Wem nie dnch Liebe Leib geschah.
Roman von Courths.Mahler.
Nachdruck verboten.
Ganz hatte sie die Hoffnung darauf auch noch nicht aufgegeben.
Sie hatte heute wieder sehr sorgfältig Toilette gemacht. Ihr etwas fahlblon-des Haar war kunstvoll und sehr kleidsam von ihrer Zofe geordnet worden, und das tiefblaue Seidenkrepp- klcid, das sich au ihre schlanke Gestalt schmiegte, gab im Reflex ihren kalten Augen einen tieferen Glanz. Sie war sehr zrrfri^ den mit sich gewesen, als sie ihr Zimmer verlassen hatte,' aber als sie dann in der Halle mit Christa zusammentraf, fühlte sie mit innerem Grimm, daß diese ssch erlaubte, schöner cmszusehen als sie selbst
Christa batte sich, Ursulas Verlobungsfest zu Ehren, auch in ein Festkleid gehüllt. Es war freilich nur ein schlichtes, r eißttießendes Seidenkleid, ganz weiß gehalten und ohne jeden Schmuck, aber sie sah darin aus wie eine junge Kömgin. Und rrre die Baronesse nun einmal veranlagt war. ärgerte sie sich über Christas Schcnhert.
Airch die Baronin Haßbach war sehr verstimmt, daß die sunge Sekre'ärin eine stolzere, schönere und vornehmere Erschei. nung war. als ihre Tochter, und es war doch wieder ein tiefer Croll in ibr- m Nerzne gegen Graf Steinau, daß er dieses schöne Mädchen Biikenheim geschickt hatte.
Trotzdem zeigte sie sich Christa gegenüber von einer huldvollen Herablassung.
<-o herrschte in dem Wagen, in dem Herr von Virkenheim mit den beiden Damen fuhr, eine keineswegs freudige Stimmung.
_ Desto veranügter ging es in dem anderen Wagen zu. Graf war in sonnigster Laune. Die beiden Herren gaben sich b ri'ra gegenüber sehr artig und zuvorkomme,rd. Graf Joachim erzählte ibc lächelnd, wie sehr seine Braut für sie schwärme.
..Und ich schwärme mit, mein gnädiges Fräulein, erstens ans "Überzeugung und zweitens, um meine Braut nicht zu erzürnen," tagte er
Crista sah ihn lächelnd an
-Das ist lehr schmeichelhaft für mich, Graf Joachim. Aber mut fei " nn5i)iße£ Fräulein, sondern einfach Fräulein Hell-
„Wir sind ja allein."
«y S5e sotten sich daran gewöhnen, daß ich nur bin "I Cm ^ ßmut ' bt * Sekretärin Herrn von Virkenheims
..Ich hoffe, nur noch für kurze Zeit."
Bett.: Die "'^r-orgung der Be- votter mg der ^^adt Friedberg mit Fleisch.
§t'xm\ nmnljnng
u br.nge hierdurch zur öffent- Uchen Ncnnmls. daß der Verlauf von Rind- und 'Kalbfleisch sowie Wurst für die-e Woche am Freitag. den 5. Juli ,918, nachmtt- tajs von 1-6 Uhr in den fämt- hiesigen Metzgerläden statt-
ftndet.
^Schweinefleisch gelangt nicht zur
Die Verkaufszeit ist genau ein- zuhalien.
Znedverg, den 3. Juli 1918. Der Bürgermeister.
