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FranMche EchngkNtnbkhiindlMg.

. Berlin, 13. Juni. (WB.)" Wahrend die Franzosen immer wieder Greuelberichte aus deutschen Gefangenem lager n erzählen, zeigen die Aussagen zurückgekehrter deut- scher Gefangener wie traurig es in Frankreich um die Menschlichkeit gegenüber Gefangenen steht. Nicht nur, daß ihnen Ln selbstverständlicher Weise sänrtliche Wertgegenstände abgenommen wurden, ist auch die Hygiene und der Schutz gegen die Witterung gleich Null. Die Strafen sind un­menschlich hart. In Chambly mußten Bestrafte für das ge» ringfte Vergehen täglich drei Stunden vormittags und drei Stunden nachmittags einen bis 40 Pfund schweren mit Land gefüllten Tornister tragen.

schilderte, erzählt. Fürst Lmrdutow sagte über dieses Meder­sehen: Januschkewitsch war jetzt ganz gebrochen und stand rmter dem Druck der Verhältnisse. Offenbar wurde er von schweren Gewissensbissen verfolgt. Er äußerte, er erkenne tetzt, daß er sich doch beim Kriegsausbruch getäuscht und damals unrichtig gehandelt habe.

Die Ergebnisse des Suchomlinow-Prozesses erfahren durch diesen Bericht eines Augenzeugen der Vorgänge am 20. Juli eine weitere Ergänzung und Bekräftigung. Gleich, zeitig erhellt ans der Darstellung, welches Maß von Schuld England an der Herbeiführung der russischen Mobilmachung und damit an der Entfesselung des Krieges zufäüt.

Zur Norgeschichte des frricgcs.

Die Darstellung des Fürsten Tnndutow.

Berlin, 13. Juni. (WB.) DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Unser Vertreter hatte in diesen Tagen Gelegen­

heit, den Hetman der Kalmücken, Militärataman der Äst- rachaner Kosaken. Oberst Fürst Lundutow, der sich auf der Durchreise einige Tage in Berlin.aufhielt, zu sprocken. Fürst Tundirtow stand vor dem Kriege bei den russischen Garde-Husaren. In den Tagen vor Kriegsausbruch war Fürst Tundutow als Verbindungsoffizier zum Chef des Generalstabs, des Generals Januschkewitsch, kommandiert und hat in dieser Eigenschaft die schwerwiegenden weltge- schichtlichen Ereignisie jener Tage aus nächster Nähe mit an- gesehen. Er erzählt« hierüber folgendes:

In jener Nacht, als der Zar den General Januschkewitsch antelephonierte und von ihm die Rückgängigmachung der Mobilmachung verlangte, hielt ich mich im Nebenzimmer des Arbeitszimmers des Generals auf und konnte alle Vor­gänge genau verfolgen. Cs war dies an dem Tage, an dem naLmittags das bekannte Gespräch des Generalslabschefs mit dem deutschen Militärbevollmächtigten Major Eggeling stattgefunden hat, also der 16. Juli (alten Stils, 29. Juli neuen Stils). Nach dem Gespräch des Zaren mit Jannsch- kewrtsch, der den Auftrag erhalten hatte, die Mobilmachung rückgängig zu machen, sprach dieser meines Erinnerns tele­phonisch zunächst mit dem ihm nahe befreundeten Sasionow. Gleich darauf rief er nochmals den Zaren an und teilte ihm mit. die Rücknahme des Mobilmachungsbefehls sei mcH mehr möglich und der Befehl bereits heraus gegeben: die Truppen hätten ihn erhalten, alles sei im Gange, die Mobil- mschung sei nicht mehr aufzuhalten. Ich Hörte deutlich die Helle klare Stimme des Generals. Das, was er dem Zaren sagte, war gelogen. Vor ihm auf dem Tisch lag noch der unterschriebene Mobilmachungsbefehl, den er nun erst, gleich nmh dem Gespräch mit dem Zaren, herausgab. Auf die Frage, ob es sich nur um den Teil- oder Gesamtmobil, machungsbesehl gehandelt habe, sagte der Fürst Trmdutow: Nein, es handelt sich um den Mobilmachungsbefehl für das ganze russische Heer in Europa und Sibirien.

