Uummer 163
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Montag, deu IS» Juli 1918
11. Jahrgang.
Oie ene Tageszeitnng" erjchemt ;eden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hessen", „Die Spirmssrrbe". Ke?ugspreis: Bei den PostanstalLen viertel iährkich Att. 2.49 hinzu tritt noch das Bestellgeld; bei oen 'Anenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anreigen: GrundzeUe 2b Pfg., lokale 20Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Potuabnadme ">^en. Eriüllunnsort Friedberg. Schriftleitung und- Verlag iriedbei-g (Hessen), <ianaueritratze 12. Ferniprecher 48. Bostjcheck-Lonto Nr. 485 », ilur .'-rantturt a. TI.
Davon 2i7 erbeutet. — Gertliche Kämpfe vn Westen. — Krbhafte ArtiUerietätzgueit am Gardasee.
15 500 Tonnen *u icuhf. — Der Dank Livlands.
Der deutsche Generalstab
— -- meldet: ===g
W. T. K. Großes KfarrzsL^rrarirer, drrr
13. Juli. Amtlich.
Westlicher Kriegsfchaupkatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Südwestlich von Bailleul wurden mehrfache Angriffe starker englischer Abteilungen abgewiesen. Ebenso scheiterten nächtliche Vorstöße des Feindes nördlich von Albert. Heftigem Feuerkanrpf auf dem Westufer der Avre folgten zwischen Castel und Mailly Teilangriffe der Franzosen, die der Feind am Nachmittage bei Mailly, am Abend in dem Kampfabschnitt nach erneuter stärkster Artillerie-Vorbereitung wiederholte. In Castel und im Gehöfte Anchin letzte sich der Feind fest. Oestlich dieser Linie brachen seine Angriffe in unseren: Gegenstoß zusammen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Zwischen Oise und Marne blieb die Gefechtstätigkeit rege. Erneute Vorstöße des Feindes nördlich von Long- pont und siidlich des Ourcq wurden abgewiesen.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
In den mittleren Vogesen und am Hartmannsweilerkopf lebte die Gefechtstätigkeit auf. Nordöstlich von Pont- a-Mousson und im Fave-Grunde scheiterten nächtliche Vorstöße des Feindes.
8m Juni wurden an den deutschen Fronten 468 feindliche Flugzeuge, davon 92 durch unsere Flugabwehrgeschütze, und 62 Fesselballone abgeschossen. Hiervon sind 217 Flugzeuge in unserem Besitz, der Rest ist jenseits dev gegnerischen Stellungen erkennbar abgestürzt.
Wir haben im Kampf 153 Flugzeuge und 51 Fessel- ballone verloren.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Abendbericht.
Berlin, 13. Juls, abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kcmrpfsronten nichts Neues.
W. T. Ä. Großes Hmrptqnartter, den
14. Juli. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht
# Auf dem Westufer der Avre tagsüber rege Artillerietätigkeit. Am Abend lebte sie auch an der iibrigen Front in Verbindung mit Erkundungsgefechten auf.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Oertliche Kämpfe am Walde von Villers-Cotterets. Nach starker Artillerievorbereitung griff der Feind am Abend westlich von Chateau-Thierry an. Er wurde blutig abgewiesen. Das nächtliche Störungsfeuer war zeitweilig lobhaft.
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Bei aufklärendem Wetter stießen unsere Bombengeschwader zu nächtlichen Angriffen gegen die feindlichen Bahnanlagen an der französischen Küste zwischen Dünkirchen— Boutogne—Abbeville, im Raume Lillers—St. Pol- Doullens sowie in der Gegend von Crepy en Valois und Villers-Cotterets vor.
Der Erste Generalquariiermeister: Ludendorsf.
Abendbericht.
Berlin, 14. Juli, abends. (WB. Amtlich.) Von den Kampffronten nichts Neues.
Der österreichische Generalstab
- meldet: -
Wien, 13. Juli. '(WB.) Amtlich wird verlautbart: An der venetianischen Gebirgsftont Aufklärungsgeplänkel. Sonst nichts von Belang.