2. V.: Damm.
"Ja, Frä ulkein Ghrfföch -off« Äh auch," warf Gwf Ru- dolf et» ohne Wstcht habe ich Eie arrfgefordett, mtt
uns in einem Wagen za fahren. Ich konnte keine andere Ge- legenhekt erspähen, mit Ihnen zu sprechen. Also ich freue mich. Ihnen sagen zu dürfen, daß die Zeit der Komödie bald vorüber sein wird. Sie können bei nächster Gelegenhett die Maske ab- werfen. Ich hatte gestern eine längere Unterredung mit Herrn von Birkenheim, in deren Verlauf ich sondieren konnte in unserer Angelegenheit. Und zu meiner Frrude habe ich herausgefunden, daß wir nicht in Sorge zu fein brauchen, ihm eine schädliche Erregung zu verursachen. Ich überlasse es Ihnen, den günstigen Zeitpunkt abzupassen. Auch die Art, wie Sie sich ihm eröffnen wollen, bleibt Ihnen Vorbehalten. Die Hauptsache ist, daß die Baronin Haßbach und ihre Tochter nicht mißtrauisch weiden, bevor Sie Ihre Mission erfüllt haben."
Christa atmete ttef auf.
..Das ist nicht zu befürchten. Ich weiß, daß die Baronin mich für ganz ungefährlich hält. Sie hat mir ei« großes Zei. chcn ihres Vertrauens gegeben."
„Darf ich fragen, was das für ein Zeichen war?"
„Vor Ihnen habe ich keine Geheimnisse, Graf Steinau. Also die Baronin forderte mich neulich auf. Herrn von Birken- heim nach Kräften zu beeinflussen, daß er baldigst ein Testament machen möge."
„Ah, das ist mir sehr interessant."
„Das kann ich mir denken Sie sagte mir auch, daß sie bestimmt wisse, daß sie und ihre Tochter die Erbinnen von Birken, heim sein würden. Herr von Birkenheim habe das auch wiederholt ausgesprochen, und sie wünsche nicht etwa im eigenen Interesse, daß er ein Testament mache, aber es fei für alle Fälle besser, damit sein Wille dokumeniiett sei. Um mich gefügig zu machen, legte sie mir nahe, daß es doch möglich fei. daß Herr von Virkenheim auch für mich ein Legat aussetzen würde, und sie versprach mtt. sich dafür zu verwenden."
• »Ah — die Heine Baronin — damit also wollte sie bei Ihnen ihren Zweck erreichen."
v ~ ° ber ® ott Dank - hat sie sich damit an
dre falsche Adresse gewandt," sagte Graf Joachim.
„Und was haben Sie ihr geantwortet?" ftagte Graf Ru.
dolf.
werde, was ste mtr gesagt hat and gelegentlich di« Angelegenheit zur Sprache bringen würde.
Der alte Herr verneigte sich lächelnd.
»Da haben Sie sich als Diplomatin gezeigt."
Thrista zog die Stirn zusammen.
»Ich mag nicht lügen, wenn es nicht unbedingt sein mutz. Diese ganze Komodre widerstrebt mir ohnedies unsagbar. Aber
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d--r in'ÄI ° der Bekanntmachung über die Verbrauchsregelrmg 23 Mär! 1017 ^ Bewirtschaftung genommenen Nährmittel own 23. Mar 1SI7 wird für die tzttadt Friedbe.g folgendes bestimmt: Csiollen ausgegeben werden:
lrote '^en)°^^°^°°"'°'^"^d-rech.!gt° Kinder bi- zu 12 Jahren
auf die Mark- 45 der Nährmitteikarte B (rot) Kind-rgerftenmehl - - » j® „ „ B (ton Sa,» *
* " ^ >• .. B (rot) Suppen
(blaue Ravten) miBe bwkgetreid-verorgungsber-chtigt- Bevölkerung auf die Matte 54 der Nährmit.elkatte C (blau) Grieß " " " 56 " " 0 (blau) Graupen
" Wer die auf ihn entfallende Ware- ( ^e2M«e wird gesetzt — zu beziehen wünscht, hat unter Vorlage^ fettes Karte ber etnem hiesigen Kleinhändler bis zum 9. Juli eine Bestellung aufzugeben. Dabei ist darauf zu achten daß der Klein- ^^bler nur die betreffende Be ste.(marke avtrennt und auf der Qulttungs- und Bezugsmarke die Bestellung be- Wer die vorgesehene Frist für die Bestellung nicht ern ^ b ff n Anspruch auf die ihm zustehende Wa^re. ^
^ Kleinhandelsgeschofte haben die Bestellmarke» auf die in Betracht kommenden Bestellbogen getrennt auf^ukieben und an „o 6!aUf bet rd-st-llfrist folgender Wetttagl" also am ^ ' of kmzusenden. Nichteinhaltung die ec Frist zielst
den Ausschluß des betreffenden Kleinhan elsgejchäfts von der Beteiligung an dem Vertrieb der Nährmittel nach sich.
