Wm me krdi Liebe Leid geschah. •
Roman von Courths-Mahker.
5 -) Nachdruck verböte»
Ich komrte mir das alles nicht erklären. Aber ich wagte auch nicht, zu fragen und zu forschen, warum Du Dich nicht mit Helene verheiratet hattest. Es kam ein seltsames Gefühl über mich, eine Angst, ich könnte Helene zu viel geglaubt haben. Über dann holte ich den Brief hervor, den Helene mir gegeben hatte, — und der sagte mir, daß ich recht getan
Der Verdacht, Helene könnte ein frevles Spiel mit mir getrieben haben, kam mir nicht. Aber es keimte doch ein unbestimmtes leises Mißtrauen in mir.
Dann starb mein Mann — er starb sehr fung, nach wenigen Jahren. Ich betrauerte ihn herzlich, war er doch der Vater meines Kindes und mein bester, treuester Freund.
Als ich die Trauer verwunden hatte, kamen mir wieder die zweifelnden Fragen, warum Du Helene nicht geheiratet hattest, nachdem ich Dir den Weg zu ihr freigemacht hatte. Und schließlich konnte ich nicht anders — ich schrieb an Dich — fragte Dich, warum Du unoermählt geblieben warst und ob Du mir noch zürntest wegen meiner vermeintlichen Untreue.
Der Brief kam uneröffnet zurück, ebenso mehrere andere, die ich im Lauf der letzten Jahre schrieb. Aber endlich« war doch einer in Deine Hände gelangt — der letzte, den ich schrieb. Als ich auch darauf keine Antwort, kein Wort des Berzeihens erhielt, gab ich es auf. Ich nahm an, daß Du mir unversöhnlich grolltest, und fügte mich herein. Aber diese Deichte schrieb ich nun nieder für Dich, in der Hoffnung, daß Du sie lesen würdest, wenn ich nicht mehr am Leben bin. »
So gingen die Jahre hin. Meine Tochter wuchs heran, und eines Tages erzählte ich ihr die Geschichte meines verlorenen Glückes. Cie war es, die das leise, unruhige Mißtrauen in meiner Seele zu starkem Verdacht anfachte.
„Weißt du denn, ob deine Kusine Helene, die dich doch sicher haßte, nicht ein falsches Spiel mit dir trieb?" fragte sie mich.
Ich zeigte ihr Deinen Brief an Helene. Sie paßte die Stücke zusammen und las. Und als sie zu Ende war, fragte sie mich:
„Wer beweist dir denn, daß dieser Brief an Helene geschrie- ben war — und wer sagt dir, in welcher Zeit er geschrieben wurde? Er trägt ja kern Datum."
Ich sah sie erschrocken an.
„Helene sagte es mir doch selbst, daß Heinz ihr diesen Brief gegeben hat. Und daß er nach unserer Verlobung erst geschrieben wurde, beweist der Hinweis auf den Verlobungsving."
Meine Tochter schüttelte den Kopf.
„Gut — das Datum könnte festgestellt werden durch diesen Hinweis: aber nichts beweist, daß der Brief an Helene gerichtet war. Wenn nun dieser Brief nicht an dich gerichtet gewesen wäre? — Wenn er durch einen Zufall in Helenens Hände kam? Hast du ihn daraufhin einmal durchgelesen?"
Ich tastete nach dem Brief und las ihn unter diesem veränderten Gesichtspunkt durch. Es rüttelte an mir wie ein Sturm — aber ich wies diese Möglichkeit in dumpfer Angst von mir. Das konnte ja nicht fein.
Aber meine Tochter drang weiter in mich.
„Bedenke doch, wenn dein Detter Helene geliebt hätte, dann hätte er sie doch sicher geheiratet, nachdem du Ihn doch freigegeben hattest."
siw» watb tum Uttae Xodfitt gab »de s» bedenke». -k> es »icht möglich gewefe» fei» Vaste, daß Helene sich den Brief auf ander« Art verschalt hatte, »m ihn b enu tz en , «n Dich «ad mich zu entzweie». ^
Ich war wie im Fieber.
„Darm mag mir Gott Hölsen, de«» dann hätte ich durch meine Leichtgläubigkeit mich selbst and Heinz unglücklich gemacht," sagte ich voll Unruhe.
