11 Jahrgang
Nummer 153
Mittwoch, den 3. Intt 1S18
vn. .,,0 ,n.»!eit«ng» -riche.nl I-L-N Werttar. Regelmätztge Beilagen ..Der Kauer aus Dessen", „Die Sr-innssuve". Kerugsprei«: Bei den Pastanitaltsn a.er.elmhrlich -:,l! 24V H.NM Irin noch das Bestellgeld: »„ den »nenten monatlich 85 Pig. einschließlich Trägerlohn. An?eig-U! Grund,eile 25 Big., totale 20 Big.. An, eigen von au-war.s ..erden durch Bo inachnalimi erhoben. E.iullunason llsriedberg. Hchriftleitung und Derlan iriedderg lHeffenl, yanauerllratze 12. ^«rn.precher 48. Posts check- Lonto »tr. 48-g. In irr I n.rt a. ii.
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Teilo,»griffe im Westen und Artiilerielrampfe in Italien. — 17 600 Tonnen verdenkt.
Der deutsche Generalstalr «?======= meldet: — j
W. T. Großes Hattp-qnartier, den 2. Juli. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz RupprechL
An vielen Stellen der Front leiteten starke Feucrüber- fälle Unternehmungen des Feindes ein, sie wurden angewiesen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Westlich der Oise und südlich der A i s n e rege Erkundungstätigkeit. Stärkere Teilangriffe des Feindes südlich des O u r c q und westlich von Chateau-Thierry wurden in unserem Kampfgelände zum Scheitern gebracht.
Leutnant U d e t errang seinen 37. und 38., Leutnant Kroll fernen 28. und 29. Luftsieg.
Der Erste Gcncrnlquartiermcister: Ludendorff.
Abendlicrrcht.
Berlin, 2. Juli, abends. (WB. Amtlich.) Don den Kampffronten nichts Neues.
Per österreichische Generalstal»
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Wien, 2. Juli. (WB.) Amtlich wird Verlautbart:
Die Artillerietätigkeit ist an der ganzen Front sehr rege. Sie steigerte sich heute früh zwischen Brenta und Piave und an der unteren Piave zu namhafter Stärke. Größere Jnfanteriekampfhandlungen sind gestern tagsüber unterblieben. .
Der Chef des Generalstabes.
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Das türkische Danptqnartier » == ■ = meldet: ====«
Konstantinopcl, 1. Juli. (WB. Nichtamtlich) Generalstabsbericht.
Palästinafront: Oestlich der Küstenbahn ging in der Nacht vom 29. zum 30. Juni eine feindliche Kompagnie zum Angriff vor. Sie wurde nach einem kurzen Gefecht abgewiesen. Zn beiden ‘ Seiten der Straße Jerusalem— Nablus lebte die Artillerietätigkeit auf. Mit sichtbarem Erfolge bekänipfte unsere Artillerie eine feindliche Batterie. Von den anderen Fronten nichts von Bedeutung.
17600 Tonne»» versenkt.
Berlin, 1. Juli. (WB. Amtlich.) Im Sperrgebiet um England wurden durch die Tätigkeit unserer U-Boote neuerdings 17 000 Br.-R.-T. feindlichen Handelsschiffsraums vernichtet.
Der Chef des AdmiralstnbeS der Marine.
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Berlin, 1. Juli. (WB.) Mangel an Grubenholz infolge des U-Bootkrieges und an Arbeitern infolge des dringenden Bedarfs des englischen Heeres an Mannschaften, um die gewaltigen Lücken an der Westfront zu schließen, haben einen weiteren bedeutenden Rückgang der englischen Kohlenförderung im Gefolge gehabt. So schreibt das Fachblatt des Eisen- und Kohlenhandels am 18. Mai: Die allgemeine Lage des Kohlenhandels in England ist äußerst ernst geworden; da die Ausbeute in den letzten Wochen um 15—35 Prozent zurückgegangen ist, haben die Gruben mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Lieferungen an Hauskohlen sind im Vergleich zu den Anforderungen äußerst gering. In einigen Fabriken mußte die Arbeit aus Mangel an Heizmaterial eingestellt werden. Täglich wird die Lage schlimmer, so daß eine Rationierung sowohl für den Fabrik- wie auch den Hausgebrauch not- ^»dig sein wird. ,
Oiti eiißlülijkg fjßijiitnüdilf gelliiikkn.
London, 1. Juli. (WB.) Die Admiralität teilt amtlich mit: Das Hospitalschiff „Llandevery Castel" (11423
Br.-R.-T.) ist südwestlich von Fastnet am 27. Juni um 10.30 Uhr abends torpediert und versenkt worden. 234 Mann der Besatzung werden vermißt.
