Unmmer 102 _ Samstag, den 13. JE 1918 _ 11 . Jahrgang.
Dtf Ta.,e°?rttm,g« ».chemt ,«d«n Werkt-,. Regelinätzige Beilagen ,,S« |«nn r.m fcirra“, ..Die Spinn»-!,.-". Ke>u«spr-„- den Postanstalten o.er elrahrjtrfi 2 40
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Keigrrns ZnkNnit.
Annahme des MiMaidenkredUs. — Gin ganzes amerikanisches Lnfigefchmader nvgejcho^e».
30000 Tonnen nerjenkt.
Der deutsche Ge?sera!stak Z==?===z=zzz meldet: ..
M. T. Grsizes Hrrrr^r^«« risv. de»
IS. Irr!L. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Die Artillerietätigkeit lebte am Abend auf und steigerte sich während der Nacht zu kräftigen Feuerüberfällen auf Kampfstellungen und Hintergelände. Südwestlich von Dpern und Bailleul, sowie nördlich von Albert wurden stärkere Vorstöße, mehrfach Erkundungsabteilungen des Feindes abgewiefen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Zwischen Aisne und Marne blieb die Tätigkeit der Franzosen rege. In Vorfeldkämpfen am Walde von Vil- lers-Cotterets machten wir Gefangene. Oestlich von Neiins schlugen wir Erkundungsvorstöße des Feindes zurück.
*
Leutnant Necke! errang seinen 20. Lusisic^.
Von dem gestern im Anflug auf Koblenz ^meldeten amerikanischen Geschwader fiel auch das sechste Flugzeug durch Abschuß in unsere Hand.
Der Erste Generalquartiermcister: Ludendorsf.
Abendbericht.
Berit«, 12. $u«, abend?.' (WTB. Amtlich,)' Oertliche Kämpfe svilveftüch Baillenl und ans dem Westufer der Avre.
Der österreichische Generalstak meldet:
Wien. 12. Juli. (WTB. Nichtmutlich.) Amtlich wird verlautbart: Nirgends größere Kampfhandlungen.
Der Chef des Generalstabes.
Der bulgarische Generalstak
meldet: -.
Sofia, 10. Juli. (MB. Nichtamtlich.) Generalslabsbericht. Mazedonische Front: An mehreren Stellen der Front, besonders in der Gegend von Vitolia, im Gernabogen und an beid.n Seiten des Warüar war die Feuertätigteit beiderseits ziemlich heftig. Bei Altschak Mahle und Matschekowo zerstreuten unsere vorgeschobenen Einheiten durch Feuer feindliche Erkundungsabteilungen. Im Wardar-Tale lebhafte Lufttätigkeit des Feindes.
Das türkische Hauptquartier ff »== meldet:
Konstantinopcl, 11. Juli. (WB. Nichtamlich.) Generalstabsbericht.
Palästinafront: In der Nacht vom 9. zum 10. Juli
war im Küstenabschnitt und östlich der Küstenbahn die beider-. seitige Patrouillentätigkeit sehr rege. Während die feind- licheir Patronillen schon vor unseren Stellungen abgewiesen wurden, gelang es einer unserer Erknndnngsabteilungen i:a.ch Ueberwindung des feindlichen Drahthindernisses in die feindlichen Stellungen einzndringen und nach Erfüllung ihres Auftrages niit Beute zurückzukehren. Oestlich des Jordans stieß ain frühen Morgen des 10.. Juli eine eigene stärkere Erknndnngsabteilung zu beiden Seiten der Straße Teil Murin—Jericho nach dem feindlichen Brückenkopf vor. Der Feind warf unserer Abteilung eine Eskadron entgegen, die sich unter Zurücklassung von 30 Toten und 40 Pferden zurückziehen mußte. Der Führer der feindlichen Eskadron und ein Mann wurden als Gefangene eingebracht.
Afrika: Nachträglich wird gemeldet, daß in Tripolis ver durch unsere Truppen eingeschlossene Feind am 7. Mai *>- Js. einen heftige« Ausfallsversuch unternommen baL
Der Angriff wurde verlustreich zurückgeschlagen. — Am 18. Mai wurden die militärischen Anlagen der Stadt Hams durch unsere Artillerie stark beschossen. Am 19. Mai wurde ein aus der Gegend von Suwara vorgehender Kavallerie- zug durch unsere Truppen vertrieben. — Sonst keine besonderen Ereignisse.