Ich wurde krank vor Erregung mrd meine Tochter suchte mich zu beruhigen. Aber die Zweifel saßen nun fest in meiner Seele. Ich las den durchge-risienen Brief wieder und wieder, und wenn ich mich nicht so elend und krank gefühlt hätte, wäre ich nach Deutschland gereist, wäre nach Birkenheim gekommen, um mir Gewißheit zu schaffen, ob ich in der qualvollen Zerrissenhat meiner Seele damals Dein und mein Gluck selbst vernichtet hatte.
Eine ruhige Stunde hatte ich seitdem nicht mehr. Ich fürchte auch, ich werde nie eine Antwort auf diese Frage bttommeir. Und nur einen brennenden Wunsch habe ich noch — daß du diese meine Auszeichnungen nach meinem Tod erhalten mögest. Ich weiß noch nicht, wie ich sie in Deine Hände gelangen lasten soll. Erhältst Du sie aber eines Tages, fallen Deine Augen auf diese Zeilen, dann wirst Du wenigstens wissen, wie es kam, daß ich von Dir ging und wirst mir verzeihen, um meiner Schmer, zen willen, wenn ich wirklich in meiner Leichtgläubigkeit Dein und mein Glück zerstört haben sollte. Wer löst mir diese quälende Frage?" —
Christa machte eine Pause. Sie sah auf HeitH von Birken- heim, der wie zu Stein erstarrt dasaß, die Stirn in die Hand gestützt.
Nach einer Weile sagte sie leise: „Nun kommt noch ein
kurzer Nachtrag zu diesen Worten ,den Maria von Platen zwei Tage vor ihrem Tod goschrieben hat.
Er lautet:
„Mein geliebter Heinz! Nun weiß ich es — wir waren die armen Opfer eines verbrecherischen, ränkevollen Weibes. Meine Unruhe war so groß geworden, daß ich Tag und Nacht keinen Frieden fand. Und da hörte ich von Bekannten, daß Graf Rudolf Steinau sich in Stockholm aufhielt. Ich wußte, er war einst Dem tteuester Freund, und ich schrieb ihm, bat ihn, zu mir zu kommen. Er kam, und ich konnte ihn fragen nach Deinem Ergehen. Er sagte mir, daß er noch in bester Verbindung mlt Dir sei. Und von ihm vernahm ich alles, was ich wisten wollte. Er erzählte mir auf meine Bitte, daß meine Unttoue — meine Untreue? Vater im Himmel? — Dir das Leben verbittert, Dich zu einem freudlosen Mann gemacht hatte. Und daß Du mich
-mich allein geliebt hast, so geliebt, daß Du keine andere
Frau an Deiner Seite dulden konntest. Weißt Du, mein Heinz, wie es da in meiner Seele aussah? Von Graf Steinau erfuhr ich auch, daß Helene Dir damals genau so in den Ohren lag wie mir. Sie hat Dir gesagt, ich liebe Platen urrd hätte Deine Händ nur angenommen, weil Du der reichste Besitzer von, Dir- kenheim warst. Ich zeigte Graf Steinau den Brief, den Helene mir als Beweis gegeben hatte. Er versicherte mir. Du habest ganz sicher niemals solch einen Brief an Helene geschrieben, dieser Brief lönnte nur an mich gerichtet gewesen sein, denn «ie hättest Du eine andere Frau geliebt, als mich. Das wisse er als Dein verttautester Freund aus Deinem eigenen Mund.
Heinz — lieber Heinz — weißt Du noch, wie grausam man sich an uns versündigt hat? Ich könnte blutige Tränen weinen.
BÄhvead ich qualvolle Schmerzen litt unter dem Bewußtsein, daß Du Helene liebtest, quältest Du Dich mit dem Gedanken, daß ich «icht Dich, sondern Fritz von Platen liebte. So entfremdeten wir uns und verzweifelten aneinander — und hatte« uns doch fo lieb, daß wir freudig für einander gestorben wären.
Graf Steinau behauptete auch. Du habest nie einen Brief von mir in die Hände bekommen, sonst hättest Du ihn nicht zu- rückgehen lassen. Du seiest weit davon entfernt, mir unversöhnlich zu grollen, wenn Dir auch meine vermeintliche Untreue all« Lebensfreude zerstört hatte.
Was er mir noch gesagt hat von seinen Vermutungen, wes. halb Helene wohl so schlecht an uns gehandelt hat. das will ich nicht weiter berühren. Ich stehe am Rand des Grabes und will meine Seele nicht noch mtt Haß und Verachtung füllen. Gott möge ihr verzeihen, was sie an uns gesündigt hat. Ich will es auch tun, wen es mir auch schwer, sehr schwer fällt.
