11* Jahrgang.
Rümmer 155 _ Freitag, den 5. Inli IS 18
vle .1 ene Tagesreitung" erscheint ,eden Werktag Regelmäßige Beilagen ..Der Kauer aus Kelsen". „Die Spinnstube". Ke?ugspreia: Bei den Postanstalten vier,eimmlich Mt 24t: hinzu tritt noch das Bestellgeld: >-ei ne- -enter. monatlich 85 Pfg. einschliehlich Trägerlolm. An?eigen: GrundzeUe 25 Psg., lokale 20 Prg.. Anzeigen von auswärts mecoen durch lZo lnachna'imtz erhoben. E>-fullunasor' .^riedbera. Hchriftleituna und Pertag ^riedberg lfie'sen). 'ranaueräratze 12. Fern'precher 48. Postj Heck-Lonto Rr. 1859. Amt Frankfurt a. R. ,
Reger Geschtthkampfan der Piavefront. — 14500 Tonnen versenkt. — Die Vorgänge an der Mnrmauünfl« Sultan Mnhamed V. -j% — Die preuhische Mahlreform in fünfter Lesung angenosum.ii.
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Der dentsche Generalltab
meldet: ^_
T. Ä. Großes Hauptquartier» dorr 4. Juli. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Nupprechi
Die Eefechtstätigkeit lebte am Abend iit einzelnen Abschnitten auf.
Seit frühem Morgen starkes Feuer des Feindes beiderseits der Somme. Hier haben sich Jnfanteriekämpfe entwickelt.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Heftige Teilangriffe der Franzosen nördlich der A i s n e. Oestlich oon Moulin-sous-Touvcnt wurde der Feind im Gegenstoß in unseren vorderen Kampslinien abgewiesen. Im übrigen brachen seine Angriffe ror unseren Hindernissen zusammen. Erneute Vorstöße des Gegners westlich oon Chateau-Thierry scheiterten.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Ein starker Vorstoß des Feindes aus dem östlichen Maas, «fer wurde atgewiesen Im Sundgau machten wir bei erfolg, reicher Unternehmung EefangenL
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Die Lage im Westen.
Berlin, 4. Juli. (WV.) Die Bedrohung von Paris infolge der letzten deutschen Offensive zwingt die Franzosen zu fortgesetzten Angriffen zwischen Oise nnd Marne, um durch Teilaktionen ihre Stellungen zu verbessern. Diese örtlichen Kampfhandlungen, die erfahrungsgemäß den Gegnern außerordentliche Verluste bei geringen Erfolgen kosten, sind der beste Beweis für die außerordentliche Wirkung der deutschen Offensive. Unter diesen Umständen berührt es eigenartig, wenn der Eiffelturm am 3. Juli 11 Uhr nachmittags von der letzten deutschen Offensive als einem unfruchtbaren Sieg des Kronprinzen spricht. Jmmer- hin ist es bemerkenswert, daß der französische Funkspruch wenigstens die Tatsache des Sieges zugibt. Im übrigen verlief der 9. Juli unter heftigen Patromllenkämpfen nordwestlich des Houthoulster Waldes, bei Merris, südlich Lens, bei Merry sowie auf dem Ostufer der Maas.
14500 Tonnen versenkt.
Berlin, 4. Juli. (WB. Amtlich.) Im Sperrgebiet um England wurden durch unsere U-Boote 14500 Brt. versenkt.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Leutnant Udet errang seinen 40., Leutnant Numey seinen 29. und 80. Luftsteg.
Der Erste Generalqnariiermeister: Ludendorsf.
Abrndlrerlcht.
Berlin, 4. Juli, abends. (WTB.) Amtlich. Beider- seils der S o m m e wurden starke englische Teilangriffe in unserem Kampfgelände zum Scheitern gebracht.
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Der österreichische Generalstab »;== meidet: --—
Wien, 4. Juli. Amtlich wird verlautbart: Der Geschützkampf ist an zahlreichen Abschnitten der Südfront außerordentlich rege. Bei Afiago und auf dem Monte Si- senrol scheiterten englische Stoßtruppunternehmen. Im Mündungsgebiet der Piave dauern die Kämpfe an.
Der Chef des GencralstabeS.
Die Lage an der Piave.
