Dummer 164 Dienstag, den 16. Juli 1918 II. Zayrgang.
9*? , nie (• rtnc»?eiim*c“ erjcheint ieLen Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Zauer aus Hessen", „Die Spirrustnbr". Oe?«gspreio: Bei den Pojtanstaltsn vlerleliährlich Att. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld; dei den Aoenlen mona'lich 85 Psg. einschließlich Trägerlohn. Anrergen: Grundzeile 25 Psg., lokale 20 '1%, 'Anzeigen von auswärts werden durch Pctztnachnatzme schoben. E ullungsori Fttedberg. ZchrifLlsrtrnrg und Verlag ?riedbern r -öencrt) -nauentrsBe 12. ^ernwrechsr 48. Zoiti beck-Lonts '.4c. 4359. '!-nt vrankfurt a. M.
Der neue
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Südwestlich und östlich uon Keims in Teilen der sranßöstdchen Stellung eingedrnugen»
16560 Tonnen versenkt. — • Graf Sirrrmr über die Srirgsziele und das Dündnis mit Keutjchland.
! Der deutsche Genernlstab jj meldet: == ==^= b
W T. Trotzes Hauntguartter. den
15. JrrLi. Amtttch.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Südwestlich von Apern griff der Feind gestern früh nach starker Feuervorbereitung an und drang in geringer Breite in unser Kampfgelände ein. Beiderseits der Lys tagsüber Artillerietätigkeit; sie lebte am Abend auch an der übrigen Front auf.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Zwischen Aisne und Marne blieb die Gefechtstätiqkeit lebhaft. Oertliche Infanteriegefechte südlich von St. Pierre- vigle und im Savieres-Grunde.
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Leutnant Loewenhardt errang seinen 35. Ln'?"eg.
Der Erste Gencralquartiernieistcr: L u d e n d o r s f.
Al-eirdberrcht.
BerUn, 15. Juli, abends. (WB. Amtlich.) Südwestlich und östlich von Reims drangen wir in Teile der französischen Stellungen ein.
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Französischer Bericht vom 15. Juli. 2 Uhr nachmittags. Nach einer kurzen Artillerievorbereitung griffen die Deutschen heute Morgen von- Chateau-Thierry bis Main de Massiges an. Unsere Truppen halten de.n Anstoß des Feindes auf einer Front von zirka 80 Kilometer tapfer aus. Die Schlacht nimmt ihren Fortgang.
sHrHlerreichilche Osneralstab |j i .-.- meldet: ="J
Wien» 15. Juli. (WB) Amtlich wird verlautbart: An den Gebirgsfronten ist beiderseits die Artillerieiätigkeit lebhaft.
Der Chef des Genernlstabcs.
Die Kämpfe im Westen.
Vrlin, 15. Juli. (WB.) Nordwestlich des Zillebekersees rmd westlich des Dorfes Kemmel wurden gestern unter Einbe- halt von Eefang-enen feindliche Patrouillenvorstöße abgewiesen. Bon Ppern bis zum Kanal von La Vassee lebte die Ärtillerie- tätigkeit auf und hielt auch in den Nachtstunden an. Erhöhte Gesechtstätigkeit im Abschnitt Voormezele-Kemmel. Eigenes Artilleriefeuer erzielte Brandwirknng auf die Stahlwerke von Verquin. Eine größere feindliche Patrouille, die südwestlich Vucquoy vorging, wurde abgewiesen. Südlich der Aisne gesteigerte Artillerietätigkeit. Fm Abschnitt südlich von Pierre-Aigle und Saviere lebte die Gesechtstätigkeit wieder auf. Wir machten Gefangene. Compiegne lag auch gestern wieder unter unserem Feuer.
16560 Tonnen versenkt.
Berlin, 14. Juli. (WB. Amtlich.) Im Sperrgebiet irm England wurden durch die Tätigkeit unserer U-Boote , 16 500 Brutto-Register-Tonnen feindlichen Handelsschiffs- rauurs vernichtet.
Der Chef des AdmiralstabeS der Marine.
Rußland.
Die Vorgänge an der Mnrman-Küste.
Ueber Nord-Norwegen wird der „Bossischen Zeitung" berichtet: Nach in Alexandrowsk eingelaufenen Nachrichten soll General Kikel zum Befehlshaber über die von Murman aus cperierenden alliierten Strettkräfte ausersehen sein? Anfang dieser Woche find in Alexandrowsk drei weitere deutsche Transporte eingelaufen. In Kandalatsch und Kem find ordentliche Wcrbebnreaus errichtet, die der örtlichen Bevölkerung bei Eintritt in die alliiert«» Truoven 150 Rubel oro Mann und Mo.
nat versprechen. Bisher soll die Anwerbung von etwa 2000 Mann bereits gelungen sein. Wie ferner gemeldet wird, Hai sich Admiral Kemp nach Archangelsk begeben, um dort den auf direktem Seeweg aus England ankomnrenden Sir Föhn Bucka- nan zu erwarten. Vuchanan wird begleitet u. a. von dem Legationsrat Bruce und dem früheren britischen Militärattaches in Petersburg Oberst Knox. Der in Archangelsk trotz und neben der britischen Gewaltherrschaft noch immer fungierende örtliche Sowjet hat aufgrund des neuen Erlasses der Moskauer Negierung, wonach der Personenverkehr nach und aus Archangelsk verboten wird, die Arbeiterorganisation der Eisenbahn Archangelsk-Wologda angewiesen, Vuchanan die Weiterreise zu verweigern.
