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m me durch Liebe Leid geschah.

Roman von C o u r t h s

Mahler

38) Nachdruck verboten.

Was sie für ein entzückendes blondes Kraushaar hat! Und die schönen blauen Augen! Sie hat sich ganz überraschend ent­wickelt. Hm' Ich muß mich doch einmal intensiver mit ihr be­faßen. So etwas Liebes und Reizendes läuft einem nicht alle Tage über den Weg."

So dachte er, während er sie unausgesetzt beobachtete.

Ursula brachte es eine ganze Weile über sich, nicht nach Graf Joachim hinüber zu blicken. Aber dann mutzte sie es doch wieder tun. Und dg trafen ihre Blicke wieder einander. Ach wie erschrak da die kleine Ursula!

Hans Ullrich hatte sich auch heute versagt, sich Christa in irgend einer Weise zu nähern. Nur verstohlen glitt sein Blick zuweilen zu ihr hinüber. Cie hatte sich zurückziehen wollen in Anwesenheit der Gäste, aber Herr von Virkenheim hielt sie in seiner Nähe fest. Er hatte jetzt immer ein Empfinden, als übe Christas Nähe einen wohltuenden Zauber auf ihn aus.

Ich bedarf Ihrer, bitte bleiben Sie hier," hatte er so laut zu ihr gesagt, daß es die Baronin und die Varonesie hören mußten. Er wußte, daß die Baronin es nicht gern sah, wenn Christa anwesend war in der Gegenwart von Gästen, aber er wollte keine Rücksicht darauf nehmen.

So war Christa geblieben. Die Baronin wagte nicht, sie wegzuschicken. Außerdem sah sie jetzt in ihr eine Verbündete, die ihr helfen sollte, ihr Ziel zu erreichen.

So konnte sich Hans Ullrich wenigstens an Christas Anblick laben. Und mit heimlichem Jntercffe beobachtete er, daß Graf Steinau bei aller formellen Zurückhaltung doch einen sehr zuvor­kommenden Ton für Christa hatte. Er hatte seit gestern mehr als sonst über Christa Nachdenken muffen. Welcher Art war die Mission, die sie in Virkenheim erfüllen wollte? Er fand keine Antwort aus die Frage. Aber das eine wußte er gewiß, daß sie in edelster Absicht hier weilte.

In seinem Herzen glühte ein heißes, tiefes Empfinden für sie. Mehr und mehr erschien es ihm unmöglich, eine andere Frau an feine Seite zu stellen mit diesem heißen, innigen Enipfinden für Christa. Wieder und wieder ersann er die kühnsten Pläne, eine Verbindung mit ihr zu ermöglichen. Aber er war zu keinem Ergebnis gekommen.

Jetzt aber, als er Christa neben seiner Mutter stehen sah mid bemerkte, wie freundlich und interessiert diese sich mit dem schönen Mädchen unterhielt, jetzt kam ihm plötzlich etn GedanLo der seinen Herzschlag stocken ließ

Gegen Christas Persorr, dachte Hans Ullrich, würde feine herrliche, großdenkende Mutter nichts einzuwenden haben. Wenn es eine Möglichkeit geben würde. Christa zu seiner Frau zu machen, ohne daß er das Majorat aufgeben müßte, würde seine Mutter schwerlich etwas gegen eine Verbindung mit Christa haben. Cr war der letzte Frankenau. Wenn er ohne männ­lichen Erben starb oder eine unebenbürtige Frau heiratete, fiel Frankenau der Krone zu. Wie aber, wenn er den Landesherrn bestimmen könnte, darin zu willigen, daß Frankenau in Zukunst nicht mehr Majorat war? In diesem Fall mußte die Krone darauf verzichten, sich Frankenau anzueignen, falls er die Majoratsbedingungen nicht erfüllte. Es lag in der Hand des Landesherrn, diesen Verzicht auszusprechen und dadurch die Majoratsbedingungen ungiltig zu machen.

Und Hans Ullrich schloß einen Augenblick die Augen, als blende ihn ein helles Licht. Er war mit dem Herzog befreundet herzlich befreundet. Dieser hatte ihm oft genug gesagt, wenn er einen Wunsch habe, möge er zu ihm kommen. Wenn er nun mit diesem Wunsch zum Herzog ginge, ihm alles vorstellte und ihm sagte, daß er nur an Christas Seite glücklich werden könne, ob da der Herzog nicht großmütig auf verbriefte Rechts ver­zichten würde?

