Nummer 151
Montag, den 1. Inli IS 18
11. Jahrgang.
Vik- .,fteue Taaesieitung" erichemt ,eden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Helfen", „Die Spinnstube". Kexugspreis: Bei den Postanstalten mcrtelrät>rlict) 'JJtt. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld; fei den Anenten monatlich 85 Pjg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grundwerte 2b Pfg., lokale 20 P»g^ Anzeigen von auswärts oeroen our h OotnochnadmO erhoben. E r'üllnnasort ^riedberg. Hchriflleitung und Derlaq vriedbecg (Hessens, ^anauerstraße 12. Fernsprecher 48. Postj heck-Lo tto Rc. 18 »9. I ir rn irt a 1.
Iialleiüsche Stürme ans der Hochfläche der Sieben Gemeinden. — Die Engländer im Mnrman-Mediet. Deutsche und österreichische Kriegsgefangene gegen die Tschrcha-Slomaüen. — 81000 Tonnen versenkt.
!I Der deutsche Generalstab u —— meldet: —
W. T. D. Grstzes Hrruptqnartiev» der» 29. Juni. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppen Kronprinz Rnpprecht
Nördlich der Lys sind heftigem Feuer Jnfcmteriean- griffe der Engländer gefolgt. Dreimaliger Ansturm gegen Merris brach unter schrveren Verlusten zusammen. In der Mitte des Kampffeldes drang der Feind in Vieux-Beryuin ein. Gegenstoß der Bereitschaften brachte ihn dort zürn Stehen und warf ihn über den Westrand des Dorfes zurück. Nördlich von Merville scheiterten die feindlichen Angriffe in unserem Feuer. An der übrigen Front flaute die lebhafte nächtliche Artillerietätigkeit in den Morgenstunden ab. Südwestlich von Bucauois wurden stärkere Vorstöße sowie mehrfache Erkundurtgsabteilungen des Feindes abgewiesen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Südlich der Aisne griff der Franzose nach starker Fettorwtnkikng an. Bei Anrbleuy wurde er nach harte»« Kampfe abgcwiesen. Ueber Cntro hinaus gewann er Boden. Unser Gegenstoß warf ihn auf die Höhen beiderseits des Ortes zurück. Versuch)«.' des Feindes, unter Einsatz von Panzerkraftwage,» den Angriff seiner Infanterie weiter vorzutragen, scheiterten. An» Walde von Villers-Cotte- rets stießen wir dem weichenden Feinde bis in seine Ausgangsstellungen nach und macksten Gefangene.
In der Luft erlitt der Feind eine schwere Niederlage. 19 feindliche Flugzeuge wurden abgeschofsen. Leutnant Udet errang seinen 96., Leutnant Loewenhardt seinen 80. Luftsieg.
Südwestlich von ReimS wurden bei einer kleinen Unternebnrung 20 Italiener gefangen.
Der Erste Generalquarliermcftter: Ludendorff.
Abendbericht.
Haus aus erfolglos blieben, vermochte der Italiener auf dem Monte di Val Bello »»ach erbitterten Nahkämpfen in unsere erste Linie einzubrechen, doch wurde er durch Bataillone des ungarischen Infanterieregiments Nr. 131 und des Warasdiner- vegiments Nr. 16 im Gegenstoß »vieder hinausgeworfen. Weitere Angrisfsversuche sowie Teilvorstöße gegen den Silemol und bei Asiago erstickten in unser-m Geschützseucr. Sonst überall Artilleriekampf wechselnder Stärke.
Der Chef des Genernlstabes.
I j] Der bulgarische Grneralstäb jj
jy= meldet:
Sofia, 27 .Juni. (WB. Nichtänrtlich.) Generalstabsbericht.
Mazedonische Front: Jrn Cernabogen versuchten nach einer langen heftigen Feuervorbereitung zwei feindlich« Sturmabteilungen in unsere vorgeschobenen Gräben auf der Hhhe 1050 und bei Matkowa ei»»zudringen. Sie wurden blnftg abgewiese»». Oestlich der Cerna, südlich von Hun»a u»»d auf dem westlichen Wardar-Ufer war das Artilleriefeuer beiderseits zeitweilig heftiger. Im Wardartale beiderseits lebhafte Fliegertätigkeit. Oestlich vom Wardar warfen feindliche Flieger Bomben auf eines unserer Lazarette, obwohl es die vereinbarten Zeichen deutlich erkennen ließ.
«
Sofia, 28. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs- beriäff.