Archangelsk in den Händen der Bolschewik!?
Basel, 15. Juli. Die „Morning Post" meldet, daß die eng. lische Truppenabteilung an der Murmanküste um 1500 Mann verstärkt wurde, die am letzten Donnerstag dort ansgeschifst worden sind. Archangelsk ist wieder von Bolschewikitruppen besetzt.
Erfolge der Nätetruxpen.
Moskau, 14. Juli. (WB.) Pressemeldungen zufolge sind Sysram und Bugu-ly von den Nätetruppen genommen worden, die auch auf Stawropol oorrücken Der Abschnitt Nikola-jewsk befindet sich gleichfalls in der Hand der Rezierungstruppen. An der Front Tscheljabinsk und Fekaterinburg wird von einer Unzufriedenheit der tschechischen Truppen mit ihren Führern berichtet. Aus Sibirien wird berichtet, daß sich die Verhandlungen zwischen der sibirischen Negierung und Japan wegen der zu schweren Bedingungen, die Japan für seine Hilfe stellt, hin- ziehen. Die Sitzung des allrussischen Sowjetkongresses am 9. Juli wurde von Trotzki mit einem Veriäst über die Unter, drückung des Aufstandes der linken Sozialrevolutionäre eröffnet.
Der Kampf gegen die Sozialrevolutionäre.
Moskau, 12. Juli. (WB.) Die Presse bringt Kund- OeBimgen verschiedener Arbeiterorganisationen und einzelner Parteimitglieder der linken Sozialrevolutionäre, die die Handlungsweise der Partei verurteilen. Ebenso wird berichtet, daß ein Teil der linken Sozialrevolutionäre zu den Bolschewik:, ein Teil zu den rechten Sozialrevolutionären übergegangen sei.
„Prawda" veröffenticht folgende Entschließung des allrussischen Nätekongresses: „Die Organisatoren und Teil-
nehmer am Gesandtemord und an den Aufständen haben ihre Stellung als Nätepartei und die amtliche Stellung ihrer Mitglieder mißbraucht. Der Kongreß verlangt eine strenge Bestrafung der. Verbrecher. Die Sowjetteile der linken Sozialrevolutionäre sind solidarisch mit den Verbrechern. Für solche Organisatoren ist kein Platz in den Deputierten- räten. Die Hauptaufgabe der Rätegewalt ist die Erhaltung des Friedens. Nur im Falle eines fremden Vormarsches ist es Pflicht aller Arbeiter, Bauern und ehrlicher Bürger, das Land gegen die Imperialisten zu verteidigen."
Die Sitzung des allrussischen Sowjetkongresses am 9. Juli wurde von Trotzki mit einen: Bericht über die Unterdrückung des Aufstandes der linken Sozialrevolutionäre eröffnet. Er führte aus, daß kein denkender Bauer, Arbeiter und Sldat den Krieg mit-Deutschland neu zu beginnen wünscht.
Des Attentat gegen den Zaren.
Der schwedische Leutnant Barkinan, der soeben aus Rutz- land nach Stockholm zurückgokehrt ist, wo er im Aufträge des schwedischen Roten Kreuzes die Gefangenenlager besichtigt hatte, bestätigt, daß der Zar nicht ermordet worden fei. Leutnant Varkman traf, laut „Voss. Ztg.", in Perun eine völlig vertrauenswürdige Persönlichkeit, die in Fekaterinburg während des dort gegen den Zaren gerichteten Attentats anwesend war. Nach deren Aussagen spielte sich das Attentat folgendermaßen ab: Ein gutgekleideter Mann warf beim Vorübergehen vor
dem von der Zarenfamilie bewohnten Haufe eine Bombe in das Vorzimmer, die auch explodierte, ohne jedoch den Zaren zu treffen, der sich in den inneren Gemächern befand. Fm entstandenen Tumult gelang es dem Attentäter, zu entfliehen. Der Thronfolger aber, der ohnehin in der letzten Zeit sehr leidend gewesen war. erlttt vor Schreck einen Nervenschock und soll angeblich bald darauf gestorben sein. (Die Nachricht ist. wie so viele andere, mit Vorbehalt aufzunehmen.)
