einflußreichsten Wiener Werberroöken seil langem intrigiert wird, was das Bild dieses Mannes leicht entstellen kann. Die militärisch-politische Unterrockpolitik, die so manchem Kriegers- und Staatsmann Verlegenheiten bereitete — man denke an gewisse Bismarcksche Erlebnisse — soll derzeit im Hause Habsburg in verhängnisvoller Blüte stehen. Die „Rettung" Venedigs im Herbst 1917, die Nichtverwendung von den einen Durchbruch erleichternden Gasgranaten und auch andere Dinge werden in der österreich-ungarischen Armee und im Volke der Donaumonarchie von sehr ernsten Leuten der Unterrockpolitik zugeschrieben.
Im Reichstag
wurde die zweite Lesung des Branntwein-Monopols beendet und das Gesetz angenommen. Es folgte die Beratung des Gesetzes über den Absatz von Kalisalzen. Es wird entgegen dem Antrag des Ausschusses mit den erhöhten Sätzen der Regierung angenommen. Dann wird das Gesetz über die Zusammensetzung des Reichstags angenommen und schließlich in dritter Lesung die sämtlichen Stcuergesetze.
Kollchcrrnsmus von oben.
Seit mehr als drei Jahren ist nun das deutsche Volk Ver- fuchskarnickel für Eisenbartkuren staatssozialistischer Art, auf deren fortgesetzte Bariierung auf den verschiedenen Gebieten eine Unsumme bureaukratischen Witzes verwandt wird. Wieviel Schweiß mußte nicht auf grüne Tische tropfen, bis das Ernährungsproblem dadurch „gelöst" war, daß man es — dank sozialdemokratischer Einwirkung — statt in der Förderung der Produktion in der Aeußerlichkeit der Verteilungsfrage erblickte, und bis die Verärgerung und Erbitterung der Landbevölkerung, Erregung und Enttäuschung der Stadtbewohner, die Verhetzung von Stadt gegen Land in dem Grade erreicht war, dessen man sich nun schon seit geraumer Zeit erfreut. In welchem Umfange und mit welchem Erfolge der behördliche Stimmungsmord draußen auf dem Lande betrieben worden ist, davon ist in den Parlamenten durch Vertreter der Landwirtschaft genügend Zeugnis abgelegt worden, aber der breitesten Oeffent- lichkett eignet noch nicht in hinreichendem Matze das Verständnis dafür Sie hört zwar von den Schikanen, von dem Durch- stebern auch der Bauernhäuser bis in den letzten Winkel, von Willkürakten und gelegentlich dabei vorfallenden direkten Sachbeschädigungen, aber sie leidet noch nicht mit, und es läßt sie darum relativ kühl. Daß der Bauer kein Privatleben mehr hat, daß er bis in die Wöchnerinnenstube sozusagen auf offenem Markte wohnt, daß ein ganzer Berufsstand fortgesetzt irgend einer Strafbarkeit „hinreichend verdächtig" ist, man nimmt es hin wegen der schön gemalten Potjemkinschen Theaterkulisse der „restlosen Erfassung."
Es ist beinahe anzuerkennen, daß man jetzt behördlicher, feils daran geht, dieser Gleichgültigkeit der Stadtmenschheit ein Ende zu machen. Dadurch, daß wenigstens halbwegs für Parität gesorgt wird, daß man Maßnahmen trifft, um die städtische Bevölkerung ebenso zu verärgern wie das Land, wozu sich die sonstigen Kriegsverordnungen noch nicht als hinreichend erwiesen haben. Zu diesem Zweck soll zunächst der Gaul der Textilversorgung ebenso am Schwang auf gezäumt werden, wie der der Ernahrungsfrage. Bei der „Erfassung" ist man bereits wieder. Hinsichtlich der getragenen Märmerkleidung. Das heißt in diesem Zusammenhang: beim Eindringen in die Privatwohnung, beim Durchstöbern von Kisten und Kasten, beim Aufheben des störenden Begriffs „Privateigentum". Wehe dem — siehe den neuesten Ukas der Reichsentkleidungsftelle — der trotz allen Preiswuchers und aller bisherigen Bezugsschein- annehmlichkeiten das finanzielle Opfer einer Neuanschaffung sich glaubt zumuten zu müssen. Er ist von dem Augenblick dieses
Entschlusses an hinreichend verdächtig" und etlichen „Prüfungskommissionen" vogelfret in seines Hauses Burg ausgelieferb Glaubt er, von solcher PerspÄtioe durch freiwillige Ablieferung sich loszukaufen, so droht ihm zu einem späteren Zeitpunkte erneute Razzia auf — nach Meinung der Reichsentkleidungsstelle — entbehrliche Stücke, fiir die chm dann der bereits sattsam bekannte „Uebernahmeprels" bezahlt wird, der sich mit Recht der Beliebtheit eines jeden erfreut, dem er schon einmal „gewährt" wurde. Auf diesem einmal beschrittenen Wege wird weiter gewandert werden; schon spricht man von in Aussicht stehender Wäscheabgabe, die nur von Leuten erwogen werden kann, die dem weiblichen Gefühl, wenigstens dem gesunden, hausfraulichen, völlig verständnislos gegenüberstehen.
