Nummer 140
Dienstag, de« 18. Juni IS 18
11. Jahrgang.
Die Msur Tageszeitung" erscheint ,eden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hessen", „Die Kpirmssrrbe". Ks?ugspreis: Bei den Postanstalten vierteljährlich Att. 2.4^ hinzu -ritt noch das Bestellgeld; bei oen Agenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlolin. Anzeigen: Grundzeile 25 Pfg., lokale 20Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahms erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Hchriftleitung und Derlag Friedberg (Hessen), iianauerstrahe 12. Fernsprecher 48. Poitjcheck-Lorrto Nr. 4359. Amt Franlsurt a. M.
Oesterrr'ichlsche Erfolge in K «allen.
dpa Hile genommen. 21000 Gefangene. — Die Geschntzvente von D8yon —Woutdidler ans 300 eryoht. — 22000 Tonnen versenkt. — Rücktritt des bnlgarijchen Ministerpräsidenten RodosLamow.
Der deutsche Grneraistov
meldet: -J »
M. T. Großes HanpL^rravLLev» deir 17. Juni. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprillz Nupprecht.
Rege Erkundungstätigkeit führte an vielen Stellen der Front zu heftigen Jnfanteriegesechten. Südwestlich von Upern nild beiderseits der Somme lebte die Gefechtstätig- fcit am Abend auf.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Auf dem Kampffelde südwestlich von Noyon nahm die Artillerietätigkeit am Abend an Stärke zu. Zwischen Ou.ro und Marne machten wir bei örtlichen Unternehmungen 120 befangene.
Die Geschützbeute aus unserem Vorstoß zwischen Mont- didier und Noyon hat sich von IM auf niehr als 3 0 0. dabei schwerstes Kaliber, erhöht. Die Bellte an Maschinengewehren beträgt weit über 100 0.
Heeresgruppe Gollwitz.
.Zwischen Maas und Mosel fügten wir den Amerikanern durch Vorstoß beiderseits von Tibray Verluste zu und zerstörten Teile ihrer Stellungen.
Heeresgruppe Herzog Albrechl.
Erkimdungsabteilungen holten in den Vogesen und im Sundgau Gefangene aus französischen und amerikanischen Gräben.
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Gestern wurden 8 feindliche Flugzeuge und 8 Fessel- tallens zum Absturz gebracht.
Der Erste Generalquariiermeistcr: Ludendorff.
Abendbericht.
Berlin, 17. Juni, abends. (WB. Amtlich.) Von den Kampffronten nichts Neues.
| Der österreichische Generalstob !L== meldet:
machte unsere Artillerie mehrfache erfolgreiche Feucrüber- fälle auf Stellungen des Feindes. Nördlich von Vitolia und auf dem Dobropolje war das Geschützfeuer des Feindes zeitweise ziemlich lebhaft. Westlich des Vardar drang einer unserer Stoßtrupps in feindliche Schützengräben bei Altschak Mahle ein und kehrte mit gefangenen Franzosen znriick. In den Tälern an der Struma lebhafte Flieger- tätigfeit von beiden Seiten.
Das türkische Hmrptlprartier 1======== meldet: -
Konstantinopel, 16. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Gene- neralstabsbericht.
Palästinafront: Die beiderseitige Gefechtstätigkeit hielt sich in mäßigen Grenzen. Auf unseren Stellungen östlich des Jordan liegendes feindliches Feuer wurde wirkungsvoll von unseren Batterien erwidert. Ein erneuter Angriff der Aufständischen gegen die Hedschasbahn zwischen Dschuruf und Aneze wurde vereitelt. Rebellenlager bei Tefile wurden von unseren Fliegern mit Bomben und Maschinengewehren angegriffen.
Ostfront: Angesichts des Vordringens der Engländer in Persien haben wir zum Flankenichutz unserer im Kaukasus, stehenden Truppen beiderseits des Urmia-Sees Fuß gefaßt und Täbris besetzt. Sonst nichts von Bedeutung.
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Konstantinopel, 16. Juni (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht.
Palästinafront: Ans unseren Stellungen und dem
Hintergelände lag zeitweise lebhaftes feindliches Artillerie- feuer, das von unseren Batterien kräftig erwidert wurde. Schwere Geschütze machten erfolgreiche Feuerüberfälle auf die feindlichen Lager westlich des Jordanbrückenkopfes. Vor unserem linken Flügel wurde die feindliche Kavallerie verlustreich abgewiesen. An der Hedschasbahn fanden mehrfache Zusammenstöße mit Rebellen statt, die durchweg für uns günstig verliefen. An den anderen Fronten ist die Lage unverändert.