Der Chef des GeneralstabeS, <
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Wien, 14. Juli. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Zwischen dom Garda-See und der Etsch war beiderseits das Geschützfeuer sehr lebhaft. An der venetianischen Gebirgsftont hat sich die Gefechtstätigkeit wieder gesteigert. Gestern warfen auf dem Sasso Rosso unsere Sicherungstruppen feindliche Erkundungsabteilungen zurück. Heute früh griffen italienische Bataillone südlich Asiago und nördlich des Monte di Val Bella vergebens an. Aull) ein Gefecht an dem Westhange des Brentatales endete zu unseren Gunsten .
In Albanien fühlen die Gegner gegen unsere neuen Widerstandslinien vor. Am Devo le-Tal wurde eine französische Eskadron abgewiesen.
Der Chef des Generalstabes.
Sofia, 12. Juli. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht.
Mazedonische Front: Zwischen Ochrida- und Prespa- See zersprengten wir durch Feuer eine französische Erkundungsabteilung. Südlich von Huma und östlich voin Wardar heftiges beiderseitiges Artilleriefeuer. In der Nähe der Struma-Mündung war das Feuer des Feindes zeitweilig lebhafter. Feindliche Flieger warfen Bomben auf das Dorf Subachkuy, östlich von Söres, wo mehrere Frauen und Kinder der Bevölkerung getötet oder verwundet wurden.
Das türkische Hailptquartier —— ■ meldet: —
Konstantinopel, 14. Juli. (WB. Nichtamtlich.-) Gene- ralstabsbericht.
Palästinafront: Zwischen der Küste und dem Jordan war die Gefechtstätigkeit gering. Oestlich vom Jordan lebte das feindliche Artilleriefeuer in der Nacht zum 12. Juli auf und hielt allch tagsüber heftig an. Am 11. Juli wurde ein feindliches Flugzeuggeschwader in der Richtung auf Konstantinopel gemeldet. Unsere Kampfflieger starteten und drängten das Geschwader im Luftkampf wieder zurück. Von den anderen Fronten nichts Neues.
15500 Tonnen versenkt.
Berlin, 13. Juli. (WTB. Amtlich.) Auf dem nördlichen Kriegsschauplatz vernichteten unsere U-Boote 15,500 Brnttoregistertonnen
feindlichen Handelsschiffsraums. Drei von den versenkten Danrpfern wurden aus starck gesicherten Geleitzügen herausgeschossen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Ein buntes Völkergemisch war es, das „U. . * vor wenigen Wochen nach der Versenkung eines englischen Zuckerdampfers im Atlantischen Ozean in den Rettungs- booten antraf. 79 Mann zählte die Besatzung, doch die allerwenigstens der Leute waren Engländer, in erster Linie nur die Offiziere und Maschinisten Die Mannschaft jedoch jedoch setzte sich aus afrikanischen und amerikanischn Negern, Malayen, Mongolen, Indern, Chinesen und Japanern neben einigen Europäern zusammen, auch wieder ein Beweis dafür, wie knapp die englische Handelsmarine heute an Seeleuten ist und mit was für, zweifellos zum größten Teil wenig geeigneten Ersatzleute sich die englischen Schiffe behelfen müssen.
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Amerikanische Opfer des U-BootkriegeS,
Genf, 13. Juli. „Daily Mail" meldet aus Newyork, daß das Schiffahrtsamt die Versenkung von 13 anlerikani^ scher: Schiffen im Momrt Juni bekanntgibt.
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Die Kämpfe tm Weste«.
Berlin, 14. Juli. (WB.) Kr Flandern lebte die Ge- fechtstütigkeit zeitweilig cMf. Feindliche Erkundungsvor- tzöße wurden nördlich Nieuvort. nördlich und westlich von
Dpern und westlich Voormezeele abgewiesen. Ein erwarteter feindlicher Vorstoß südlich des Passchendaele-Kanals wurde bereits im Vorfelde aufgefangen und der Gegner im heftigen Nahkamps zurückgewiesen. An der Küste und im Kemmelgebiet hielt auch nachts die verstärkte Artillerie, tätigtest an. Der Gegner, der in der Nacht auf den 13. Jul: zwischen Veaumont und Hamel nach heftigen: Artilleriefeuer eingedrüngen war, wurde sofort wieder geworfen. In den gestern gemeldeten Kämpfen bei Castel wurden Gefangene eingebracht. Im dortigen Abschnitt war das Artilleriefeuer gesteigert. Eine in der Nacht auf den 13. Juli bei St. Maur angreifende starke feindliche Abteilung wurde im Gegenstoß zurückgeworfen. Ebenso wurden feind» liche Vorstöße westlich Montdidier und nordöstlich Cour- celles abgewiesen. Nach mehrstündiger Artillerie- und Minenwerfervorbereitung wurde gestern abend ein westlich der Suippes unternommener Erkundnngsvorstoß teils vor unseren Hindernissen, teils im Gegenstoß unter Einbehatt von Gefangenen abgewiesen. — Englische Flieger warfen wiederum Bomben auf Brügge ab, die Opfer unter der Zivilbevölkerung forderten und erheblichen Gebäudeschaden anrichteten.
