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Wem me durch Liebe Leid geschah. ^

Roman von Courths-Mahler.

58) Nachdruck verboten

Aufatmenb schwie-g Christa und legte di-o Auf-oichmmgen vor sich hin. Sie nagte nicht zu sprechen.

Herr von Birkenherm hatte dns Gesicht ln den Händen ver- grat-en, und die Erregung schüttelte ihn rote ein Krampf.

Christa sah, m-ie er litt, und heißes Mitleid füllte ihre Seele. Sie erhob sich leise und trat zu ihm. Ihre Hand legte sich auf seinen Arm.

Herr von Birkenheim," sagte sie leise, wie beschwörend.

Da hob er das qualzerriffene Gesicht zu ihr auf und faßte mit krampfhaftem Druck ihre Hände.

Kind liebes Kind Du bist Marias Tochter, nicht wahr? Es kann ja nicht anders sein. Hat es mich doch vom ersten Augenblick an mit geheimnisvoller Macht zu Dir ge­zogen. Und Deine Aehnlichkeit mit Maria ich hielt sie für eine Laune der Natur. Sage es mir, nicht wahr, du bist Ma­rias Tochter?"

Christa sah mit ihren leuchtenden Augen, in denen Tränen funkelten. zu ihm herab.

Ja, Onkel Heinz, ich bin Christa von Platen und stehe hier, um das Vermächtnis meiner Mutter zu erfüllen."

Er drückte ihre Hände an seine Augen, von denen er die Brille gestreift hatte. Und dann sah er sie an. als suchte er in ihrem Antlitz die Züge der verlorenen Geliebten (

Christa liebe Christa was Du mir gebracht hast ist Himmel und Hölle zugleich. So glücklich hätte ich sein können mein ganzes Leben lang und so unglücklich bin ich gewesen? Das Bekenntnis Deiner lieben Mutter zeigt mir, daß ich ge­liebt wurde von ihr, die ich über alles liebte. Und ich nicht allein habe leiden müsien. Auch sie auch sie der Schmerz hat sie in ein frühes Grab gettieben und das ist noch viel härter, als daß ich selbst leiden mußte. Und alles das, weil ein ränkerolles Weib, wahrscheinlich jtui aus niedriger Berech­nung, sich zwischen uns drängt. Mit falschen Worten lag sie auch mir irr den Ohren, sagte mir. daß Maria mich nicht liebe,

sondern Deinen Vater, und haß sie «m unglücklich sei und von mir loskommen wolle. So wagte ich Mich nicht mit meiner Liebe hervor, verschloß sie fest in meinem Herzen und vertraute sie rrur dem verschwiegenen Papier an. Solche Briefe zerriß ich dann und warf sie in meinen Papierkorb. Hätte ich es nie getan, dann hätte dieses ehrlose Geschöpf sich nicht in den Besitz dieses zerrisienen Briefes setzen und Unheil damit anrichten können. Ich bin kein rachgieriger Mansch, aber kannst Du verstehen, daß ich jetzt an mich halten muß, um nicht hinüber zu eilen und diese Frau niederzuschlagen wie einen tollen, schäd­lichen Hund?"

Die letzten Worte brachen wie ein Schrei aus seiner Brust und keuchend sank er in sich zusammen.

Christa legte erschütternd die Arme um seine Schultern.

Onkel Heinz armer Onkel Heinz so unglücklich war auch meine Mutter, als sie erfuhr, daß euch die Niedertracht eines Menschen ins Unglück gehetzt hat."

Er sah zu ihr auf mit einem kummervollen Blick, und sah Tränen in ihren Augen schimmern.