22000 Tonne» versenkt.
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Wien, 17. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart An der venetianischen Gebirgsfront wurde gestern die Kampftätigkeit durch Wetter und Nebel beträchtlich eingeschränkt. Westlich der Brenta behaupteten alpenländische Regimenter die tags zuvor erkämpften Gebirgsstellungen gegen heftige Angriffe. Im Höhengelände des Montello schoben sich die Divisionen des Feldmarschalleutnants Ludwig Goiginger kämpfend gegen Westen vor. Beiderseits der Bahn Oderzo—Treviso scheiterten starke italienische Gegenstöße. Die am Südflügel der Heeresgruppe deä Feldmarschalls von Boroevic vordringenden Streitkräfte des Generals der Infanterie von Esteferi entrissen dem Feinde westlich von San Dona weiter Boden und nahmen Capo Sile. Mit deutschen, österreichischen und ungarischen Mannschaften wetteifernd, legten hier tscheü'flch- und pol- nisch-ruthenische Bataillone durch ihr tapferes Verhalten Probe ah. daß die feit Monaten täglich wiederkehrenden Versuche des Feindes, sie zu Verrat und Schurkerei zu verleiten, erfolglos geblieben sind. Für die Piavekümpfe am 15. Juni verdient außer der über alles Lob erhabenen Infanterie das junge oberungarische Regiment 106 besondere Erwähnung. Wie immer, haben unsere braven Sappeure und unsere Schlacht- und Jagdflieger auch am Erfolg der letzten Tage hervorragenden Anteil. Die Zahl der an der Südwestfront eingebrachten Gefangenen erhöhte sich auf 21000 .
Berlin, 16. Juni.(WB. Amtlich.) Deutsche und österreichisch-ungarische Unterseeboote versenkten im Mittelmeer fünf Dampfer und neun Segler, zusammen rund 22 000 Brt. Unter den versenkten Dampfern befand sich der englische Truppentra, dampfer „Leasowe Castle" (9737 Brt.).
Chef des Admiralstabs der Marine.
FUe -griff auf Paris.
Paris. 17. ^ ui. (Havas.) Mehrere feindliche Fliegergruppen überflogen gestern unsere Linien in der Richtung auf Paris. Um 11 Uhr 40 wurde Alarm geblasen und die Verteidigungsbatterien in Tätigkeit gesetzt. Unsere Batterien beschossen heftig die feindlichen Flugzeuge. Man meldet einige Opfer und Sachschaden durch Bombenab- wiirfe. Um 12 Uhr 46 ging der Alarm zu Ende.
Die Schlacht im Westen.
Compicgne in Flammen.
Karlsruhe, 17. Juni: „Daily Mail" meldet aus Paris, daß C o m p i e g n e infolge der feindlichen Beschießung in Brand stehe.
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Neuirale Urteile über die Schlacht bei Noyon.
Der Csics des Eeneralstabes.
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j Der bulgarische Grneralstad j V=—~\, , - meldet: == =J
Sofia, 15. Jllni. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs-
«hericht.)
Mazedonische Front: In der Gegend des oberen Skumbi lebhafte Feuertätigkeit beider Teile. Am Ochrida-See
Bern, 15. Juni. In einer Besprechung der Schlacht bei Noyon schreibt das „Berner Tagblctt": Die Französin erklären mit der Einnahme von Paris wäre der Krieg nicht entschieden. Gut, dann ist er auch nicht entschieden, wenn es den Deutschen nicht gelingen sollteEdie Hauptstadt einzunehmen. Aber dieser Krieg wird doch einmal entschieden werden, und zwar zu Gunsten der Zentralmächte, wenn die Amerikaner wirklich und wahrhaftig den Gang wagen und sich selbst zum Schluß noch zerschmettern lassen. Nicht der Besitz von Paris entscheidet den Krieg, aber die Zermürbung der amerikanischen Kampfkräfte.
und sie wird unabänderlich kommen, wenn die Ententediplo- maten nicht vorher Vernunft annehmen. Geht die Offensive in diesem Tempo und mit diesen Erfolgen weiter, und sie wird noch lange so weiter gehen, dann bringt sie Monat für Monat der Entente erfahrungsgemäß 200 000 Mann Verluste, just so viel, als die Amerikaner im Maximum herbeischaffen können, um die Lücken zu stopfen. Wohl haben auch dieDeutschen Verluste, aber bei dem menschenschcnenden System Hindenburgs stehen sie in keine« Verhältnis zu den Abgängen auf der anderen Seite und so kaim geradezu zahlenmäßig nachgewiesen werden, daß die Entente mit samt den Amerikanern unterliegen muß. Es liegt einzig in ihrer Hand, das Unheil noch rechtzeitig abzuwenden und ein* zulcnken.
