Hause seinem Anträge zusttmmen. Ungeheuerlich ist die Zn- mutting, den Beamten am L Oktober 1919 eine einmalige Zulage von 250 Mark zu gewähren. Bei der Frage, ob unser Land die neuen Ausgaben zu tragen vermag — es dreht sich heute um eine Neuhewilligung von 6 Millionen Mark — ist zu berilck- stchLigen, daß wir uns hier wie überall in der Volkswirtschaft an ungeheure Summen gewöhnen. Aber unsere Sorge gilt der nächsten Zukunft, wobei zwei Dinge große Beruhigung gewähren: Wir werden 1917 wohl mit einem erheblichen Ueberschuß abschließen. Der Rückhalt für die Zukunft ist also gegeben. Die Einnahmen für das neue Jahr, sowohl aus Domänen wie aus direkten Steuern werden erheblich größer fein; hoffentlich sind sie so groß, daß wir nicht auf den Reststock I zuruckzugreifen brauchen. Wenn die Entwicklung bei den Eisenbahnen wie bisher weiter geht, werden wir im nächsten Jahre schon 2 Millionen Mark mehr aus anderen Einnahmen zu decken haben. Ob man die Hoffnungen auf Domänen und indirekten Steuern über 1919 hinaus legen darf, wird kein Mensch mit einiger Zuverlässigkeit sagen können. Der Staat als Arbeitgeber hat gewisie Pflichten und kann er diese nicht erfüllen, so müssen neue Wege gesucht werden. Auch ohne Vertretung der Beamtenschaft war .sich die Regierung ihrer Pflichten und des Verhältnisses zu der Beamtenschaft bewußt. Von den Verhandlungen mit den Vertretern der Beamtenschaft hätte ich ein anderes Ergebnis erwartet. Die Tatsache, daß sich die Vertreter der Beamtenschaft nicht einmütig hinter die Vorlage stellen, ist ein Mangel an Vertrauen zu der Regierung. Die einmütige Anerkennung der Vorlage von Seilen des Hauses und der Beamtenschaft wäre die beste Anerkennung der Großzügigkeit der Vorlage gewesen.
Abg. Schorn: Ich erkenne den wesentlichen Fortschritt,
den die Vorlage bringt, an. Aus sozialen Gesichtspunkten ist die Kinderzulage zu begrüßen. Mit dem Abg. Brauer Lin ich der Ansicht: Lieber weniger und gutbezahlte als viele und schlecht besoldete Beamte.
Abg. Dorsch (Bbd.): Es wäre besser gewesen, die Teuerungszulagen im vorigen Jahre zusammen zu gewähren. Der Hinweis auf Preußen erledigt sich durch die Notwendigkeit, daß man sich in den Einzelstaaten nach der Decke zu strecken hat. Es muß auch gesagt werden, daß neben den Beamten eine ganze Reihe anderer Berufsstände Kriegsopfer bringen. Gegenüber den andauernden Forderungen nach Zulagen ist Vorsicht am Platze.
Abg. Urstadt (Fortschr.) bedauert, daß für die Pensionäre nicht mehr heransgeschlagen wurde.
Die erfolgte Abstimmung ergibt einstimmige Annahme des Ausschußantrages gegen die Stimme des Abg. Bach, der in ei- üer späteren Bemerkung zur Geschäftsordnung seine Zustimmung zu dem Anträge nach Ablehnung seines Antrages erklärt.
EtnfttmmDg« Genehmigung erfahre« fodcmtt die Regterungs Vorlagen: Gesetzentwurf über Krtegv-uschläge zu dem Gebühre«
der Großh. Notare, Entwurf eines Gesetzes die Tagegelder und Reisekosten der Ständern itglt^rer, Gesetzentwurf, die zeitweise Erhöhung der Leistungen der Großh. Brand Versicherungsanstalt für Gebäude, den Bahnhof in Weinheim und die Beteiligung des hessischen Staates an der Geschäftsstelle der Retchsfutter« mitte lstelle betr.
Die Sitzung wird sodann auf Donnerstag #10 Uhr vertagt.
Vom Felde
der Ehre.
Friedberg-Fauerbach. Musketier H r ch. Damm, Sohn des Steinmetzmeisters Damm, bei einer Minenwer- ser-Abteilung im Westen, erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klaffe. Herzlicken Glückwunsch!
Ockstadt. Gefreiter Johann Grimmel im Feldartillerie- Regiment 259 wurde das Eiserne Kreuz und die Hess. Tapser- keitsmedaille verlieren. Wir gratulieren!
Södel. Fahrer Fritz Listmann, Sohn des verstorbenen Lehrers August Liftmcnur, erhielt wegen hervorragender Tapferkeit das Eiserne Kreuz zweiter Klasse.
Ans der- cheinrst.
