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Die Engländer haben den richtigen Weg beschritten, fie haben auf eine Vermehrung der Erzeugung hingearbeitet und erreicht, daß sie 1917 an Weiten 850 WO Tonnen, an Kartoffeln 3 Millionen Tonnen mehr ernteten als 1916. Sie erzeugen mehr, wir d. h. also die Kriegsämter und Krieg sgefellfchaf- ten, die uns jetzt regieren stehen unter dem Drucke der So­zialdemokratie. deren Wünschen dieser Staatssoziaüsmus ent­spricht. Und der herrschenden Sozialdemokratie sind sogar die materiellen Schäden, wie die Erbitterung und Verärgerung, die dieses Eustem verursacht, recht; sie versteht es schon, ihre Schuld abzuwälzen auf die bösen Agrarier, dei denen immer schärfer erfaßt werden muß, fie kann bei der erfolgreichen Verhetzung zwischen Stadt und Land so gut im Trüben fischen. Diesem Drucke der Sozialdemokratie konnte sich offenbar auch das Kriegsernährungsamt nicht entziehen; auffallend ist, wie die Ausführungen des Staatssekretärs sich genau mit denen des ..Vorwärts" decken, der ebenfalls zugibt, dagunsere Vertei­lungsorganisation erhebliche Mängel auswerst", und der sie doch für daseinzige Mittel hält, um zu verhüten, daß auch die neue Ernährungsperiode mit einem Ernährungsvokuum endet". Auch der Staatssekretär kann sich von diesem Einflusie nicht frei­machen; man hatte, wie Herr von Herzberg-Lotttn im Herren­baus zutreffend sagte, gerade von ihm erwartet, daß er an den Abbau Herangehen würde, aberin Berlin verändert sich der Mensch so schnell".

Jedoch ist auch dem Staatssekretär des Kriegsernährungs- trmtes zweifellos nicht verborgen geblieben, was die Spatzen 1 von den Dächern pfeifen, daß dieses System weder ein völliges Erfasien, noch ein auch nur annähernd gliechmäßiges Verteilen ermöglicht, daß er bloß mit Hilfe des Schleichhandels das Volk noch versorgt, daß es zahlreiche Lebensmittel dem Verderben preisgibt, zu Vergehen gegen unzählige Strafgesetze verführt, die Staatsautorität mindert, die Erzeuger verärgert und ver­bittert und eben schließlich die Erzeugung lähmen, unser Durch- balten unmöglich machen muß. Der Staatssekretär ist daher dankenswerterweise in der Herrenhaussitzung vom 8. d. Mts. auch schon weiter gegangen u,ld hat gesagt:Das Zwangs-

system muß allerdings produktionshemmend wirken."

Wird dies aber anerkannt, dann darf die Regierung nicht auf dem Standpunkt stehen: lieber das Volk hungern lasten,

als jetzt die grundsätzliche Verkehrtheit des Systems eingestehen. Wenn ein Arzt 4 Jahre lang einen Kranken behandelt hat, und es diesem immer schleäster geht, dann darf er nicht sagen: da er durch meine Behandlung immer noch am Leben geblieben ist, so darf ich nicht eine neue Art der Behandlung riskieren. Denn dann würde der Patient das Zutrauen zu mir verlieren. Der Arzt muß dann den Mut der Verantwortung haben und darf nicht sagen:wir dürfen uns keine Experimente erlauben". Dieser Standpuntt ist um so weniger haltbar, als nicht nur von den verschiedensten Seiten, insbesondere durch den Antrag Roe- sicke, Abänderungsvorschläge gemacht sind, sondern man auch in den besetzten Gebieten in Ost und West den Versuch eines Ab­baues unternommen hat U7rd diesExperiment" gute Erfolge /ehabt hat. Zn Belgien hatte es den Erfolg, daß die Anbau­fläche an Kartoffeln vermehrt wurde, und daß mtt dem Tage, an dem die fragliche Verordnung in Kraft trat, Butter um etwa 30 v. H. billiger gehandelt wurde als vorher im Schleich­handel. Und über einen Erfolg aus dem Osten berichtet der Lokal-Anzeiger" (Nr. 328 o. 29. 6. 18). wo in einem Wirt- schaftsbezirk des Dasetzungsgebietes Schafwolle aufgebracht wer­den sollte:

