Uummer 144
Samslast^-e« 22. Auni 19 18
11. Iahrg««g.
^ene Tageszertmrg
Die eite Taoesr-itung" erjchemt leden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hessen", „Die Spirrussube". Kerugspreis: Bei den Postanstalten oler,el,ayrilch m 2.4n hin^u tritt noch das Bestellgeld; bei den Anenten monatlich 85 Psg. einschließlich Trägerlohn. Anreigen: GrundzeUe 25 Pfg., lokale 20Psg^ Anzeigen von auswärts nerven durch Poitnachnadm« erhoben. Erfüllungsort Friedberg. HchrMleilnna und Derlag ^-riedberg fHesieni. 'mnaueräratze 12. Ferniprecher 48. Postscheck-Eonto fit. 18.'»!,. int yrantsurt a. N.
Vergebliche Opfer der Iloliener am Piave. — Schwere Verluste der Amerikaner. — 1910 > Tau ne« und ein Truppeniransporldnmpfer versenkt. — Deutsches Getreide für Gesterreich.
Der deutsche Geueralstak
meldet:
M. T. K. Großes Hauptquartier, deu 21 . Juni. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprechtz
Der Feind setzte an der ganzen Front heftige Erkundungsvorstöße fort Cie wurden überall abgewiesen. Nordöstlich von Merrrs und nördlich von Albert brachen englische Teil- angrisfe blutig zusammen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Oertliche Angriffe der Franzosen südwestlich von Noyon, der Amerikaner nordwestlich von Chateau-Thierry scheiterten. Franzosen und Amerikaner erlitten hierbei schwere Verluste. Gefangene blieben in unserer Hand. Südwestlich von Reims wurden Italiener Zefangen.
Die großen, ehemals von Franzosen benutzten, deutlich kenntlich gemachten Lazarett-Anlagen im Vesle-Tal zwischen Breuil und Montdigny, waren in letzter Zeit zweimal das Ziel feindlicher Bombenangriffe.
Der Erste Generalquartiermcistcr: Ludendorsf.
Abendbericht.
Berlin, 21. Juni, abends. (W.B. Amtlich.) Don den Kainpffronten nichts Neues.
st Der österreichische Geuerolstub |
ü — meidet: — l
Wien, 21. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Der Feind fetzte seine Anstrengungen, uns die westlich der Piave erkämpften Erfolge wieder zu entreißen, auch gestern in unverminderter Heftigkeit fort. Seine Opfer waren abermals vergeblich. Alle Anstürme brachen an dem un- erschüttertickien Widerstand unserer heldenhaften Truppen zusammen. Zu besonderer Wucht steigerte sich das Ringen auf der Karsthochfläche des Montello, vor dessen flüchtig aus geworfenen Verscl)anzungen der Divisionen des Feld- rnarichaü-Leutnants Ludwig Goinger Sturmwllee auf Sturnuvelle zerschellte. Auf den Frontbreiten von zwei Kilonteter ballte der Feind Stürmtruppen in Stärke von acht Regimentern'zusammen, um den Wall unserer Braven ins Wartten au bringen. Gewaltiger Kraftverbrauch zwang den Italiener, Reserven auf Reserven in die Schlacht zu werfen.
Reben großen blutigen Verlusten nahm auch seine Einbuße au Ge,angenen täglich zu. So wllrden am vorletzten Geseastscage aus dem Montello allein 3200 Mann eingebracht, davon 2000 durch das ungarische Jnfanterie-Regi- mein Rr. 139. Ungarisch Heeresregimenter, österreichische Schlitzen ulld ungarische Honveds haben in diesem durch Tag und Rächt fortdauernden Kampfe als Angreifer ebenso wle als Verteidiger ihrer ruhmreichen Geschichte ein neues Ehrenbtatt eingefügt.
An der Gehirgsfront herrschte gestern Artilleriekamps
vor.
Der Chef des Generalstabes.
Der Uttsiwrische Generalstak
meldet:
Softa, 19. Jltni. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht.
Mazedonische Front: Nördlich von Vitolia schossen unsere Batterien ein feindliches Munitionslager in Brand. Im Cerna-Bogen, westlich von Dobropolje, an mehreren Stellen in der Moglena-Gegend sowie östlich des Wardar war das Artilleriefeuer beiderseits zeitweilig lebhafter. In der Ebene vor den Stellungen westlich von Serres fanden Patrouillenzusammenstöße mit einem für uns günstigen Ausgang statt. #
19000 <-onnen verdenkt.