Man bleibt immer und in allem sorgfältig an der Oberfläche der Dinge, nimmt den Bedarf der Massen als eine vermeintlich feststehende Größe und deckt ihn auf dem bequemsten | Wege: durch Requisition.^ Ob nicht durch geeignete Maßnahmen eine erhebliche Reduktion des Bedarfs sich hätte erzielen lassen, ob nicht die ganze jetzt beliebte Art. ihn zu befriedigen, Raubbau an dem — allein tatsächlich feststehenden — vorhandenen Material darstellt, darüber hat man sich anscheinend nicht lange den Kopf zerbrochen. Statt systematisch sich einen Plan zu entwerfen, nachdem der Umfang der Rohstoffnot erkannt war. der vor allem dem Umstande Rechnung trug, daß Neuzufuhren an Rohstoffen in nennenswerter Menge nicht zu erwarten waren, und mit dem vorhandenen Material in rationellster Weise gewirtschaftet werden mußte, ließ man die Dinge treiben und hilft sich jetzt mit der obenerwähnten Eisenbartkur. Und die Debatten im Reichstag werden daran nichts mehr ändern. Denn wenn der kriegswirtschaftliche Amtsschimmel in Bewegung gesetzt ist, so wird er alsbald zwangsläufig.
Die gleichen Wege völliger Aeußerlichkeit scheinen auch in der Wohnungsfrage eingeschlagen zu werden. Es wird von Zivileinquartierung gesprochen und in Braunsmweig hat sie in gewissem Sinne bereits Gesetzeskraft erlangt. Daß dem heimkehrenden Krieger mit einem Unterschlupf in fremder Wohnung ebensowenig gedient ist wie dem Arbeiter mit dem Jackettanzug eines Kaufmanns oder Oberlehrers, spielt keine Rolle angesichts des anderseitigen Ergebnisses, daß es gelingt, hier wie dort die mittelständischen Opfernden aufs gründlichste zu verärgern. Ueber Regelung des Zuzugs, großzügige Wohnungsbeschaffung, Verteilung des Stroms der Heimkehrenden in die verschiedenen Vedarfekanäle. darüber wird man sich angeblich erst später unterhalten können. Zunächst handelt es sich darum, den Gaul auch hier wieder am Schwänze aufzuzäumem Rur eine Maßnahme treffen, die den Massen die Meinung beibriugt, es geschähe etwas, und geschähe vor allem mit der bei ihnen stets populären Rücksichtslosigkeit und Mißachtung gegen die Rechte anderer.
Jede neue Kriegsmaßnahme, mag sie an sich bereits ein erhebliches Opfer darstellen, wie die mannigfachen Enteignungen unb Beschlagnahmen bald dieses, bald jenes Materials, wird außerdem auch noch mit einer finanziellen Einbuße der Betroffenen verbunden. Niemand wird etwas gegen Metallbeschlagnahme und ähnliche Maßregeln sagen, insoweit sie für die Kriegführung notwendig sind. Daß aber dabei in kleinlichster Weise mit der Vergütung geknausert . gerade dem Mittelstände ein oft sehr empfindliches Opfer in barem Gelde zugemutet wird, das versteht man nicht in einer Zeit, wo Millionen leichten Herzens ausgegeben werden können, damit Munitionsarbeiter Sekt und „neue Reiche" Kreszenzweine für 120 Mark die Flasche trinken können.