General Januschkewitsch ist nach der M^nung des Fürsten Tudutow zu dem Entschluß, den Krieg mit allen Mitteln herbeizuführen, in dem Augenblick gekommen, wo er die Ueberzeugung erlangt hatte, daß England sich am Kriege beteiligen würde. Die Entscheidung ist nLch seiner Ansicht bereits am 24. Juli neuen Stils in Krasnoje Selo gefallen am Tage, bevor dort die Parade stattfand und die Fähnriche zu Offizieren befördert wurden. Später, nach AuS brnch der Revolution hat der Fürst Genera! Janusch- kewltsch wieder gesprochen. Der ehemalige Chef des Stabes hat ihm den tatsächlichen Verlauf der Dinge, wie er aus dem ^uchomlinow-Prozeß bekannt ist und wie ihn der Fürst

Rrliliittünirfriede Mischen Rußland und der Ukraine

Wien, 13. Juni. (WB.) Der vorläufige ukrainisch, russische Vertrag ist heute mittag unterzeichnet worden. Lein wesentlicher Inhalt ist die Einstellung der Feindselig­keiten, die Erleichterung der gegenseitigen RUckiuanoerung, der Austausch der Kriegsgefangenen, die Vorbereitung des Austausches des EisenbahnMoteriols, die V.wabnung von Handelsbeziehungen und die Bereitwilligkeit, bald in end- gültige Friedensverhandlungen einzutreten.

Züchtigung ferm ftrnltfrrn DM, nicht nur Lcr M lilürprlfi!

New York, 11. Juni. (Reuter.) Der frühere Präsident der Vereinigten Staaten, Taft, der bei der Preisverteilung un Delaware College eine Ansprache hielt unterstützte die Jdee,^ daß die Amerika Truppen nach Rußland schicken und eine östliche Front bilden sollten, welche diejenige ersetzt, die durch die deutsche Strategie verloren ging. Er fügte bei- -Wir müssen Deutschland züchtigen und wir müssen es gleich richtig tun. und zwar nicht nur die Militärpartei, sondern die Deutschen selbst. Wir können mehr Geld. Munition und Mannschaften liefern als jedes andere Land, um die Weit vom Militarismus zu befreien und wir wer­den es tun."

London, 11. Juni.^'LSp. Reuter.) Aus St. Paul ^Amerika) wird gemeldet: Der Bericht des Arbeiterck)efs Gompers und des Ausschusses erklärt über die Teilnahme Amerikas am Kriege.- Tie Militärautokratie und ihre ge­fährlichste Waffe, die unverantwortliche Diplomatie, müssen verschwinden und der Demokratie, der Gerechtigkeit, der Freiheit und dem absolutesten Vertrauen zwischen den Re­gierungen Platz machen.

Mk-uvmiitndium öcr m rMlchkr EchnktnIchM Zlirückglitthrtkn an du front.

Berlin, 14. Juni. (WB) Als Antwort auf viele beim Kriegsministerium eingehende Anfragen wird folgendes be­kannt gemacht: Die aus russischer Kriegsgefangenschaft

Zurückgekehrten können ohne Einschränkung wieder im Mlitärdienft verwendet werden. Es würde dem Grundsatz der allgemeinen Wehrpflicht widersprechen wenn diese Heeresangehörigen nach Ablauf ihres Urlaubs anders ver- wendet würden, als die übrigen Heeresdienstpflichttgen, von denen selbst viele nach mehrfacher Verwundung, der Front wieder zugeführt werden. Soweit aus besonderen Gründen, z. B. infolge vorgeschrittenen Alters oder au3 Familienrück­sichten von einer Verwendung an der Front abgesehen wer-

kommen diese Sonderbestimmungen auch deik au- russischer Gefangenschaft Zurückgekehrten zugute.

Zar und Zarin.

Bolschewik Jakoblew undBürger Romanow*.

Die Bolschewiken haben bekanntlich den Exzaren Nrkolaus und seine Familie Ende April von dem sibirisä)en Tobolsk nach Jekaterinburg diesseits des Urals verbringen lassen. Die Häftlinge dünkten ihnen in dem hübschen be- habigen Tobolsker Gouverneurshaus nicht mehr sicher genug Werl man sie aber für alle Fälle fest in der Hand haben wollte war damit Genosse Jakoblew beauftragt, den Exzaren Anwendung aller Sicherheitsmaßregeln aus der sibrrlschen Stadt wegzuholen und über den Ural zu bringen.

Der Genosse schildert seine Erlebnisse und erzählt dabei folgendes von dem Erzaren und dessen Gemahlin, bekannt- lrch eine Schlvester unseres Großherzogs:

