener. Franzosen, Griechen und Serben mit verstärkten Jnfanterieabteilungen in unsere Gräben einzu« dringen durch unsere Abwehr. Dagegen drangen unsere Infan terietruppen an mehreren Stellen in feindliche Stellungen r und brachten italienische und serbische Gefangene zurück. A beiden Seiten des Wardar war die Tätigkeit der Infanterie und Artillerie ziemlich lebhaft. Unsere Batterien schossen zahl reiche feindliche Munitionsdepots in Brand. Feindliche Stoßtrupps versuchten mehrere Male sich unserer Sicherungslinie südlich Huma und östlich des Waroar zu nähern, wurden aber durch Feuer zur Lckgetr leben. Unsere An grifft truppen drangen an mehreren Stellen in feindliche Gräben ein und machten nach einem Kampf Mann gegen Mann, welcher den Feind bedeutende Verluste kostete, griechische und französische Gefangene. Vom Dojransee bis zur Strumamündung war die Kampftätigkeil mäßig, sie war besonders durch Erkundungsvorstöße auf das Vorgelände gekennzeichnet, in deren Verlauf wir Gefangene machten, welche Neuangekommenen königlich griechischen Divisionen angehörten.
Die Lufttätigkeit war auf beiden Seiten ziemlich lebhaft. Die feindlichen Flugzeuge warfen ohne Ergebnis Brandbomben auf bestellte Felder, welche ganz nahe hinter unseren Linien gelegen sind. Sie griffen mehrere Male unverteidigte Oertlich- keiten hinter unserer Front an, u. maffen 23 Bomben auf unser sichtbar gekennzeichnetes Militärlazarett bei Petritfch. Im Laufe dieser Unternehmungen verlor der Gegner sechs Flug» zeuge und einen Fesselballon.
Fach, Warschau vsn Frankreich.
Genf, 7. August. Rach einer Pariser Havas-Meldung begab sich Präsident Poincarö am Dienstag früh in das amerika* Nische Hauptquartier und überbrachte dem General Pershing im Namen der Republik das Großkreuz der Ehrenlegion. Der Präsident kehrte sodann nach Paris zurück und führte den Vorsitz im Ministerrat, der auf Vorschlag des Kriegsministers Clemen- ceau beschloß, den General Foch. zum Marschall von Frankreich zu ernennen und dem General Pötain die Militätmeoaille zu verleihen. In der von Elemenceau verfaßten Begründung des Ernennungsdekrets des Marschalls Foch w'.rd bemerkt, daß Foch durch seine Gegenoffensive die voin Feinde gesuchte Entscheidung verhindert, Paris befreit, Soisions und Ehateau-Thierry wie- dercrobert habe.
Das Urteil gegen Ulalvy.
5 Jahre Verbannung.
Genf, 7. August. Wie Havas aus Paris meldet, hat da- Staatsgcricht gestern mit 101 gegen 8l Stimmen den ehemaligen Minister M a l v y des Mißbrauchs der Amtsgewalt schuldig ge« spvochen und ihn unter Anwendung mildernder Umstätrde zrt der Mindeststrafe von 5 Jahren Verbannung verurteilt Das Gericht hat auf die Mcrkennung der bürgerlichen Ehrenrechte verzichtet.
StlMmd -cs Grnmilg Wchrnks.
Karlsruhe, 7. August. Das ukrainische Bureau in Zürich meldet: Der russische General Nitsä)enko hat in De- ntir-Tschura unmittelbar nach einer Haussuchung in seiner Wohnung durch die Rote Garde Selbstnwrd verübt. Der General fiihrte im russisch-lapa nischen Krim ein. Kosaken».


