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11. Jahrgang.

Nummer 141 Mittwoch, den 19. Juni 1918

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Der Kana! Folevva in sahen Kämpfen erreicht. Die Zahl der Gefangenen auf über 30000 gestiegen. 120 Geschütze. 16000 Tonnen verdenkt. Die rumänische Thronrede.

Der deutsche Generalstab i=r- meldet: ==========*

M. T. K. Grotzes Hattpt^rrrr^Llrr, de;L

18. Juni. Amrrichl

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz R u p p r e 'ch i

Die feindliche Artillerie entwickelte in einzelnen Abschnit- feft in Flandern, beiderseits der Lys, zwischen Arras und Al­bert rege Tätigkeit. Nach heftigem Feuerüberfall griff der Feind gk-.cn Mitterncchi südwestlich von Albert an. Er wurde abgew esen und lieg Cefcnaeire in unserer Hand.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Südwestlich von Noyon und südlich der Aisne lebte die Art'.llerietätigkeit in den Abendstunden auf. Teilvorstöße de' Feindes nördlich der Aisnr und nordwestlich von Choteau- Thierry wurden abgewiefen.

Der Erste Generalquarticrm erster: Luden d 0 1 f f.

Abcndkericht.

Derl'.u, 18. Juni, abends. (MTB. Amtlich.) Don den Kampffronten nichts Neues.

Der österreichische Geueralstab ~ meldet:

Wien, 18. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- tcmtbart:

Die Schlacht in Venelien nimmt ihren Fortgang. Die Armee des Generalobersten Freiherrn von Wurm gewann an zahlreichen Stellen Raum. Ihr Südflügel erreichte in zähen Kämpfen den Kanal Fosebba. Generaloberst Erzherzog Josef baute feine Erfolge im Montello-Eebiete aus. Italienische Gegenstöße scheiterten an drei Kampftagen. An drei Kampf­tagen wurden in diesem Gebiet 73 italienische Geschütze einge­bracht, darunter zahlreiche schwere Kaliber. Beiderseits der Brenta rannte der Feind abermals vergeblich gegen unsere neuen Stellungen an. Ebenso erfolglos verliefen südlich von Asiago mehrere englische Angriffe. Die Zahl der Gefangenen ist auf 30 000 gestiegen, jene der erbeuteten Geschütze auf 120. Die Beute an Minenwersern ui. Maschinengewehren, sowie sonstigen Kriegsmitteln ist noch nu ; . gezählt.

Der Chef des Generalstabes.

österreichische Offensive.

Wien. 17. Juni. (WTB. Nichtamtlich ) Aus dem Kriegs- pressequarticr wird gemeldet:

Was der erste Tag der einsttzenden Offensive an der Süd­westfront unseren braven Truppen an Erfolgen brachte, wurde auch gestern alten verzweifelten Anstrengungen des Gegners zum Trotz teils behauptet, teils unbeeinflußt durch alle Be­schwerlichkeiten der ungünstig-cn Witterung weiter ausgebaut. Des Wcstufer der Piave, von den beherrschenden Höhen des Mor.tello bis hinunter ans Meer, mar der Schauplatz erbitter­ter Kämpfe, in deren Verlauf sich unsere dort operierenden Ar­meen in den Besitz weiteren feindlichen Geländes und dadurch einer größeren Sicherheit aller bisher errungenen Erfolge setz­ten. Sowohl der Raumgewinn im Gebiete des Moniello, wie auch westlich von San Dona, die Einnahme des vielumstritte­nen Enno Slle, sind die ersten Früchte des mit so unvergleich- Uio £ Schnelligkeit und durchschlagendem Erfolg unternomme- r?'.1 Flußiiberganges, der für die Italiener ebenso überraschend i'ij l '.ohlich ist und uns einen Ausblick für alle weiteren ieitcn eröffnet. Daß bei Fagore eine einzige Sturm­patrouille eines Infanterieregiments 700 Mann und 9 Offi­ziere verschiedener Regimenter zu Gefangenen machte, gibt einen zutreffenden Beweis, wie sehr durch die Wucht unseres Angriffes die Verbände des Gegners in Verwirrung geraten fein müssen und ein schönes Bild von dem prächtigen Offensiv- geist unserer Truppen.