30000 Tannen verdenkt.
Berlin, 11. Juli. (WTB. Amtlich.) Von unseren U- Booten sind im Kanal neuerdings 4 bewaffnete Dampfer mit zusammen
20 000 Bruttoregistertonnen versenkt worden.
Der Chef des Admirnlstabes der Marine.
Der |ldMfu??let' Der Schien.
Berlin, 12. Juli. (WB Amtlich.) Heber die Ausführungen, die der Reichskanzler heute vor dem Hauptausschuß über die belgische Frage gemacht hat, find in der Oeffentlichkeit Darstel. lungen verbreitet worden die Mißverständnisse Hervorrufen könnten. Mir geben daher nachstehend den in Betracht kommenden Teil der Kanzlcrrede ausführlich wieder. An- km'ipfend an seine gestrigen Darlegungen hat der Reichskanzler folgendes aiisgeführt'.
Was die
Zukunst Belgiens
betrifft, so bedeutet, wie ich gestern schon sagte, die Okkupation und der gegenwärtige Besitz Belgiens nur, daß wir ein F a u st- p f a n d für die künftigen Verhandlungen haben. Im Begriff des Faustpfandes liegt es. daß man das, was man als Faustpfand in der Hand hat, nicht behalten will, wenn die Verhandlungen zu einem günstigen Resultat geführt haben. Wie brab- sichtigen nicht, Belgien in irgend einer Form zu behalten. Wir wünschen, genau so wie ich schon am 24 . Februar gesagt habe, daß das nach dem Kriege wiedererstandene Belgien als selbstständiges Staatswesen, keinem als Vasall unterworfen, mit uns in guten, freundschaftlichen Verhältniffen lebe. Das ist der Standpunkt, den ich zu dem belgischen Problem von Anfang an eingenommen habe und auch heute noch einnehme.
Meine Herren! Diese Seite memc» Politik steht durchaus im Zusammenhang mit den allgemeinen Richtlinien, die ich Ihnen selbst dargelegt habe. Wir führen den Krieg als Ver. teidigungskrieg. Weil wir ihn als Verteidigungskrieg führen, weil uns von Anfang an jede imperialistische, jede auf die Weltherrschaft gerichtete Tendenz ferngelegen hat, darum werden auch unsere Friedensziele demenffprechen. Was wir wollen, das ist die Unversehrtheit unseres Territoriums, das ist fiele Luft für die Entwicklung unseres Volkes, insbesondere auf dem wirtschaftlichen Gebiete. Das ist natürlich auch die notwendige Sicherung für künftige schwierige Verhältnisse. Das trifft vollkommen auch für den Standpunkt zu, den ich Belgien gegenüber einnehme. Wie sich dieser Standpunkt aber im einzelnen festlegen läßt, das hängt von dorr künftigen Verhandlungen ab. Ich muß mich damit begnügen, diese allgemein maßgebenden Richtlinien hier nachdrücklich festgelegt zu haben.
Die Kriegskredite bewilligt.
Nach einer kurzen Aussprache, in der Abg. Warmuth (Deutsche Fraktion) seine Zustimmung und Ledebour (U. Soz.) sein Mißfallen über die Rede des Reichskanzlers ausgesprochen hatten, wurde der Nachtragsetat über die Kriegskredite von 15 Milliarden M ark bei Stimmenthaltung der Polen gegen die Stimmen der Unabhängigen Sozialdemokraten genehmigt.
irr Rälhgkanjltt wieder tut DrtiijrfqtsarHrr.
Berlin, 12. Juli. Reichskanzler Dr. Graf v. Hert-' li n g ist heute ins Große Hauptquartier zurückgekehrt. Admiral von Hinhe kehrt heute nach Kristiania zurück, rnn sich vom König zu verabschieden. Er wird wahrscheinlich im Verlaufe der nächsten Woche die Leitung der Geschäfte des Ans- wärügen Amtes übernehmen.
Dcr Friede Dijchen RHand und der Türkei.
Berlin, 12. Juli. (WTB. Amtlich.) Heute sind im Alts- wärtigen Amt in Berlin Livischen dem türkischen Botschafter
Hakki Pascha und dem bevollmächtigten Vertreter der rus. fischen sozialistischen föderaüven Sowjetrepublik, Herrn Joffe, die Naüfikationsurkunden zu dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk vom 3. März 1918 und zu dem türkisch- russischen Zusatzvertrag zu diesem Vertrage ausgetauschck worden.