Zunächst wurde bestimntt, daß jeder Bauer bei Androhung der Enteignung seine Wolle abzuliefern hätte, jeder sonstige Handel unter Strafe gestellt würde. Der Erfolg blieb aus. Und weder die Enteignung ließ sich durchfuhren, noch der Handel unterbinden. Darauf wurde arrgeordnet, daß von jedem großen 'Scha' 2 Pfund Wolle abzugeben seien. Wer diese Ablieferung erfüllt habe,^ne über den Rest der Wolle frei auch im Wege des Handels verfügen. Darauf kam die Wolle in gro­ßen Mengen zusammen und mar obendrein zu erschwinglichen "reisen im Handel zu erwerben."

Dre Airwendung dieses Beispiels auf unser Erfassungssystem ergibt folgendes'

Es muß allgemein zum System derUmlage" Lbergeganaen werden.^ Grundsätzlich darf es nicht mehr heißen:Bis auf eme bestimmt bemessen Menge mußt du alles abliefern, jeder ^ 1,1 erboten", sondern:Du mutzt eine bestimmte Dümae (dm Umlage) abliefern, über den Rest verfügst du frei!"

Also, das ..Experiment" ist nicht unmöglich, es ist hier um Z "EdenkUchsr. als es sich- nicht um ein völliges Umstürzen

!L"fif' ,,6 B Tv n ^ UtC 3U mctm hudelt, sondern um einen -llmahl,.«. Vl-ban Es h°nl>«tt sich schlichlich doch um Leben

, S b f bcut,f ^ n Volke-, dieses durch schlechte Ecn-Hrnnq ^.nenkrank gewordenen Patienten. Wir schlagen x-rrn von W-ld«w E. «st einmal bet Eiern, Obst und ©owüf« mtt de n avZulongen. wofür selbst die Städter (wie z V Oberbürgermeister Wttms-Pesen und Stadtdirettor Tramm von Hannover im Herrenhause) eintr-tten und allmählich weiter men ^>-zt wird sich wundern, wie tkx Patient ansat-

ein Verteiluagsinsttument, weiter nichts. Ist auch das Ver­teilen genug? Ist nicht die Erzeugung wichtiger? Vom Vev. teilen allein wird nicht mehr. Es führt endlich auf den toten Punkt, wo alles Verteilen nichts mehr nützt, sondern zum ge­fährlichen Kampf um das unzureichende Lehre wird. Denken wir auch genug an das Erzeugen? Es ist falsch und lebensge­fährlich, wenn wir immer nur auf den Frieden warten, der uns Brot bringen soll. Der Frieden bringt kein Brot, sondern um­gekehrt. Brot bringt uns den Frieden.

Der Engländer hat auch keine besondere völkische Tugend. Sie heißt nicht Organisation, Ordnung, wie die deutsche, sondern fie heißt Tatkraft.

Wenn man heute die Ansicht äußert, daß wir, bei dem rie­sigen uns zur Verfügung stehenden Gebiet in Getreide und Fut­termitteln, in Hanf und Flachs, in Wolle nnd Oel geradezu schwimmen müßten, so begegnet man nicht nur unglaublicher Verständnislosigkeit, man läuft auch Gefahr, als verrückt an­gesehen zu werden. Do stnd so unendlich viele bequeme Aus­reden, daß man gar nicht dazu kommt, an die erzeugende Arbeit zu denken. In der Oekonomie ist es mit dem Patriotismus nicht getan. Amalie v. Schmettan konnte sich ihr Haar auch nur einmal abschneiden und auf dem Altar des Vaterlandes opfern. Mit der Landwirtschaft ist das etwas anderes, ste muß erzeugen, um wieder opfern zu können. Will man bei ihr etwas erfassen, so muß man vorher düngen mit guter vollwertiger Va­luta, sonst wächst nichts. Aus nichts ist nichts. Daß man die Erzeugung durch patriotische und soziale Ermahnung antreiben konnte, ihr Aeußerstes zu leisten ohne den richtigen Preis, das ist ein Aberglaube.

fruitlifiirt M die Müesmiirg aus Kesse»

