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Nummer 174

Samstag, den 27. Inli 1918

IS* Jahrgang.

Die ..Z erre 6ageo?ettu,rg" srichemt ;eden Wertta). Regelmäßige BeilagenDer Dänen aus Hessen".Die Spinnknde". Kerugspn-rs: Bei den Postanstalten oienelsährtich m. 2.49 hinzu tritt noch das Bestellgeld,' "ei den Agenten monatlich 85 Pjg. einschließlich Trägerlohn. An?eigen: Grundzeile 25 Psg., lokale 20 Pig.. Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahms erhoben. Erfüllungsort Friedberq. Hchniflleituny und Devlag Friedberq (Hessen), yanauerstraße 12. Fern!yrecher 43. Postj heck-Lonto Rr. 485I, Amt Franlfurt a. M.

im

Tcüaugriffe der Feiudo avgewie^eu. Gru italieuilcher Dorstos? in den Sieden Gemeinden gescheitert.

13 00V Tonnen Versenkt. Die Thronfrage in Finnland.

W» T. S. Großes Oarrpt^rrarLiev,

26. Iu!i. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

deu

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht Südlich von Albert schlugen wir einen englischen Teil- cmgriff zurück und machten im Nachstotz Gefangene. Erfolg­reiche Vorstöße unserer Erkundungsabteilungen an vielen Stellen der Front.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Auf dem Schlachtfelde zwischen Aisne und Marne wur­den heftige Teilangriffe des Feindes teils vor. teils in unserem Kampfgelände abgewiesen. Beiderseits dr Onrcq dauerten die Kämpfe bis zum Abend an. Hier warfen wir nördlich von Oulcky-le-Chateau den Feind aus feinen vor­deren Linien. Oestlich des Ortes und südlich des Onrcq schlugen wir im Gegenstoß die feindlichen Angriffe ab. Atich westlich von Vincelles (an der Marne) wurde der Feind im Walde von Ris nach heftigen Kmnpfen vor unseren Linien abgewiesen.

Südwestlich von Reims säuberten wir das Waldgelände westlich von Vrigny und schlugen heftige Gegenangriffe weißer und sckm>arzer Franzosetr zurück. In der Champagne griff der Feind zwischen dem Suippes-Tale und Souain am frühen Morgen au. Er wurde im Gegenstoß abgewiesen.

In Lnstkämpfen verlor der Feind gestern 28 Flugzeuge und einen Fesselbollon.

Leutnant Freiherr v. Richthofen errang feinen 30.. das Jagdgeschwader Rickthofen damit seinen 600. Luftsieg. Leut­nant Loewenhardt schoß seinen 44., Leutnant Billik seinen 27. Leutnant Bolle feine 26. und Vizefeldwebel Thom seinen 23. Gegner ab. .

Der Erste Gcneralquarticrmeister: Ludendorsf.

Abendliericht.

Vcrlin, 26. Juli, abends. (WB. Amtlich.) An der Schlachtfront ein ruhiger Tag.

[ Der österreichische Generalstav L=== meldet:

Soissons die deutschen Truppen an der Marne abzuschneiden, endgültig gescheitert sind. Das Nachlassen der feindlichen Angriffe in den letzten Tagen beweist vielleicht neben der Schwächung, die der Feind erlitten hat, daß diese Erkennt­nis auch bei der französischen Heeresleitung durchge­drungen ist.

Seitdem im Westen der Stellungskrieg vorn Be­wegungskriege abgelöst worden ist, geht es nicht mehr um Gelärche, das nur Bedeutung hat, wenn ausgebaute Stel­lungen darin enthalten sind, sondern um die Vernichtung der feindlichen Kampfkraft, gleichgültig, welche taktische Maßnahmen zu diesem Endzwle führen. Die feindliche Heeresleitilng hat das auch erkannt und suchte in heftigen Kämpfen die Entscheidung. Der hohe Einsatz an Truppen weist darauf hin, denn nach unseren Feststellungen haben ind den Großkampftagen 38 französische, 2 italienische, 4 englische, 6 amerikanische rmd 2 belgische Kavallerie- divisionen zu Fuß mitgewirkt, die alle jetzt natürlich stark abgekämpft sind.