Frredberg. den L Juli 1918.
Der stell». Bürgermeister
(städt. Lebensmittel-Ausschuß).
' Langsdorf.
ohne diese Komödie wäre ich woh! )tte in Herrn von Birken- hetms Nahe gelangt - und meine Mission wollte ich erfülle,, mn jeden Preis, weil ich es versprochen habe."
»Und Sie sollen Sie auch erfüllen. Denken Sie immer du. 2*> rü 6 “ rin J UteS Wer' ist. Betrüger zu entlarven. Machen Sie sich keine Vorwürfe darüber, dich Sie unter einer Maske hier Einkch erhalten haben. Ich hätte es Ihnen wohl zur Not ei sparen können - aber ich wollte, daß Sie in Herrn von Bir- kenhe.ms unmittelbarer Nähe kamen. Und es war gut so. Das Anliegen dm Baronin an Sie gibt uns den letzten Beweis, dch ?' * n * ^bschleicherin ist. Ich habe es schon imn.er geahnt und seit Ich weis), was Rc hier füt eine verächtliche Rolle ac-
lll'rven^' ^ ^ b ™ ® ctIa " 8en durchdrungen, sie zu ent.
% ,J) °” fl “ 5et cinmat leise zu verstehen gegeben, dah ich ihr mißtraue. Seit jener Zeit hatzt sie mich mit Jn- unst und hat wiederholt versucht, zwischen ihrem Detter und m,r eure Ent,remdung heraufzubefchwören. Gottlob ist di-s.-s Bestreben an seiner unentwegten Treue, seinem felsenfesten Vertrauen ge,cheltert. Nun wollen wir die Frau Baronin mtt ihren eigenen Wazsen schlagen. Die Wege sind Jbnen aeebnci Frau ein Christa, nun gehen Sie mit Gottoerttauen aus Ihr
M°bp!chrfen/-'° ^ um weiterer Direktiven nicht
, , Selten, Graf Steinau. Ein wenig HerzNopsen
ha lch doch.^ Wenn sich Herr von Virkenheim nur nicht so sehr aufregt. Bei seinem Herzleiden wäre es doch sehr bedenklich"
herzLn" st" “»». er
„Baronin Haßbach"
Graf Steinau wehrte ab.
i l* teat 001 "lcht- Mrück. Sogar ein Herz,
t L! 5rcm S?et ' et um Sie gefügig zu machen. Sie chn best mmen. letztwillige Verfügungen zu treffen. Freilich man kann es ja ein Herzleiden nennen, was ihm
bas Lebm, freudlos machte. Und datz solch ein Ku.nmer ein wahr« Herzleiden im Gefolge haben kann, das haben Sie fa Kffu Mutter erlebt. Aber Herrn von Birkenhcinis starle Natur hat es zu keinem körperlichen Leiden kommen las- -in Augenleiden ist er völlig gesund und wird hoffentlich noch viele Jahre gesund bleiben."
n* "n Q l maß ® 0tt 3* hoffe, daß ich ihm keine schäd.
»che Auftegung verursache und daß ich, wenn ich meine Mission nnt dem frohen Bewußtsein Bittenheim verlassen rm. daß ich die Vttterkett aus seinem Herzen getilgt habe."
Fortsetzung folgt.
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