In der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt vom 9. Juli sind gegen die hesiische Landesobststelle Vorwürfe wegen schikanöser Handhabung der Bestimmungen über den Verkehr mit Obst erhoben worden. Sie sind vollkommen un­berechtigt. Die Höchstpreise für Frühobst sind in diesem Jahre gemeinsam für Hessen und dem Regierungsbezirk Wiesbaden festgesetzt worden, um dem in den Vorjahren schwer empfunde­nen M'ßstand zu begegnen, daß Frankfurt zu hohen Preisen hes­sisches Obst abzog und damit eine Vcrsorginrg der hessischen Städte unmöglich machte. Die nach Vereinbarung nrit Wirkung vom j. Juni 1918 festgesetzten Höchstpreise hat die Stadt Frank- furt nicht sofort, sondern erst am 8. Juni bekannt gemacht, so. daß gerade in jenen ersten Obsttagen wieder ein großer Teil der hessischen Kirschen- und Erdbeerenernte nach Frankfurt ab- wanderte und dort zu Preisen von 2.50 Mk. und 3. Mk. in der städtischen Markthalle und in den Laden verkauft wurde, während Hoffen sich an die crlaffenen niedrigeren Preise hielt. Erst nach Eingreifen der Königlichen Regierung in Wiesbaden erfolgte dann in Frankfurt die Bekanntgabe der vereinbarten Höchstpreise.

Bei den Marktbelieferungsverirägen sind der Stadl Frank­furt keine Schwierigkeiten gemacht worden. Die Landesobst, stelle konnte der Genehmigung solcher Verträge nicht wider­sprechen und hot es auch nicht getan. Die einzige Bedingung, die gestellt werden mußte, wenn nicht das System der Oksstver- teilung vollkommen durchbrochen und einem unkonttollierbaren Schleichhandel Tor und Tür geöffnet werden sollte, ist ftühzettig sowohl der Reichsstelle für Gemüse und Obst als auch dem Le- bensmittelamt der Stadt Frankfurt mitgeteilt worden. Diese von der Reichsstelle genehmigte Bedingung lautete: Die Stadt Frankfurt muß bei Abschluß der Marktbelieferungsverträge Nachweisen, daß die Personen, mit denen die Verträge abgc° schloffen werden. Obsterzeuger sind, und muß sich verpflichten, darüber zu wachen, daß die Betreffenden ihr Obst selbst oder durch Sausangehörige auf dem Wochenmarkt der Stadt Frank­furt absetzen. Obwohl die Stadt Frankfurt vor der Obsternte keinen Widerspruch gegen diese Bedingung erhob und obwohl dieser Nachweis durch Bescheinigung der betreffenden Bürger­meisterei sehr leicht zu erbringen war, uiii> in einzelnen Fällen auck, erbracht wurde, find, um Verschleppungen zu vermeiden, nachträglich diese Nachweise erlaffen-und Beförderu^sscheine bedingungslos gewährt worden, ohne Rücksicht auf die Kon- trollmoglichkeit. Mehr noch: von dem wenigen Obst, das der Landesobststelle zur Verteilung zur Verfügung stand, wurde der Stadt Frankfurt anteilsweise geliefert. Daß auf Seiten der Landesobststelle illoyales Verhalten nicht rorliegt, ist da- mtt wohl bewiesene

S( . £* TI -f n ' 55I i 8 011(5 ^ städtischen Kreisen den Unsinn i Verteilung Politik einzusehen beginnt, haben di-

« r in ft bewiese". Mehrfach haben ->r in dieser Zeitung Namen städtischer Verbraucher cwlelen * 6t°nd unserer Ernahrung-fraga richtig beurteilt wehr B.rvckstchtlgung der Erzeugung verlangt haben. So fin- den wrt ge,^rn redjl beherzigenomerte Worie. Es wird die

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Ls wird riele geben und gibt längst viele nnter uns, welch« Dorlcten"" * 5 ° ien M * Deutschen gesiegt? ant--

Mit HindenLurg und der Brotkarte!

^ cr » aI,ex Reiben wir keinen Götzendienst mit unserer äugend. Ordnung ist etwas. Geist und Gewiffen in der Ord- »onp ist mehr. Die Brotkarte an sich ist nur ein Stück Papier'

Ans der Heimat.