Wien, 3. Juli. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Nach mehrtätiger verhältnismäßiger Ruhe, welche wohl vor allein durch die erlittenen schweren Verluste des Feindes erzwungen war, hat sich die italienische Heeresleitung an einzelnen Abschnitten sowohl im Gebirge wie in der Ebene auch zu einem offensiven Vorgehen entschlossen. Beim Morgengrauen setzte gestern um 3 Uhr immer heftigere, stellenweise bis zum Trommmelfeuer gesteigerte Ar- tillerietätigkeit an der Front vom Montello bis zur Piave- mündung ein. Unmittelbar nördlich von San Doo erfolgte der Stoß, der sich hauptsächlich gegen das Piavedelta richtete. Hier trachtete sowohl im direkten Ansturm im Westen und int Süden, wie auf Ueberschiffungsmitteln die italienische Infanterie gleichzeitig im Mündungsgebiet des Flusses vor- zudriugen. Sie wurde überall nach erbittertem Kampfe, der bis zrtm Einbrüche der Dunkelheit dauerte, abgewehrt und erlitt außerordentlich schwere Verlttste. Nur bei Ehiesanuovo konnten die Italiener nach Neberschreiten der Sile sich in einem schmalen Geländestreifen am Westrande des Deltas festsetzen. Weiter nördlich wurde bei Zenzon der Versuch einer Abteilung, auf Kähnen das Ostufer der Piave zu erreichen, durch Feuer vereitelt.
Weniger einheitlich geleitet, aber gleichfalls sehr hart- Iwckig waren die italienischen Vorstöße an der Gebirgsfront beiderseits der Brenta. Alle Bemühungen des Gegners, hier über einzelne Punkte seiner Kampflinie vorn 16. Juni vor- -udringen. scheiterten an den unerschütterlichen Stellungen unserer braven Infanterie znm Teil schon unter der Wirkung des raschen Eingreifens unserer Artillerie. * a ^
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Berlin» 4. Juli. (WB. Nichtamtlich.) Furcht vor Minen und Unterseebooten, sowie die allgemeitren Kriegsvcrhältnisse halten heutzutage viele Handelsschiffe von der Benutzung des Cues-Kanals ab. Sie wählen tieber den sicheren Weg um das Kap der Guten Hoffnung, wenngleich damit mehr oder weniger große Zeitverluste verbunden find. So wollte auch der von unserem Hilfskreuzer „Wolf" seinerzeit aufgebrachte und später versenkte Dampfer „Hitachi Maru" von Japan nach England um das Kap fahren, und die holländischen Postdampfer, die früher den Reisenden erlaubten, in etwa 20 bis 24 Tagen von Holland über italienische Häfen nach Niederländisch.Jndien zu gelangen, gebrauchen heute für ihre Fahrt von Holland nach Batavia etwa zwei Monate. Der Rückgang des Sues-Kanal- Verkehrs spiegelt fich in dem folgenden Passus des Jahresbericht der Sues-Ecsellschaft ab:
„Die Wirkungen des Krieges haben fich hinsichtlich der Berkehrstätigkeit des Kanals 1918 stärker geltend gemacht, als ln den vorhergehenden Jahren. Vor einem Jahve mußten wir auf der neuen starken Herabdrückungen unseres Verkehrs verweisen, die durch den uneingeschränkten U-Voots-Krieg herbeigeführt waren: eine Zeitlang haben wir gefürchtet, noch we- Niger günstige Resultate berichten zu müssen als diejenigen, die wir jetzt unterbreiten: aber immerhin bettägt der Rückgang doch fast vier Millionen Tonnen." — Da die Derkehrsziffern in Rettotonnen ausgedrückt sind, weil nur nach diesen Kanalabgaben berechnet werden, find dem Kanal im letzten Jahre 6.7 Millionen Brt. ferngeblieben. Rechnet man mit der durchschnittlichen Größe von 4000 Brt. für ein Fahrzeug, so wären demirach im letzten Rechnungsjahr ungefähr 1700 Schiffe weniger durch den Kanal gefahren als im Vorjahr.
Ostende nnd Zeebrügge.
London, 3. Juli. (WB.)' Reutermeldung. George Lambert fragte, ob es richtig sei, daß deutsche Zerstörer, da Ostende und Zeebrügge gesperrt waren, am 27. 6. bei ihrem Entkommen die holländische Neutralität verletzten, indem sie in die Schelde einfuhren. Mac Namara erwiderte, davon sei nichts fefemnt, nnd es würde auch nicht angenonnnen, daß sich ein solcl^er Zwischenfall ereignet habe. Lambert fragte weiter, ob Zeebrügge und Ostende für feindliche Zer- störer gesperrt seien. Mac Namara antwortete: Ich kann zu dem, was ich die letzte Woche über die Einschließung der Zerstörer gesagt l)abe, nichts hinzufügen, aber wenn Lambert den Marincstabsck-ef sprechen will, so wird dieser ihm seine Gründe sagen, warum er glatlbt, daß derartiges sich nicht ereignete. .
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Erfolgreiche Tätigkeit nuferer Dombrngejchmader.
