Quadratkilometer, tn der Krim 25 727 Quadratkilometer. An Beute wurden eingebracht 7000 Geschütze, 24 000 Maschinenge- wehre, 751912 Gewehre, 2 876 500 Schuh Arti lleriemuntttvr^ 102 250 900 Schuh Infanteriemunition, 2000 Flugzeuge, 20- F-essttballons. 1705 Feldküchen. 300 Tanks. 3000 Lokomotive«. 2 ? ^ Eisenbahnwagen, 65 000 Fahrzeuge. Die Zahl der im r. 77 Kriogsjahre gemachten Gefangenen beläuft sich auf Somit hat die Gefangenenzachl eilte Höhe von nahezu . 1 tonen erreicht.
FÜegrrangrfffe in Kaderr.
Karlsruhe, 30. Juli. Amtlich wird gemeldet: Mehrere feind ml-e Flieger, dis heute nacht über Mittel-Baden kreisten, warfen eine Anzahl Bomben in ein Gefangenenlager. Weiteren Schaden verursachten sie nickt. — Durch Fliegerangriff auf Lahr und Offenbnrg wurde heute, Dienstag, vormittag einiger Sach und Gebäudeichadcn verursacht. In * Lahr wurde ein Flieger abgeschossen.
Flicgcrlcntnnnt Wenlchoff.
Köln, 30. Juli. lWB.) Die „Köln. Ztg." meldet aus Dielefeld: Der Fliegerleutnant M e n k h o f f aus Herford ist seit Donnerstag von einem Fuge nicht zurückgekehrt. Das Flugzeug landete hinter den feindlichen Linien. Das Schick- sal Menkhoffs ist ungewiß.
Die Vorgänge irr Graften.
lieber die Frage des Vorgehens in Sibirien wird der .Voss. Ztg." aus Rotterdam berichtet:
Der Anteil Japans soll auf Wunsch Englands darin bestehen, eine größere japanische Truppenmacht mit eng- lischen. französischen und amerikanischen Truppen gemeinschaftlich an den Operationen teilnehmen zu lassen. Amerika hat eingewilligt, Japan lehnte es aber ab, mit den Vcr° bandstruppen in Sibirien augenblicklich einen größeren Angriff zu beginnen. Nach langwierigen Verhandlungen ist es nunmehr dazu gekommen, daß Japan eine „friedliche Invasion" unternimmt, wobei es den gemeinschaftlichen Aufmarsch führen soll. In Japan hat der Ausgang der Verhandlungen eine starke politische Erregung hervorge- rufen, und ein Teil der Presse flirrt eine scharfe Sprache gegen die Regierung, die sich v den Verbündeten verleiten lasse, das Land in Abenteuer zn jrürzen. Nun ist eine wei- tere Meldung ans Tokio nach England gelangt, wonach ja- panische Truppen für eine Landung auf Sachalin bereitständen. wozu mehrere Divisionen Marinesoldaten geschickt werden sollen. Aus Sack)alin will Japan die Verwattung der Insel übernehmen. Von einem derartigen Unternehmen war aber bei den bisherigen Verhandlungen niemals die Rede. Einstweilen ist in London die Veröffentlichung dieser Meldung verboten worden. Vermutlich sollen weitere Meldungen über diese neue Ueberraschung im fernen Osten abgewartet werden.
Japans Eingreifen.
Haag, 2st. Juli. Tie bische Presse zweifelt nicht mehr an dem japaniich-ameruanischen Eingreifen in Sibi rien gegen die Bolschewiki. Die großen kolonialen Jnteres sen Hollands im fernen Osten mögen das große Interesse, mit dem hier die Entwicklung in Sibirien verfolgt wird, mit begründen. „Nieuwe Couraitt" schreibt:
Nunmehr hat Japan den amerikanischen Vorschlag zur Unterstützung der Tschecho-Slowaken in Sibirien angenommen. Welchen Preis Japan dafür fordert, ist noch eine Ueberraschung. Es hat schon häufig betont, daß es nur seine eigenen Interessen verfolgt. Mit seinem nun gefaßten Entschluß begint ein neuer Abschnitt des Krieges. Die Folge dieser Tatsache sind unübersehbar. Mögen die, die Japan soweit gebracht haben, es nie bereuen. Ebenso ernst schreibt „Tijd": Es wird bald ein ganz neues Kapital dieses Weltkrieges beginnen, das uns ebenso überraschende wie entscheidende Wendungn für die Weltpcnitik der Zukunft bringen wird.