Ich habe nun wenigstens die Eewißhett, daß Du diese Aufzeichnungen erhalten wirst. Mit der Post will ich sie Dir nicht senden, sonst könnten sie doch wieder in falsche Hände kommen. Ich will sie Dir in die Hände legen lassen von meiner Tochter, die mir geschworen hat, daß sie Dtt diese Blätter selbst überbringen wird nach meinem Tod.
Graf Steinau erzählte mir von Deinem Augenleiden. Es ist wohl schuld, daß meine Briefe nicht zu Dir drangen. Cie kamen sicher in die Hände, die einst unser Glück zerstörten. Graf Steinau war erschüttert und fassungslos, als ich ihm alles gebeichtet hatte, und er hat mir sein Wort gegeben, daß er dafür Sorge tragen wird, daß meine Botschaft Dich erreicht, daß meine Tochter vor Dein Angesicht kommen wird.
Das macht mir das Sterben leicht, mein lieber Heinz. Ich weiß nun, daß der Tag kommen wird, der alles forträumt, was zwischen uns stand, And wenn ich dann auch nicht mehr am Leben bin, so wird mir doch die Erde leicht fein. Ich weiß nun, daß Du meiner ohne Groll in stiller Wehmut gedenken wirst.
Und wenn ein letzter Wunsch von mir den Weg zu Deinem Herzen findet, so nimm meine Tochter freundlich bei Dir aus. Gestatte ihr, Dir das Leben etwas leichter und schöner zu gestalten. Sie weiß, was Du mir warst, weiß, was ich Dir in meiner Leichtgläubigkeit angetan habe und wird versuchen, an Dir gutzumachen, soviel in ihren Kräften steht, da sie es für mich in meinem Namen tut. Graf Steinau wird einen Weg finden, der sie, trotz der scharfen, wachsamen Augen, die Dich umgeben, zu Dir gelangen läßt. Mein Segen wird bei meiner Tochter sein, und meine Wünsche werden sie begleiten, bis sie vor Dir steht.
Leb' wohl, mein Heinz — Gott schenke Dtt einen friedlichen Lebensabend. Er mag ave Bitterkeit aus Deiner Seele lösen.
Ich las wieder und wieder den Brief, den mir Helene gab. Jetzt glaube ich fest daran, daß er für mich geschrieben war, weil Du nur nicht sagen konntest, was in Deiner Seele für mich lebte. Und bie Worte dieses Briefes klingen in meiner Seele aus wie eine fuße Melodie. Am liebsten nähme ich ihn mtt ins Grab. Aber er muß diese Beichte begleiten als Beweis für meine Worte.
Leb wohl, Heinz? Gin letztes Mal rufe ich Dtt diese Worte zu — ich fühle, daß mein Ende nahe ist. Lebe wobl — Gott schenke Dtt Frieden.
Deine bis zum Tod getreue
Maria."
Fortsetzung folgt.
Betr.: Die Vettilgung der Sperlinge.
Bekanntmachung
Die Landwirte führen berechtigte Klagen darüber, daß die Sperlinge sich im Laufe ds. Is. ganz außerordentlich vermehrt und in größeren Schwärmen an Fluchtäckern, namentlich in der Nähe der bewohnten Teile der Stadt und des Stadtteils Fauerbach. großen Schaden anrichten.
Ich ersuche hiermit diejenigen Einwohner der Stadt, die bereits zum Ab chießen der Sperlinge eine Schießerlaubnis in Händen haben, von dem Abschietzen der Schädlinge ausgiebigen Gebrauch zu machen.
Die Stadtverwaltung hat für die Ablieferung eines geröteten Sperlings, die in Zimmer Nr. 12 des Stadthauses während der üblichen Geschäftsstunden erfolgen kann, eine Belohnung von 19 Pfennige ausgesetzt.
Beim Einsangen oder Abschießen der Sperlinge dürfen na ürltch das Feldgetreide und die sonstigen Feldgewächse in keiner Weise beschädigt werden.
TiepolizeilicheErlaubniszum Abschießen der Sperlinge wird nur an Zuverlässige, mit einer Schießwaffe durchaus vertraute Leute erteilt. Falls das Schießen nach Sperlingen auf nicht eingefriedig- len Grunds!ücken sich ausdehnen soll, dann ist auch noch die schriftliche Genehmigung des betr. Jagd- Pächters erforderlich.
Frieöberg, den 17. Juli 1918.