Ein sküridsleiegrWm des fjOimm an den pniffr
Berlin, 12. Juli. Der Hetman der Ukraine, Skoro- padfki, hat anläßlich der Ermordung des Grafen Mirbach an den Kaiser folgendes Telegramm gerichtet:
Euerer kaiserliche und königliche Majestät wollen mir allergnädigst gestatten, daß ich, gleichzeitig im Namen des ukrainischen Volkes, meinem tiefen Schmerz Ausdruck gebe über den feigen Mord, dem der Botschafter Eurer Majestät in Moskau zum Opfer fiel. Durch die mächtige Hilfe des Deutschen Reiches zum staatlichen Leben wiedererstanden, trauert das ukrainische Volk um den Verlust eines Mannes, der sich immer als Freund der Ukraine bewährt hat.
Der Kaiser hat darauf folgendermaßen geantwortet?
Euere Exzellenz bitte Ich, den Ausdruck Meines besten Dankes für die Teilnahme entgegenzunehmen, die Sie Mir, zugleich namens des ukrainischen Volkes, anläßlich des fluchwürdigen Verbrechens an Meinem Gesandten in Moskau ausgesprochen haben.
Rnffrlche Enthüllungen.
Karlsruhe, 12. Juli. Das „Berner Jntelligenzblatt* meldet: Nach der russischen Pressekorrespondenz gibt daS
russische Kommissariat für das Auswärüge ein Blaubuch heraus, das die den Archiven des Ministeriums des Aeußern auf Indien bezüglichen Geheimdokumente enthält und als Motto das Wort trägt: Indien den Indern! Das Blaubuch soll den englischen Imperialismus bloßstellen.
In den nächsten Tagen wird Tfchitfcherin, der Kommissar für Auswärtiges, den Briefwechsel Zwischen dem Zaren und Kaiser Wilhelm veröffentlichen.
Dnruanien.
Die Anklage gegen Bratianu.
Bukarest, 12. Juli. (WV.) Aus Iaffy wirb amtlich gemeldet: Im Laufe der heutigen Kammersitzung verlas der Abg. Stroici einen parlamentarischen Initiativantrag auf Anklageerhebung gegen die früheren Minister Iouel Bratianu, Vintila Bratianu, Emil Costenescu, Alexandra Constantinescu, Bastle Mortzun Dr. Anghelescu und Tate Ianescu gemäß dem Gesetz über die ministerielle Verantwortlichkeit. Der Antrag ist begleitet von Anklagepunkten gegen die Regierung, die Rumänien in den unheilvollen Krieg verwickelt hat. Der Antrag war Gegenstand lebhaften Beifalls. Gemäß der Kammcrordnnng und dem Gesetz über die Ministevverantwortlichkeit wurde der Antrag den Bureaus der Versammlung überwiesen, die schnell die nötigen Formalitäten erledigen sollen.
Mmr WinttiM gegen Conrad v. höhendorff.
Aus Wiener hohen Militärkreisen wird der „Passauer Zeitung" gemeldet, daß die Wiener Hofklique, die gegen Conrad v. Hötzendorff intrigierte, weil er eine geschiedene Frau heiratete — was ihm die bigotte Ungnade einflußreichster Damen eintrug — neuerdings gegen ihn arbeitet und seine Entlassung betreibt. Erst erhielt der ftühere Generalstabschef ein undankbares Komnrando über wenig bewährte Truppen, und jetzt wird ihm die Schlappe in De- neüen zugeschoben. Die Angelegenheit Conrad soll im Parlament zur Sprache kommen, Interpellationen sind ange« kündigt«
In Wien wird neuerdings, so rneldet die „Paffauev Zeitung", der Heeresgruppe Conrads völliges Versage« vorgeworfen, weil sie nicht rascher aus dem Gebirge herauA zur Ebene hinunter kam und damit die Heeresgruppe Bo- rovic an der Piavesront entlastete. Conrad v. Hötzendorff galt in Oesterreich — in Deutschland enthielt man sich eineK Urteils — als der .Zindenburg" unserer Verbündeten. Wir können und wollen auch heute noch kein Urteil üb" Conrad fällen. Besonders nicht, weit gegen ihn von l-'