Meine Christa meine liebe Christa, ja Du empfindest was ich leide. Die Seele Deiner Mutter spricht aus Dir. Sie war so gut konnte keinen Menschen leiden sehen, wie Du es auch nicht kannst. Ach, mein liebes Kind, tausend Bitterkeiten werden heute in mir lebendig. Wie hat das Schicksal so etwas Unerhörtes geschehen lasten können? Mein Leben ist brach ge­legt worden, ist armselig und zwecklos geblieben. Einsam war ich nur umgeben von dieser ränkevollen Frau und ihrer Toch­ter, die mich wohl mit gierigen Augen belauern. Deine Mut­ter hat sich in eine liebelose Ehe geflüchtet. Wenn ihr auch Dein Vater das Leben so leicht als möglich machte, so fand sie doch kein volles Glück an seiner Seite. Und das alles tat uns dieses Weib an, dem 'ch all die Jahre so schrankenlos vertraute, an deren Sanftmut und Heuchelei ich glaubte. Warum wa­rum nur hat sie dies falsche Spiel mit uns gettieben?"

Christa zögerte. Aber dann richtete sie sich en Ischlosten auf. Nein, sie wollte diese Frau nicht schonen, die sich so schwer ver­sündigt hatte.

Ich kann Dir vielleicht einen Fingerzeig geben, Onkel

Heinz, warum sie das alles getan hot," sagte sie und erzählte' chm von dem Ansinnen der Baronin bezüglich des Testaments.

Er stöhnte auf.

Also nichts als elende, niedrige Berechnung? Dachte ich es doch? Deshalb wollte sie sich erst an Marias Stelle dräng», und als ihr da nicht gelang, und als sie erkannte, daß ihr Gatte nicht der reiche Freier war, für den sie ihn hielt, da kam sie wieder als Erbschleicherin in mein Haus und umspann mich wie eine Spinne, die ihr Opfer sicher haben will. Wenn es mtr nicht so kleinlich erschiene, in all meinem Jammer, dann könnte ich vielleicht Befriedigung empfinden darüber, daß sie nun doch um den Preis ihrer Schandtat betrogen wird. Aber fort mit diesen Gedanken? Du stehst vor mtt, meine liebe Christa, und wie ein süßer Trost geht es von Dir aus. An Dich will ich mich halten nicht wahr. Du wirst tun, was Deine liebe Mutter für Dich versprochen hat? Du wirst bei mir bleiben, wirst mir ein liebes Kind sein und mtr ein wenig Sonne in mein ver­bittertes Dasein bringen. Müßte ich Dich von mir lasten. es wäre mtt ein neuer schmerzlicher Verlust. Ich brauche Dich so notwendig! Du hast Dir mein Herz schon als Christa Hell, mul gewonnen, als Maria von Platens Tochter wird es Dir noch mehr gehören. Sag wirst Du bei mir bleiben?"

Christa lächelte ihn an, wie ihn einst Maria angelächstt hatte.

Ich bleibe gern, sehr gern bei Dir. Onkel Heinz. Mich zieht nichts in die Welt hinaus. Ich stehe ganz allein im Le­ben. wenn ich auch liebe Freunde habe, bei denen ich eine freund­liche Aufnahme fand. Aber eine recht« Heimat habe ich nicht mehr seit meiner Mutter Tode."

Co sollst Du bei mir eine Heimat finden, meine Christa." sagte er warm.

Und was wird die Baronin Haßbach dazu sagen?" fragte sie leise.

Er erhob sich, und sein edles Gesicht bekam einen harten, kalten Ausdruck.

Sie hat in diesem Hause nichts mehr zu sagen."

Was wirst Du tun. Onkel Heinz?"

Fortsetzung folgt.

Betr.: Die Flei choersorgung für die Bevölkerung der Stadt Friedberg.

Bekcnnimachmig

Ich brmge hierdurch zur öffent­lichen Kenntnis, daß der Verkauf von Nind- und Kalbfleisch sowie Wurst für diese Woche am Frei­tag. den 19. Juli 1918, nachmit­tags von 16 Uhr. in den sämt­lichen hiesigen Metzgerläden statt­findet.

Schweinefleisch gelangt nicht zur

Ausgabe.

Die Verkaufszeit ist genau ein­zuhallen.

Friedberg. den 17. Juli 1918. Der Bürgermeister.