Bern, 15. Junr. (WB.) Oberst Egli schreibt in den „Basler Nachrichten": Die Bedeutung der Matz-Schlacht liegt nicht im Eeländegewinn und auch nicht in der Beute an Gefangene« und Material, sondern darin, daß eine kampfbereite, ticsgegliederte Armee in wohlvorbereiteten Stellungen nach einer sehr kurzen Artillerievorbereitung geworfen wurde. Die deutsche« Offensiven bei Eambrai, St. Quentin und an der Lys trafen die englischen Truppen, und bis die Franzosen mit genügende« Kräften eingreifen konnten, war der deutsche Vorstoß schon am Ende angelongt. Das weckte bei vielen den Glauben, daß die Deutschen nicht imstande seien, die Franzosen zurückzudrängen. Die Offensive vom 27. Mai wurde gegen die Engländer und Franzosen überraschend geführt. Hier folgte als Entschuldigung für die Niederlage der Alliierten die Plötzlichkeit des Angriff» und die sofort in die Welt gesetzte Behauptung von der gewalti« gen deutschen Ucberrnacht. Am 9. Juni traf der Schlag die Franzosen allein» ohne daß hie Franzosen überrascht wurden, und ohne daß die Deutschen unter besonders günstigen Bedingungen kämpften.
Die U-§oo!e an -er ammkanijihen Küße.
Basel, 17. Juni. Wie Havas aus Newyoick meldet- wurden bei den Unternehmungen der deutschen Unterseeboote an den amerikanischen Küsten in den ersten vierzehn: Tagen sechszehn Schiffe versenkt, zwölf amerikanische und vier neutrale, letztere meist norwegische. Zwei der versenkten amerikanischen Schiffe können angeblich wieder flott gemacht werden. Keines der versenkten Schiffe sei für Transporte nach Europa bestimmt gewesen, sondern alle dienten der Küstenschiffahrt. Während 26 000 Tonnen versenkt wurden, seien gleichzeitig 21 Schiffe mit zusammen 130 000 Tonnen vom Stapel gelassen oder von der amerikanischen Regierung in Dienst gestellt worden.
MM de- billMijchen Winklig.
Sofia, 17. Juni. (WB.) Der Ministerpräsident Ra- doslawow hat dem König di*e D e nsii f s i o n des Kabinetts angetragen. Der König hat die Demission angenommen rmd den Minister beauftragt, bis zur Bildung eines neuen Kabinetts die Geschäfte weiterzuführen.
Der Uiicklritt Dadosiawows
ist für die Allgemeinheit überraschend gekommen, wenn ihn auch eingeweihte Kreise haben kommen sehen. Rados- lawow leitete feit 1913 die Geschicke seines Landes und wir haben ihm nächst dem König zu verdanken, daß sich Bulgarien ans die Seite der Mittelmächte geschlagen und treu zu ihnen gestanden hat. Die Gründe, die den Ministerpräsidenten zum Rücktritt vranlaßt haben, sind bis jetzt noch in Dunkel gehüllt und es tauchen nur Vermutungen auf. Die in dem Frieden von Bukarest bestimmte Verteilung der Dobrüdschal soll im Lande keine Zustimmung gefunden haben, dazu kommt, daß die Mehrheit, auf die sich Radoslowow stützen konnte, nur eine sehr kleine war, das mag wohl der Hauptgrund des Rücktritts gewesen fein. Dazu entspricht es Gepflogenheiten in den Balkanstaaten, daß ein Staats» mann, wenn er eine gewisse Zeit am Ruder war, einen! anderen Platz macht und 5 Jahre ist für die dortigen Verhältnisse schon reichlich viel. Als sein Nachfolger wirb M a I i n o w genannt. Die auswärtige Politik Bulgariens, namentlich was fein Verhältnis zu den Mittelmächten betrifft, dürfte keine Veränderung erfahren, dafiir bürgt schon die Person des Königs Ferdinand..
Die „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: „Deswegen wir§, wenn Herr Malinolb als ein Gegner Radoslawows die Prä-
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