FC. Frankfurt a. M, 10. Juli. Die Leiche des Kuustgärt- j ners Max Friedrich Bock wurde heute auf dem hiesigen Fried- I Hof zu Grabe getragen. Mit ihm dürfte wohl der letzte Teilnehmer an den am 18. September 1848 stattgehabten Frank- > furter Varikadenkampf dahingeschieden sein. Kaum 16jährig kämpfte er auf der an der alten ZeU und Ecke der Allerheiligen. ftraße errichteten großen Barikade gegen die hessen-darmstädtischen und preußischen Truppen. Er erlitt eine schwere Verwundung am linken Knie.
Ans Hessen-Nassau.
FC Wiesbaden. 10. Juli. An die Klosterpforte in Opladen klopfte eines Tages vor etwa vier Jahren der Viehhändler und Metzger Lazarus Harf aus Elberfeld an, sie wurde ihm aufge- tan und dem müden, gebrochenen Mann, der angab. von der Beerdigung seines im Lazarett verstorbenen Sohnes zu kommen, von der Schn oster Obdach gewährt und bewirtet. Der Schwester klagte der Wanderer, daß sein Reisegeld ausgegangen sei und bat um Unterstützung. Gerne wurde ihm diese bewilligt, zumal Harf versprach, den oorgeschossenen Betrag sofort wieder zurückzuschicken Harf ging und die Schwester wartete vergeblich auf
die zehn Mart. Inzwischen wurde Schwester Maria von Opladen nach dem Kloster bei Königstein im Taunus versetzt. Dort erschien eines Tages auch Harf und verlangte Auskunft über die Aufnahme einer Dame. Die geprellte Schwester erkannte den Wanderer sofort wieder. Harf. der auf einen sol- chen Empfang nicht vorbereitet war, ergriff die Flucht. Nach diesem Vorfall erschien Harf nach einigen Tagen wieder an der Klosterpforte. Jetzt aber wurde ec festgenommen. Die Strafkammer nahm den Gauner in eine Gefängnisstrafe von sech» Monaten.
FC Wiesbaden, 10. Juli. Im Gasthaus „Zum Bären" in Höchst a M. traf im April dieses Jahres der Taglöhner Füller aus Sossenheim mit den Taglöhnern Hepp und Hofmann zusammen. Man kneipte bis zum späten Abend, dann marschiere
ten alle drei gen Scssenbeim und Hopp holte dort, wie Füller angibt. dem Landwirt Jakob Klees ein Rind im Werte von 500 Mark aus dem Stalle. Auf einer nahen Wiese wurde da» Tier abgestochen und abgezogen. Füller stand heute vor der Strafkammer. Er behauptet, so betrunken gewesen zu sein, daß er von dem Diebstahl und der Geheimschlächterei absolut nichts mehr wisse und schob alle Schuld auf seine beiden jetzt im Heeresdienst befindlichen Komplizen. Um diese zu vernehmen, verfiel die Strafsache der Vertagung.
FC. Biebrich, 10. Juli. Ein Taglöhner wurde beim Obststehlen von einem russischen Gefangenen, der bei dem bestohlenen Landwirt in Arbeit steht, betroffen. Der Ertappte zog daber sein Messer und verletzte mit diesem schwer den Russen.
Rheinhesien.
FC. Kostheim, 10. Juli. Hier wurden fortgesetzt bei der Brotkommission Brotkarten gestohlen. Der Polizeiwachtmeister erwischte den Dieb. Es war ein hiesiger Hilfsschutzmann.
Offene Stellen:
4 Knechte, 5 Tagelöhner. 1 Knechtefamilie, t Müller, 1 Arbeiterfamilie. 1 Verwalter. 1 Melkerlehrling, 1 Schmi'd. 1 Schlosser, 1 Gießer. 1 Dreher. 6 Plattenleger, mehrere Fabrikarbeiter und -Arbeirerinnen. 6 Dienstmä'de. 10 Hausmädchen, 1 Monatsjrau, 1 MeUerin, 1 Flickerin. 1 Lehrmädchen.
Stellensuchende:
Mehrere Mellerfamilien und ledige Melker. 17 jähriger Schüler für Landwirtschaft. 1 Bürofräulein, 1 Wirtschafterin.
Perantwortlick für den politischen und lokalen Teil: Otto Hi rschel. Friedberg: ffir den Anzeigenteil: R. Heyn er. F riedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A G.. Friedbera i ^
Kekanntmachuug.
Samstag, den 13. JuU b. Js.
Brotkartenansgabe.
Bezirk I.
Altes Postgebüude L Stock. Nr.
1—150 151—300 301—450 451—600 601 u. höher
von 8—9 Uhr, „ 9-10 „
„ 10-11 „
„ H-12 .
.. 12-1 _
Bezirk IH-
Schule in Fauerbach.
Bezirk IX
Museumsgebäude Haagstr.