Das Wolffsche Telegraphenbureau bemerkt hierzu: Wie bei allen ähnlichen Behauptungen der englischen Admiralität dürste es auch in diesem Falle nicht den Tatsaben entsprechen, daß ein deutsches U-Boot an dem Schicksal des Schiffes schuld ist. Wie aus späteren Nachrichten hervorgeht, hat niemand an Bord ein U-Boot oder Torpedo bemerkt. Jedenfalls wird die Ursache des Verlustes auf eine englische Mine zurückzuführen sein.
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London, 2. Juli. (WB.) Der Sekretär der Admiralität gibt folgendes bekannt:
Am 28. Juni, 9.80 abends Schiffszeit, d. h. ungefähr 10.30 Uhr englischer Sommerzeit, wurde 116 Meilen südwestlich Fastnet das englische Hospitalschiff „Llandovery Castle", Kapitän E. A. Sylvester, von einem feindlichen U-Boot torpediert und sank nach etwa 10 Minuten. Das Schiff war auf dem Wege von Kanada nach Hause und hatte infolg-odessen keine Kranken und Verwundeten an Bord. Seine Besatzung bestand auf 164 Dffi. gieren und Mannschaften, außerdem waren 80 kanadische Sanitätssoldaten und 14 Pflegerinnen an Bord. Von diesen 258 Personen erreichten bisher nur 24 Ueberlebende in einem Boot den Hafen. Nachforschungen find im Gange. Es ist möglich, daß die anderen noch gefunden werden. — Bemerkenswert ist, daß in diesem wie tatsächlich in allen anderen Fällen das deutsche U-Boot gemäß der Haager Konvention voll berechtigt war, das Hospitalsch-iff anzuhalten und zu durchsuchen. Trotzdem zog es das U-Boot vor. die „Llandovery Castle" zu torpedieren. Eine ergänzende Meldung der Admiralität besagt, daß die „Llandovery Castle" alle für ein Hospitalschiff vorgeschriebenen-Lichter führte.
Pie sslkiliOW^kWpfe am 1. Inli.
Berlin, 2. Juli. Auch am 1. Juli setzten die Engländer und Franzosen ihre Erkundungsvorstöße gegen die deutschen Linien fort, bei denen sie außer blutigen Verlusten zahlreiche Gefangene einbüßten. Besonders lebhaft waren die Vorfeldkämpfe vom Nieppe-Walde bis zum La Vass6e-Kanal. In dem Absc.mitt zwischen Arras und Albert versuchten die Engländer in der Nacht zuui 1. Juli einen größeren Vorstoß, der im deutschen Feuer nicht zur Entwicklung kam. Ein Vorstoß südlich Montdidier in Kompagniestärke wurde verlustreich abgeschlagen. Hartnäckige Versuche der Franzosen, zwischen Ourcq und Chateau- Thierry ihre Stellungen zu verbessern, scheiterten. Oestlich Chateau-Thierry versuchten sie über die Marne zu setzen. Ihre Patrouillen wurden zusammengeschossen, ehe sie das nördliche Flußufer erreichten.
„Die amerikanische Karte."
Bern, 2. Juli. (WB.) In „Le Populain" äußert sich Pressemane in einem stark zensierten Artikel über die Frage nach den Effektivbcständen und der sogenannten amerika- nischen Karte. Die Alliierten hätten gleich viel Truppen auf der Westfront wie die Mittelmächte. „Dies könnte uns über das Schicksal von Paris beruhigen, wenn einzig die Tapferkeit der Soldaten der ausschlaggebende Faktor wäre. Aber es spielen andere Faktoren mit, die für uns sehr ungünstig sind über die wir uns jedoch nicht anssprecben dürfen. Immerhin sind unsere Armeen stark genug, den Stoß abzufangen. Die Frage nach der Wiederauffüllung unserer Lücken bleibt indessen bestchen. Man muß es uns ersparen, unsere Hilfstruppen, unsere Zurückgestellten, neuerdings nachzumustern. Frankreich hat genug geblutet. Wir müssen jetzt die amerikanische Karte ausspielen. Wir werden gewinnen oder verlieren, je nachdem wir sie zu gebrauchen wissen. Gehen wir vorsichtig damit um, denn die Entente könnte militärisch geschlagen werden, bevor die versprochene Aushilfe sich voll verwirklichte. Dann wären alle imfcre Trümpfe nutzlos gewesen. Deshalb muß die amerikanische Karte zunächst auf dem diplomatischen Gebiet gespielt werden; so kann man vielleicht Menschenleben retten."