Berlin, 20. Juni. (WB. Amtlich.) Das unter dem Kommando des Kapitänleutnants Middendorf stehende U-Boot versenkte vor dem Westausgang des Kanals und an der englischen Westküste vier Dampfer mit zusammen 19 000 Vrt. Von ihnen wurde ein wertvoller 8000 Vrt. großer Dampfer aus einem einlaufenven, sehr stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen. Sämtliche Schiffe waren beladen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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Ein TrüMickllNWridWplkr tmlrnfet
Paris, 20. Juni. (WB.) Meldung der Agence Havas. Der Transportdampfer „Santa Anna, der unter Bedeckung von Biserta nach Malta fuhr und Soldaten sowie eingeborene Arbeiter an Bord hatte, wurde in der Nacht zum 11. Juni, ohne dotz ein Feind bemerkt worden war, torpediert und versenkt. Von den 2150 an Bord befindlichen Personen wurden 1513 gerettet.
* * b
Uam Seekrieg.
Rotlrdam, 21. Juni. (WB.) Der enlische Dampfer „Heran Bridge" (2120 Brt.), 1913 gebaut, von Liverpool nach Dakar bestimmt, ist 500 Seemeilen nördlich von Cap St. Vincent versenkt worden. 28 Akann der Besatzung wurden von einem spanischen Schoner in Las Palmas gelandet. Der italienische Segler „Santa Teresa" (250 Vrt.), von Malaga nach Genua ist bei Kap Sardinal versenkt wprden. Der Kapitän wurde gefangen genommen. Der Rest der Besatzung wurde ln Almeria gelandet. Der in Dakar beheimatete Segler „Admiral Lafont" (117 To.), von Dakar nach Marseille unterwegs, ist versenkt worden. Die Besatzung wurde in Almeria gelandet.
Bern, 21. Juni. (WB.) Rach einer Mitteilung des „Gior- nale d'Jtalia,, ist der italienische Dampfer „Marconcelli" am 30. Mai versenkt worden.
Amsterdam, 21. Juni. (WB.) Der niederländische Dampfer „Kieldrecht" (1281 Vrt.), der von der englischen Regierung requiriert war, ist auf eine Mine gelaufen und gesunken
Haag, 21. Juni.(WV.) Im Anschluß an seine gestrige Meldung über den neuen Aufschub der Ausreise des Geleitzuges nach Indien teilt das Korrespondenzbureau noch mit, daß der Aufschub mit der Beschaffenheit der Schiffspapiere des Dampfers „Noordam" zusammenhängt.
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Berlin, 20. Juni. (WB.) Eine vor drei Tagen aus England zurückgekehrte Dame schreibt an einen Seeoffizier u. a.: In England geht es reißend bergab. Nahrungsmittel und Rohstoffe sind feit Ihrer Abreise unendlich viel knapper geworden Frisches Fleisch gibt es während des Sommers überhaupt nicht, nur etwa % Pfund (englisch 227 Gr.) höchst ininderwertiges Gefrierfleisch in der Woche. Ein liliputanisches Hühnchen kostet 25 Schilling; vor drei Monaten kostete ein sck-önes Huhn noch TY 2 Schilling, wie Sie ja wissen. Die Kriegsstimmung wird künstlich durch eine riesenhafte Plakatwerbrmg arffrecht erhalten, mit der unter Zuhilfenahme der niedrigsten Mittel, der Haß gegen Deutschland geschürt wird. Z. B. zeigt ein Plakat eine deutsche Rotkreuzschwester, die von einem verwmrdeten englischen Offizier angefleht wird, ihm Wasser zu reichen. Statt dessen läßt die Pflegerin höhnisch lachend, das köstliche Naß vor seinen Augen in den Sand träufeln. Zwei deutsche Offiziere freuen sich der teuflischen Tat. Die Moral lautet ungefähr: „Gegen einen solchen Geist müssen wir Krieg
führen. Zeichnet National War Bonds."
Die Schlacht im Weste«, j *
Die Wirkungen der Offensive.
Berlin, 21. Juni. (WB.) Inwieweit die ersten Frei Monate der deutschen Offensive im Westen die feindliche Kampfkraft geschwächt haben, geht einwandfrei aus dem Einsatz dr Entente-Streitkräste und dem Verbrauch ihrer Reserven hervor. Während der großen Schlacht von Cam- brai—St. Quentin—La Fere wurden insgesamt 76 feind, liche Infanterie-Divisionen rmd sechs Kavallerie-Divisionen eingesetzt. Die deutsche Offensive in Flandern zwang zum weiteren Einsatz von 36 feindlichen Infanterie-Divisionen und zwei Kavallerie-Divisionen. Die Schlacht zwischen der
Aisne und der Marne riß aufs neue 19 Infanterie- und fünf Kavallerie-Divisionen in den Kamps. Während des- deutschen Angriffs zwischen Montdidier und Noyon mußte der Entente-Generalissimus wiederum 17 Divisionen den Deutschen entgegenstellen. Die Gesamtzahl der feindlichen Infanterie-Divisionen an der Westfront beträgt 189. Von diesen sind in Summa innerhalb der Zeit vom 21. März bis 21. Juni 177 Infanterie-Divisionen, außerdem 13 Kavallerie-Divisionen eingesetzt. In der Zeit zwischen den einzelnen GroßkampfahZchnitten eingesetzte Divisionen sind nicht mitgerechnet. Trotz des vermehrten .Einsatzes von Amerikanern und Italiener sowie farbigen französischen Formationen sin die französischen Resrven stark vermindert Zur Zeit beträgt die Zahl der kampfkräftigen französischen Reserven nur etwa ein Viertel der ftüheren.