Der Zrrfrrll irr Sowjetrepublik.
Osten zeichnet sich immer deutlicher die Unterstützung ab, die die Entente den Tschecho-Slowaken zuteil werden läßt. Auf diese Unterstützung ist es mit zrvrüchmfichren, wenn die Kämpfe der Tschecho-Slowaken mich auf das europäische Rußland übergegriffen haben. Im gleichen Verhältnis mit den Fortschritten der Tschecho-Slowaken setzt sich der Zerfall der Sowjetmacht fort. Durch die Einnahme von Samcnm sind die gegen- revolutionären Hoffnungen gestiegen, und die Hauptstadt Moskau kann als bedroht gelten.
Die Landungen von Verbandstruppen in Archangelsk und an der Murmanküste werden fortgesetzt Man schätzt die Zahl der bisher gelandeten Truppen au' 15—20 000 Mann. In der Hauptsache bestehen sie aus französischen Matrvsenabteikungen Der nördlich« Teil der Murmanbahn von Kokabis Kem ist besetzt und die Vcrbandstruppen marschieren in südlicher Richtung auf Kem vor. Die Truppen des Sowjets haben den Befehl erhalten, sich zurückzuziehen, könnten wohl auch keinen stärkeren Widerstand leisten. Die Tschechen sind angesichts ihrer straffen militärischen Zucht und ihrer guten Bewaffnung für die Bolsche- misten ein nicht zu unterschätzender Feind. Man schätzt ihre Zahl auf etwa vierzig bis sechzig Tausend, wozu noch rund ttirffzehn* Tausend Tudowsche-Kosaten kommen die sich ihnen angeschlosi'en habe«. Das Endziel der Operationen an der Murmantüste und am Ural ist die Herstellung einer Verbindung zwischen den ge- landeten Verbandstruppen urck den Tschecho-Slowaken. ein Ziel, dao mit Rücksicht auf die Ohnmacht der^ Moskauer Regierung vno die Tattraft ihrer Gegner durchaus nicht so ohne weiteres gewiesen werden kann. Die Lage in Sibirien ist nach wie vor ungeklärt. Sicher scheint zu sein, daß die Volsche- mtpen sich nur noch in Irkutsk halten. Aber auch in Irkutsk ha
ben bereits Gefechte zwischen den Bolschewisten und den Tscheche« sta^igefunden. Aus dem Osten droht der Vormarsch japanischer Truppenmassen, die sich in der Mandschurei versammeln. Das westliche Sibirien ist dem Einflüsse der Bolschewfften überhaupt entzogen. Die vorläufige sibirische Regierung in Omsk wird von Japan. China und Amerika weitgehend unterstützt, jedoch sind die Verhandlungen über eine militärische Unterstützung noch nicht zu» Abschluß gekommen. Die mohammedanischen Türke- stoner, die antibolschewistisch gesinnt sind, haben einen Hilferuf nach England gelangen lassen. EnglatTd scheint diese günstige Gelegenheit benutzen zu wollen, um sich in die politischen Verhältnisse Turkestans einzumischen. Es zieht an der perfisch-tur- kestanischen Grenze bereits indische Kavallerie zusanrmen und hat die Häsen an der Südkuste des Kaspischen Meeres besetzt.
Der Profllj die ftiihere Kiewer Dada.
Kiew. 20 Juli. Laut „Kiewskaja Mysl" wurde im Dobry- Prozeß am 25. Juli das Urteil gefällt. Es wurden verurteilt: Holubowitfch und Shukcwski zu zwei Jahren, die übrigen Angeklagten, nämlich Krassowski, Ossipow und Eajewski zu 1 Jahr Gefängnis
Dobry diente bekanntlich den deutsch-ukrainischen Witt- schaftsbeziehungen und wurde deshalb von der früheren Rada seiner Freiheit beraubt. Die damalige Rada bettieb, das hat der Prozeß unzweideutig bewiesen, nichts anderes, als die Be- reitstelluna von Truppen zu einer Bekäinpsung des deutschen Heeres. Wichtiger als die Tatsache der Freiheitsberaubung Do- brys sind diese Verschwörungen, über welche die von dem Kriegs- aerichtsrat Dr. Dreude geleiteten Verhandlungen Auskunft geben. Wir heben daraus den Teil der ukrainisch-polnischen Verträge hervor.