Fliegerbomben auf Gestenhcim.
Mainz, 2. Juli. Heute Nacht kurz vor 2 Uhr wurde? feindliche Flieger gemeldet. Durch unser Sperrfeuer ver trieben, wandten sie sich in der Richtung nach Geisenheim, wo sie einige Bomben abwarfen.
lltwti Mmaimijf auf fiang.
Paris, 2. Juli. (WB. Amtlich.) Um 12 Uhr 48 Min wurde von neuem Alarm geblasen, da weitere feindlich Flugzeuge versuchten, sich dem Pariser Bezirk zu nähern Unsere Geschützposten erösfneten das Feuer. Die Vertei digungsmittel traten in Tätigkeit. Der Alarin schloß un 2 Uhr 20 Min. Einige Bomben fielen in der weitere Bannmeile nieder.
Die ersehnten Amerikaner.
Amsterdam, 1. Juli. (WV.) Einem hiesigen Blatt zufolge wird der „Times" aus Mailand gemeldet, daß di ersten a m e r i k a n i s ch e n Truppen in Italien ange kommen sind.
Dnm Mck»ug über de»» Piave
schreiben die „Neuen Zürcher Nachrichten":
Die zwei letzten amtlichen italienischen Berichte lasse, erkennen, daß es am Piave auch für die Italiener stille ge worden ist. Daraus ergibt sich zweierlei. Erstens, daß de: Rückzug der Oesterreicher-Ungaru sich in so musterhafte' Ordnung vollzog, daß sie sofort wieder in starker Aufstellun; am Ostufer des Flusses standen. Zweitens, daß es den italienischen Generalissimus nicht gelungen ist oder, daß e: infolge der bei der österreichischen Offensive erlittenen Verluste sich nicht stark genug fühlte, den Rückzug zum Vorslos seinerseits über den Piave ansznnützen. Damit steht de italienische „Sieg" nur auf einem Bein und ist seiner ge gebenen Auswirkung bereits verlustig. Daß Diaz nich einmal einen ernstlichen Versuch zur Vortraaung seine' Gegenoffensive über den Piave machte, belegt die überau; starke Kräfteeinbuße, die er vom 15.—21. Juni erlitt. An meisten enttäuscht über diesen Stillstand wird man mm" f; - in Paris sein, wo man sicher erwartete, Diaz werde. . den Biave vorstoßend, den Gegner dort schlagen und di Deutschen zwingen. Oesterreich-Ungarn Hals über Kops un starken Kräften Hilfe zu bringen, wodurch die Laue an m* französischen Front entlastet würde und das bedrohte Pari wieder aufatmen könnte.
Die Schmarmrecrfio i\
Rotterdam, 2. Juli. Die „Times" melden aus P-. tersburg, die Volksbeauftragten des Auswärti 'en i. Moskau teilen der Presse mit, daß ein Teil der Schwarz meerflotte, wie bereits gemeldet, nach Sewastopol zurück gekehrt sei. Die Regierung habe dieser Rückkehr unter de: Bedingung zngestimmt, daß Deutschland und seine Bun desaenossen wahrend des Krieges von diesen Schissen kci neu Gebrauch machen und sie nach Friedensschluß sofort cu Rußland zurückgeben. Eine gleiche Erklärung ist den Ver- bandsvertretern in Petersburg gegeben worden.
Die lingkbliche fialtinm dkg }m\\ pi Wiitidjcn Mdkiiglingkiiok.
Zürich, 2. Juli. Fr6d6ric Masson veröffentlicht im „Gaulois" ein, seiner Auffassung nach aus autoritativer Quelle stammendes Dokument, nach dem Graf Eulenburg. Minister des preußischen Hofes, im November 1915 an den Baron Federiksz, Minister am russischen Hofe, einen Brief absandte und darin den Wunsch ausdrückte, die ehemalige Freundsclpft zwischen den beiden Kaiserreichen müsse wieder hergestellt werden. Der Zar beauftragte Sassonow die Slut» wort abzufassen. Dieser legte eine solche am folgende» Tage dem Zaren vor. Sie lautete: „Bestimmen Sie den Kaiser, daß er einen Kollektivfriedensvorschlag an alle Allü ierten Rußlands richtet." Der Zar fand die Redaktion vollkommen, sagte aber nach kurzer Ueberlegung, bafc er es vorziehe, den Brief Eulenburgs unbeantwortet zu lassen und schrieb an den Rand des Briefes: »Diele Freundsä-ast ist tat, man spreche nicht mehr davon."