Damit stellt sich der Verlauf des Kampfes zwischen Reims und Soissons als ein weiterer Schritt aus unserem Wege zur Schwächung der feindlichen Kampfmittel dar. Der Feind wird dies jetzt zweifellos verhüllen wollen und die Wahrheit durch seinen Geländegewinn wegZutäuschen versuchen. Dem Feinde ist bei seinem Einsätze von 64 Divi­sionen ein Sechstel bis ein Fünftel des in unserem Aisne- angrisf ihm abgenommenen Geländes wieder überlassen wor­den, woraus es natürlich im Bewegungskriege, der durch rein strategische Ziele entschieden wird, gar nickt ankommt. Wir werden also, wenn entsprechende Besprechungen der feind­lichen Militärkritiker über die Tatsache, daß der feindliche Geländegewinn einen für uns sehr bedeutsamen feindlichen Krästeverlust verursacht hat, hinwegzutäuschen' versuchen, ihnen das billige Mittel schlechten Trostes ruhig lassen können.

Berlin, 26. Juli. (WB.) Oestlich' Suippes setzte am 26. Juli 4 Ilhr 16 morgens starkes feindliches Feuer ein, woraus der Gegner in etwa 6 Kilometer Breite angriff. Er wurde auch hier verlustreich abgewiesen. 3 Offiziere und 62 Mann blieben in unserer Hand. Nach Gesangenenans- sagen hatte der Angriff die Wiedernahme der alten franzö­sischen Stellung zuin Ziel.

Berlin, 26. Juli. (WB.) Tie ungeheueren Verluste, die der Verband seit dem 21. März im Westen erlitten hat, haben dazu geführt, daß in den letzten Monaten mehrere englische und französische Divisionen infolge Mannschafts- Mangel aufgelöst wurden.

»

Wien, 26. Juli. (WB.) Amtlich wird verlautbart:

Italienischer Kriegsschauplatz: Bei Canova in den Sieben-Gemeinden scheiterte ein feindlicher Vorstoß. Sonst keine besonderen Ereignisse.

Albanien: Zwischen Kuckt und dem Meere sind wir an mehreren Stellen bis an den Semeni gelangt. Unser Vor­gehen löst heftige Gegenstöße des Feindes aus.

Der Chef des Gcncralsiabes.

Der lmigarische Grneralstav j| == meldet: ==y

Sofia, 24. Juli. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs­bericht.

Mazedonische Front: An mehreren Punkten der Front war die Artillerietätigkeit auf beiden Seiten zeitweise leb­hafter. Westlich des Ochrida-Sees und int Cernabogen süd­lich Huma wiesen wir durch Feuer stärkere feindliche Pa­trouillen ab. welche sich unserer Sicherheitslinie näherten. Int Cernabogen zwangen wir ein feindliches Flugzeug, hinter den feindlichen Linien niederzugehen, wo es durch unsere Geschütze zerstört wurde.

Die Schlacht im Weste».

Die feindlichen Pläne gescheitert.

Berlin, 26. Juli. (WB.) Betrachtet man die Lage der deutschen Stellungen, so kann man deutlich erkennen, daß die feindlichen Pläne, durch Znkneisen der Zange Reims-

Foch unbeschränktes Verfügungsrecht.

Rotterdam, 26. Juli. DieTimes" erfahren atts maß- gebenden Kreisen, daß dem Oberbefehlshaber Fock) unbe­schränktes Verfügungsrecht über alle in den Kämpfen in Frankreich einzusetzenden Reserven zugeteilt wurde.

Wie die holländische Presse aus London erfährt, wird in der englischen Militärkritik angedeutet, daß dem Ober­befehlshaber Foch für seine Stöße gegen die Detktschen 600 000 Manu englische Truppen nebst einem gewaltigen Bestände an britischem Kriegsgerät zngesichert worden seien. Die amerikanische Oberleitung schloß sich den Plänen Fachs rückhaltlos an und übernahm vor dem Washingtoner Kriegs­amte die Verantwortlichkeit für den sicheren Erfolg des Schlages. y ,,

Die deutschen Gegenangriffe. *

Der Reuterkorrespondent beim französischen Heer mel­dete gestern nachmittag: Die Deutschen haben ihre Linien verstärkt und machen starke Gegenangriffe vom Onrcq bis Virgny. Ihr Angriffe gehen in östlicher, westlicher und südlicher Richtung. Südlich des Onrcq unternahmen die Deutschen einen Angriff in südöstlicher Richtung gegen Tournollewald und ans der Linie Beuverdes-Charnel. An­griff und Gegenangriff folgten dicht aufeinander und der Kampf ist sehr heftig. Oestlich von diesem Kampfgebiet hat der Feind mit starken Kräften die neue englische Linie ange­griffen und zwar bei dem Wald westlich von Virgnn.

Die zweite Marneschlacht.