Auch während des gestrigen Tages blieben alle beiderseits der Brenta errungenen Erfolge fest in den Händen der öster­reichisch-ungarischen Truppen. Kein Fuß breit Boden in dieser wildzerkl'isteten Gebirgslandschaft, wo jeder Schritt nach vor- kvärts von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist, konnte der !

zähen Verteidigung der alpenländischen Regimenter entrissen werden. So schlossen sich die Erfolge des zweiten Kampftages würdig den vorausgegangenen Ereignissen an

*

Wien, 18. Juni. (WB.) Die Blätter melden: Seit Beginn der deutschen Angriffsschlacht im Westen wurde in der Oeffentlichkeit sehr oft die Frage erörtert, weshalb der österreichisch-ungarische Angriff an der Südwestfront nicht gleichzeitig eingesetzt habe, um so einen schlagenden Beweis Don der Einheitsfront des Vierbnndes zu liefern. Ange­sichts der fortschreitenden Erfolge an der deutschen Westfront konnte man der sich steigernden und vielleicht bis zu einem gewissen Grade verständlichen Ungeduld stets nur entgegen- halten, daß es der Obersten Heeresleitung überlassen bleiben müßte, jenen Zeitpunkt für den Beginn auch unserer Offen­sive an der Südwestfront zu wählen, der ihr aufgrund einer eingehenden Erwägung der ihr bekannten Momente als hierzu geeignet erscheinen mußte. Wenngleich sich aus be­greiflichen Gründen die operative Operation auf dem süd- lvestlichen Kriegsschauplätze der Erörterung derzeit entzieht, möge doch kurz aus einige Momente hingewiesen werden, deren Unkenntnis oder Außerachtlassung Fernstehende zu einer vorschnellen ^und gewiß nicht zutreffenden Beurteilung der Lage verleiten konnte. Es gibt keinen Kriegsschauplatz, der auch nur annähernd eine derarüge Verschiedenheit mit 'Bezug auf die Gliederung und Beschaffenheit des Geländes vor allem im Frühling und im Hochsommer auch hinsichtlich der Gangbarkeit des Klimas und der Witterungsverhältnisse aufweisen würde, wie die zusammenhängende 'Front vom Stilfscr Joch bis zur Lagunenküste von Venedig. Während in der venetianischen Ebene bereits trockenes, schönes Som- merwetter den geeigneten Zeitpunkt für den Beginn größerer Aktionen als gekommen erscheinen lassen kann, stehen im Gebirge schwere Nebel und Regen und in den höheren Lagen noch starker Schneefall und selbst Schneesturm einer Offen- sivbewegnng hindernd im Wege. So wurde noch am 16. Mai an der Gebirgsfront eine starke Bewölkung und Schnee, am 6. Mai ein 50 Zentimeter hoher Neuschnee und Lawinen­gefahr gemeldet. Der Eintritt klaren, warmen Frühlings­wetters, nnt raschester Schneeschmelze verbunden, kann im Gebirge den Beginn des Angriffes erhoffen lassen. Aber gerade die rasch abfließenden Schneewasser verwandeln die bisher fast ausgetrockneten Torrenten der Ebene in reißende Ströme und schaffen durch das steigende Grundwafser im Mündungsgebiet weite Sumpf- und Marostflächen und hier­durch Hindernisse, welche dem Vorrücken und vor allem dem geregelten Nachschübe ernsteste Hindernisse bereiten können. Auch die Frage der für den Einmarsch bezw. die Versamm­lung und den Nachschub großer Truppenkörper zur Ver­fügung stehenden Verbindungslinien und Bahnen liegt infolge der Terrainverhältnisse weitaus schwieriger, als dies z. B. an der Flandern front der Fall ist. Daß die glückliche Lösung dieses überaus schwierigen Problems eine der be­deutendsten Anfc . nen der Führung bildete, um das für den Angriff so nöti i U Überraschungsmoment nicht auszuschalten bedarf keiner Erörterung. Bezeichneten doch die Berichter­statter und die italienischen Blätter selbst die tagsüber an und hinter der österreichisch-ungr.'üschen Front herrschende Ruhe als unheimlich und unbegreiflich. Die vorstehenden Momente lassen erkennen, mit welchen Schwierigkeiten die beste Führung oftmals zu rechnen hat, und daß die scheinbar berechtigte Ungeduld ihre Quellen aus Umstünden schöpft, die in der Oefsentlichkeit nicht voll erfaßt werden.

Die Schlacht im Westen.

De Lage.

Berlin, 17. Juni. (WB.) Der Berichterstatter des Wolsf- schen Bureaus meldet von der Front: Die Amerikaner, die in der letzten Zeit bei nutzlosen Gegenangriffen wiederholt außer­ordentlich schwere Dlutopfer gebracht haben, wurden gestern zwischen Maas und Mose! von deutschen Stoßtrupps angegrif­fen, die zwischen Vargevaux-Weihcr und Richecourt tief in die feindlichen Stellungen eindrangen. Die amerikanischen Grä­ben wurden glatt übcrrannt. Reste der Besatzung, die nach rückwärts flüchteten, faßte unser Verfolgungsfeuer. Das Dorf Marvoisin mit seinen Verteidigungsanlagen wurde nachhaltig von unseren eingedrnngenen Ctoßtrnppeir zerstört. Während dieser Zeit hielt die deutsche Artillerie die amerikanischen Ve- rcltschaften und Reserven, die rückwärtigen Stellungen und An­