Der Bürgermeister. m __ 2. V.: Damm.
Ferkel
sowie
Napsschalen
-u Futlerzwecken hat abzugeben
E. Witt in er,
Dotteufrlderhof btt Vilbel.
Kelraniitmachung.
Nächsten Donnerstag, den 18. d. Mts., verkaufen wir in der alten Post, Eingang von der alten Bahnhofsttaße aus, durch die hiesigen Eemü ehändler
frische grüne Erbsen
ohne Bezugsschein, das Pfund zu 47 Pfennig.
vormittags
von 8—10 Uhr für die Bezirke I und IRR. nachmittags
von 2—4 Uhr für Bezirk II.
Friedberg, den 17. Juli 1919.
Der Bürgermeister
(städt. Lebensmiiiel-Ausschuß) I. V.: Damm.
Holz - Versteigerung.
Montag, den 22. Juli, werden in den Forstorlen Ditzenberg und Thronerschlag versteigert:
11532 Eichen- und Virkenwellen und 900 Eichen-Ausjätungswellen (Backholz).
Zusammenkunft vormittags 9 Uhr an dem Schnittpunkt der Dunkelschneise und langen Schneise.
Friedberg, den 16. Juli 1918.
Freiherr!. Oberförsterei Ockstadt.
I. V.: Augst, Eroßh. Forstmeister.
Mille Landwirte i Mort al s. um a. 9.
Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Kronprinzenstratze 4L (Kronprinzenbau.) — Fernruf Römer 420tf 4 Bürostunden^ Momag, Dienstag, Donnerstag, Freitag, nachmittags oon 2—4 Uhr. — Eefchäftsanzeigen in diesem Raum mrr für mrserr Mitglieder; dieselben sind kostenlos, jedoch muß bei Aufgabe der Anzeige auf die Mitgliedschaft hingewiesen werden.
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i'&ftug durch Tltrarzfe. Prospekle grs«r<ßrcfft
70—80 Zentner Tragkraft, zu verkaufen
Mch.Siinon Silos,
Maurermeister, Ober-Erlenbach.
Milenkarten "SÄ"
NnuTogesM»,- Druckerei r.KnlH.-L.
Dr.Plate. Brügge iw.
Wte-Wm-Kmin Mberg.
Frettag. den IS. Juli, abends 8 Uhr. in der Turnhalle der Augustinerschule:
Vortrag
mit anschließender freier Aussprache, von Dr. R. Strecker, Direktor der Schillerschule. Privatdozent der Pädagogik an der Universität Gießen, über:
Ausgaben «.Aussichten einer „Frauenschule* in Friebberg.
Eintritt frei. Jeder willkommen, der sich für die Fragen einer zeitgemäßen Mädchenerziehung interessiert.
VE" Putzl "HW
Modistin,
die flott garnieren kann, zum baldigen Eintritt gesucht. Angebote unter Nr. 1345 an die Geschäftsstelle der „Neue« Tageszeitung."
Nein teilt ist vier feinet!
Schlafzimmer, S
KÜChen stehen 2
G. M. ReuO
Kaiserstrasse 6
peisezimmer,
:um Verkaut
, Friedberg,
7, alte Post.
in verschiedenen Ausführungen hält vorrätig
Heinrich Hilter, Schreinermeister,
SchQUenraiii 11 Fl*iGCllb 6 P{J i« H* Schützenrata 11
Bekanntmachung
Die hiesigen Landwirte, die für das kommende Erntejahr da» Recht der
Brotgetreide-
Selbstversorgung
in Anspruch nehmen wollen, werden aufgefordert, dies bis zum 20. ds. Mts. auf Zimmer Nr. 4 des Stadthauses unter Angabe der Zahl der zu versorgenden Personen zu melden.
Friedberg, den 15. Juli 1918. Der Bürgermeister I. B.: Damm.
Friedberg, Schützenrain 5, ist am Freitag, den 19. Juki, von 3 bis 5 Uhr geöffnet.
Bitte ausschneiden und aulheben I Sefrf rtdilia I
Eine Senkung
Hosenträger-
Ersatzteile
aus I^eder,Ia.Quali* tat, eingetroffen.
Ausserdem eine
ilauenscndung
Schnürriemen,
die auch in grösseren Quantitäten abgegeben werden.
Frledbtro Io Hessen,
Kaiserstrasse 51, gegenüb. d. Engelapotheke.
1 starkes Bolamm
zu verkaufen.
I-hanurs Inas Vl, SirchzS«-.'