Das Vlut schoß ihm jäh zum Herzen bei dieser Frage. Er konnte kaum seine Erregung verbergen. Das war doch ein schwacher Hoffnungsschimmer, eine leise Möglichkeit, die Ge­liebte zu erringen. Er hätte ihr sogleich sagen mögen, was so­eben in ihm vorgegangen war' aber es fand sich keine Gelegen- theidazu. Und vielleicht war es auch bester, er sagte ihr noch nichts, weckte nicht Hoffnungen in ihr, die sich am Ende doch nicht erfüllen ließen. Er dachte an ihre freudige Zuversicht, an ihre Worte:Mahre Liebe kann Berge versetzen." Sollte ihr freudiger Glaube in Erfüllung gehen?"

Unruhe und Aufregung machten es ihm fast unmöglich, sich an der Unterhaltung zu beteiligen. Er setzte sich in eine der tiefen Fensternischen und ließ seinen Blick über die Gesellschaft gleiten. Und da fiel ihm auf, daß zwischen Graf Joachim und seiner Schwester noch sonderbare, verstohlene Blicke gewechselt wurden. Er hatte schon einige Male bemerkt, wie Ursula das Blut ins Gesicht schoß, wenn von Graf Joachim die Rede war. Sollte sich zwischen diesen beiden jungen Menschen etwas an-, spinnen? Das würde ihn herzlich freuen. Graf Joachim war ihm lieb und wert. Ihm hätte er gern die Schwester fürs Le­ben anvertraut, denn trotz seines sonnigen Temperaments war er ein zuverlässiger, ehrlicher Mensch von tadelloser Gesinnung.

Diese Beobachtung lenkte Hans Ullrich ein wenig von sei­nen stürmischen Gedanken ab.

Und dann sah er. daß Varoneß Karla Graf Joachim an ihrer Seite fesselte und mit ihm kokettierte. Seine Schwester stand abseits und beobachtete das mit angstvollen Augen.

Da war Hans Ullrich zumute, als müsse er seiner jungen Schwester hilfreich beistehen. Er erhob sich schnell entschlossen und trat zu Graf Joachim und der Baronesse heran. Mit gro­ßem Eifer verwickelte er diese in eine Unterhaltung. Barone^ Karla ttiumphierte. Sie glaubte nun das rechte Mittel ge. funden zu haben, Hans Ullrich aus seiner Ruhe aufzuscheuchen und ihn an sich zu festeln. Eifersüchtig wollte sie ihn machen.

Ein Weilchen kokettierte sie noch mit Graf Joachim, um Hans Ullrich noch mehr zu reizen. Und sie hatte die Genug, tuung, zu sehen, daß er sich immer mehr bemühte, sie von Graf Joachim abzulenken.

Endlich gelang es diesem aber, sich von der Baroneste los zu machen. Er sah Ursula allein am Fenster stehen und trat schnell auf sie zu. Die Varoneste sah. daß es befriedigt in Hans Ullrichs Augen aufleuchtete. Das bestärkte sie in ihrer Hoff­nung. Hans Ullrich unterhielt sich jetzt auch sehr lebhaft mit ihr und machte ihr einige Komplimente Er opferte sich für seine Schönster. Und da er doch nicht mit Christa plaudern konnte, war es ihm gleich, mtt wem er sprach.

Die alten Herrschaften saßen inzwischen um einen Tisch und unterhielten sich, wie es zwischen guten Freunden üblich ist. Christa ordnete draußen auf der Veranda den Teetisch. Man wollte nachher draußen den Tee einnehmen, und sie Hatto Verlangen, sich zu beschäftigen.

Bald darauf wurde der Tee eingenommen.

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Die jungen Herrschaften hielten nicht lange am Teetisch aus. Graf Joachim schlug einen Spaziergang in den Park voL Sein Vorschlag wurde sofort angenommen.

Christa trat cm die Verandabrüstung.

Wollen Sie uns nicht begleiten, Fräulein Hellmut?- fragte Graf Joachim.

Christa schüttelte den Kopf.

Mein Amt hält mich hier fest, Herr Graf." sagte sie ab- wehrend.

Graf Joachim sah Christa unsicher an; aber in ihren Augen lag ein Blick, der ihn bat. sie sich selbst zu überlasten.