Das Zeugenverhör batte die Tatsache der Entführung Do- brys festgestellt' auch Ossipow hatte sie zugegeben mit der Bemerkung, daß er Dobry vor den Nachstellungen des Ministers des Innern in Charkow hätte in Sicherheit bringen wollen. Dann begann die Vorlesung dieser hochwichtigen Dokumente unter steigender Spannung der ukrainischen Intelligenz, die den VerhmMungssaal füllte. Das erste Dokument ist ein Vertrag über einen ukrainisch-polnischen Gemeinschaftsrat vom 3. April, unterzeichnet von dem auf der Anklagebank sitzenden Kriegs- mimfter Schukowfki und den polnischen Truppen-Oberkomman- dos des 1., 2. und 3. polnischen Korps, die später die Abgabe der Waffen verweigerten, am 10 Mai eine förmliche Schlacht bei Fastow, unweit Kiew, lieferten und durch ihre günstigen, früher bezogenen Stellungen mit starker polnischer Artillerie be- trächtliche deutsche Verluste verursachten. Nach diesen Verträgen Latten die Ergänzungen der polnischen Korps in der Ukraine selbst zu erfolgen: Munition und Furage waren aus den ukrainischen Depots zu liefern, ja. selbst die Löhnung sollte ans ukrai- nismeu Mitteln geschehen. Für die Abrechnung waren besondere Abmachungen, die in diesen Verttägen nicht enthalten und uir- befaimt geblieben sind, vorgesehen Aus den Vorhalt des Gerichts. daß die polnischen Truppen vom ukrainischen Kriegsmi. nistorium ohne sichtbare Erürrde von den Landesgrenzen in der Nähe Kiews konzentriert wurden, antwortete Schukowstt. daß dies ohne fett. Zutun geschehen sei: er habe die Entwaffnung der Polenkorps ehrlich gewünscht General Dobor-Musnicki, der Führer des 3. polnischen Korps, spricht in einem einige Taoe spater geschriebenen Brief an Schukowfki seinen Dank für die Versorgung mit Munitton und seine Erwartung aus, daß zw? schon den beiden jungen Staaten ein Bündnis geschloffen werde. Oegen wen dieses Bündnis seine Spitze richten sollte, ist aus dem Entwurf eines Aufrufes des Ministers des Innern ersichtlich der bel^ einer'Hanssuchung in dessen Wohnung gefunden wurde. Dieser Aufruf beginnt mit dem Hinweis auf die Unabhängigkeit der Ukraine, die in schwerer Stunde nach neuen Freunden Umschau gehalten habe. Diese neuen Fremrde hätten . * *** Abmachungen nicht gehalten, sorä>ern eine Einmischung m die Verhältnisse der Ukraine versucht. Er appelliere deshalb an das Volk, diese Eindringlinge zu vertteiben. Jeder, der mit ihnen sek. oder sich nur mit einem Anliegen an sie wende, werde verfolgt werdet;. Dabei gibt es bekanntlich selbst heute noch kern ordentliches Gericht im Lande, und das deutsche Kommando wird rn allen möglichen Angelegenheiten, deren Erledigung nur Scherereren verursacht, Überlaufs. Das zuletzt verlesene Dokument war ein Bericht des Generalftabschefs vom 10. April an den Krregsminister. Darin wird die Ankunft der auch sechs Offizieren bestehenden französischen Militärmiffion gemeldet. ^re,e hat m-t Wissen und Willen der ukrainischen Regierung re engste Fühlung mit den polnischen Korps, und ihre Mitglieder trugen sogar polnische Uniform. Die Polen hatten den Franzosen ihre baldige Hinüberschasfung in die Heimat versprochen doch verlängerte die Mission ihren Aufenthalt absichtlich bis zum ! , 2“ dulem Termin planten die damals deutsch-freund
lichen Bolschewisten einen Aufstand tn Kiew. Aus dem Prozeß- materral und aus dem Verhör des früheren Ministerpräsidenten Holubowitich geht hervor, daß dessen Regierung ihr Mandat MEderzulegen beabsichtigte, um eine E>rtscheidung der Rada zu erzwingen und dem Demag^en-Trio Holubowitfch-Tkatschenko- ^chukowstr Diktatur-Vollmachten zy erteilen.