Nr. 1—150 von 8—9 „ 151-300 „ 0—10
„ 301—450 .. 10—11
1 451-645 M 11-12
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steht in unbeschrankten Mengen wie in Friedenszeiten nicht zur Verfügung. Durch Zuhilfenahme der Einmach-Tabletten ist aber die Verwertung der Früchte durchaus möglich, und es kann eine nachträgliche Versüßung der damit eingekochten Früchte durch Zucker oder auch künstliche Süßmittel (Süß-Stoff) noch nach Monaten erfolgen.
„Ohne Zucker" kocht daher dieses Jahr die praktische Hausfrau die Früchte ein und sorgt sür
einen wertvollen Brotausstrich für spätere Zeiten mit Hilfe der —— ^ »» mi .
Neu - Gehromil - iini4 - Tabletten li ^ irf w flrf w
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Bezirk II».
Altes Postgebände L Stock.
Nr. 646—800 von 8—9 Uhr» „ 801—950
_ 951—1100
„ 1101—1250 „ 1251 u. höher
9—10
10—11
11-12
12—1
1—150 von 8—9 Uhr 151 u. höher 9—10 „
Die vorstehende Zeiteinteilung ist genau zu beachten. Die Lebensmittelkarte ist vorzulegen.
Friedberg, den 11. Juli 1918.
Der Bürgermeister.
I. D.: Damm.
(Natrium benzoicum und Natrium cinnamyiicum „Merck")
»it 10 Mlttln 35 $«. SÄ” ffiäföS
Fabrikat der Firma 0*
E. Merck in Darmstadt ü Fruchtmus, Marmelade, Fruchtsast u. a. m. vor dem Verderben und sind vollständig unschädlich und beeinträchtigen weder Geschmack noch Nährwert der Früchte.
Mn so hanMt, sorgt für rineu mrlvollcu Kroloufflrich sür koi»me»-kn Dintrr.
Eine Tablette wird in 1 bis 2 Eßlöffel warmen Wassers gelöst und die Löiung dem abgekühlten, lauwarmen Obstsaft (Frucht) unter Umrühren zugesetzt.
Friedberg.
Unsere Kasse bleibt von jetzt ab an den
Samstag- Nachmittagen geschlossen.
Wir ersuchen die Herren Bürgermeister, dies im Interesse ihre» Ortsangehäri'-.en bekanntinachen zu lassen. - Friedberg, den 10. Juli 1918.
Der Vorstand.
^Eim Einkauf fordere man nur die Neu-.,Gedrovau"-Einmach-Tabletten — und verlange eine genaue Abhandlung, deren Durchsicht empfohlen wird.
Besonders sei noch auf die Broschüre „Praktische Obstverwertung ohne Zucker" von Dr. I. Kochs, Nahrungsmittelchemiker und Vorsteher der kgl. Gärtnerlehranstalt in Berlin-Dahlem, verwiesen. Diese steht dem Publikum in den Verkaufsstellen zum Preise von 25 Pfg. zur Verfügung.
Neu-„Eedrovan"-Einmach-Tabletten haben sich allein im Kriege millionenfach bewährt.
3h haben in den Apotheken, Trogtnhnndlnngen unD CcMjtk der LebenSmittelbeniilhe.
Niederlagen:
I. Baumeister Nächst, Friedberg. — Z. A. Windecker, Friedberg.
Emil Stamm, Friedberg.
111. Ruch L Co., Stuttgart, EbttlMau
Sämtlich Rechte der Firma K. ll. Ruoff &. Co^ Stuttgart. Nachdruck auch im Auszug verboten.
Betr.: Das Sammeln von Lindenblüten, hier; die Beschädigung der Lindenbäume innerhalb der Stadt Friedberg und des Stadtteils Fauerbach.
Dclranntmachuug
Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß das Besteigen der städtischen Lindenbäume innerhalb der Stadt Fried- berg und des Stadtteils Fauerbach zum Zwecke des Abbreckens oder Abschneidens von Lindenblüten wegen der dadurch seither veranlaßten groben Beschädigungen der Bäume, namentlich auch für Schulkinder, gänzlich untersagt ist.
Der Bürgermeister wird, insoweit zum Brechen u. Sammeln der Blüten ein Bedürfnis vorliegt, dafür sorgen, daß durch Annahme geeigneter Leute diele unter Verwendung von nur Stell- Leitem und geeigneten Werkzeugen ohne Beschädigung der Bäume aewonnen und an Stellen.
die sich sür solche interessieren,
geg. Bezahlung abgesührt werden.
Fernere Beichädigungen der Lindenbäume durch Abreißen der Lindenblüten werden Unnachsicht» lich zur Bestrafung anaezeigt. Frredberg, den 11. Juli 1918. Der Bürgermeister I. V.: Damm.
Ein ehrlicher, fleißiger
•Ilfläl «**■“
gesucht. Friedberg, Ludwigstr. Ilst Kasino.
Kartons
f8r 5-, 10-u. 20-Pfd.-Pakete
sowie FeldpostkästcheR in
gross.Auswahl eilige trollen
Friedberg I. HL,
Kaiserstrasse 51, gegenüb. d. Engelapothcke.