Und nach welcher Richtung wirken die Folgen dieser Unmöglichkeiten? Für ein Paar Strümpfe wird ein jeglicher in Lie Versuchung geführt, eine falsche eidesstattliche Versicherung abzugeben. Und für ein Taschentuch sinnt er, wie er der Behörde ein Schnippchen schlägt. Leute, die noch keine der Ernährungsverordnungen übertreten, noch nicht geschleichhandelt. noch kein frisches Brot gegessen haben, gibt es nicht. Kann die
Mm nie durch Liebe Leid geschah.
Roman von Courths-Mahler.
54) Nachdruck verboten.
Ich war sehr verlegen, wenn Tante Anna so zu mir sprach und hatte doch den innigen Wunsch, Dir zu gefallen. Ich bat Tante flehentlich, um Gotteswillen Dir nichts davon zu sagen, daß sie eine Verbindung zwischen uns wünschte.
Aber sie hat es doch getan. Ich merkte zu meiner großen Verwirrung, daß Du Dich mehr mit mir zu beschäftigen begannst, wenn Du auch immer still und zurückhaltend bliebst.
Helene fiel es wohl auch auf, daß Du nun mehr meine Gesellschaft suchtest, und es gefiel ihr nicht. Sie war oft sehr ausfallend und gehässig zu mir, machte mir direkt Vorwürfe, daß ich Dir nachlaufe, und einmal sagte sie ganz unverhohlen: „Du denkst wohl, ich merke nicht, daß Dich Tante Anna mit Heinz zusammenbcingen will, aber es wird Euch alles nichts helfen. — Heinz hat sein Herz schon anderweitig verschenkt."
Ich war außer mir über diese häßlichen Worte und konnte sie doch nicht entschieden zurückweisen, weil ein Körnchen Wahrheit in ihren Worten war.
Trotz allem kannte mein Herz in jenen Tagen nur eine Sehnsucht — mir Deine Liebe zu erringen. Aber ich verbarg diese Sehnsucht scheu vor Deinen Augen.
In jener Zeit kam Fritz von Platen als Gast nach Frankenau. Ich lernte ihn kennen und merkte von Anfang an, daß ich einen tieren Eindruck auf ihn machte. Deshalb suchte ich ihm auszuweichen, ich wollte ihm keine Hoffnung machen.
Aber eines Tages führte der Zufall ein Alleinsein zwischen uns herbei. Da gestand er mir seine Liebe und bat mich, seine Frau zu werden. Ich erwiderte ihm wahrheitsgemäß, daß mein Herz einem anderen gehöre, und daß ihm sicher nicht mit einer Frau gedient wäre, die ihn nicht liebe. Er antwortete mir, daß ihn meine Liebe unsagbar glücklich gemacht haben würde, daß er sich aber auch glücklich schätzen würde, wenn ich ohne dies ßeine Frau werden wolle, falls sich meine Liebe als hoffnungs. las erweisen würde.
Er wollte sich in dieftrr Falle mit meiner Achtung und
Freundschaft begnügen. Seine Liebe rührte mich, es tat mir leid, ihn abweisen zu müssen, aber ich konnte mich nicht entschließen. ihm anzugehöven. War doch meine ganze Seele bei Dir — nur bei Dir.
Platen war sehr traurig, und ich war es auch, weil ich ihm nicht Helsen konnte. Aber dann kam ein großes, strahlendes Glück über mich, das mich alles andere auf eine kurze, selige Zeit vergessen ließ.
Es war einige Tage später — Du weißt, wir kehrten zu Fuße von einem Besuch in Frankenau zurück. Ich hatte Frau Sabine ein Bild von mir gebracht, um das sie mich gebeten hatte, und Du warst zufällig am Frankenauer Herrenhause vor- bcigerilten und trafst mich dort.
Um mich begleiten zu können, gingst Du zu Fuß mit mir zurück und führtest Dein Pferd am Zügel. Und unterwegs fragtest Du mich, ob ich Derne Frau werden wolle. Du sprachst nicht von Liebe, warbst um mich mit unsicheren, stockenden Worten. Ich war ja so glücklich, daß ich Deine Frau werden sollte. Erst später mußte ich darüber grübeln, weshalb Deine Werbung so stockend und unsicher gewesen war. und da dachte ich dann, daß Du nur unr mich geworben hattest, weil Tante Anna Dich dazu gedrängt hatte.