Fnedberg. Am Sonntag, den 21. Juli, abends 8 Uhr, ver­anstaltet das Wandertheater des stellv. 18. Armeekorps im Saalbau' ein Gastspiel zum Besten der heimkehrenden Kriegs­gefangenen, welches durch feldgraue Bühnenkünstler ausgeführt wird Das Programm bietet m der ersten Hälfte einen sehr reichtha.'tigen bunten Teil mit gesanglichen und deklamatorischen Vortragen ernsten und heiteren Inhalts, im zweiten Teil kommt ern Theaterstück zur Aufführung:Treue um Treue", ein Spiel aus der Gegenwart. Die Eintrittspreise betragen: Re- servlerter Platz Mk. 3.-, 1. Platz Mk. 2.-, 2. Platz Mk. 1.- $cr Vorverkauf findet tn der Hofbuchhandlung Vindernwrel und Scriba statt. Um das Liebeswerk für die vielen Taufen­den die das traurige Los der Gefangenschaft lange ertragen mußten, auszubauen, bedarf es der Opferwilligkeit unseres Vol­kes. Es darf wohl in Anbettacht dieses guten Zweckes eine starke Beteiligung an dieser Veranstaltung erwartet werden.

Wieder kein Zeitungskalender. Die Kriegswirtschaftsstelle für das deutsche Zeitungsgewerbe gibt schon jetzt bekannt, daß die Verfügung von Kalendern oder auch der Abdruck des Kalenders im Rahmen des Blattes wegen der Papierknappheit auch in diesem Jahre verboten und die Uebertretung dieses Ver­botes unter fttenge Sttafe gestellt ist. »Wenn die Hälfte des Papiers, auf das überflüssige bürokratische Verordnungen ge­ruckt werden, für Kalender vermeidet würden, so hätten wir solcher genug.

Bad-Rauheim, 17. Juli. Lrfzt-^agner-Abend in Kur. tapelle, Donnerstag, den 18. Juli im Konzerthcus. Solist. Adele aus der Ohe, Kgl. Preuß. Hofpianistin. Leitung: Hof­rat Profeffor Hans Winderstein. Die Vortragsordnung weist nur Werke der Leiden so innig verwandten Meister Liszt und Wagner auf. Von Liszt die sinfonische DichtungOrpheus" und fein effektvolles Klavierkonzert in Osäur, von Wagner die Ouvertüre zumFliegenden Holländer", das Siegfried-Idyll un.d das Vorspiel zu denMeistersinger von Nürnberg". Ferner spielt die hierorts bestens bekanrtte berühmte Pianistin, eine der her­vorragendsten Schülerinnen des Altmeisters. Franz Liszt-Noc­turne, die große Konzertetüde in Oes, den Gnomenrergen und schließlich die Tarantelle über Motive aus der OverDie Stumme von Porttci'' für Klavier allein von Liszt. Das' in- tereffante Programm dürfte voraussichtlich feine Anziehungs­kraft nicht verfehlen.

FO. Büdingen, 16. Juli. Der unmittelbare Bezug von Obst an den Verbraucher durch den Erzeuger ist verboten. Der Er. zeuger, der Obst gegen diese Bestimmung abgibt, wird mit Ge­fängnis und zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft.

FO. Alsfeld, 12. Juli. Auf dem letzten Viehmarkt stcndeu 528 Ferkel zum Verkauf. Das Paar kostete 90130 Mark.

Hanau, 15. Juli. Die Leiche des in der Kinzig ertrunkenen Schülers Heinrich Stein ist gestern At-end gelandet worden. Der junge Mann war beim Umkippen des Kahns unter diesen ge­ratewund von dem sinkenden Eefähtt mit in die Ti'efe gezogen worden. Gestern wurde der Kahn gehoben und die unter chm eingezwängt gewesene Leiche an die Oberfläche gespült.

FC. Vom Main, 16. Juli. Der Altmeister der Schisser- rutt Fifcherzunft in Ajchaffenburg, Franz Geiger ist im 82. Lebens- jahr gestorben.

Aus Starkenburg.

FC. Eroß-G-rau, 16. Juli. An einem Mast der Schuckert- Werke kletterte im Felde der achtjährige Junge des vor kurzem verstorbenen Schuhmachers "Schubert empor und wollte sich an den Drähten festhalten. Der kleine Körper verbrannte rasch und stürzte ab.

FC. Aus dem Odenwald, 16. Juli. In den Hauptorlen des Odenwalds werden jetzt 2.50 und 3. Mk. fürs Pfund Heidel­beeren verlangt und gezahlt.

Aus Rhemheffeu.