Berlin, 21. Juni. (WB.) Wie hoch sich der Materie^ Verlust der Entente im Westen in den Monaten März bis Juni beläuft, geht aus folgenden unvollständigen Zusammenstellungen hervor: In der Nationalstraße St. Quentin—Paris erbeuteten die Deutsch-en 5 ausgedehnte Munitionslager, in Posnieres rollendes Material mit allein 20 Feldbahnlokomotiven, in Ham, Noyon und Roye große Depots mit aller Art Ersatzteilen amerikanischer Arbeit, laußerdem Pionierparks von riesigen Ausmaßen, Bekleb dungs- und Ausrüstungsmagazine sowie Verpflegungslager. Arff dem dortigen Güterbahnhof nahmen wir vollbeladene Züge und in demselben Orte ein Munitionslager mit einer halben Million Schuß Artilleriemunition, dazu Depots mit Gasmasken, Handgranaten, Minen, Kohlen- und Brennstofflager. In und bei Fismes gelangten wir in den Besitz von zahlreichenEisenmaterial-, Munition-, -Proviantmengen sowie einer völlig unversehrten Barackenanstalt. Südwestlich Fismes fanden die Deuffchen zwischen Chery und Barenil ausgedehnte Zeltlager. In den Aisneniederungen wurden reiche Proviantlager und beladene Züge vorgefunden und bei Magneux ein völlig ausgerüsteter Flughafen mit 18 flugfertigen Apparaten mit alleni dazu gehörigen Material. Int Schloß Courville fiel ein Riesenlazarett mit vielen Hundert Betten in die Hände der Deuffchen.
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Die amerikanische Hilfe.
Der Pariser Korrespondent des „Socolo" hatte ^ine Unterredung mit dem aus Amerika zurückgekehrten französischen Kommissar Tardieu: Leider herrscht noch vielfach Mißtrauen gegen den Wert der amerikanischen Hilfe bei den Alliierten und Geringschätzung bei den Mittelmächten. Infolgedessen sei der moralische Erfolg der amerikanischen Anstrengungen sehr gering. Was die moralische Kräften- strengnng anbetrifft, so sei die amerikanische öffentliche Meinung von der Notwendigkeit überzeugt, 7—8 Millionen Soldaten stellen zu müssen. Bis zum 10. Juni bätten die Vereinigten Staaten zwei Millionen Mann ansgehoben, gegenwärffg werde eine weitere Million ausgehoben. Die Verwendung der amerikanischen Truppen und ihre Einreihung in die Jnstruktionsabteilnngen werde nach Maß gäbe der neuesten Vereinbarungen mit den Alliierten er. folgen, sodaß bald ein mächtiges amerikanisches Heer unter den« Befehl des Generals Pershing vorhanden fein werde
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por dem rmchken Ktotz.
-„Daily Chronicle" sagt: Mach drei Monaten Kampf besitzen die Deutschen noch genügende Reserven, um ein« heftigere Offensive auszuführen wie am 21. März. Sie könnn ihren Angriff gegeu Paris richten, gegen Amientz oder gegen Calais. Wir haben keine Voraussicht, wohn sich der Stoß richten wird. Die Schwierigkeiten dieser Lage zwingen nicht zur Beunruhigung, aber sie müssen er kannt werden, wenn wir nicht durch die Ere'lgniff. über» ra^ck/-ffein wollen. — „Daily Mail" schreibt: Die äugen blickllche Ruhe an der brifffchen Front wird nicht lang, andauern. Bezeichnend ist das Eingeständnis des Blatte- daß das deutsche Kommando alles tut. um feinen Soldat* das Leben möglichst zu erleichtern. Die Verpflegung hak sich iin allgemeinen wesentlich gebessert.
Schlimme Wirkungen.
Haag, 21. Juni. Wie trotz aller Ableugnungew in detz Funksprüchen und der Presse Frankreichs die Befchießu«