Diese Reise ist, wie ich sestgestem habe, dem Exzaren gar nicht beschwerlich gefallen.Bürger Romanow" erfreut sich nänürck einer ganz ausgezeichneten Gesunoyeit Das Revolutionsjahr mit seiner Reise für ihn hat ihn außer- ordentlich gestärkt. In Tobolsk bewegte er sich viel im Freien: er hackte Holz, grub Hausgarten um, baute den Ge­müsegarten an. Das bekam ihm recht gut. Für politische Fragen oder für den Krieg interessiert sich der Zar gar nickt- er sprach wenigstens nicht davon. Er kümmert sich nur um >eine Familie und ihr Wohlergehen; diese umsorgt er aber sehr. Im ganzen hat das Zusanimensein bei Jakoblewden rollkommen festen Eindruck von der phänomenalen Be­schränktheit des Erzaren hinterlassen." Dagegen spricht er mit der größten Hock-achtung von der Erzarin Alexandra. Er bezeichnet sie als sehr klug und sehr stolz. Sie wie bei Zar hatten die bolschewikischen Begleiter anfänglich mb großem Mißtrauen betrachtet, wohl Kränkungen oder gar Mißhandlungen von ihnen befürchtet. Deren durchaus kor­rektes Verhalten ließ den Zaren aber bald seine Zurück- Haltung aufgeben. Alexandra blieb dageaen immer für sich. Sre schloß sich in ihr Abteil ein und verließ es fast nie, um

nur ja nicht in Berührung mit den Bolschewiken zu kom­men."

stbrnsmiükl-DrtÜt in DoiMhikkii.

CS kosten zurzeit in Nordböhmen (1 Krön« 68 Fri-- benJöerfjnltniS 80 Pfennig): 1 Ei 1 Krone, 1 Liter Milch I Krone, 1 Kilogramm Ouarck 7 Kronen. 1 Kilogramm Butter 52 bis 60 Kronen, 1 Kilgramm Rcggenmehl 52 Kronen, 1 Kilogramm Weizenmehl 16 bis 1« Kronen, 1 Kilo­gramm fettes Echeinefleisch 46 bis 50 Kronen, 1 Kilogramm Rindfleisch 8 bis 10 Kronen (nur in kleinen Mengen erhält- !ich). 1 Kilogramm Pferdefleisch IS bis 16 Kronen, 1 Kilo­gramm Kartoffeln 1.40 bis 2 Kronen. In den letzten Wochen erhielt die Bevölkerung % bis % Kilo Brot pro Kopf, dab«i ist es kaum genießbar.

§er sterrrrfreudige Reichstag.

Graf Noedern des Reiches Sackeiwart, kann sich frcitfit. SDcr Reichstag bewilligt ihm mehr neue Steuereinnahmen, als er gefordert hat. Freilich, die von ihm verlangte Summe von 2,8 Milliarden Mark zur Deckung des Defizits im Haus­haltsplan von 1918 wäre auch mit den von ihm beantragten 11 neuen Steuern nicht aufgebracht worden. Im Haupt* ausschuß wurde ihm nachgerechnet, daß trotz seiner vor­sichtigen Voranschläge noch 1200 Millionen Mark an der Ge­samtsumme fehlen würden, auch wenn man ihm alle seine

Wtiu nie durch Liebe Leid geschah.

Romav von C o u r t h s . M a h l t r.

^ - 1 ad)bmtf verbot

Di« Baronesse hatte ein böses Flimmern in ! Augen.

..Ich begreife nicht, daß Deine Mutter diese Frem schoft gestattet.. Meine Mutter würde ez nicht leiden."

--D meine Mamuschka ist viel zu großherzig, i etwas dagegen zu sagen."

Damit wandte sich Ursula schroff von der Baronesse und trat sehr ostentativ an Christas Seite.

Hans Ullrich sah mit einem unbeschreiblichen Gefii -wie Urliila ihren Arm zutraulich um Christa legte Es ' ihm wohl, zu bemerken, daß zwischen Christa und Ursr rrn immer herzlicher werdendes Verhältnis bestand Er Ursula dafür danken mögen, daß sie Christas W-rt erkan und doch anal« es ihn unausgesetzt, daß er selbst sich Chri Ic fein halten mußte, daß er ihr stets formell und kühl I pegnen mußte. Das Gefühl, welches so schnell in sein Bru,t für Christa erwacht war, bekam immer tiefere, feste L urzeln. Cr wußte, daß er diese Liebe nicht ni«hr aus ß nem Herzen weisen konnte, sie verwuchs mehr und mehr n ® cm mtx S°rade, weil er sie tiefer ui bc th, ll t bte ' «ine Frau, zwang er sich zur Zurü

yauimg. denn so grop, ,-intz Li-be auch war B°rge konr

KS 6 "' Sie konnte nicht einmal diese unsinnig, Modalbestimmungen aus der Welt schaffem

T,am mIoä ' und er dachte nur noch m kchrecken und Abneigung an «in- Ehe mit einer ungeliebt

-r'* Butter hatte keine Ahnung von d-m. was

ZU ^nn sie sich auch gerühc

, . Mittt-raugen scharf sehen jetzt war Hans Ullri ^unglmg mehr, der außerstande war, seine Gefl'ch vor den sorgenden Mutteraugrn zu verbergen. Jetzt tw n ein JJlann, der sich zu beherrschen verstand. Nieniar

merkte ihm etwas an. Nur Christa sah Zuweilen, wenn er sich unbeobacktet wußte, einen Blick in seinen Augen, der ihr t erriet, wie er um sie litt, lind dann schlug ihr Herz hart und laut in der Brust. Aber sie wich solchen Blicken nicht aus Groß und leucktend erwiderten ihn ihre Augen, und nicksis lag darin von Verzichten und Entsagen, sondern ejn froher Kampfesmut. Wenn er sie vor sich sah mit diesen leuch- renden Augen, dann glaickte er immer ihre Stiinme zu hören: Liebe kann Berge versetzen.