Mazedonische Front: Westlich des Ochrida-Sees zer
streuten wir durch Feuer »uehrere französische Erkundungs- Abteilungen. In» Cerna-Bogen urrd zu beiden Seiten des Wardar war das beiderseitige Artilleriefeuer zeitweise heftiger. Oestlich des Wardar schoß eine unserer Batterien ein großes feindliches Mu»»itionslager in Brand. An mehreren Stellen zwischen Wardar u»rd Dojran-See Patrouillen°Zu- sammenstöße, in deren Verlauf wir Engländer zu Gefangenen machten. Westlich deS Wardar schossen wir ein feindliches Flugzeug ab, das hinter den feindlichen Linien niederfiel.
Berlin, 29. Juni. (WTB. Amtlich.) Don den Kampffronten nichts Neues.
W. T. Ä. Großes Aaiiplqrrartier. den 89. Inni. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
In den Kampfabschnitten nördlich der Lys und südlich der Aisne bielt tagsüber erhöhte Artillerietätigkeil an. Am Abend lebte sie auch an der übrigen Front zwischen Pser und Marne auf. Kleinere Infanteriegefechte. Bei stärkeren Vorstößen des Feindes südlich des Ourcq und bei erfolgreicher eigener Unter, nehmung am Hartmannsmeilerkopf machten wir Gefangene.
Le; tnant Udet errang seinen 36., Leutnant Löwenhardt seinen 31. Luftsteg. Leutnant Jakobs schoß ln den letzten Tagen seinen 20.. 21. und 22. Gegner ab.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Abendbericht.
Berlin, 30. Juni, abends. (WB. Amtlich.) Von den Kampffronten nichts Neues.
Der österreichische Gencraistab i===== meldet:
Wren, 29. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Bei Zenson und Noventadi Piave versuchten feindliche Er- kundungsabteilungen den Fluß zu übersetzen. Sonst überall Artilleriekampf wechselnder Stärke.
Der Chef des Genernlstabes.
Wien, 30. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart:
Unsere Stellungen auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden lagen gestern seit 3 Uhr früh unter dem schwersten feindlichen Artillertefeuer, dem einige Stunden später starke Angriffe gegen den Col bei Nosso und den Monte di Vcvl Bello folgten. Wäür«n.d die gegen den Tot bel Rosto gerichteten Anstürme von
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Das türkische Hauptquartier ..: = meldet: == «
Konstantinopcl, 28. Juni. (WB. Nichtanitlich. Generalstabsbericht. ^
Palästinafront: Stellenweise lebhaftes Artilleriefeuer
auf unseren Stellungen u»»d den» rückwärtigen Gelände. Wir erwiderte»» das Feuer mit schweren Geschützen auf feindliche Lager in der Gegend von Jericho. Die beiderseitige Fliegertätigkeit war sehr rege. Es fanden mehrere Luftkämpfe statt, in deren Verlauf ein feindliches Flugzeug hinter unseren Linien abgeschossen wurde. Der Führer ist tot, der Beobachter gefangen. Ein Angrift der Nobellen zwischen Aneze und Maan wurde abgeschlagen.
21,000 Tannen versenkt.
Berlin, 28. Jni. (WTB. Amtlich.) Jni Sperrgebiet des westlichen Mittelmeeres versenkten uysere ft-Boote 4 Dampfer und einen Segler von rund
21,000 Bruttoregistertonnen:
Der Chef des Admiralftabes der Marine.
Luftangriff auf Paris.
Paris, 28. Juni. (Havas.) Während des Flugzeugangriffes in der vergangenen Nacht wurden 11 Personen getötet und 14 velwimdet.
Der Rkilijs'kinichr im Großen Knüftquartier.
Berlin, 30. Inn». Ter Reichskanzler begibt sich heute abend ins Große Ha»»ptquartier. Sein Aufenthalt soll diesmal längere Zeit dauern «nd gilt vor allein den vorbereitenden Besprechungen für die Fortsetzung der deutsch österreichftch-im garischeu Bttndnisverhandlnngen
Die Derlnste am Piave.