Hans Ullrich hatte gehofft, daß Christa sich ihnen anschlie- ßen würde. Run ging er wenig froh neben der Baroneste her. Graf Joachim und Ursula gingen voraus. Ursula schwärmte Graf Joachim vor. was für ein schönes, liebes und herrliches Mädchen Fräulein Hellmuth sei. Er hörte ihr mit heimlicher Rührung zu.

Fortsetzung folgt.

Statt jeder besonderen Anzeige.

(Hott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigftgeliebte treubesorgte Mutter, meine herzensgute Großmutter. Schwiegermutter. Urgroßmutter. Schwägerin und Tante

Karolina Katharine Mofcherosch

geb. Stumpf

nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, im 72. Lebensjahr heute abend durch einen sanften Tod zu erlösen.

Im Namen der Immiden Hinterbllebenkn:

Heinrich Moscherosch.

Ossenheim und Rieder-Wöllstadt, den 20. Juni 1918.

Die Beerdigung findet statt in Ossenheim, Sonntag, den 23. Juni, nachmittags 3 Uhr.

Weitere Gaben gingen ein:

Direktor Vrsiholz lVolkskunst- Abend) 1 22,75 Wt, Stadt Fried­berg r>V; Mk.. B. Harras (Kino- voritel'un ) 70 Mk., Verein ftädt. Beannen 25 ML., Fritz Faatz, Ser- gean' 5 mi, N. N. 2 Mk., Ver­ein für Bewegungsspiele 40 Mk. Frau Chr. Schmidt Wwe. 10 Mk' Fr!. A. Gröninger 5Mk., M. 10Mk. Frau Holler Wwe. 10 Mk L Seyd 10 Frl. Lotte Trapp *Ö Mk.. Th. Söttner 50 Vt Nim. Rupprecht 10 Mk., Frau Dr.' J.Lrng 20 Mk., Rudolf Philippi 40 Mk.. Prof. Dreher 10 Mk., H. Strauß 40 Mk.

Herzlichen Dank!

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Nachstehend bringe ich d e am 21. Juni 1917 für die Feldgemar- kunaen Friedberg-Fauerbach er» lastenefeldpolizeiliche Anord­nung" mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis, daß diese auch für das laufende Jahr in Wirksamkeit bleibt und daß ich das Polizei- und Feldschutz­personal und ebenso auch die Herrn Ehrenfeldschützen angewiesen habe, Uebertretungen dieser Unnachsicht- lich zur Bestrafung anjuzeigen. Friedberg, den 20. Juni 1918. Der Bürgermeister I. V.: Dam m.

FckBzkilicheAimdnMg.

Auf Grund der Artikel 36 und 43 des Feldstrafge>etzes vom 13. Juni 1914 wird nach Anhörung derStadtverordnetenversammlung und mit Genehmigung des Groß- herzoglichen Kreisamts Friedberg vom 20. Juni 1917 für die Feld- gemarkungen der Stadt Friedberg und des Stadtteils Faueroach an­geordnet, daß sämtliche offenen und eingefriedigten bepflanzten Grundstücke von abends 10 Uhr bis morgens 5 Uhr für die Zeit vom 15. Juni bis 15. September und von abends 9 Uhr bis mor­gens 6 Uhr für die Zeit vom 16. September bis nach beendigter Ernte geschloffen sind und deren Betreten allen Personen, auch den Eigentümern verboten ist. Ausgenommen find Flächen, die' als Hausgärten dienen und mit dem Wohnhausbesitz unmittelbar verbunden sind.

Diese Anordnung tritt mit dem 24. Juni 1917 in Kraft.

Friedberg, den 21. Juni 1917. Der Bürgermeister. _ I. B.: Dam m.

HsijUkkslkizkrnz

Im Rodheimer Eemeindewald, Distrikt Jungebuche und Verschie­dene, werden Montag, den 24 Juni d. Js. versteigert:

10 rm Buchen-Scheiter 5 Eichen-Scheiter 188,2 Kiefern-Scheiler 32 Fichten-Scheiter 8 Buchen-Kniippel 18,7 Eichen-Knüppel 48 Kiefern-Knüppel 70 Fichten-Knüppel 570 ätiick Buchen-Wellen 215 Eichen-Wellen

290 Kiefern-Wellen

Anfang und Zusammenkunft vormittags 9 Uhr auf der Wald­bahn oberhalb des Steinbruchs. Kodhelm v. d. K., 18. Juni 1913

Kroßh. fSKrsrnnriflrrci Ko-Hrim

Hofmann.