Aber er fand diesen frohen Glauben nicht; er wußte, daß seine Liebe hoffnungslos bleiben mußte. Und er trug umso schwerer an dieser GewißlM, weil sie ihm so gar nickt verbarg, dciß sie ihm gleiche Gefühle entgegenbrachte. Freudig und hoffnungsvoll schien sie sich bewußt zu sein, daß sie liebte und wiedergoliebt wurde.

Er mußte sich sagen, daß er auch sie bis ins Herz treffen würde, wenn er eines Tages eine andere Frau hcimsührte und wenn er sie dann leiden sah. das würde er schwerer tragen, wie das eigene Leid.

Zuweilen schlug das Gefühl der Sehnsucht nach ihrem Besitz wie eine heiße Woge über ihm zusammen. Er ersann dann die abenteuerlichsten Pläne, um eine Vereinigung mit ihr herbeisühren zu können. Aber diese Pläne erwiesen sich alle als haltlos.

Im Wacken und Träumen sah er Christa vor sich. Ihre leuchtenden Augen ließen ihn nicht los, und er hatte oft ein ganz unsinniges Verlangen, sie in seine Arme zu nehmen und ihr bezauberndes Lächeln von den Lippen zu küssen. Er war bis ins Innerste verwandelt durch seine Liebe. So oft hatte er früher leichtfinnig mit Frauenhuld gespielt, so oft eine schnell aufflammende und schnell vergehende Zu­neigung empfunden. Aber dieser Leichsinn war völlig von ihm gefallen, seit er in Christas reinen, stolzen Augen seinen Himmel gefunden hatte. Er liebte sie wahr und innig mit liefem Empfinden, das alle Schlacken aus der Seele eines Menschen ausscheidet und nur noch da- echte Gold zurückläßt.

Ln Ehrilta lab er die Vollendung -er 3dealaeÜatt.M^ .

er in seinen Jünglingsträumen gesehen hatte und die durch den Verkehr mit nrancher oberflächlichen Frau in seiner Seele verwischt worden war. Jetzt wäre es ihm nicht mög­lich gewesen, ^ sich in ein leichtes Spiel zu verlieren, und ebenso iinmöglich schien es ihm, sich mit einer ungefiebtep Frau fürs Leben zu verbinden.

Ehe Hans Ullrich Christa gekannt hatte, war es ihm so selbswerständlich erschienen, daß er sich standesgemäß mit irgend einer ihm sympathischen Frau verheiraten würde, die auf dfe nötige Ahnenzahl zurückblicken konnte. Jetzt erschien ihm aber diese Notwendigkeit wie ein unerträglicher Zwang.

Daß Ursula sich so freundlich zu Christa stellte, war ihm eine Freude, und noch mehr freute es ihn, daß seine Mutter diese Freundschaft wohlwollend gestattete. Frau von Frankenau merkte mit Genugtuung, daß das vornehm ausgeglichene Wesen Christas einen sehr günsügen Einfluß auf ihren Wildfang ausübte.

Ursula sagte freimütig zu ihrer Mutter:Siehst Du, Mamuschka, wenn Du mir Christa Hellnmt als ein leuchten-, des Vorbild hinstellst, dem ich nacheifern soll, dann verstehe ich das. Ihr will ich gern nd freudig nacheifern, denn sie ist ein ganz herrliches Ges.chöps. Sie ist so wahr und ehrlich da ist kein Falsch dran, Mamuschka, das kannst Du mir glauben."

Frau von Frankenau streichelte das blonde Kraushaar ihrer Tochter.

»Ich glaube es Dir, Ursula, ich habe doch auch Augen im Kopfe," iagle sie.

Ursula machte ein zweifelndes Gesicht.

Du bist ja sonst eine sehr kluge Frau, Mamllsci-a, aber nnt Deiner Menschenkenntnis ist es doch im Ganzen nicht weit her. Da bin ich Dir entschieden über."

Nun höre Dir das an, Hans Ullrich das Ei toi* 1 klüger sein als die Henne," sagte sie zu ihrem Sohn, v Er küßt? seiner Mutter die Hand»

J3fert1e6una folat,'