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Wem nie durch Liebe Leid geschah.

Roman von Conrthß-Mahler.

67) Nachdruck verboten

Sie umarmte Christa mit ihrem Sohn lugzeich.

Nim wollte aber auch Ursula, die staunend zugehövt hatte, an dieser Szene teilhaben. Sie warf sich aufschluchzend in Christas Arme.

Ach Christa liebe Christa so glücklich könnten wir nun alle sein, wenn dieser fürchterliche Krieg nicht wäre!"

Christa küßte sie herzlich.

Sei tapfer und ruhig, Ursula Glaube mit mir, daß eine feste Zuversicht nud ein unerschütterliches Gottvertrauen uns alle Schrecken besiegen helfen wird. Dein Joachim wird mit Gott unversehrt aus dem Krieg heimkehrcn."

Christas frohe Zuversicht wirkte wie ein heilsamer Zauber auf die beiden Domen

Inzwischen war auch Herr von Biikenheim eingcireten, und nun gab es erst einmal viel zu fragen und zu erzählen. Das half über die erste schlimme Stunde hinweg. Und dann kam ein Telegramm von Joachim. Cr meldete, daß er am nächsten Tage bereits mit seinem Regiment ins Feld rückte, daß er aber die nächste Stadt passiere und hoffe, Ursula mit ihrer Mutter auf dem Lahnhof zu tress-en, um vonsihr Abschied nchmen zu können.

Das war Ursula in aller Herzensnot ein Trost Es wäre ihr furchtbar gewesen, wenn sie nicht hätte Abschied nehmen dür­fen von ihrem Joachim.

Es gab noch viele Aufregungen an diesem Llbend. Die Leute kamen alle auf den Hof und wollten die Herrschaft sehen. Hans Ullrich mußte zu ihnen sprechen und stellte seinen Leuten seine Braut vor.

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Erst nach zehn Uhr fuhr Herr von Dirkenheim mit Christa wieder nach Hause. Ce war besprochen worden, daß sie morgen vormittag alle zusammen nach der Stadt sahren und Graf Joa­chim begrüßen wollten. Dann sollten um die Mittagsstunde Hans Ullrich und Christa in der kleinen Dorfkirche den Bund fürs Leben schließen. Der Pfarrer sollte sie in einer Kriegs- trauung zusammen geben. Und so geschah es auch.

Graf Joachim hatte einen Aufenthalt von einer Stunde. Dieser verging leider sehr schnell und dos junge Brautpaar mußte dann wieder Abschied nehmen. Es war sehr schmerzlich. Aber Graf Joachim sonniges Naturell behielt auch in dieser schweren Zeit die Oberhand. Er ließ kein Trennungsweh auf- kommen. Ursula mußte ihm versprechen, eine tapfere, kleine Sol- datenbrant zu sein

Die Damen halten ihm Blumen gebracht. Damit geschmückt bestieg er den Zug, der ihn weiterbefördern sollte. Dieser war bis zum letzten Platz mit Soldaten gefüllt. Mit lachenden, zu­versichtlichen Gesichtern sahen diese aus den Fenstern heraus, Kopf an Kopf gedrängt.

Graf Joachim reichte zum Fenster heraus allen noch einmal die Hand. Zuletzt hielt er die Ursulas, bis sich der Zug in Be­wegung setzte.

Auge in Auge blieben Ursula und Graf Joachim, so lange sie konnten.

Tapfer, Nrselcken tapfer!"

So rief Graf Joachim seiner Braut zu.

Ihre schlanke Gestalt straffte sich. Er sollte sie nicht weinen sehen. Sie schluckte die Tränen tapfer hinunter und winkte mit ihrem Tüchlein.

Behüt« dich Gott," sagte sie vor sich hin.

sches Lieb. Die Soldaten fangen <4- während der Zug die Bah.^ hofshalle verließ.

Die ftohe Lied erschütterte die Herzen und erfüllte sie doch zugleich mit froher Zuversicht.

Eine Stunde später fand Äe Kriegstrauung von Hans Ullrich und Christa statt.

Am übernächsten Tag mußte Hsns Ullrich die Heimat ver­lassen. Der Abschied des jungen Paares war schmerzlich. Aber sie sahen einander mit leuchtenden Blicken an.

Wir sehen uns wieder Gott geleite dich auf allen We­gen, mein geliebter Mann! Du kehrst mir wieder, ich weiß es gewiß," sagte Christa mutig und zuversichtlich.

Und die frohe Zuversicht sollte sich auch erfüllen.

Christa blieb vorläufig in Birkenheim bei ihrem Onkel.