2. V.: Damm.

Bekanntmachung

Durch Bundesratsverordnung über den Verkehr mit

Oelfrüchten

unddaraus gewonnenen Produkten vom 2t Juli 1917 Reichs-Eefbl. Seite 136 ist bestimmt worden, daß die Besitzer von Oelsaaten ihre Bestände am Beginn jeden Kalenderviertefiahres, und zwar bis zum 5. des 1. Vierteljahres zur Anmeldung zu bringen haben.

Die geerntete Menge ist danach erstmals bis zunk 22. ds. Mts. auf Zimmer Nr. 4 des Stadt­hauses zur Anmeldung zu bringen. Friedberg. den 17. Ju li 1918 Der Vürqermeister ___ 2. V.: Damm.

Betr.: Schweine-Impfung.

Bekanntmachung

Die Besitzer von Schweinen, die noch mir der Impfung dieser im Rückstand sind, fordere ich hiermit auf, der Anmeldung der­selben zum Zwecke der Impfung in Zimmer Nr. 12 des Stadt- hauies alsbald zu entsprechen. Friedberg, den 17. Juli 1918. Der Bürgermeister.

I. 33.: Damm.

Güte junge gutgefahrene trächtige

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Markus Hessenberger.

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Maurermeister, Ober-Erlenbach.

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L. Brückmann, Neuhok.

Post Leihgestern.

Bekanntmachung.

Betr.: AusdrnschvonFrüchtenansderErnte1918.

Auf Grund des § 3 der Ausführungsverordnung zur Reichs- aetreideorvnung für die Ernte 1918 vom 10 . Juni 1918 lOberheisi- scher Anzeiger Nr. 112) und der Bekanntmachung des Großh. Kreis­amts Friedberg vom 25. v. Mts. bringe ich hierdurch für den Be­zirk der Stadt Friedberg folgendes zur äffen.lichen Kenntnis:

§ 1. Wer Früchte, die nach § 1 der Reichs?etreideordnung für das Erntejahr 1918 zu Gunsten des Kommunalverbandes be chlag- nahmt sind, ausdreschen oder ausdre chen lasten will, hat bei mir vor Begiua des Dreschens sich einen

Dreschschein

zu lösen und dabei anzugeben:

1. den "Namen des Besitzers der Früchte,

2 . die Mengen und die Att der auszuoreschenden Früchte,

3. Zeit und Ott des Ausdreschens.

§ 2. Die ausgedroschenen Früchte sind auf dem Dreschplatz auf einer vorschriftsmäßig geeichten Wage zu verwiegen. Das Wiegen darf nur durch den dazu verpflichteten Wiegemeister oder dessen Stellvertreter erfolgen.

Als Wiegemeister wurden verpflichtet:

1. C. H. Rausch, Stadtverordneter,

2. Karl Rupp, Kaufmann.

3. Georg Heimburg, Fleischbeschauer,

4 . Georg Zöll, Lokomotivführer i. P.

5. Julius Winter, Eastwitt.

§ 3. Dem Wiegemeister liegt auch die polizeiliche Kontrolle des Ausdrusches ob. Das Dre chen und Verwiegen darf nur unter seiner Aufsicht erfolgen. Ohne seine Zustimmung und vor er­folgtem vorfchliftsmäßigem Verwiegen dürfen keine ausgedrojchenen Früchte vom Dreschplatz entfernt werden.

§ 4» Der Besitzer der Früchte hat sofort nach dem Verwiegen unter Vorlage des Drefchscheines bei mir anzuzeigen:

1. Menge uno Art der zum Ausdrusch gebrachten Früchte,

2. Das Gewicht der ausgedro chenen Früchte,

L. Die Größe der abgeernteten Flächen, nach Fruchtartcn gettennt, auf die sich die ausgedroschene "Menge bezieht. 8 5. Zuwiderhandlungen werden nach § 8u der Reichsgetreide­ordnung mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mtt Geldstrafe bis zu 50 600 Mark oder mit einer d«e>er Strafen bestra t. ofern nicht die schwerere Strafe nach § 81 der Reichsgeneideordnung ver­wirkt ist.

Friedberg, den 17. Juli 1918.

Der Bürgermeister.