Das noch nicht zur Ruhe gekommene Volk sollte auf diese Wer,e reEert werden und nur die deutsche Tattraft und die
^arie^ r0f,en ^ eit ^ Ctm0ns bie Dinge anders kommen
Ei« ößmMchtt Werjog für die Ukraine?
Eine in Odessa ersäteinende ukrainische Zeitung bcackte vor einiger Zeit die Mitteilung, daß in der Ukraine eine stark osterreichischfreundliche Strömung herrsche. Im Zusammenhang damit wurde auf den Erzherzog Wilhelm hin- gewlesen, der seit einiger Zeit eine Abteilung galiziMr Landwehr in der Ukraine befehligt. Heute ist, der „Moc- genpo't" zufolge, wieder ein Gerücht verbreitet, daß der Hctman Skoropadski auf seine Stellung zu gunsten des genannten Erzherzogs verzichten wolle. Eine Bestätigung dieses Gerüchts ist noch nicht zu erhalten.
Hustarek im Herrenhaus.
Wien, 29. Juli. sW.B.) Im Herrenhaus gab Minister» Präsident Dr. Frhr. v. Hussarek bei Vorstellung des neuen Kadi, netts eine Erklärung ab, in der er die Gesichtspunkte kennzeich» necke, von denen sich die Regierung bei ihrer Tätigkeick leite« lassen wolle. Der Ministerpräsident betonte zunächst: Daß der Krieg für unsere Mächtegruppe von allem Anfang an ein Der. Leidig ung skr leg war. darüber besteht für niemanden, der sein« Vorgeschichte kennt, ein Zweifel. Er hat aber diesen Charokter für die Mittelmachte auch stets behalten: sie sind jederzeit be» reit, daraus die Konsequenzen zu ziehen und einen ehrenvolle« Frieden zu schließen, sobald die Genger ihre feindlichen, auf unsere Vernichttmg oder Zurückdrängung gerichteten Absichten auf. geben. Die berufenen Staatsmänner unserer Mächtegruppe ha. ben es des öfteren unzweideutig festgesetzt. daß sie einen Fric- den im Sinne der Gerechtigkeit und auf Grund von Formeln anstteben, die nach beiden Seiten in gleicher Weise anwendbar und annehmbar sind. Solange aber die Gegner auf dem Stand» funkt einseitigen Diktats stehen, bleibt uns nichts übrig, als den Krieg mit aller Entschlossenbeit und Intensität fortzusetzen. (Lebhafter Beifall.) Neben unserer Friedensbereitschaft liegt für uns das einzige Mittel, den Krieg abzukürzen, in der Nach, drücklichkeit der Kriegführung. (Lebhafter. Beifall.) Die Regie- rung wird mit Begeisterung ihre ganze Kraft einsetzen. um in ihrem Wirkungskreis die Aufgaben der Kriegführung zu för. dern. (Lebhafter Beffall.) Die Monarchie darf auf die Leist- ungen unserer in zahllosen Helden kämpfen erprobten Wehrmacht und aui ihre Bündnisse voll verttauen. (Lebhafter Beifall.) Wir werden einen guten, ehrenvollen Frieden erreichen. (Beifall.) So wie im Kriege, werden wir auch im Frieden nicht allein stehen. Das Bündnis mit dem Deutschen Reiche, von der Einsicht erlauchter Herrscher und Staatsmänner geschaffen, eine wahre Herzenssache für beide Teile und im Weltkriege bewährt, wird eine Vertiefung im Sinne einer dauernden Fri^ensge- memfchaft erfahren (Lebhafter Beifall.) Aber auch die innigen Beziehungen zu den übrigen ruhmvollen Waffengefährten wollen wir in schönere Zeiten hinübernehmen und liebevoll weiter pflegen. (Beifall.) Darin liegt nicht Bedrohung für an» dere Staaten. Der kriegerische Inhalt unserer Bündnisse wird ihnen nur von dem Gegner aufgezwungen und hört auf, sobald sie die Hand zum Frieden bieten. Unsere Bündnisse sind ihrem Wesen nach geeignet und bestimmt, sich in eine Friedensorgani- sation aller Kulturvölker der versöhnten Welt einzufügen. °