Länger als ein Jahr blieb Hans Ullrich im Feld. Er hatte zahlreiche Kämpfe in Belgien und Frankreich mitgemacht und war heil und gesund geblieben trotz aller Strapazen. Ende Sep­tember, im zweiten Kriegsjahr, erhielt er aber eine schwere Ver­wundung. Ein Granatsplitter brachte ihm eine tiefe Pfunde am Oberschenkel bei, und er wurde nach einem deutschen Lazarett gebracht. Dort holten ihn seine Mutter und seine junge Frau ab, sobald er transportfähig war. und pflegten ihn in Frankenau vollends gesund. Die Leiden Eisernen Kreuze schmückten seine Brust, aber seiner Heldenlausbahn war nun ein Ziel gesetzt. Sein linkes Dein blieb gelähmt und wenn auch die Aerzte ver­sicherten, daß es im Lauf der Zeit durch Masiage und Elektrizität die alte Bewegungsfreiheit zurückerlangen würde, so war doch nicht daran zu denken, daß Hans Ullrich wieder ins Feld konnte. Wer hätte es Christa verdeicken können, daß sie aufjubelte bei der Aussicht, ihren Gatten behalten zu dürfen.

Und da erscholl au hunderten von Männerkehlen ein deut-

(Schluß folgt.)

Wir warteten mit frohem Herzen,

Auf deinen Urlaub, ach von Tag zu Tag. Nun mußten wir erfahr'n mit Schmerzen, Auch dich riß die Kugel ins frühe Grab. Du siehst nicht deiner Liebsten Tränen And deiner Eltern bittren Schmerz,'

Es ist vorbei mit unsrem Sehnen,

Hast ausgelitten, treues Herz.

Gar schnell folgst du deinem lieben Bruder, Um den du oft so sehr geweint'

So ruhe sanft, du Lieber, Euter,

Bis uns der Himmel einst vereint.

Es ist bestimmt in Gottes Rat,

Daß man vom Liebsten was man bat.

Muß scheiden.

2üeserschüitert erhielten wir heute die traurige Nachricht, daß nun auch unser zweiter und letzer braver guter Sohn, lieber treuer Bruder und Bräutigam, der

Unteroffizier Friedrich Kitz

Ritter des Eisernen Kreuzes und Inhaber der Hess. Tapferkeitsmedaille

am 13. Juli nach Ijähriger treuer Pflichterfüllung im hoffnungsvollen Alter von 25 Jahren für fein Vaterland gestorben ist.

Nieder-Nosbach, den 30. Juli 1919.

In unsagbarem Leid:

Die trauernden Hinterbliebenen:

Frd. Ludwig Kitz und Frau Susanne,

Philippine Kitz,

Anna Jacobi (Braut).

Heute erhielten wir die tieftraurige Nachricht, daß mein innigstgeliebter Mann, der treubesorgte Vater seines Kindes, unser lieber Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwa­ger, Neffe uno Onkel

Fritz Röschen

Schütze in einem Zäger-Batl.

am 18. d. Mts. in den Kämpfen an der Marne nach fast vierjähriger treuer Pflichterfüllung, als dritter seiner Brüder gefallen ist.

Friedberg-Fauerbach, den 30. Juli 1918.

2n tiefer Trauer:

Anna Röschen geb. Vooz und Kind Familie Friede. Röschen Familie Heinr. Booz.

Nach

langem, schwerem, mit großer Geduld er­tragenem Leiden verschied Dienstag früh 1 Uhr meine herzensgute liebe Frau, unsere innigstgeliebte un- vergeßliche Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante

Bekanntmachung

Die Gemeinde Ockstadt sucht einen

IleslhiiMiiienWtztt,

der für die diesjährige Drusch­periode gewillt ist, hier in der Gemeinde zu dreschen. Die Drusch- penode beträgt zirka 45 Mo­nate. Reflektanten wollen sich aus der hiesigen Bürgermeisterel melden.

Oclj.adt. den 29. Juli 1918. Croßh. Bürgermeisterei Ockstadt.

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H»iii> tiiieifn.

Vor Ankauf wird gewarnt. Wiederoringer erhält Belohnung.

Heinrich Schmidt,

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im Alter von 41 Jahren, was wir Verwandten' Freunden und Bekannten hiermit schmerzerfüllt mit- teilen.

Wölfersheim, den 30. Juli 1918.

2n tiefer Trauer:

Albert Ewald nebst Kindern.

Die Beerdigung findet statt Donnerstag, 1.Aug.1918, nachmittags */,3 Uhr.

Bekanntmachung.

Der Kreisarbeitsnachweis (Hilfsdienst,ncldeftelle Fried- berg) sucht sofort Hilfsdienstpflichtige für ein Garnison-Kommando:

1. Einen perfekten russischen Dolmetscher,

2. Zwei Hilfsdienstpslichtige für Kassenverwaltung,

3. Drei Schuhmacher.

Ferner männliche Hilfsdienstpstichttge und Frauen aller Art für das besetzte Gebiet.

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Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Kronprinzenstratze 41. (Kronprinzenbau.) Fernruf Körner 4208. Bürostundeni Montag. Dienstag, Donnerstag, Freitag, nachmittags aon 24 Uhr. Eeschäftsanzeigen in diesem Raum nur für unsere Mitglieder; dieselben sind kostenlos, jedoch mutz bei Auf­gabe der Anzeige auf die Mitgliedschaft hingewiesen werden. Einen sprungfähigen

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