_______ 2. V.: Damm. _

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Sonnlai, den 91. Juli 1918, abends 8 Ulirs

Gastspiel des Wandertheaters des Stellv. General- Kommandos des XVIII. fl.-K. zum Besten der heimkehrrnden Kriegsgefangenen.

Treue um Treue!"

Ein Spiel aus der Gegenwart

Vorher: Bunter Teil.

Eintrittspreise 3., 2., 1. Mk. Vorverkauf in den Buchband- _ lungen Bindernagel u . Scriba.

Bekanntmachung.

2n Abänderung unserer Bekanntmachung vom 29. Mai 1918 werden d.e darin festgesetzten Erzeuger-, Groß- und Kleinhandels­preise für Himbeeren. Brombeeren, Preßhimbeeren und Pretzbrom- beeren. Heidelbeeren. Reineclauden.Mirabellen. Pfirsiche, Aprikosen, Früh-Aepfel und -Birnen. Pstaumen und Fallobst aufgehoben und mit Genehmigung der Reichsftelle für Gemüse und Obst wie folgt neu festgesetzt:

Obstsorte Erzeuger­

Großhandels­

Kleinhandels­

preis

preis

preis

Himbeeren.1.20

1.50

1.73

Brombeeren.1.20

1.50

1.73

Heidelbeeren.0.50

0.75

0.85

Reineclauden.0.50

0.65

0.77

Mirabellen, auch Spillinge 0.55

0.75

0.87

Pfirsiche u. Aprilosen l. Wahl 1.20

1.50

1.73

dto. 11. . 0.60

Früh-Aepfel und -Birnen,

0.80

0.95

und Pflaumen I. Wahl 0.40

0.50

0.60

Pflaumen ll. Wahl . . 0.29

0.25

0.30

Fallobst bis 30. 8.1918 . 0.10

0.12

0.15

Vorstehende Preise beziehen sich auf das Pfund wertige Ware erster Güte.

und auf markt-

Ueberschreitungen vorstehender Höchstpreise werden nach dem Reichsgesetz vom 4. August 1914 in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember 1917 (R. G. Bl. Seite 516) mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 10000 Mk. bestraft. Eine Ueberschreitung der Höchstpreise kann auch in unzutreffender Sortierung des Obstes erblickt werden.

Darmstadt und Wiesbaden, den 13. Juli 1918.

FauLksobststkllk für das Grotzherzoglam Hrffen.

Dr. Wagner, Ministerialrat.

Kksirksstkllr f. Ckinösr u. Vbst fir dm Reg.-Dt;. Wiesbaden.

Dro ege.

Geheimer Regierungsrat

Holz - Versteigerung.

Montag, den 22. 2uli, werden in den Forstotten Ditzenberg und Thronerschlag versteigert:

11532 Eichen- und Virkenwellen und 900 Eichen-Ausjätungswellen (Vackholz).

Zusammenkunft vormittags 9 Uhr an dem Schnittpunkt der Dunkelschneise und langen Schneise.

Friedberg, den 16. Juli 1918.

Freiherr!. Obersörsterei Ockstadt.

2. V.: Augst, Großh. Forstmeister.

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s* Friedberg.

Verkauf!

Die Gemeinde Bruchenbrücken beabsichtigt Montag. den 22. Juli, mit avs 12 Uhr. in der Wirtschafc von Iah. Heinr Michel einen zur Zucht zu schwer gewordenen

Eber

meistbietend gegen Barzahlung zu verweigern.

Eroßherzogl. Bürgermeisterei Bruchenbrücken _ 2. B. Best.

Ankauf!

Die Gemeinde Bruchenbrücken beabsichtigt

zwei Switifr ZiegeiibScke,

einen älteren von 1 Jahr und einen jüngeren von */a Jahr an­zuschaffen. Besitzer solcher Tiere wollen dies bei Gioßherzogl. Bürgermeisterei melden. Bruchenbrücken, d.17.Iuli 1918. Eroßherzogl. Bürgermeisterei Bruchenbrücken. _ 2. Bi Be it,

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