Die aumikünildirn flkacr über Kgbleiij.
In der Nacht von: 10. zum 11. Jul: versuchte ein ame» rikanisches Geschwader von 6 Flugzeugen die Stadt Koblenz mit Bomben anzugreifen. Der Angriff scheiterte voll- kommen. Keines der Flugzeuge ist dazu gekommen, Bomben abzuwerfen. 5 Flugzeugen dieses Geschwaders wurde die Rückkehr über die eigenen Linien verwehrt; sie fielen sämtlich in unsere Hand. Die Besatzungen wurden bis auf wenige lebend gefangen. Seit über einem Jahre haben sich die Amerikaner wieder und wieder gerühmt, mit Tausenden von Flugzeugen die Städte Westdeutschlands in Schutt und Asche zu legen, und dem deutschen Volke durch ihre Luftwaffe eine entscheidende Niederlage zu bereiten, die alle Macht- mittel Englands und Frankreichs ihm nicht hatten bei- bringen können. Der gestnge Luftangriff war der erste größere selbständige Versuch der Amerikaner. Er ist kläglich gescheitert. Schmerzliche Erfahrungen am eigenen Leibe lehrten die an:erikanischen Flieger den Unterschied zwischen Prahlerei und Wirklichkeit.
Die (kmgrdMg des Grafen Mirbach.
Drr Hergang des Attentats wird in der Franff. Ztg." wte folgt geschildert: Heber die Vorgänge bei der Ermordung der Grafen Mirbach sind neue Einzelheiten aus Moskau eingetrof: sin: Die beiden Mörder hatten sich, wie bereits bekannt, durch gefälschte Schriftstücke und Ausweispapiere einen Empfang bei dem Gesandten erwirkt. Die Unt-ervedung fand in Gegenwart des Geheimrats Riezler und des Leutnants Müller statt. Die drei deutschen Herren hatten mit den beiden Mördern an einem Marmortisch in der Mitte des Zimmers Platz genommen. Auf der einen Seite des Tisches saßen die Mitglieder der Gesandt« schüft, auf der anderen die Rüsten. Die Herren saßen alle in niedrigen tiefen Lehnstühlen, was für die Ueberfallenen einen Nachteil, für die Mörder hingegen einen Vorteil bedeutete. Diese konnten auf diese Weise unauffällig unter der Platte des Marmortisches ihre Waffen bereit machen, während ihre Opfer in ihrer zurückgelehnten Lage ein bequemes Ziel boten und auch an schnellem Widerstand gehindert waren. Während der Unterredung begannen die Täter in ihren Aktenbündeln zu blättern, als ob sie irgend ein Papier suchte^ und durch die auf diese Weise entstandene Pause im Gespräch wrrde die Aufmerksamkeit der deutschen Herren abgelenkt. Während der Gesandte und seine Mitarbeiter glaubten, daß die Russen in ihr Material vertieft seien, hatten diese unter dem Tisch ihre Mafien hervorgezogen, und dann spielte sich die Mordtat in wenigen Sekmv den ab. Die Rüsten sprangen mit Revolvern auf und begänne« zu feuern. Der eine Mörder hatte den Gesandten aufs Kor« genommen, der andere hatte abwechselnd auf den Legationsrat Riezler und den Leutnant Müller gezielt. Eine Abwehr war für die Herren, die unbewaffnet waren, in den ersten Sekunde« nicht möglich. Der Gesandte war gleich bei den ersten Schüsse» schwer am Hintcrkops getroffen worden. Auf die Schüsse hi« eilten Leute aus dem Nebenzimmer herbei» und das war für die Mörder das Zeichen zur Flucht. Bevor sie zmn Fenster hinaussprangen, warf jeder von ihnen eine Handgranate. Rur eine von diesen explodierte. Die SvvurMückc trafen den Gra»