Graf Mirbachs Kestetzmur.
Harfi, 15. Juli. (WB.) Heute morgen gegen 10^ Nhr fand in der Ahnengruft des alten ehrwürdigen Ge- übleckts von Mirbach die Beisetzung der Leiche des in Moskau ermordeten kaiserlichen Gesandten Grafen Wilhebm v. Mirbach in einfacher aber würdiger Weise statt. Die im Schlosse aufgebahrte Leiche war mit einem Tuche in den deutschen Farben bedeckt. Zahlreiche Kränze waren am Sarge niedergelegt, darunter von Seiner Majestät dem Kaiser und Ihrer Majestät der Kaiserin, vom Reichskanzler Grafen Hertling, vom Auswärtigen Amt, von der russischen Sowjettegierung, von der bulgarischen und türkischen Gesandtschaft in Moskau, von den deutschen Offizieren in Rußland sowie von den deutschen Kriegsgefangenen in Rußland. Als Vertreter des Kaisers war Oberpräsident Freiherr v. Groote-Coblenz anwesend, als Vertreter des Answärttgen Amtes Unterstaatssekretär Freiherr v. Stumm und Geheimer Legationsrat v. Bassowitz; ferner war eine Abordnung der Sowjettegierung, an der Spitze Generalleutnant Sergei Odinhow erschienen, eine Vertretung des rheinischen Adels, eine Abordnung der Münster- scheu Kürassiere, denen der Verstorbene als Reserveoffizier angehörte, und Regierungspräsident v. Dalwigk-Aachew Nach der Einsegnung im Schlosse setzte sich der Leichenzug zur Kapelle in Bewegung. Der Pfarrer von Harff hielt die Beisetzungsansprache, in der er des erschütternden Ereignisses der Moskauer Mordtat gedachte und die Verdienst« des Verstorbenen würdigte.
Moskau, 14. Just. (WB.) Der mit der Vertretung der russischen Regierung bei der Beisetzung des verstorbenen Grafen Mirbach beauftragte General Sergei Jwanowitsch Odinzow ist der frühere Chef der 111. kaukasischen Division und derzeitiges Mtglied der russischen Friedensdelegation in Kiew.
öiuian öder Y\t KneMkle und das Mndnis mit DkiiüchliNid.
Wien, 15. Juli. WB.) Die den beiden Minister^ Präsidenten vom Minister des Ueußeren zugegangene Mitteilung über seine Auffassung der auswärttgen Lage besagt n. a.: In den gegnerischen Kriegszielen erkennen wir dre, Gruppen von Bestrebungen, mit denen versucht wird, da.- Fortsetzen des bluttgen Ringens zu rechtfertigen: 1. Freiheit aller Völker, die einen Weltbund bilden und ihre Streitig- keiten künftig schiedsgerichtlich austtagen; 2. Jede gegen» seitige Beherrschung muß ausgeschlossen sein; 3. Gebietsvep änderungen auf Kosten der Mittelmächte. Außerdem, ins- besondere bezüglich Oesterreich-Ungarns, innere Zerstückelungen zum Zwecke der Bildung neuer Staatswesen. — Sachlich stehen zwischn den kriegführenden Parteien eigentlich nur die Ziele territorialer Natur. Für Gerechtigkeit. Freiheit, Ehre, Völkerfrieden und Gleichberechtigung als Gebote einer zeitgemäßen politischen Auffassrrng wollen wir uns selbst einsetzen. Auch besteht in diesen allgemeinen Grundsätzen kaum ein Unterschied. Auch den neuen vier Punkten Wilsons werden wir warm zustimnren können. Wir sind immer bereit, mit allen Feinden in Friedensver- handlungen einzutreten. Sühne für getanes Unrecht können wir ihnen gegenüber mit viel mehr Recht verlangen; denn wir sind die Angegriffenen.
Ueber das Bündnis mit Deutschland sagte Bunan: Die ins Gemeinbewußtsein gedrungenen Erfahrungen aus langer Bündniszett veranlassen uns zu einem Ausbau des Bündnisses stteng nn Geiste des alten Vertrages im Einklang mit den Wünschen der überwiegenden Massen der Völker in befriedigender Lösung aller aus dem Kriege erstandenen Fragen. Der nerre Bündnisvertrag soll die viel» fachen wirtschaftlichen, militärischen und sonstigen Beziehungen den geänderten Verhältnissen anpassen sowie die nnt der Wiedergeburt Polens zusammenhängenden Fragen unter Rücksichtnahme ans die Wiinsche der Bevölkerung losen und über den Verhandlungen schnobt als oberster Grmidsatz. die Souveränität, die volle Parität und Unabhängigkeit der vertragschließenden Mächke. Das Bündnis soll auch künftig- * hin gegen niemand eine Bedrohung oder Unfreundlichkeit bedeuten.