Unsere Bombengesck-wader waren in der Nacht vom 28. zum 29. und vom 29. zuin 30. Juni nnt großem Erfolge tätig. 100,000 Kilogramm Bomben wurden auf
Trltppenunterkünfte, Munitionslager, Bahnanlagen nnd Flugplätze geworfen. Zahlreiche Brände in den Zielen wurden beobachtet. Eigene Infanterie- und Schlaltslieger griffen aus niedrigen Höhen in den Kampf ein nnd über- schütteten die feindlichen Infanterie- nnd Batteriesiellunge? mit Maschinengewehrfener und Bomben. Der oft bewähr- Angriffsgeist unserer Jagdstreitkräfte fügte den Gegner > besonders schwere Verluste zu. In den letzten drei Tage des Juni wurden 37 feindliche Flugzeuge im Luftkamp und acht durch Flugabwehrkanonen abgeschossen. Uni-nv eigenen Verluste betrugen demgegenüber nur 14 abgeicl'.o - sene Flugzeuge nnd Ballone, fünf Flugzeuge werden vermißt.
Zum Fliegerangriff auf Poris.
Genf, 4. Juli. Die „Humamte" und andere links stehende Blätter veröffentlichen eine vollständige Liste de? Pariser Toten und Verwrtndeten, die Opfer der jüngster deutschen Fliegerstreife geworden sind. Die „Humanite' bemerkt: Ganz Paris kennt die Tragweite der in den in
neren Bezirken verursachten Zerstörungen aus eigenen An schaunngen, n«r die Zeitungen müssen die Blinder spielen.
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Das bedeutende Waffenlager des 8. französischen Ar* meekorps ist in einer Vorstadt von Orleans niedergebrannt Der „Petit Parisien" beziffert den Schaden auf mehrere Millionen Franken.
Sultan MchiMd Y. f.
Wien, 4 Juli. (WB.) Nach einer hier aus Konstante «opel eingelaufenen Meldung ist der S«l t a n gestern um 7 Uhr verschieden.
Sultan Muhamed folgte seinem Bruder Abdul Hamid nach dessen Entthronung am 27. April 1909 auf den Thron Er fügte sich sehr rasch in die Neuordnung der Dinge ein. Man kann wohl sagen, daß er der erste konstitutionelle Fürst der Türkei gewesen ist. der sich auch äußerlich stet- zurückhielt und anders als sein Bruder Abdul Hamid eine gewisse Popularität genoß.
Der neue Sultan.
W a h i d e d d i n ist geboren in Konstanttnopel am 12. Januar 1861. ES ist der jüngste Bruder des verstorbenen Sultans Michamed V. und der Sultane Murad V. und Mdul Hamid. Thronfolger ist jetzt Prinz Abdul-Medjid- Effendi, der am 27. Juni 1869 in Konstantinopel geboren ist, da nach den: türkischen Thronfolgegesetz der. älteste Prinz des Hauses und nicht der älteste Sohn des Sultans zur Regierung gelangt. Abdul-Medjid ist der älteste Sohn des 1876 verstorbenen Großsultans Mdul-Aziz-Chan, ei nes Vatersbntders des jetzt verstorbenen Sultans.
Die Dttgiinge an der IKiirmanbüftf.
Stockholm» 2. Juli. Rach verschiedenen Berichten scheinen fich an der Murmanküste allmählich wichtige Ereignisse vorzu- bereiten. Ein bekannter Zoologe, der dieser Tage von einer Forschuirgsrcise aus Nordruhla,rd nach Petersburg zurückgekehrt ist, hat laut einer Helfingforser Meldung des „Spenska Dag. blad" erzählt, daß die Entente an der Murmanküste Kriegsrwr- bereitungen tteffe. Im Hafen Murmarnsk sollen zwei englische und zwei französische, in der Petschengabucht ein französisä>es Kriegsschiff liegen. In Kaudalks sei ein Panzerzug mit Eng- ländern, Serben und Russen eingetroffen. Kem sei durch umfassende Arbeiten in eilte starke englisch Festung umgewandelt morden und habe eine Garnison von Engländern und russisck)«» Roten Gardisten. Die Lebensmittekzufuhr aus England sei regelmäßig und reichlich.
Mit diesen Nachrichten, die durch andere Berichte aus Fin« land und Nordnorwegen über bevorstehende militärische Oz>e. rationen übereinstimmen, ist vielleicht auch die neueste Biel- düng aus Helstngfocs in Zusammenhang zu bringen, daß di« Ausweisung sämtlicher Engländer aus Finland bevorstehe.
Moskau. 1. Juli. (WB.) Rach einer Meldung der ..Krav« naja Guseta" rtchletc Stnowjew an alle an der Murmanbahn« ltnie und an den Nordbahnen gelegenen Sowjets und alle Or»