Bern, 26. Juli. DieInformation" schreibt:' Ver­gessen wir nicht die Macht des deutschen Heeres und die Erfahrung seiner Führer. Dies furchtbare Instrument

ist noch nicht zerbrochen'. DieHumanste" erklärt, man nenne die jetzigen Kämpfe die zweite Marneschlacht. Hin- sichtlich des Geländes und der Form des Manövers inag diese Gleichstellung vielleicht hingehen, aber im übrigen sind die jetzigen Kämpfe wahrscheinlich das erste Stadium einer Reihe von anderen.

Rotterdam, 26. Juli. DerNieuwe Rotterdamsche Courant" meldet ans London: DieTimes" erwarten

nicht die Räumung des nach der Marne gerichteten feind­lichen Vorsprungs. Wir sind jetzt beschäftigt mit der weite- , ren Vereitelung der detltschen Pläne durch einen Angriff aus Montdidier.

Artch Engländer eingesetzt.

Haag, 26. Juli. Der Widerstand der Deutschen, sa wird vom Dienstag abend ans dem französischen Haupv quartier gemeldet, ist sehr scharf. Zwei britische Divisionen stehen seit vier Tagen im Ardre-Abschnitt. Auch die Eng­länder klagen über äußerst scharfen Widerstand der Deut­schen. Sie haben seit dem 17. Juli an den Kämpfen teil- ' genommen und behaupten, bei ihnen ginge es am heftigsten zu. In ihrer jetzigen Stellungen beiderseits der Ardre sind sie in der Nacht vom 19. zum 20. Just gelangt.

13000 Tonnen verrenke

Berlin, 26. Juli. (WB. Amtlich.) Im Mittelmeer haben tinsere N-Boote vier Dampfer von rund 13 000 Bit. versenkt.

Der Chef des Admiralstabcs der Marine.

ll-SM-KmmKüPtänieiüimnt Mdigen".

Berlin, 26. Juli. Wie wir hören, ist beabsichtigt, den U-Boot- kreuzern die Namen von besonders verdient-en U-Bootkomman- d outen zu verleihen. So erhielt einer der U-Bootkreuzer bereits den NamenKapitänleutnant Weddigen."

Fliegerangriff auf Offenburg.

Karlsruhe, 26. Juli. Amtlich wird gemeldet: Vergangen« Nacht wurde O f f e n b u r g und Umgebung wieder von Fliegern mit Bomben beworfen. Dem Angriff fiel eine Person zuns Opfer, vier Personen wurden schwer, zwei leicht verletzt. Eirv Gebäude in der Umgebung geriet in Brand, außerdem wurdch noch einiger Sach- und Eebäudeschadeu angerichtet.

Deutsche Flieger über Calais.

Wien. 26. Juli. (WB.) DerPetit Parisien" meldet au» Calais: Zn der Nacht vom Sonntag zum Montag überflogen deutsche Flugzeuge zweimal die Stadt. Sie warfen Bomben ab und richteten Sachschaden an. Mehrere Personen wurden ver­wundete Das Blatt meldet weiter, daß General Bouttieaux. der Leiter des Geniewesens einer Armee, durch einen Kraft­wagenunfall gerötet wurde.

Fett am in Wo-; in igne.

Berlin, 26. Juli. General v. Lettow-Borbeck hat noch femd- lichen Meldungen Mitte Juni die Umgegend von Billa-Esps. ranza in der Provinz Quelimane besetzt. Diese Provinz grenzt südlich an die Provinz Mozambique. Die deutschen vorgeschobe­nen Abteilungen bedrohen die von dom Hafenplatz Quelimane ausgehende Bahnlinie, so daß englisch-portugiesische Truppen zum Schutzs dorthin gesandt werden mnßten. Sie sollen die deut­schen Abteilungen angeblich zum Rückzug auf die Hauptmacht ge­zwungen haben. Nach den neuesten Meldungen stehen die deut­schen Schutztruppen jetzt mehr als 500 Kilometer tief im portu­giesischen Gebiete und bedrohen die fruchtbarsten Gebiete Portu- giesisch-Ostafcikas.

Wie pöliniö II. um erdet uiiirde. ,

DemBerl. Tagebl." wird aus Stockholm gemeldet: Angesichts der Mitteilungen über die Ermordung des Zaren verdient eine Meldung derPrawda" Interesse, die die Ermordung des Zaren in Jekaterinenburg in fol­gender Weise schildert: Auf eine Mitteilung des örtlichen Komitees von Jekaterinenburg, in der »in die Erlaubnis gebeten winde, den Zaren au toten, antwortete Trotzki ab*