Auch Dein ganzes zurückhaltendes Verhalten als mein Verlobter bestätigte mir das. Aber ich liebte Dich und hoffte mit gläubiger Inbrunst, daß es mir gelingen würde, mir Deine Liebe zu erwerben. Ich war trotz allem glücklich. Aber mein Glück sollte nur weni^ kurze Tage währen.
Als Du am nächsten Tag bei Tisch unsere Verlobung verkündetest, gab es nur eine Person, die sich freute — das war Tante Anna. Helene und ihre Mutter wurden sehr bleich und Helene sah mich mit einem Blick an. daß ich erschauerte. Als sie mir mit kalten, erzwungenen Worten Glück wünschte, glühten mich ihre Augen haßerfüllt an.
Wir hatten uns innerlich nie mchegeftanden, aber daß sie mich haßte, erkannte ich erst an jenem Tage. Seltsamerweise suchte sie aber in der nächsten Zeit meine Gesellschaft mehr als zuvor, und sobald ich mit ihr allein war, machte sie mir rätsel. hafte Andeutungen darüber, daß Dich Tante Anna in Dein Un-
Achrung vor dem Gesetz und vor staatlicher Autorität überhaupt wirksamer systematisch ausgerottet werden als dadurch, daß morn an jede Alltäglichkeit eine Konfliktsmöglichkeit knüpft, alle 1• Minuten lang einen Anreiz nicht nur. fast eine Nötigung zu, Ueberlretung schafft? Der Geist der Unzuftiedenheit und be« (&eift der Unbotmätzigkeit sind die Ausstrahlungen dieses büro. kratlsierten Experimentaffozialismus. Leider sind die Leidtra- genden nicht die, denen wir zum erheblichen Teil diese Erbaulichkeiten verdanken, die Sozialisten selbst. Ihr Weizen steht bereits in Blüte,' hohe Behörden aber machen den Wind dazu zur Befruchtung. Und u»enn man den Aussichten für die weitere Entwicklung trauen darf, jo werden sie ob ihrer Erpichtheit auf Eisenbartkuren nicht einmal merken, wenn der Patient i* den letzten Zügen liegt.
Die steuer-scheue Korse.
Bon einem Parlamentarier erhalten wir folgende Ausführungen zu der Protestbewegung der Börsenkreise gegen geplante Erhöhung des Börsenumfatzstempels:
Die Börse wird sich hoffentlich darüber klar sein, daß st, mit ihrem Verhalten in der letzten Woche ihr möglichstes getan hat, sich die öffentliche Sympathie zu verscherzen. Är lärm, volles, mit faustdicken Uebertreibungen und Schlagworten arbeitendes Auftreten in der Presse und in Versammlungen mochte noch hingehen, obwohl schon diese Art wenig geeignet war, Eindruck an den in Betracht kommenden Stellen z, machen. Daß sie aber dazu überging, den Streik zu proklamie- ren, und an verschiedenen Provinzplätzen tatsächlich den Verkehr einstellte, ist schlechterdings auch für die mildeste Beurteilung untentschuldbar. Und das Bild ward dadurch nicht erhebender, daß sie in aller Geschwindigkeit zur Vernunft zurückkehrt«. allergische Militärbefehlshaber ihren Angehörigen Schützen- grabenaussichten macken. Die Börse, in ihrem Verkehr während des Krieges von den Hemmungen und Kontrollen des Börsen- gesetzes befreit, ist reichlich üppig geworden, sie hat von ihren gewaltigen Spekulationsgewinnen bisher noch keine besonderen Abgaben zu den Kriegslasten zu machen gehabt,' umso mehr verdient ihr jetziges Verhalten Verurteilung.