Ter Ministerpräsident besprach sodann Probleme der inne- ren Arbeit, zu denen die Mttwirkung des Reichsvates erforderlich sei, betonte die Bedeutung des Er^ahrungsproblems, des Wieideraufbaus der zerstörten Gebiete, der Förderung der indu. striellen Produktion sowie der Landwirtschaft und bemerkte, di« Landwirte b-dürften der liebevollsten Förderung durch de« -vtaat. Er schloß mit den Worten: Oesterreich wird seine Mission nur erreichen, wenn es allen Stännnen seiner Völkerfamilie dos wahrhaft gemeinsame Vaterland ist. Aber zu diesem Ziele wird es nur gelangen, wenn es sich stets bewußt bleibt, daß im deutschen Volkswert die Urquell seiner Kulturmacht liegt. (Leb. Hafter Beifall.) Der Ministerpräsident bat schließlich das Herrenhaus um vertrauensvolle Unterstützung im Name« der gemeinsamen Liebe zu dem hart geprüften, aber aus schweren Kämpfen einer glorreichen Zukunft. entge.zenschreitenden Vaterland. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das Haus be- garm hierauf die Beratung des Budgetprovisorimns.
Die ftliWßlcke Arbeijerikhast gegen
ClfKlfllffÖH.
Paris, 27. Juli. Die von der Pariser Arbeiterschaft gegen Elemenceau eingeleitete Aktion findet in ganz Frankreich einen über Erwatten starken Widerhall. In der Provinz folgen dis Gewerkschaften und Parteiorganisattonen dem Beispiel der Verbände des Seincdepartements, und aus allen Teilen des Landes treffen Meldungen über Massenversammlungen ein, in denen die Arbeiterschaft der Regierung in aller Form die Gefolgschaft aufsagt. Der Parteiverba-nd der Ciroude hat eine Tagesord. nung angenommen, in der es heißt, daß die Privilegierten der französischen Nation am arbeiten-den Volk und an der RepubliL Verrat übten. Der Prozeß Malvy kennzeichne die regierende« Klassen Frankreichs als patriotische Heuchler. Eine Vertteter^. sitzung der Arbeiterverbände der Departements Seine-mferieure snd Eure nahm mit 26 gegen 12 Sttmmen eine Resolutton an, die die sozalistische Kammerftaktion auffordert, der Regierung gegenüber zur Aktton überzugehen und die Kredite zu verweigern. Ciemenceau müsse gezwuirgen werden, die Kriegsziele de. kannt zu geben und die Pässe für einen internattanalen foziali- .tffchen Kongreß gewähren. Der Vevband spricht dem des Verrats angeklagten Minister Malvy in aller Form das Ber- trauen aus. Diese Art von Prozessen fei nur ein politisches Manöver der Kriegspartei. Auch die Vertrett?ng der Aroeiterorga- nisattonLn des Departements Gard hat mit überwältigender Majorität einen ähnlichen Beschluß gefaßt.
Uerschiedenes.
Schweres Eisciibahuunglück.
Berlin, 30. Juli. (WB. Amtlich.) Heute morgen 9 Uh 14. Minuten brach zwiscken Gurko in der Nahe von Lands- berg die Kolbenstange an der Lokomotive des v-Zuges 22, 'stemmte sich gegen die Schiene des Gleises Schneidemühl— Berlin und brachte dadurch die I^Zug^Lokomottve zur Ent* gleisung Dis Lokomotive entgleiste nach der Innenweite unU hob die letzten vier Wagen des auf dem Nachbargleis fahren, den Güterzuges 6611 aus dem Gleise. Vom O-Zug sind verbrannt vier Wagen, vom Güterzug drei Wagen. Bisher sind festgestellt: 16 Tote, 27 Schwerverletzte, 2 Leichtver^
lohte, ^pkoinotivführer und Heizer des I>-Zuges sind unverletzt. Beide Gleise wurden gesperrt. Es wird vore.nssicht* üch ein Gleis heute nacht um 3 Uhr wieder fahrbar sei». Der Zugverkehr wird durch Umtteiaen aufrecht erhalten.