Der ungarische Ministerpräsident besprach im Abgeordnetenhaus offen und rückhaltslos den Verlauf der fehlgeschlagenen Offensive am Piave. Er hob hervor, daß der Rückzug plan- nläßig vollzogen worden sei, die zur Deckung des Rückzuges notwendigen Truppen wurden jenseits der Piave belassen, welche dann natürlich in Gefangenschaft gerieten. Er fuhr fort: Ich will daher fcststcllen, daß der ganze Rückzug, wie dies auch der Honved-Minister festgesiellt hat, so planmäßig und ohne Aufsehen geschah, daß die Italiener selbst nach dem Rückzug diesen nicht bemerkten, sondern noch Angriffe gegen unsere Schützengräben und überhaupt gegen unsere früheren Positionen und gegen frühere Stellungen unserer Truppen fortsetztrn. Aus den Zwischenruf, wie hoch die Verluste gewesen seien, erklärte er: Ich will mich ganz aufrichtig äußern. Der Honvedminister sprach vor kurzem von 8000 Gefangenen. Als er hiervon sprach, hatten wir dies aus den bis zum 22. Juni veröffentlichten Berichten des Generals Diaz festgesiellt. Aufgrund der seither erschie
nenen Berichte muß ich das richtig stellen und feststellen, daß 12,000 Mann in italienische Gefangenschaft geraten find, während 50,000 italienische Gefangene in unsere Hände fielen. Diese Ziffer kann bei der Offensive und dem Rückzug nicht als über, aus riesig bezeichnet werden. Wenn ich nun hiermit vergleiche, daß jetzt, wo wir oorgedrungen sind, das Verhältnis umgekehrt
ist, daß von uns nur 12.000 Mann in Gefangenschaft geraten
sirtd, während wir 50,000 Gefangene gemacht haben, so kann ich dieses Ergebnis vom strategischen Gesichtspunkte aus als beruhigend bezeichnen. Viel trauriger ist der Verlust, den wir an Toten, Verwundeten und Kranken erlitten. Wir erlitten einen riesigen, sehr bedauerlichen Verlust, der aber ,m Vergleichs zur 10 und 11. italienischen Offensive die damals erlittenen Vrluste nicht überschreitet, ja hinter diesen zurückbletbt, denn bei der zehnten und elften italienischen Offensive batten wir einen Verlust von 80,000 bis 100,000 Mann. Jetzt al>er ist unser Verlust gleichfalls annähernd 100,000 Mann. (Bewegung.) Diesen bedauerlichen Umstand bin ich gezwungen, festzustcll-n. In dieser Ziffer sind die Gefallenen, die Leicht- und Schwerver. wundete und jene enthalten, dte als Marode zurückgebracht wurden
W e k e r le : Der Verlust der Italiener betrug beim gan. zen Verrücken und beim Rückzug 150,000 Mann. Er übersteigt somit weit unsere Verluste an Toten. Verwundeten und Kranken. Dies stelle ich auch aus ihren eignen Taten fest. Ruck wurde die Nachricht verbreitet, daß der Verlust durch der Mangel an Munition verursacht worden sei. Mit Munitior war unsere Armee nie so gut versorgt nne um Mitte Juni Richtig ist. daß, nachdem von den über die Piave geschlagenen drei Brücken unglücklicherweise die oberste einstürzte, dann die beiden anderen mitgeristen wurden, in der Beförderung von Vco- viaut und Munition unüberwindliche Schwierigkeiten entstanden. (Bewegung.)
Eine Berichtigung
Das k. k. Korrespondenz-Bureau erläßt amtlich eine Berichtigung, nach deren zufolge eine eiligst abgegebene Telefondepesche die Verluste durch den ungarischen Ministerpräsidenten ttrtümlich zu hoch angegeben worden seien. Sie seien geringer als die in der 10.. und 11. Isonzo.Schlacht. die 80—100.00t Mann betragen hätten. Genaue Daten liegen noch nicht vor. Die Verluste bezögen sich nickt nur auf die Piave-Front, sondern auf die ganze Front vorn Stilfser Ioch bis zur Adria. In den Verlüstziffern sei auch die Zahl der Kranke« einbegriffen, die 20—25,000 Mann ausmache.
Stegemann über die österreichische Offensive.
Bern, 29. Juni. Cbegemann schreibt lm „Bund": Die Auf. fassung, daß die Oesterreicher die Offensive abbrachen und die Armeegruppe Voroevic geordnet über die Piave zurücknahine,», wurde durch die Enttvicklung bestätigt. Die Italiener fonntcit, obwohl sie flott nachdrängten. Boroevic nicht schädigen. Sie konnten, abgesehen von dein Kampfe bei Cancana, keine Nachhuten absch»»eiden, geschweige denn die Masten der Oesterreicher beim Uebergang ins Verderben stürzen. Boroevic ging angesichts des Feindes zweimal über den Fluß, er führte das gefährliche Manöver aus, ohne dabei in die Klemme zu kommen. Das spricht für die ttlchtige Führung und gute Haltung der Truppen und gegen einen italienischen Sieg. Unzweifelhaft ist di« österreichische Offensive weniger gescheitert als abgebrochen worden. Diaz war nicht imstande, Boroevic Über die Piave z« folgen. Das ist für die Italiener unangenehm, denn es n>«f die beste Gelegenheit, sich die Brückenköpfe auf dem linken UfsG zu sichern, deren sie bedürfen, wen« sie ihrerseits ci»»e OffenstVE gegen de»» Taaliamento wieder anl nehmen wolle«.