Worum handele es sich? Um eine steuerliche Belastung, die im Vergleich zu der manchen Gewerben auferlegten Steuerbürde. zu dem Umstaude, daß durch die Umsatzsteuer jeder Gegenstand so und so oft bis zum Konsumenten mit je 5 vom Tausend belastet ist, zu der Tatsache — worauf mit Recht die Sozial, demokratie hinweist — daß die indirekte Besteuerung wiederholß im Laufe des Krieges angezogen worden ist, wirklich keine Ungeheuerlichkeit darstellt. Der Stempel soll nach dem Antrag Eroeber künftig bei Publikumsgeschäften 2 vom'Tausend, während des Krieges 5 vom Tausend, bei Geschäften tm innere« Verkehr der Banken oder der Kulisse dagegen den zehnten Teil betragen Es ist bezeichnend, daß sich gegen den Friedensstempel die Protestaktion weniger richtet, ja daß die für ihn in der Regierungsvorlage vorgesehene Höhe von 3 vom Tausend nicht einmal allzu heftigen Widerspruch gefunden hatte, wah. rend die volle Wucht des Ansturmes dem für die Kriegszeit, und nur für sie, vorgesehenen Stempel von 5 vom Tausend gilt, obwohl er doch im Grunde den Charakter einer bescheidene« Ergänzung der Kriegsgewinnsteuer hat Die ganze Protestbewegung ist darauf eingestellt, es so erscheinen zu lassen, als handle es sich um eine dauernde Derssebzehnfachung des bisher!, gen Stempels, urrd hier und da ist gesagt worden, wenn erst einmal die 5 vom Tausend im Gesetz feien, so seien sie auch im Frieden nicht herauszubcingen. Demgegenüber ist zu sagen, daß sich niemand in den maßgebenden Stellen, insbesondere im Reichstag, dagegen sperren wird, eine entsprechende Sicherungs- klausel in das Gesetz aufzunehmen.
Run ist aber mit dem höheren Stempel für die Kriegszeit neben dem fiskalischen ein stark erzieherischer Zweck verbunden; er m der Richtung eines Zurückschraubens der wilden Spe-
glück Hineingetrieben habe. Sie sprach von Herzensirrungen und von sündhaften Einmischungen böser Menschen in das Schick- sal liebender Herzen.
Eines Abends kam sie, sehr spät noch, auf mein Zimmer. Und da legte sie mir plötzlich die Frage vor: „Bist du wirklich so wenig feinfühlig, Maria, daß du nicht merfft, wie unglücklich Heinz geworden ist. seit er sich mit dir verlobt hat?"
Ich erschrak bis ins tiefste Herz. Einen glücklichen Eindruck machtest Du allerdings nicht, das hatte ich schon voll Unruhe empfunden. Da es nun Helene aussprach, sah ich sie entsetzt an.
„Heinz unglücklich? Warum sollte er unglücklich sein? fragte ich zitternd. Sie sah mich starr an, so daß ich fror und wie gebannt in ihre Augen blickte.
„Das will ich dir sagen," erwiderte sie mit verhaltener Stimme. „Er ist unglücklich, weil er seine Hand ohne sein Herz verschenkt hat."
Ich hätte laut aufweinen mögen.
„Wie kannst du so etwas sagen, Helene?" fragte ich zitternd.
Sie bohrte ihre Augen starr in die meine.
„Stell dich doch nicht an, als wüßtest du nicht, daß Heinz dich mcht liebt. Aber Tante Anna, die mich haßt, hat gegen mich gehetzt und mich aus seinem Herzen zu drängen versucht, und du — du hast dich ihm aufgedrängt. hast ihm keine Ruhe gegeben, hast ihm Augen gemacht, als ob du ihn hypnotysieren wolltest — bis er dann gewaltsam von mir losgelöst war und um deine Hand anhielt."
Ich sah sie groß und erschrocken an.
„Helene, du tust mir weh!" sagte ich fassungslos.
Da fuhr sie auf.
„Hast du mir nicht tausendfach wehe getan, hast du mbk nicht das Herz gebrochen? Ich liebe Heinz, ttebe ihn, so lange ich denken kann — und er liebt mich. Aber ihr habt ihn mir entfremdet, habt ihn dazu gedrängt, sich mtt dir zu verloben.UnG nun er es getan hat. fft er Unglück!lch und sehnt ^ich nach mir. wie ich mich nach ihm. Mein Unglück wollte ich dir verzeihen, aber daß so Heinz so namenlos unglücklich machst — das ver-- öeihe ich dir me — ntemalsk Fortsetzung folgt.)