marschwege dauernd unter zusammeugefaßtem Feuer. Wieder, holte Czplcsionen und Brände sowie ein reger feindlicher Ver» wundetentransport wurden festgestellt. Nach Einbruch derr Dunkelheit räumten wir planmäßig und unbelästigt vom Feinde die gründlich zerstörten feindlichen Anlagen. Auch in den Südvogesen westlich von Colmar hatte ein eigener Vorstoß vollen Erfolg. Aus den feindlichen Stellungen wurden hier 20 Franzosen und ein Maschinengewehr als Beute eingebracht In Flandern wurden am 16. Juni verschiedentlich feindlicht Vorstöße an mehreren Stellen der Front verlustreich abge­wiesen. Desgleichen scheiterte ein um 12.30 Uhr vorm, erfolge ter Angriff einer feindlichen Großpatrouille südwestlich rc:r Hamel. Die Bahnanlagen von Amiens lagen unter unseren wirksamen schweren Feuer.

Berlin, 17. Juni. (WB.) Während der Aisne-Offensioe vom 27. Mai bis 6. Juni wurden an unverwundeten französi­schen Gefangenen allein von nachstehenden Divionen cinge» bracht: Von der 1. Jnf.-Div. 68 Offiziere 2631 Mann, 13. I.. D. 25 Offiziere 1186 Mann, 21. J.-D. 166 Offiziere 5665 Mann. 22. Jnf.-Div. 64 Offiziere 2432 Mann, 36. I.-D. 23 Offiziere 1221 Mann. 39. I.-D. 41 Offiziere 2008 Mann. 43. I.-D. 24 Offiziere 1403 Mann, 61. J.-D. 64 Offiziere 4949 Mann, 74. J.-D. 54 Offiziere 2513 Mann, 131. J.D. 37 Offiziere 1496 Mann. 152. J.-D. 44 Offiziere 3752 Mairn, 51. J^D. 66 Offi­ziere 2649 Mann; während der Oise-Ofsensive vom 9. bis 12. Juni von der 36. J.-D. 30 Offiziere 1434 Munn, 58. J.-D. 100 Offiziere 2846 Mann. 72. J.-D. 47 Offiziere 1827 Mann, 125. J.-D- 83 Offiziere 2634 Mann, 1. Kür.-Div. 67 Offiziere 2396 Mann. Rechnet man zu den oben angeführten Gefangenen- zahlen die verwundeten Gefangenen und die hohen blutigen Verluste des Feindes hinzu, so kann man einwandfrei festslel- len, in welchem Grade die Kampfkraft der französischen Armee allein während der beiden letzten Offensiven vermindert worden ist. U K ~ ' f *

Vor neuen Kämpfen.

Gens, 18. Juni. DerMatin" meldet von der franzö­sischen Front; Die Deutschen fetzen ihre Angriffe mit nu-' verminderter Heftigkeit fort. Die Luftangriffe auf die Städte im Frontbereiche nehnien zu und beweisen uns, daß wir vor einem nochmaligen Großangriff des Feindes stehen.

DerEorriere della Sera" meldet von der italienischen Front: Man schätzt die Zahl der feuernden Geschütze auf 5000. In Padua und Venedig höre man den Kanonen­donner. Es sei nicht von einem Nachlassen der Kampfes­tätigkeit zu sprechen. Der Hauptstoß des Feindes stehe jedenfalls erst bevor.

16000 Tonnen vnfnsht.

Berlin, 16. Juni. (MV. Amtlich.) Im Sperrgebiet um England sind durch unsere U-Boote neuerdings 16 000 Brt. feindlichen Handelsschiffraumes vernichtet worden. Außerdem wurden an der Ostküsie Englands folgende englische Fischerfahc-. zeuge und Segler versenkt:Fortuna",Eclipse",Day.

spring",Albert", Beryll",Dianthus" undActiv".

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

f

(611 cnMihi'r MslneiiM wlfiM.

London, 17. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Admiralität teilt mit: Der Hilfs­kreuzerPatria" ist am 13. Juni durch ein deutsches Unterste- boot torpediert und versenkt worden. Ein Offizier und 1) Mann der Handelsmarinemannschaften werden vermißt un4 sind wahrscheinlich ertrunken.

Dom Seckriege.

Berlin, 17, Juni. (WB.) Nach derDaily Nervs" voirff 27. Mai soll das in Ferrol internierte deutsche U-BootU.

48" versucht haben, zu entweichen. An dem Vorhaben sei das Boot durch den spanischen KreuzerRio de la Plata" vorhin- dort worden. Wie wir von zuständiger Stelle hierzu erfahren, ist die Nachricht erfunden.

Bern. 17. Juni. (WB.) DerPetit Parisien" meldet aus Bilbao, daß der spanische DampferUpomcnd" (3838 Tonnen)' tun 12. Juni versenkt worden ist. DK Besatzung mit Ausnahme eines Heizers wurde gerettet.