Mainz, 16. Juli. Ein Soldat als Raubmörder. Der Mord, welcher sich am Vormittage des 25. November 1917 in Wiesbaden im Hause Faulbrunnensttaße 12 ereignete, be- schäfttgte heute das hiesige Kriegsgericht. Des Riordes ange- klagt ist der Gefreite, ftühere Schneider, spater Gärtnerei-Hilfs­arbeiter Michael Krapczak. Er wird beschuldigt, die Besitzerin eines Kaffeehauses, Frau Ehret, während die Tochter in der Kirche war, ermordet und beraubt zu haben. Ueber die Tat ist seinerzeit ausführlich berichtet worden. In der Kaffette wurde als fehlend feftgeftellt: sieben Hundertmarkscheine, fünfund­

zwanzig Einmarkscheine, fünfzig Mark in Zwei, und Dreimark, stücken (meist Jubiläumsmünzen), eine Zigarettentafche. eine goldene Damen-Remo77toiruhr, eine silberne Damen-Remontoir. uhr mtt 2 Kettchen, verschiedene Ringe mtt echten Steinen, ein» goldene Uhrkette usw. Nach dem Ortsbefund war anzunehmen^ daß Frau Ehret entweder, während sie im Eafe mit dem Aus­raumen des Oftns beschäftigt war, in der Küche eia Geräusch gehört, sich dorthin begeben hatte und dann von dem zwischen Tür und Schrank versteckten Tater überfallen worden war, oder der Tater hatte sie überrascht, während sie sich am Ofen zu tun machte. Jedenfalls war der Mord verübt, bevor die Kassette geplündert wurde. Krapczak wurde verurteilt n. a. wegen Fahrrenflucht zu zroei Jahren Gefängnis, wegen Raub und Diebstahl zu 11 Jahren Zuchthaus, wegen vorsätzlicher, aber nicht mit Ueberlegung alwgeführter Tötung zu lebenslänglichem Zuchthaus. Ausstoßung aus dem Heere und dauerndem Ehrver­lust. Er hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

IC. Mainz,. Juli. Im vierten Stock des Hanfes Vauerngaffe 6, fetzte sich der 7jährige Schüler Willi Schmitt auf das Treppengeländer um hinab zu rutschen, Er betank das Uebergkwicht, stürzte ab und erlitt lebensgefährlkche Ver­letzungen.

Aus Hcsskn.Nassau.

FC. Vor 50 Jahren. Am 12 Juli dieses Jahres waren es 50 Jahre, daß Köniz Wilhelm von Preußen zum zweiienmale in Bad.Ems, in der ireuen Provinz Heffen-Naffau, zum Kur­aufenthalt einttaf. In ferner Begleitung befand sich u. a. der Geheime Legationsrat Abeken. Einige Tage später ttas Bis- marck ebenfalls in Ems ein. Abeken sagt in seiner Lebeno-ge- schichte über den damaligen Aufenthalt: In dieser zweiren

Juliv oche des Jahres 1868 gab es wirklich viel Interessantes:

Am Montag nachmittag fuhren wir nach Nassau, Graf Bismarch Keudell, Diest mtt einem angenehmen Assessor Hergenhan (spä­ter Polizeipräsident in Frankfurt a. M.) In Nassau ist das Wchnhüus des alten Herrn von Stein, mit dem von ihm zum Gedächtnis der Jahre 1813 bis 1815 angebauten Turme, in wel­chem sich sein Arbeitszimmer befand. In diesem stillen, beschei­denen Raume, in welchem der greise Atimster gewiß oft genue gedacht, gegrübelt. sich gegrämt, gewettert, auch wohl geflucht, öfter noch gebetet hat. um Deutschlands Zukunft, mtt Graf Bis. marck zu stehen, der mehr als irgend ein anderer Steins Werk fortgeführt, fast vollendet hat. war ein ergreifender Moment, in dem man den Gang der Geschichte zu hören und M sehen glauben konnte; zwei Geister, zwei Zetten reichten sich da die Hand, der Deutsche und der Preuße, 1813 und 1868 beide einer des anderen würdig! Dann fttegen wir den schönen Schloßberg hinauf, auf dem unten auf einem Vorsprung M* Stein'sche, oben auf dem Gipfel d-e naffauische Durgruiss stehen!

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ctta Hirsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyn er. Friedberg. Druck und Verlag derNeue» Lageszejtung^ A. (3., Friedbera l L.